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Full Version: Gute Regeln
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Habe ich gerade im Freigeisterhaus gefunden, ein User hatte sich die Mühe gemacht, aus einem Text von Popper Regeln zu extrahieren.

Quote:
Dieses Thema ist mir sehr wichtig, da ich glaube, dass wir wirklich Wesentliches erreichen können, wenn wir die folgenden Regeln befolgen. Alle diese Regeln sind Zitate von Karl R. Popper, ich habe sie aus dem folgenden Dokument entnommen:

Datei leider nicht mehr online

Ich habe die 12 Regeln zum Diskutieren herauskopiert:

Regel Nr. 1 - "Jeder Mensch hat das Recht auf die wohlwollendste Auslegung seiner Worte."
Regel Nr. 2 - "Wer andere zu verstehen sucht, dem soll niemand unterstellen, er billige schon deshalb deren Verhalten."
Regel Nr. 3 - "Zum Recht ausreden zu dürfen, gehört die Pflicht, sich kurz zu fassen."
Regel Nr. 4 - "Jeder soll im voraus sagen, unter welchen Umständen er bereit wäre, sich überzeugen zu lassen."
Regel Nr. 5 - "Wie immer man die Worte wählt, ist nicht sehr wichtig; es kommt darauf an, verstanden zu werden."
Regel Nr. 6 - "Man soll niemanden beim Wort nehmen, wohl aber das ernstnehmen, was er gemeint hat."
Regel Nr. 7 - "Es soll nie um Worte gestritten werden, - allenfalls um die Probleme, die dahinter stehen."
Regel Nr. 8 - "Kritik muß immer konkret sein."
Regel Nr. 9 - "Niemand ist ernstzunehmen, der sich gegen Kritik unangreifbar gemacht, also 'immunisiert' hat."
Regel Nr. 10 - "Man soll einen Unterschied machen zwischen Polemik, die das Gesagte umdeutet, und Kritik, die den anderen zu verstehen sucht."
Regel Nr. 11 - "Kritik soll man nicht ablehnen, auch nicht nur ertragen, sondern man soll sie suchen."
Regel Nr. 12 - "Jede Kritik ist ernstzunehmen, selbst die in böser Absicht vorgebrachte; denn die Entdeckung eines Fehlers kann uns nur nützlich sein."


Finde ich ganz ausgezeichnet. Exakt diese Dinge habe ich mir schon bei Diskussionen mit und ohne meine Beteiligung gedacht. Ich muss unbedingt mal was von Popper lesen Applaus

Das sind wirklich gute Regeln... nicht nur in Foren, auch IRL.

Ich selber bin durch meine Freundin auf Carl Rogers gestossen.

Aktives Zuhören durch Empathie, Kongruenz und Akzeptanz.
Das kann ich irgendwie auch so. Aber da stimme ich ihm nicht zu:

Quote:
Anders als viele andere Psychotherapeuten sah Rogers von Grund an das Gute im Menschen. Zitat: Der Mensch ist gut.


Wobei ich es aber trotzdem für einen Psychotherapeuten für wichtig halte, dass er von diesem Menschenbild ausgeht.

Aber eigentlich sind doch Grausamkeit, Ungerechkeit und Gier die wesentlichen Merkmale, die die Geschichte der Menschheit bestimmt haben. Und das ist auch von klein auf im Menschen angelegt, durchzieht alle Zeitalter und Kulturen. Amazonasindianer haben Spaß daran, Affen lebendig zu grillen, im Frankreich des 18. Jahrhunderts war es ein Superjux, Katzen lebendig auf dem Marktplatz zu verbrennen und sich an ihrem Geschrei zu ergötzen. Das ließe sich endlos fortsetzen...

Wie selten ist es allein schon, dass die obigen einfachen Regeln beachtet werden? Viel öfter kann man die unbewusste Anwendung der Eristischen Dialektik beobachten.

Malone Wrote:
Aber eigentlich sind doch Grausamkeit, Ungerechkeit und Gier die wesentlichen Merkmale, die die Geschichte der Menschheit bestimmt haben. Und das ist auch von klein auf im Menschen angelegt, durchzieht alle Zeitalter und Kulturen. Amazonasindianer haben Spaß daran, Affen lebendig zu grillen, im Frankreich des 18. Jahrhunderts war es ein Superjux, Katzen lebendig auf dem Marktplatz zu verbrennen und sich an ihrem Geschrei zu ergötzen. Das ließe sich endlos fortsetzen...

Wie selten ist es allein schon, dass die obigen einfachen Regeln beachtet werden? Viel öfter kann man die unbewusste Anwendung der Eristischen Dialektik beobachten.


Da hast du sicher recht Malone. In China zum Beispiel gilt es sogar als eine Kunstform, sein Gegenüber zu betrügen. Siehe Strategem

Aber jetzt müssen wir aufpassen von was wir hier sprechen. Geht es jetzt um die Nettiquette in diesem Forum, darum wie wir im täglichen Leben anderen Menschen begegnen oder um das Verhalten der Menschheit in Kontext zu Kultur und Geschichte im allgemeinen?

Ich bezog mich bei meinem Post auf das Forum und darauf wie meine Grundhaltung zu Menschen IRL ist.

Ja ich hab bei dem Wikipedia-Artikel über Rogers diesen Satz gelesen, eine Angelegenheit, die mich schon länger beschäftigt. Darum bin ich etwas abgeschweift Zwinker2
Nun ja, meine Freundin arbeitet als Psychiatriepflegefachfrau und selbst sie sagt, dass es ihr manchmal ganz schön auf den Keks geht mit diesen "spührst du mich Fragen" Lachweg

Es geht mir hauptsächlich darum mit Menschen, die ich nicht kenne, eine positive Grundhaltung zu haben und ihnen aufgeschlossen zu begegnen.
Des weiteren ist es auch gut bei der Arbeit in einem Team kongruent (echt) zu sein. Mir ist lieber jemand sagt mir offen und ehrlich was sache als wenn es hintenrum passiert. Und wenn beide auf der gleichen Wellenlänge sind kann man auch ein gesundes Streitgespräch führen und dann nach der Arbeit zusammen auf ein Bier gehen.
Ja, was die Kongruenz angeht, stimme ich Dir zu, mache ich auch so, allerdings muss einem das im Wesen liegen. Das kann man sich schlecht antrainieren.

Andererseits gehe ich auf fremde Menschen eher distanziert und skeptisch zu. Da ich nach dem Ärgerminimierungsprinzip das Leben spiele, fände ich es schlimmer, zu einem Arschloch zu nett gewesen als zu einem prima Kerl zu distanziert gewesen zu sein Big Grin

Zum aktiven Zuhören noch ein Dialog aus "Das Leben des David Gale":

Sie: "Hör mit dem aktiven Zuhören auf! Ich will, dass man versteht was ich sage!"

Er: "Ich kann beides auf einmal. Zuhören und aktiv Zuhören."

Hehe
sehr gute regeln!

sehr weise worte Smile
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