Ars Regendi Forum

Full Version: wirtschaftswachstum
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Bulent Epikur Wrote:
Das Interessanteste ist vielleicht: Der Mann ist gar kein Volkswirtschaftler! Sondern Mathematiker und Naturwissenschaftler. Hehe Und wollte wohl nur beweisen, das die hochdekorierten Wirtschaftswissenschaftler keine Ahnung von Ihrem Fachgebiet haben und mit falschen Modellen, falschen Voraussetzungen und Annahmen zu völlig falschen Ergebnissen kommen!
Der Mann wurde auch nie ernstgenommen, bis nach Jahrzehnten erkannt wurde, das die Realität durch dieses Modell tatsächlich erklärt werden kann. Tongue
Die Welt ist so ungerecht! Pfeif


Wenn Stolz und Bequemlichkeit wichtiger sind als Objektivität, hat das eben seinen Preis. Wink

Das ist ein Grund warum ich es ungern sehe dass in unserer Gesellschaft Wissenschaftler die Rolle der Priester einnehmen (nämlich als Verkünder der "Wahrheit") - sie sind nämlich nicht soviel besser (wenn es darum geht, das Wohl der Menschen im Auge zu haben), und in einigen Punkten sind sie sogar schlechter (was z.B. die Seelsorge angeht, die bei ihnen keine Rolle spielt). Suspect

Ja, aber die Menschen sehnen sich halt nach "Weisen Meistern" und Gurus und werden ständig enttäuscht. Auch unsere vermeintlich hochelitären Bildungsstätten und Institutionen bringen in Wirklichkeit nur durchschnittliche Geister hervor, die nur durch ihre Titel eine gewisse Autorität erlangen.
Ansonsten, nada! Noplan

Bulent Epikur Wrote:
Ja, aber die Menschen sehnen sich halt nach "Weisen Meistern" und Gurus und werden ständig enttäuscht. Auch unsere vermeintlich hochelitären Bildungsstätten und Institutionen bringen in Wirklichkeit nur durchschnittliche Geister hervor, die nur durch ihre Titel eine gewisse Autorität erlangen.
Ansonsten, nada! Noplan


Nuja, gibt schon einige positive Beispiele aus dem akademischen Bereich, die auch mal über den Tellerrand ihrer Wissenschaft hinausblicken und einem dann eine Menge beibringen können. Es wäre wohl auch nicht besser, wenn Akademiker weniger respektiert werden würden - wer würde die Lücke füllen? Schauspieler? Musiker? Journalisten? Politiker? Hmm.

Im Prinzip ist es ja eine gute Eigenart des Menschen, nach "weisen Meistern" zu suchen, von denen er lernen kann - solange er das gesagte nicht blind übernimmt und sich immer wieder neue Meister sucht... Aber hey, die meisten kommen mit eher blindem Vertrauen scheinbar gut zurande, ich sollte nicht das zum Standard erheben was bei mir gut geklappt hat...

Ich stimme der Aussage des Minsky-Moments zu, aber meinst du mit "Gleichgewicht" das Sollow Model? Denn das trifft die Sache m.E. nach sehr gut. Oder doch die Gleichgewichtstheorie freier Märkte?
Das freie Märkte mit Angebot und Nachfrage ihr Gleichgewicht finden ist natürlich keine ernstzunehmende Aussage, bedenkt man die Voraussetzungen dieses Modells. (Vollständige Information aller Marktteilnehmer, völlig rationales Handeln, d.h. Gewinnmaximierungsstreben aller Marktteilnehmer etc.). Und trotzdem: Sieht man unseren "Agrarmarkt" (alle Produkte der betrieblichen Landwirtschaft) lassen sich einige Phänomene mit diesem Modell erklären und auch vorraussagen!

Jedes Modell hat seinen Aussagebereich, daher ist der Minsky-Moment eine sehr schöne Erweiterung, keinesfalls jedoch eine die bisherige Wirtschaftstheorie umwerfende Revolution Wink .

Btw: Gibt es überhaupt einen Wiwiler der eine vernünftige Wirtschaftstheorie aufgestellt hat? Meistens haben Köpfe dahinter immer eine Matheausbildung (evt. + BWL) genossen. Ein Chef braucht eben kein Verständnis für höhere Mathematik Rolleyes Wink
hallo, mein wirtschaftswachstum ist glaube ich ganz gut, allerdings die inflation recht hoch, wie dämme ich das ein???

mfg joni

p.s. über kommis zu meinem staat würde ich mich freuenWink

96joni Wrote:
hallo, mein wirtschaftswachstum ist glaube ich ganz gut, allerdings die inflation recht hoch, wie dämme ich das ein???

mfg joni

p.s. über kommis zu meinem staat würde ich mich freuenWink


So hoch ist die Inflation nicht, und sie hilft dir beim Schuldenabbau, indem sie den Abstand zwischen Einnahmen und Ausgaben vergrössert. Ansonsten läuft doch scheinbar alles ganz gut.

Also meine wenigkeit ist kein Ökonom, sondern Mathematiker/Informatiker und Naturwissenschaftler.
Seit jetzt 3 Jahren beschäftige ich mich aber sehr eingehend mit den Arbeiten von Ökonomen.
Ich habe dabei aber so meine Problemchen, und zwar nicht mit dem Verständnis, sondern algemein damit, daß mir ihre Arbeiten etwas esotherisch vorkommen.
Zum einen, es werden einfach so Prämissen gemacht darüber, wie ein Gemeinwesen sich verhaltet, welche ich aber nicht so ganz vor allem wenn ich mir reale entwicklungen anschaue nachvollziehen kann.
Ich meine die Gebäude die da entstehen sind zwar alle schön und gut, und durchaus logisch fundiert, aber das Prämissenfundament......
Also ein Windhauch dürfte da nicht unbeding kommen.
Außerdem wird eine Masse von Menschen zu einer deterministischen Black Box degradiert ( den Input schicke ich vone rein, den Output krieg ich hinten dann raus).
Hab noch nie erlebt, daß Gesellschaften sich dermasen determiniert verhalten.

Außerdem diese Angelegenheit mit dem ständigen wirtschaftlichen Wachstum im RL.
Wenn es wirklich realwachstum sein soll, und dann so wie der Onkel Docktor Ökonom es verschreibt auch noch über einer konstanten Prozentrate liegen sollte, bedeutet es so wie ich es sehe einen exponentiellen anstieg der energetischen Leistung.
Auch wenn man noch so verbrauchsoptimierend vorgeht, es ergibt sich eine untere Niveauschiene an welche exponentiell steigen müßte, unter welcher es nicht geht.
Da hackt es bei mir als Naturwissenschaftler aber aus, wir leben in einer Materiel begrenzten Welt. Da ist kein ewiges exponentielles ansteigen der Leistung möglich.
Irgenwie ergibt sich da für mich ein Dilemma.

mfg.
Ja, dergestalt hinterfragend bin ich Ars Regendi angegangen. In der Tat, die Prämissen der offiziellen Lehre sind äußerst fragwürdig. Suspect

HdcDst Wrote:
Außerdem wird eine Masse von Menschen zu einer deterministischen Black Box degradiert ( den Input schicke ich vone rein, den Output krieg ich hinten dann raus).
Hab noch nie erlebt, daß Gesellschaften sich dermasen determiniert verhalten.


Nunja, es sind Modelle, und sie erheben nicht den Anspruch auf absolute Richtigkeit. Man kann das natürlich ausbauen, und aus deterministischem Verhalten im Modell nichtdeterministisches machen, also Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Verhaltensweisen aufstellen. Diese dann zu rechtfertigen dürfte aber schwierig werden.

Quote:
Wenn es wirklich realwachstum sein soll, und dann so wie der Onkel Docktor Ökonom es verschreibt auch noch über einer konstanten Prozentrate liegen sollte, bedeutet es so wie ich es sehe einen exponentiellen anstieg der energetischen Leistung.
Auch wenn man noch so verbrauchsoptimierend vorgeht, es ergibt sich eine untere Niveauschiene an welche exponentiell steigen müßte, unter welcher es nicht geht.
Da hackt es bei mir als Naturwissenschaftler aber aus, wir leben in einer Materiel begrenzten Welt. Da ist kein ewiges exponentielles ansteigen der Leistung möglich.
Irgenwie ergibt sich da für mich ein Dilemma.


Interessantes Argument. Das Modell vom ständigen Realwachstum ist wohl nicht bis in ferne Zukunft anwendbar, aber es ist auch nicht gesagt dass Menschen überhaupt dann noch Interesse an Wirtschaftswachstum haben. In einer Welt, in der Besitz fast ohne jeden Aufwand erworben werden kann (z.B. durch Materiereplikation), ist er nicht mehr dazu geeignet sich von anderen abzuheben. Man kann nicht mit einem Ferrari protzen wenn jeder einen haben kann. Big Grin

Echte Bedürfnisse von Menschen sind endlich, sie wollen essen, trinken, schlafen, sich paaren, kommunizieren, entspannen, reisen (habe ich was vergessen?) - dafür braucht man kein unendliches Wirtschaftswachstum, da reicht ein Minimum an Zivilisation (wenn das überhaupt notwendig ist). Besser essen, trinken usw. ist nett, aber die Nutzenkurve ist weniger als linear (meiner Meinung nach), und irgendwann sollte der Mensch sagen "Mir gehts gut genug.".

Sheep Wrote:
Echte Bedürfnisse von Menschen sind endlich, sie wollen essen, trinken, schlafen, sich paaren, kommunizieren, entspannen, reisen (habe ich was vergessen?) - dafür braucht man kein unendliches Wirtschaftswachstum, da reicht ein Minimum an Zivilisation (wenn das überhaupt notwendig ist). Besser essen, trinken usw. ist nett, aber die Nutzenkurve ist weniger als linear (meiner Meinung nach), und irgendwann sollte der Mensch sagen "Mir gehts gut genug.".


Ich glaub genau da liegt ja das menschliche Dilemma. Er kann nicht genug kriegen. Das hat uns bisher gut geholfen. Das streben nach immer mehr und besser und schneller hat Technologien hervorgebracht, von denen die Delfine nicht mal träumen.
Aber irgendwo ist Schluss. Da stoßen wir an die von HdcDst genannte Resourcengrenze.
Von daher ja, eigentlich könnten wir mit unserer heutigen Technologie mit relativ wenig Aufwand alle in einem bescheidenen Wohlstand leben und uns sagen "Mir gehts gut genug", aber irgendwie ham wir das nicht drauf.
Da denken sich die Delfine "Was für eine unterentwickelte Spezies; Kann nicht zufrieden sein mit dem, was sie hat".

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