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Full Version: Aufgabenvorschlag: Höllenhäuser
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Einleitung:
Glaubensgemeinschaften und Jugendschützer streiten immer wieder über den pädagogischen Wert sogenannter Höllenhäuser, in denen einem Theater ähnlich die angeblichen Sünden der Welt aus Sicht der Religion einem besonders jüngerem Publikum vorgespielt werden.

Option 1:
"Auf dieser Welt gibt es so viel Laster", predigt Fred Jones, Priester, der ein solches Höllenhaus betreibt, "von Hurerei über Sodomie, Blutschande bis zur Unkeuschheit. Und Gott wird uns dafür strafen, wenn wir nicht gegen diese Sündhaftigkeit kämpfen. Das können wir nur, wenn wir Moral in die Köpfe unserer Jüngsten bringen, dass sie diesen Abscheulichkeiten wie Abtreibung, Homosexualität und Promiskuität gar nicht erst verfallen. Und dazu müssen wir nicht nur die Möglichkeit schaffen, dass Kinder abgeschreckt werden, sondern uns aktiv dafür einsetzen. Die Höllenhäuser brauchen staatliche Unterstützung und ihr Besuch muss Teil der Schullaufbahn sein."

Option 2:
"Ja, diese Welt ist dreckig und sündig", pflichtet ihm Sandy Phelps, Gemeinderätin und Mutter, bei, "und etwas mehr Moral würde uns gut tun. Angefangen bei den jüngsten. Doch sollte es die Familie sein, die ihnen diese beibringt, nicht die Schule, und es sollte die Gemeinde sein, die dafür die Kosten trägt. Der Besuch sollte freiwillig doch den Eltern angeraten und vergütet sein, die Höllenhäuser von der Kirche getragen und der Eintritt vom Staat."

Option 3:
"Viele Eltern würden sich dennoch widersetzen", lehnt Elizabeth Brand, Lehrerin in den Fächern Religion, Geschichte, Englisch und Gesellschaftswissenschaften, ab, "und ihre Kinder wären den anderen gegenüber benachteiligt. Außerdem sind all die Höllenhäuser so verschieden, und teilweise können die Kinder dort nicht nachfragen, sich ernsthaft informieren - so lernen sie nichts von der Lasterhaftigkeit. Stattdessen sollte der Inhalt der Höllenhäuser in den Lehrplan kommen, Unterricht hat sich bisher immer bewährt."

Option 4:
"Was ich da höre", erwidert Christian Bright, bekennender Atheist und Herausgeber der Zeitschrift 'Gotteswahn', "ist eine völlig neue Form des Kindesmissbrauchs. Sie wollen natürliche Triebe, Erwachsenwerden, Individualität, Freiheit und Freude verteufeln und als Sünde in Form eines brutalen Bühnenstück vorführen? Und damit den Kindern auch noch Angst machen, sie massiv manipulieren? Nein, es muss verboten sein, seine Kinder zu zwingen, solche Vorstellungen zu besuchen, und man darf sie dahingehend auch nicht manipulieren."

Option 5:
"Ihr gottloses Pack", wettert Aaron Johansson, der schon öfters wegen Delikten wie Beleidigung, Hassrede und Angriffe auf Minderheiten bestraft wurde, "ihr seid doch schuld daran, dass Gott uns mit Katastrophen straft. Es sind Ihre gottlosen Taten, die uns in Chaos und Gewalt stürzen und in die Arme des Satans treiben. Und kein Höllenhaus kann Sie auf das vorbereiten, was im Fegefeuer auf Sie wartet! Wenn wir unseren Kindern diese Qualen ersparen wollen, dann sollte es für alle Minderjährigen verpflichtend sein, in den Ferien ein Bibellager zu besuchen, in dem sie die Werte der Kirche lernen!"
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