Kurz vor der Wiedervereinigung hatte es mich nach Berlin verschlagen, nachdem ich eine vorübergehende bleibe gefunden hatte, hab ich mir gleich mal einen Job gesucht.
Als nächstes kam die Wohnungssuche:
Ein Wohnklo im 3. Hinterhof 30-40 qm, Toilette im Treppenhaus, wurde angeboten zu einer Miete von 550 DM. Zuzüglich einer Sicherheitsleistung von 3000 DM, und einem Bestechungsgeld an den Makler von vermutlich der gleichen Summe mindestens.
Trotzdem hatten sich vor Beginn der Besichtigung etwa 200 Interessenten vor dem Haus versammelt.
Bei meinem Einkommen war mir gleich klar, das ich auf dem Wohnungsmarkt keine CHance hatte.
Gleichzeitig standen in Berlin ganze Wohnblocks leer.
Als sich die Chance bot, zog ich also in eines dieser leerstehenden Häuser ein.
Es wurde eine angemessene Miete auf ein Sperrkonto eingezahlt, auf die der Hausbesitzer jederzeit zugreifen hätte können.
Ich kann da somit keinen Diebstahl sehen.
Allerdings gab es ein breites Streugut an Bewohnenern, und einige würde ich nicht gerade als tragende Säule des Staates beschreiben. Will meinen in dieser recht freien Wohngemeinschaft gab es Elemente, die über keinerlei Politischen Bewusstseins verfügten, sondern denen es nur um einen möglichst bequemen Schlafplatz ging.
Fazit:
Wenn die Wirtschaft und der Staat seinen Aufgaben zur Wohnraumbeschaffung nicht nachkommt, und gleichzeitig bewohnbarer Wohnraum leersteht, kann ich keinen Moralischen Hinderungsgrund erkennen, ein Haus zu besetzen.
aus heutiger sicht würde ich mal sagen, dass hier der Staat Mietbeihilfe zahlen müsste und das nur weil Spekulanten den Preis hochgetrieben haben.
d.h. der Staat "leidet" unter der Wirtschaft
da is das ja eigentlich fast schon positiv zu beurteilen, dass
Persdonen die sich keine wohnung leisten konnte wohnungen der Wirtschaft genommen haben und sogar dafür nach ihren maßstäben Miete zahlen.







), aber man kann es schön als Vergleich nehmen. Der Eigentümer ist nunmal Eigentümer.