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Full Version: Glücklichkeit im echten Leben
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Dänemark ist Spitzenreiter. Und in Deutscheland nimmt die Glücklichkeit ab.

Quote:
Um die Entwicklung über einen noch längeren Zeitraum zu beobachten, verglichen die Forscher ihre aktuellen Daten mit Zahlen aus dem Jahr 1946. Demnach werden vor allem Indien, Irland, Mexiko, Puerto Rico und Südkorea immer glücklicher, während vier Länder einen absteigenden Trend aufweisen: Österreich, Belgien, Großbritannien - und Deutschland.

Malone Wrote:
Dänemark ist Spitzenreiter. Und in Deutscheland nimmt die Glücklichkeit ab.

Quote:
Um die Entwicklung über einen noch längeren Zeitraum zu beobachten, verglichen die Forscher ihre aktuellen Daten mit Zahlen aus dem Jahr 1946. Demnach werden vor allem Indien, Irland, Mexiko, Puerto Rico und Südkorea immer glücklicher, während vier Länder einen absteigenden Trend aufweisen: Österreich, Belgien, Großbritannien - und Deutschland.


Aber wir hier Teutschland sind nicht unbedingt unglücklicher als damals die Überlebenden des Weltkrieges in Deutschland.
Von daher sind die Voraussetzungen des Jahres 46 zum glücklichsein
eine völlig andere als heute.....

Ob die Leute wirklich so unglücklich sind wie sie behaupten, sei dahingestellt. Denn Glück ist ja eine relative Sache! Die meisten hier wissen ja garnicht, wie gut sie es haben und fühlen sich schon unglücklich, wenn sie sehen, daß ihre Nachbarn mehr besitzen als sie selbst.

Exqupalaquateql Wrote:
Ob die Leute wirklich so unglücklich sind wie sie behaupten, sei dahingestellt. Denn Glück ist ja eine relative Sache! Die meisten hier wissen ja garnicht, wie gut sie es haben und fühlen sich schon unglücklich, wenn sie sehen, daß ihre Nachbarn mehr besitzen als sie selbst.


thumbsup

IfD Allensbach hat natürlich auch das untersucht (zumindest in 2007). Das sieht doch gar nicht trübe aus:
"Glücksstudie: Was Deutschland glücklich macht
Im Auftrag der Zeitschrift emotion, dem Magazin für Persönlichkeit, Partnerschaft und Psychologie aus dem Hause Gruner + Jahr, hat das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) die aktuellen und individuellen Glücksstrategien der deutschen Bevölkerung untersucht.
Die repräsentative emotion-Studie zeichnet das Bild eines recht zufriedenen Deutschlands: Über zwei Drittel der Menschen sind zumindest tendenziell glücklich. Die meisten (84 Prozent) erleben oft oder immer wieder glückliche Momente, vor allem im Urlaub (73 Prozent), wenn sie verliebt (73 Prozent) oder mit Freunden zusammen sind (70 Prozent)."
Gesamttext -> hier

Ich stelle mal dazu die Fragen, die mir so im Kopf rum gehen:
Kann man glücklich sein, wenn man weiß, dass sekündlich Menschen verhungern, obwohl das nicht nötig wäre, wenn wir unsere Ressourcen vernünftiger verteilten bzw. einsetzten ?
oder aber anders rum:
Sollte ich nicht allein schon glücklich darüber sein, dass ich ein Leben geschenkt bekommen habe, völlig unabhängig von der materieller Ausstattung oder seiner Dauer ?

Barack Tryit Wrote:
Ich stelle mal dazu die Fragen, die mir so im Kopf rum gehen:
Kann man glücklich sein, wenn man weiß, dass sekündlich Menschen verhungern, obwohl das nicht nötig wäre, wenn wir unsere Ressourcen vernünftiger verteilten bzw. einsetzten ?


Ja, kann man, denn nur mit Betroffenheit hilfst du niemandem. Entweder du handelst bei einem Problem (wie z.B. dem Hunger) oder du siehst ein, dass es zu viel für deine Schultern ist.

Ich habe so den Eindruck dass Idealisten alle irgendwann an einem Scheideweg ankommen: entweder sie akzeptieren ihre begrenzten Möglichkeiten und versuchen daraus das beste zu machen - oder sie versuchen weiter die Welt aus den Angeln zu heben, sehen da nie Erfolge und verbittern schliesslich. Sad

Quote:
Sollte ich nicht allein schon glücklich darüber sein, dass ich ein Leben geschenkt bekommen habe, völlig unabhängig von der materieller Ausstattung oder seiner Dauer ?


Die Einstellung widerspricht zumindestens der menschlichen Natur, das spricht für ein Nein. Gleichzeitig löst du dich damit von den ganzen Zwängen denen sich die meisten anderen Menschen unterwerfen ("Muss reich und angesehen sein, brauche einen Partner, man darf mich nicht vergessen..."), bist also viel freier bei deinen Entscheidungen - das spricht für ein Ja.

Zur ersten Erwiederung: 100%iger Zuspruch. Diese heuchlerische Betroffenheit ohne irgendwelche Aktionen in der Gesellschaft zu den vielen Tragödien und ist so ziemlich das Letzte !

Zur zweiten Erwiederung: Die Antworten zu der Frage: Glücklich, bereits darüber, das man am Leben ist, können nur philosophisch sein.
Ich meine direkt mit Ja, kann man sie eigentlich kaum beantworten, da die Begleitumstände diese Lebens doch eine große Rolle spielen.

Aber ich schätze trotzdem die Philosophen sehr, die sich darum redlich bemühen! Lachweg

Die wahren Lebenskünstler sind bereits glücklich, wenn sie nicht unglücklich sind.
Jean Anouilh (1910 - 1987), französischer Dramatiker

Glück ist Selbstgenügsamkeit.
Aristoteles (384 - 322 v. Chr.), Philosoph

Um glücklich zu sein, darf man sich nicht zu sehr mit den Mitmenschen beschäftigen.
Albert Camus (1913 - 1960), Schriftsteller

Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.
Epikur (341 - 270 v. Chr.), Philosoph

Unsere Konsum- und Marktwirtschaft beruht auf der Idee, dass man Glück kaufen kann, wie man alles kaufen kann. Und wenn man kein Geld bezahlen muss für etwas, dann kann es einen auch nicht glücklich machen.
Dass Glück aber etwas ganz anderes ist, was nur aus der eigenen Anstrengung, aus dem Innern kommt und überhaupt kein Geld kostet, dass Glück das "Billigste" ist, was es auf der Welt gibt, das ist den Menschen noch nicht aufgegangen.
Erich Fromm (1900 - 1980), Psychoanalytiker ...(wahrscheinlich aus "Haben oder Sein")

Willst Du glücklich leben, hasse niemanden und überlasse die Zukunft Gott. (Nein, nicht unser "gottvater" ist gemeint Wink)
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), Universalgelehrter und Dichter

Ich betrachte Untätigkeit als das wahre Glück, während die Welt sie als großes Unglück ansieht. Es ist gesagt worden: "Vollkommenes Glück ist das Nichtvorhandensein des Strebens nach Glück;...
Laotse (6. Jh. v. Chr), Denker

Und zu guter zuletzt:

Daß andere Leute kein Glück haben, finden wir sehr leicht natürlich, daß wir selbst keines haben, immer unfaßbar. Hehe
Marie von Ebner-Eschenbach (1, 33)


Klar, die Zitate sind ziemlich auf einer Richtung hin ausgewählt. Ist aber Absicht, um die Frage Baracks's mal philosophisch zu untersuchen und diese Frage zu bejahen!

"Sollte ich nicht allein schon glücklich darüber sein, dass ich ein Leben geschenkt bekommen habe, völlig unabhängig von der materieller Ausstattung oder seiner Dauer?"

Hoffe, sind ein paar originelle Zitate darunter. Ansonsten sind Zitate und Aphorismen, die die eigene Meinungen bestätigen oder untermauern, hier im Forum immer gern gesehen, da sie die direkte Meinungskonfrontationen schon etwas abmildern und das Ganze in eine Richtung einer "gepflegten Unterhaltung" mit nachlesenswerten Beiträgen lenken. Ich, hoffe, das noch mehr Mitglieder "so" denken. Kopfkratz

Nur mal so, ohne jetzt "oberlehrerhaft" wirken zu wollen! Big Grin
(Warum muß ich jetzt nur an "Münti" denken? Immer diese Assoziationen! Hehe)

Bulent Epikur Wrote:
Zur ersten Erwiederung: 100%iger Zuspruch. Diese heuchlerische Betroffenheit ohne irgendwelche Aktionen in der Gesellschaft zu den vielen Tragödien und ist so ziemlich das Letzte !

Das ist jetzt etwas einseitig gesehen (heuchlerische Betroffenheit ohne Aktionen), es ging mir darum, dass der einzelne sieht, dass einiges falsch läuft in dieser Welt und er alleine so gut wie nix dagegen ausrichten kann. Daran könnte man schon verzweifeln. Ich muss mir aber auch überlegen, dass ich nicht unbedingt alles im Leben durchschaue und dass es einen Sinn haben könnte, so wie es ist. Und das hindert mich ja auch nicht daran, mein Bestmögliches zu tun, um die Zustände zu verbessern - wie viel oder wenig das auch immer sein mag und damit zufrieden zu sein. Und damit leben kann, dass ich angesichts dieser Zustände nicht glücklich sein kann, sondern dass es ausreichend ist, Freude darüber zu empfinden, wenn ich mal etwas zum Guten bewirkt habe. Wobei das ja auch schon wieder Glück sein kann.

Und ich würde auch in die Richtung der 2. Aussage tendieren - sich darüber freuen, dass man leben darf / zumindest, wenn man ein menschenwürdiges Leben führen kann (wobei natürlich auch wieder die Frage ist, was ist menschenwürdig). Wichtig wäre eine Erkenntnis in dem Sinne, dass wir uns nicht über materielle Dinge (Konsum /Vermögen /Macht) definieren, dann wäre uns allen viel geholfen. Interessanterweise gehen doch Ursprünge in Religionen, z.B. Neues Testament und auch Grundlagen des Buddhismus in diese Richtung. Allerdings teilweise recht hanebüchen, was wir in Europa aus dem Christentum gemacht haben.

Danke für die wirklich tollen Zitate ! bigsmile

Barack Tryit Wrote:

Bulent Epikur Wrote:
Zur ersten Erwiederung: 100%iger Zuspruch. Diese heuchlerische Betroffenheit ohne irgendwelche Aktionen in der Gesellschaft zu den vielen Tragödien und ist so ziemlich das Letzte !

Das ist jetzt etwas einseitig gesehen (heuchlerische Betroffenheit ohne Aktionen), es ging mir darum, dass der einzelne sieht, dass einiges falsch läuft in dieser Welt und er alleine so gut wie nix dagegen ausrichten kann. Daran könnte man schon verzweifeln. Ich muss mir aber auch überlegen, dass ich nicht unbedingt alles im Leben durchschaue und dass es einen Sinn haben könnte, so wie es ist. Und das hindert mich ja auch nicht daran, mein Bestmögliches zu tun, um die Zustände zu verbessern - wie viel oder wenig das auch immer sein mag und damit zufrieden zu sein. Und damit leben kann, dass ich angesichts dieser Zustände nicht glücklich sein kann, sondern dass es ausreichend ist, Freude darüber zu empfinden, wenn ich mal etwas zum Guten bewirkt habe. Wobei das ja auch schon wieder Glück sein kann.



Hallo, Barack,
die Aussage, "heuchlerische Betroffenheit" ging auf keinen Fall in deine Richtung oder deinesgleichen in den Foren usw., die sich persönlich ernsthaft Gedanken in diese Richtung machen. Sondern gemeint waren/sind Medien, Organisationen, NGO's usw. die wirklich was dagegen starten könnten, es aber auf dieser "Betroffenheitsebene" belassen, weil es wieder interessantere News gibt.
Inzwischen machen es sich nicht nur Medien"stars" bzw. -persönlichkeiten so einfach, sondern auch Politiker, Promis, und was weiß ich für
Institutionen, weil es sich einfach "schickt", o weh, o weh zu sagen!

Mehr wollte meine Aussage eigentlich nicht bezwecken. Eher in die Richtung: Gut, daß wir mal darüber gesprochen haben! Hehe

PS: Vllt. noch ein Widerspruch meinerseits zu:
"...und dass es einen Sinn haben könnte, so wie es ist", zu sagen: ...und dass es keinen Sinn haben könnte, so wie es ist. Hehe

Viel interessanter finde ich, wie jeder Einzelne, seinen persönlichen Glück definiert! Tongue


Und noch eins drauf, mit den Zitaten:

Der Frohe lächelt, wenn er mit seinen Freunden zusammen ist. Der Glückliche lächelt auch, wenn er allein ist. - Ola Normann

Ehre denen, die das zustande bringen! Pfeif

PS: Wenn's euch mit den Zitaten nervt, nur sagen. Ich bin süchtig, nach erheiternden/nachdenklichen/zynischen "Zitaten", wie manch andere nach Pralinen! Noplan
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