Das Geld für ein BGE wäre da, es bräuchte nur eine tiefgreifende, wirtschaftliche Strukturveränderung.
Bei sagen wir 700 Euro BGE sähe es bspw. folgendermaßen aus:
Wer arbeitet und mehr als 700 Euro verdient, verdient nachher das gleiche. Der Arbeitgeber gibt das (BGE-)Geld nur nicht mehr direkt an den Arbeitnehmer, sondern führt es über den "Umweg" einer Steuer erst an den Staat ab, dieser "gibt" es dann als BGE dem AN. Keine Veränderung für AN oder AG.
Wer durch Sozialleistungen 700 Euro oder mehr verdient, bekommt dann noch das gleiche. Keine Veränderungen für den Staat.
Alle unter 18jährigen bekommen kein BGE, sondern die Eltern Kindergeld- auch keine Mehrausgaben für den Staat.
Rentner bekommen ihre übliche Rente. Ebenfalls keine Veränderung für den Staat, lediglich eine evtl. Anhebung aller Renten, die unter dem BGE liegen.
Die einzige Mehrausgabe für den Staat entsteht bei Menschen, die heutzutage unter 700 Euro verdienen / bekommen und die dann "aufgestockt" werden müssen. Wieviele das sind? Keine Ahnung. Vielleicht einige Milliarden? Auf jeden Fall weit weniger als 720 Mrd. und weit weniger, als man befürchtet.
Im Gegenzug: Massiver Abbau an Verwaltung, Bürokratie und Arbeitsaufwand. Keine Notwendigkeit mehr für das bürokratische Monster "Arbeitslosengeld" bzw. Hartz IV, keine Notwendigkeit mehr, möglichem "Mißbrauch" nachzuspüren, Bedürftigkeiten zu prüfen etc. Kein Mindestlohn, massiver Abbau von Gesetzen und Vorschriften, mehr Freiheit für den einzelnen.
Wenn man das Ganze richtig anpackt, sind die Mehrkosten für den Staat relativ "gering". Wenn man ganz optimistisch sein will und die Einsparung in der Verwaltung und die sonstigen positiven Effekte großzügig bemißt, können diese Mehrkosten sogar gar nicht auftreten und das BGE ist ein Nullsummenspiel.
Zum richtigen Anpacken gehört auch, Betriebe stärker zu besteuern (s. Punkt 1). Im Gegenzug sinken die Lohnkosten (um genau 700 Euro

). Das bedeutet, Arbeit wird billiger, wodurch sich arbeitsintensive Betriebe wieder verstärkt ansiedeln können und werden und sich somit durch das BGE die Arbeitslosigkeit verringern wird (tolle Sache, was

). Das Steueraufkommen sollte nämlich idealerweise nach der Höhe des Kapitals (Umsatzes, Gewinnes, usw.) des Betriebes, nicht nach seiner Angestelltenzahl bemessen werden, wodurch er die gleichen (Nichtlohn-)Steuern zahlt, egal ob er 10 oder 100 Angestellte hat. Aber die 100 Angestellten (dann) mit BGE "kosten" weniger als die 100 Angestellten (heute) ohne BGE.
Von den psychologisch und gesellschaftlich positiven Folgen des BGEs will ich gar nicht sprechen. Es wird aber ungefähr der gleiche Unterscheid sein, wie "ständig in Angst leben zu müssen, bei politisch unerwünschten Meinungsäußerungen eingesperrt / gefoltert / was-auch-immer zu werden" und "in einem Land mit Meinungsfreiheit und politischer Freiheit zu leben" sein.
Ich bezweifle, daß A-R so eine tiefgreifende Struktur- und Gesellschaftsveränderung realistisch simulieren kann.

Ich finde es aber schon ausreichend, daß es unser heutiges kapitalistisches System ganz gut simuliert

.