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Full Version: Pinocchio-Medien
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Wie ich an anderer Stelle bereits schrieb, sind direkte Lügen der Presse und des Rundfunks eher selten.

An der Tagesordnung ist aber tendenziöse Berichterstattung zumeist im Regierungsinteresse. So wurde die Flüchtlingspolitik in nur sechs Prozent aller Medienberichte kritisch gesehen, was gewiss nicht der Wahrnehmung in der Gesamtbevölkerung entsprach und womit die Bedenken gut informierter Leute quasi ausgeblendet wurden. Ein weiteres Beispiel ist die kritiklose Übernahme der Arbeitslosenzahlen: die Regierung definiert Arbeitslosigkeit einfach um und anstatt sich an internationale Standards zu halten wird überall die geschönte Statistik übernommen.

Ein zusätzliches Indiz ist die einerseits beschönigende, andererseits diffamierende Wortwahl. So werden Migranten und Zuwanderer weiterhin pauschal als Flüchtlinge, Geflüchtete oder gar als Schutzsuchende bezeichnet, obwohl längst klar ist, dass dies in der Mehrzahl der Fälle nicht zutrifft. Und wer die faktisch offenen Grenzen kritisiert, mit all den Nachteilen und Gefahren, die sie mit sich bringen, ist mindestens Populist - was den populistischsten Vorwurf überhaupt darstellt - oder wahlweise Rechtspopulist, fremden- oder islamfeindlich. Die Titulierung Nazi oder Rassist bleibt dann allerdings den sozialen Medien vorbehalten.

Außerdem die Repräsentanz der politischen Richtungen, wie das Kräfteverhältnis in Talkshows. In der Regel tritt ein Kritiker der Flüchtlingspolitik gegen viereinhalb Gegner an zuzüglich einer zumindest wenig nachhakenden Moderatorin. Die zumeist regierungsfreundlichen Meinungsbeiträge in Nachrichten kommen nicht nur von Kommentatoren, sondern auch von Moderatoren, die sich, wie Claus Kleber, auch ganz offiziell zum Erziehungsjournalismus bekennen.

Hinzu kommt die Auswahl der Nachrichten: Wenn ein sogenannter Reichsbürger irgendwo einen Mord begeht, wird das automatisch zur Bundesangelegenheit erklärt mit etlichen Sondersendungen und Beiträgen, während Vergewaltigung und Mord durch einen Schutzsuchenden offenbar nicht von nationaler Bedeutung ist. Damit sind wir schon beim Pressecodex: obwohl relevant im Hinblick auf Entscheidungen zur Zuwanderungspolitik wird die (kulturelle) Herkunft des Täters stets unterschlagen, selbst wenn das relevant ist im Hinblick auf die Fahndung und den Schutz der Gesellschaft. Obwohl dann wohl selbst die Linksgrünsten einen ausländischen Kriminellen dahinter vermuten, solange er nicht ausdrücklich als Deutscher bezeichnet wird.

Unterlassung ist ein weiterer Punkt: Ob Ihrer grenzdebilen Äußerungen hätte man Merkel zerreißen können, als sie als Mittel gegen die schädlichen Auswirkungen des Islams mehr Kirchenbesuche und Blockflötenspiel empfahl. Gerade als Atheist muss man sich da verhöhnt fühlen. Dass ihre Rechtsbrüche quasi gar nicht thematisiert wurden, ist skandalös. Noch krasser empfinde ich, dass Schäubles absurde und beinahe rassistische Äußerung, dass Europa ohne muslimische Zuwanderung in Inzucht degenerieren würde, einfach so hingenommen wurde. Unhaltbar, der Typ!

Hinzu kommt kritiklose Übernahme von Behauptungen aus anderen Medien oder Studien. Zuerst ist da zu nennen, dass quasi sämtliche Printmedien die Meldung übernommen haben, dass an der Universität Leipzig von nun an alle Professoren als Herr ProfessorIn anzusprechen seien. Die Bild hatte eine solche Meldung übernommen und etliche, angeblich seriöse Medien haben das einfach abgetippt, ohne nachzuforschen. Ein Anruf bei der Uni hätte gereicht, um herauszufinden, dass sich das nur auf offizielle schriftliche Anreden bezieht. Ein weiterer Fall: Frauke Petry wurde in einer Studentenstudie als Spitzenreiterin unter den Lügnerinnen unter den Politikern ausgemacht. Nahezu alle großen Medien sind auf den Zug aufgesprungen, obwohl direkt ins Auge fällt, dass nur acht Politiker überprüft wurden. Dass anhand dieser kleinen und womöglich gewichteten Auswahl sicher nicht der verlogenste Politiker überhaupt identifiziert werden kann, müsste selbst dem dümmsten Journalisten einleuchten. Niggemeier und ich (im Freigeisterhaus) haben sich die Studie genauer angeschaut und auf weitere schwerwiegende Fehler und Versäumnisse hingewiesen. Aber der krasseste Fall war wohl der, als eine Ministeriumssprecherin behauptete, Zuwanderer seien nicht krimineller als Deutsche. Diese Headline wurde überall verbreitet, gleichwohl oft im Fließtext Links zu den erhobenen Zahlen veröffentlicht wurden, die dieser Behauptung massiv widersprachen. Seltsamerweise finde ich keinen so titelnden Artikel mehr, der solche Links noch beinhaltet, aber ich bilde mir sicher nicht ein, seinerzeit einen Faktor von dreikommaachtfacher Kriminalität bei Zuwanderern ausgerechnet zu haben. Die Überschriften haben also eine glatte Lüge verbreitet, obwohl die Medien selbst den Wahrheitsgehalt anhand der Grundrechenarten und Prozentrechung hätten nachprüfen und ihren Lesern präsentieren können.

Komplette Unterschlagung: im letzten ZDFzeit-Beitrag wurde über alle möglichen Aspekte von Ausländerkriminalität in Deutschland berichtet, und alles wurde zurechtrelativiert. Aber nicht ein einziges Mal kamen die zweifelsohne relevanten Begriffe Muslime oder Islam vor. Wie halt auch in allen offiziellen Statistiken der kulturelle Hintergrund niemals erwähnt wird.

Nunja, fassen wir zusammen: schlechte oder mangelnde Recherche, Über- und Untertreibungen, Beschönigungen und Dysphemismen, Unterschlagung von Informationen, Parteilichkeit, Verschleierungen, schiefe Repräsentation: das alles hat mit Journalismus - der sich bekanntlich mit keiner Sache gemein machen soll, so gut sie noch erscheinen mag - nichts mehr zu tun.
Lüüügenpresse!!!1einself

Ich habe dich für reflektierter gehalten. Sad Schreibe heute nachmittag etwas dazu.
In Deutschland geschehen jeden Tag sexueller Missbrauch und Vergewaltigung, von dem Missbrauch an Kindern ganz zu schweigen. Sollten die überregionalen Nachrichtenmagazine darüber jeden Tag berichten wollten, wäre die Sendezeit allein damit gefüllt. Die dritten Programme, also die Regionalprogramme, berichten darüber weitaus häufiger. Die Vergewaltigung und die Tötung der jungen Studentin ist auf den Dritten übrigens behandelt worden.

Darf ich dir die Frage stellen, Marc, wie häufig du z.B. die Lokalzeit Düsseldorf oder die Aktuelle Stunde auf WDR schaust bzw. kennst du diese Sendeformate überhaupt? Ich hatte eine ähnliche Diskussion schon mit Adder, der zugeben musste, dass er den Sender phoenix nicht einmal kennt. Dort, also bei den "Dritten" und Phoenix treten übrigens weitaus häufiger Kritiker z.B. des Islams auf und kommen auch zu Wort.

Es ist immer leicht Kritik zu üben und ich will auch gar nicht abstreiten, dass es durchaus Kritikwürdiges an der derzeitigen Presseberichterstattung gibt. Wenn man sich allerdings die Zeit nimmt und sich mehrere Formate der Sender und der "dritten Programme" anschaut, ergibt sich zumindest für mich ein differenzierteres Bild. Man kann da durchaus kritische Meinungen auch zur Flüchtlingspolitik vernehmen, muss allerdings auch die Zeit investieren und alle Sender nach den passenden Formaten durchsuchen.
Habe ich früher öfter geschaut und gelegentlich gucke ich noch Phoenix. Die Begründung des regionalen Interesses finde ich auch gar nicht so falsch, die aber dann selten greift, wenn es um Verbrechen von "rechts" geht. Würde das konsequent gehandhabt werden, hätte ich an dem Fall wenig auszusetzen gehabt.

Malone Wrote:
Habe ich früher öfter geschaut und gelegentlich gucke ich noch Phoenix. Die Begründung des regionalen Interesses finde ich auch gar nicht so falsch, die aber dann selten greift, wenn es um Verbrechen von "rechts" geht. Würde das konsequent gehandhabt werden, hätte ich an dem Fall wenig auszusetzen gehabt.


Politische Straftaten sind niemals nur von regionalem Interesse. Und genau deswegen kommen die in die Tagesschau.

GeoW

dotakhiin Wrote:

Malone Wrote:
Habe ich früher öfter geschaut und gelegentlich gucke ich noch Phoenix. Die Begründung des regionalen Interesses finde ich auch gar nicht so falsch, die aber dann selten greift, wenn es um Verbrechen von "rechts" geht. Würde das konsequent gehandhabt werden, hätte ich an dem Fall wenig auszusetzen gehabt.


Politische Straftaten sind niemals nur von regionalem Interesse. Und genau deswegen kommen die in die Tagesschau.


Wenn Anarchos hier etwas kaputt machen (darf man wohl als politisch motivierte Straftat bezeichnen), dann kommt das nicht in der Tagesschau.

GeoW Wrote:

dotakhiin Wrote:

Malone Wrote:
Habe ich früher öfter geschaut und gelegentlich gucke ich noch Phoenix. Die Begründung des regionalen Interesses finde ich auch gar nicht so falsch, die aber dann selten greift, wenn es um Verbrechen von "rechts" geht. Würde das konsequent gehandhabt werden, hätte ich an dem Fall wenig auszusetzen gehabt.


Politische Straftaten sind niemals nur von regionalem Interesse. Und genau deswegen kommen die in die Tagesschau.


Wenn Anarchos hier etwas kaputt machen (darf man wohl als politisch motivierte Straftat bezeichnen), dann kommt das nicht in der Tagesschau.

What the fuck, sag mal, schaltest du nach dem ersten Mai eigentlich mal den Fernseher ein?!

Also von den Angriffen auf AfD-Leute und deren Eigentum habe ich in den Massenmedien noch nichts gehört.

Quote:
Also von den Angriffen auf AfD-Leute und deren Eigentum habe ich in den Massenmedien noch nichts gehört.

Man hört so was tatsächlich Regional, oder Hie und Da in solchen Formaten wie Frontal 21 oder Report Mainz. Aber auch diese Magazine, auch +-, Fakt oder Zapp - insbesondere letzteres - wird immer schwächer, zumindest ist das mein Eindruck. Und das Argument Kein Geld für investigativen Journalismus ist Quatsch, die werden GEZ finanziert und kaufen dafür die CL-Rechte, woran sie ja nichts verdienen, wiso bringen sie nicht dafür 5 Stunden Frontal21 in der Woche und lassen die CL bei Sat1?!

Also, dass die Öffentlich-Rechtlichen auch triviale Unterhaltung bieten, ist eine gut nachvollziehbare Strategie: sonst würden sie in den Senderlisten der Zuschauer ganz nicht hinten rutschen.
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