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Angliz- und andere Ismen

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Malone
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Post: #1
Angliz- und andere Ismen

In einer Gruppe über die deutsche Sprache hatte ich einen kleinen Disput darüber, ob Anglizismen und andere Ismen das Deutsch verarmen oder bereichern. Auch wenn ich selbstredend von einer Überhandnahme unnötiger englischer Begriffe wie in der legendären Werbersprache genervt bin oder das schlichtweg als lächerliches Gehabe empfinde, habe ich mich doch für die Bereicherung ausgesprochen. Denn eine Verarmung fände allenfalls dann statt, wenn gröbere fremdsprachige Begriffe feinere deutsche verdrängen würden.

Das wurde mir aber weder logisch noch anhand von Beispielen glaubhaft belegt, während mir eine Fülle von Fällen in den Sinn kommt, in denen ganz im Gegenteil die Lehnwörter mit besonderer Nuance einen schwächlich besetzten Platz einnehmen neben einem gröberen deutschen Begriff. Ein Meeting ist meist beruflicher Natur, ein Date eher sehr privater, aber das Treffen gibt es immer noch, beispielsweise mit Freunden.

Je nach Kontext - übrigens ein schwer zu ersetzender Latinismus - suche oder meide ich Lehn- und Fremdwörter. Es ist oft eine stilistische Frage: Mal möchte man Modernität durchschimmern lassen, mal scheint ein puristischer Stil angebracht. Und von krampfhaften Eindeutschungen halte ich nichts: Ich esse Baguette, kein Stangenbrot. Der zu ersetzende Begriff müsste schon einen sehr unschönen Klang oder eine verhängnisvolle Konnotation aufweisen, um so eine Grobheit zu rechtfertigen.


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Kein(e) Planet*In ist illegal!

Autor der Blüte des Zweifels
08.01.2020 22:43
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Jozilla
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Post: #2
RE: Angliz- und andere Ismen

Die inoffizielle Regel "Deutsch holt sich immer Lehnwörter wenn diese bereits etwas bestimmtes beschreiben"

Auf der anderen Seite gibts noch ein Schönes Wort "Ananas"; soll man für diese Frucht wirklich ein neues Wort finden um sich vom Rest der welt zu unterschieden?

Was eigentlich noch lustiger ist wie viele falsche Anglizismen kreiert worden sind.

Es bleibt immer noch die frage wie lange der Anglo-Amerikanische Sprachraum noch als besonders Fortschrittlich wahrgenommen wird; so langsam nimmt das doch etwas ab und das wird sich dann auch in anderen Quellen für Lehnwörter abbilden.


Für den Frieden zu kämpfen ist wie für die Jungfräulichkeit zu ficken.
Was ist der natürliche Weg um wieder echte Jungfrauen zu bekommen?

Kooperation ist besser als Konkurenz, andernfalls wären Kartellämter sinnlos
09.01.2020 00:25
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