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Full Version: Hochzeitsfeierlichkeiten von Oana und Kaspian
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RP-Off:
In diesem Thread wird nach und nach die Hochzeit von Oana, Regentin von Paradise und Priesterin der Gaia, und Prinz Kaspian, König von Persani, veröffentlicht. Es soll der Unterhaltung dienen und Freude machen.
Ich würde euch Bitten nur mich und Nema posten zu lassen, um den Fluss der Story nicht zu stoppen.
Auch wenn die meisten Texte von mir gepostet werden, so muss ich betonen das dies ein Werk von Nema und mir zusammen ist.
Ich wünsche euch allen viel Spaß bigsmile


Der Platz, den sich das Paar für die Hochzeit ausgesucht hatte, lag auf einer idyllischen Lichtung an einem See, direkt neben dem Palast der Staatschefin von Paradise. Der Palast war vergleichsweise schlicht, wenn man sich die Prachtbauten in anderen Staaten ansieht, dennoch zeichnete er sich durch eine atemberaubende Schönheit aus. Vor allem fügte er sich perfekt in die umliegende Natur - den Urwald von Paradise - ein. Etwas, worauf Oana großen Wert gelegt hatte. So war die weiße Fassade üppig mit Efeu bewachsen, und eine Blumenpracht zierte den Balkon.
Die Geräuschkulisse war ebenfalls atemberaubend: Neben dem Rauschen des Wasserfalls, der sich am See befand, war ein ganzen Konzert von Vögeln - Paradiesvögeln, Papageien und vielen mehr - zu hören. Auch die Rufe von Affen reihten sich in das Waldkonzert mit ein.

In der Lichtung war alles für das Fest bereitet. Holzbänke und -tische standen für die Gäste parat. Auch ein paar Stehtische waren vorhanden. Diese würden dann sicher bei dem Cocktailabend mit romantischer Musik zum Einsatz kommen. Alle Tische waren mit Blumen und Kerzen dekoriert - die Kerzen sollten nach Anbruch der Dämmerung für eine romantische Stimmung sorgen.
Auf einem großen Tisch war ein üppiges Buffet mit den Köstlichkeiten des Landes aufbereitet - frische Früchte, Fisch aus dem See sowie den Flüssen des Dschungels, und Vieles mehr. So war für das leibliche Wohl bestens gesorgt.
Es war auch noch genug Freifläche auf der Lichtung vorhanden, welche zum Tanzen genutzt werden konnte.







Es waren nicht viele Gäste eingeladen. Weder politische Prominenz, noch sonstige Stars und Sternchen sind auf der Gästeliste zu finden. Das Brautpaar wollte niemanden auf den Schlips treten, in dieser mit Spannungen gefüllten Welt. Daher ist es eine reine Familienfeier und fällt in einem relativ kleinen und sehr privaten Rahmen aus. Von Seiten Kaspians ist lediglich sein bester Freund, Scheich Amar aus Persani, anwesend, welcher wie der Bruder für ihn ist den er nie hatte. Die Braut hat Eltern, Tanten, Nichten, Cousinen und den jeweiligen männlichen Part versammelt.


So saßen die Gäste schon alle da, unterhielten sich angeregt und schauten immer wieder zu der alten dicken Eiche, unter der die Trauung vonstattengehen soll. Dieser uralte, große und majestätische Baum war älter als das Land, hat die Entstehung des paradisischen Urwaldes miterlebt, hat all die Jahre, Jahrhunderte überstanden. Man spürte direkt die Magie, die diesem Baum innewohnte. Und genau dort sollte die Magie der Verbindung zwischen Oana und Kaspian verbunden und gefestigt werden. Gefestigt bis an das Ende der Welt!


Die Idylle des perfekten Dschungels, die gesprächige Laune der Gäste, wurde gestört indem Musik aus allen Himmelsrichtungen erklang. Vom Wasserfall weg, vom Wald, von der Lichtung, überall her drang die Musik an die Ohren der Gesellschaft. Zuerst waren es Stimmen, omnipräsent und leise, gar flüsternd.



Sha ta co ti oh scum ne rivna
Sha ta co ti oh nugga tir na nog
Sha ta co ti oh scum ne rivna
Nug a tir na nog



Leises Geigenspiel begann und die Spielerin tauchte hinter einem Baum auf. Das blonde glatte Haar fließt wie flüssiges Gold die Schultern hinab, die elfengleiche zarte Figur wird vom lindgrünen langen Kleid umschmeichelt und aus dem alabasterfarbenen Gesicht strahlen die dunklen Augen fröhlich heraus. Fleißig und schnell strich sie die Saiten der Geige und entlockte ihr genau so liebliche Töne wie sie aussah. Es war die älteste Schwester der Braut.

Come my love our world's may part
The gods will guide us across the dark
Come with me and be mine my love
Stay and break my heart



Die Sängerin trat hervor, eine dunkelhaarige Engelsgestalt. Die pechschwarzen, gelockten Haare umspielten die bronzefarbenden Schultern und das ebenso zärtlich braune Gesicht. Blendend weiße Zähne strahlten den Zuschauern entgegen, als sie sang. In ihr weißes Kleid gehüllt wirkt der schlanke, leicht muskulöse Körper begehrenswert und wunderschön. Jeder in der Familie Oanas kannte sie, die beste Freundin der Regentin.

From the shores through the ancient mist
You bear the mark of my elven kiss
Clear the way, I will take you home
To eternal bliss



Zwei weitere Sängerinnen schlangen sich aus dem Schutz der Bäume des Waldes. Man sah es ihnen sofort an, die persanische Abstammung. Die etwas kleineren und nicht so fragilen, weiblicheren Körper der beiden ungleichen Zwillinge werden von dem gleich geschnittenen Kleid in unterschiedlichen Farben geziert. Die Blonde wählte die Farbe himmelblau, während die braunhaarige Zwillingsschwester einen zarten rosé Ton wählte. Die beiden Zwillinge zählten zu den engsten Freunden, den der Prinz und die Priesterin im Wüstenstaat hatten. So durften sie auf keinem Fall hier fehlen.

Alle vier zusammen bildeten die Trauzeuginnen, die engsten Begleiterinnen Oanas in diesem intimen Moment der Liebe. So stellten sich die Zeugen der Liebe im Kreis auf, vor dem großen, alten, magischen Baum. Die zarten, engelsgleichen Stimmen erfüllten die ganze Luft und übertönten auf magische weiße alle Geräusche des Dschungels, der wie es scheint selbst dem lieblichen Gesang lauscht.

Sha ta co ti oh scum ne rivna
Sha ta co ti oh nugga tir na nog
Sha ta co ti oh scum ne rivna
Nug a tir na nog
Sha ta co ti oh scum ne rivna
Sha ta co ti oh nugga tir na nog
Sha ta co ti oh scum ne rivna
Nug a tir na nog
Tir na nog, oh
Come beyond the ancient fog
Tir na nog, oh
Come with me to tir na nog



Und da kam sie, wie eine Göttin gleich! In ihrem moosgrünen, traditionellen Hochzeitsgewand einer Priesterin der Gaia. Wunderschön, wie von der Göttin selbst gesegnet und gekleidet. Eine Braut wie sie die Welt noch nie gesehen hatte, ein göttliches Wunder! Etwas kleiner als die Trauzeuginnen und mit deutlich mehr Weiblichkeit im Brustbereich, strahlte sie förmlich in ihrem moosgrünen Kleid. Dieses hatte eine Scherbe, die beim tanzenden Drehen der obersten Priesterin hochflog und alle verzauberte. Genau so wurden alle Anwesenden verzaubert von der Stimme, die sie zwar schon so oft gehört haben, doch die sie immer wieder in ihren Bann zog. Übertroffen wurde diese samtene Stimme nur noch vom Gesicht. Eingerahmt in ihre hellen braunen Haare sticht die süße Stupsnase heraus. Die Augen, die einen so sehr in den Bann ziehen und in denen man sich verlieren kann, strahlen in einem göttlichen Feuer. Während sie durch ihre Trauzeuginnen tanzte, wirkte sie selbst wie eine Göttin. Eine Göttin der Liebe, Schönheit und des Perfekten!

Far away from the land you knew
The dawn of day reaches out to you
Though it feels like a fairy tale
All of this is true

Run with me, have a look around
We build our life of a sacred ground
Come my love, our world's may part
We'll be safe and sound



Mit diesen Worten sang die wunderschöne Braut ihren Bräutigam herbei. Und da kam er, Prinz Kaspian aus Persani, das göttingegebene Ebenbild zu Oana. Seine braune Kurze Hose unterstrich die Bräune seiner Haut, die er oben ohne absolut präsentierte. Einziger Schmuck des Oberkörpers war eine Kette mit dem Baum des Lebens und dem Symbol der Gaia, genau so wie es seine Liebste um den Hals trug. Die Arme wurden von den, für Persani typischen, Armstulpen bedeckt.


Das dunkelbraune Haar hing in wilden Locken in sein Gesicht und hoben den verspielten Charakter des Staatschefs des Entwicklungslandes hervor, der sich in seinen klaren dunklen Augen widerspiegelte. Kaspians Füße waren genau so nackt wie die aller Anwesenden, um die Verbindung zur Erdenmutter nicht zu unterbrechen.

Das Lied endete mit einem leidenschaftlichen Kuss des Brautpaares, bei dem er sie eng an sich zog und sie mit all seiner wilden und unersättlichen Liebe küsste. Unter dem tosenden Beifall der Gäste wanden sich die beiden Liebenden der versammelten Gesellschaft zu.


Dann begann Oana, zu der versammelten Hochzeitsgemeinschaft zu sprechen:

"Liebe Gäste, ich möchte euch nun offiziell herzlich willkommen heißen zu unserer Hochzeitsfeier! Werter Scheich Amar, herzlich willkommen in unserem schönen Land! Es freut mich sehr, dass ihr euch heute alle die Zeit genommen habt, um mit uns gemeinsam diesen besonderen Tag zu feiern. Wie ihr seht, haben wir alles vorbereitet, damit wir heute gemeinsam ein paar schöne Stunden hier im Paradies verbringen können. Schließlich ist der Anlass auch ein wunderschöner!

Nun, ich weiß noch ganz genau, wie es anfing. Staatsbesuch in Persani, der Aufbau von politischen und diplomatischen Beziehungen sollte es werden. Wie ihr nun seht, wurde daraus ein wenig mehr... Als ich Kaspian zum ersten Mal persönlich gesehen hatte, war mir schon klar, dass das ein toller Typ ist - so im Sinne eines entschlossenen Staatsmanns mit Idealen. Doch als es dann nach dem offiziellen Teil zum Abendprogramm ging - Sightseeing, und dann ab durch die Kneipen - wurde mir schnell klar, dass er nicht nur als Staatsmann eine tolle Figur macht. Ich fühlte mich zu ihm hingezogen, deutlich mehr, als es zwischen befreundeten Staatschefs üblich ist. Spätestens beim ersten Kuss war es dann endgültig um meinen Verstand geschehen - und nein, das lag zumindest nicht nur am Alkohol. Ich war berauscht von etwas ganz anderem. Wie es dann weiterging an dem Abend, muss ich jetzt wohl nicht näher erläutern, ich denke, ihr verfügt da alle über ausreichend Phantasie.

Jedenfalls rief mich dann leider wieder die Pflicht, und ich musste zurück in die Heimat, alleine. Noch war unklar, ob das alles ein schönes Abenteuer war, oder mehr. Doch dann hat er mir geschrieben - aus der Verzweiflung heraus, denn sein Land steckte gerade im Bürgerkrieg. Doch da merkte ich: Ihm ist es ernst, und ja, ich wollte ihn auch unbedingt wiedersehen. Und so standen wir gemeinsam den Persanischen Bürgerkrieg durch, bis die Herrschaft von Miras beendet war. Noch nichts ahnend von der Katastrophe, die bald über die Welt heranbrechen würde...

Und dann kam die Katastrophe - nicht völlig überraschend bei der Weltlage, aber in ihrem Ausmaß doch schockierend. Ich begann, an der Menschheit und an der Welt zu zweifeln, fiel teilweise emotional in ein tiefes Loch. Als dann der Angriff gegen Paradise kam, dachte ich, dass alles vorbei ist... doch es gab einen, der mir in dieser Zeit immer wieder die Hoffnung zurückgab, der mir gezeigt hat, dass es auch noch Licht gibt auf dieser Welt. Ja, es ist der sympathische, gut aussehende Mann, der hier neben mir steht. Ihr glaubt gar nicht, wie glücklich ich war, als er mir schließlich die entscheidende Frage gestellt habt. Und ja, nun sind wir hier. Da uns beiden klar ist, dass wir einfach zusammengehören. Da wir uns gegenseitig so viel Kraft geben.

Im Moment genießen wir Frieden auf der Welt, doch leider weiß niemand, wie lange dieser noch halten wird. Doch was auch immer die Zukunft bringen wird: Wir sind heute hier, um ein Zeichen für die Liebe zu setzen - das Schönste, was es gibt auf dieser Welt. Mehr davon, und die Welt wäre ein besserer Ort. Und so wollen wir nun nicht länger warten, um unseren Bund der Ehe zu besiegeln."

Als wäre hinter dieser riesigen Eiche ein Portal gewesen, so trat eine weitere Person dahinter hervor. Auf dem langen hellen Haar war ein Geweih aufgesetzt, ebenso ein Geweih um den Hals. In dessen Mitte ein silbernes Symbol der Göttin.


Es war die Priesterin, die die Trauung vollziehen sollte. In ihrem eigenartigen Aussehen glich sie eher einer Schamanin als einer Priesterin, aber es war die zweite Priesterin des Landes hinter Oana. Eine ehrfürchtige Stille trat ein als die Gesellschaft sie sah. Sie erhob ihre Arme himmelwärts und im selben Moment sanken Oana, Kaspian und die Trauzeuginnen gen Boden auf die Knie, die Köpfe gesenkt. Die Priesterin sprach leise und dennoch erreichte jedes einzelne Wort ein jedes Gehör klar und deutlich.

Heilige Göttin Gaia
Schöpferin
von Anbeginn
Große Erdenmutter
verzeih uns Menschen
die Verletzungen
die wir brachten über dich
über deinen himmlischen Geist
über deinen göttlichen Erdenleib
über deine lebensspendenden Gewässer
über unser Heim
verzeih uns Menschen
die Wunden
die wir erbringen an deinen Leib
der unserer Wohnstatt ist

Allschaffende Allnährende
Große Mutter
Gottkönigin
begegne uns Menschen
mit deiner Gnade
mit deiner Güte
mit deinem Segen

Verschone uns
vor der zerstörenden kraft deiner verborgenen Feuer
erwärme mit der Allmacht deines verborgenen Feuers
unsere Herzen
erhelle unsere Gedanken
mit deinem Geist
helfe uns deinen Leib zu heilen
der uns hervorbrachte,
der uns empfangen wird
helfe uns
dich
durch mich, durch uns
zu entfalten.

Heilige Göttin Gaia
Schöpferin
von Anbeginn
Große Erdenmutter
dein Wille geschehe!


In einer anmutigen Drehung, immer noch mit erhobenen Armen, endete sie ihr Gebet und blickte auf die beiden Liebenden hinunter, die noch immer auf den Knien den Blick senkten. Wie auf ein unsichtbares Zeichen erhoben sich Braut und Bräutigam und schauten sich tief in die Augen. Die Trauzeuginnen blieben noch am Boden. Es war zwar schon ein wunderschöner Sommertag im Paradies, doch in diesem Augenblick schien es so als würde die ganze Kraft der Sonne nur auf Kaspian und Oana strahlen. Mit einer einladenden Geste an alle Anwesende sprach die Priesterin: ,,Die große Erdenmutter befindet sich in diesem Augenblick bei uns und wohnt selbst dieser himmlischen Trauung bei. Ich darf einen jeden von euch den Segen Gaias aussprechen. Doch nun zu euch Zweien‘‘ sie widmete ihre volle Aufmerksamkeit den Verliebten. ,,Ihr steht heute, an diesem wunderschönen Tag vor mir. Um was Bittet ihr?‘‘ ,,Wir bitten die liebevolle Mutter uns durch dich zu vermählen‘‘ kommt die traditionelle Antwort einer paradiesischen Hochzeit von Oana und Kaspian wie aus einem Munde. ,,Und so möge es geschehen. Ich sehe eine wunderschöne Frau vor mir, ich sehe einen wunderschönen Mann vor mir. Ich sehe die Liebe zwischen euch…‘‘ Tatsächlich schienen Funken zu tanzen, wenn sich das Paar anschaut. Ein Knistern der Liebe lag jedes mal in der Luft und erfüllte den Raum zwischen ihnen mit Anziehung, Romantik und Liebe. ,,… und so verlangt es die Göttin von mir, bei dieser wie bei jeder anderen Hochzeit die in ihrem Namen stattfinden soll: Gibt es Einwände gegen diese Hochzeit? Der Bund für die Ewigkeit, der Seelenbund, wird nur seine Richtigkeit finden wenn keiner etwas schwerwiegendes gegen diese Verbindung vorbringen kann!‘‘ die Priesterin wartete mit anmutiger Mine und schien jeden der Anwesenden mit ihrem Blick durchschauen zu wollen. Doch niemand erhob einen Einwand. ,,So sei es, ich danke euch!‘‘ Sie wandte sich den noch immer knieenden Trauzeuginnen zu. ,,Vier Richtungen des Himmels, Vier Jahreszeiten, Vier Jahreskreisfeste, Vier Winde, Vier Mondphasen…. Alles was göttlich und gut ist sind vier. Und so knieen vor mir vier junge Frauen, die das Zeugnis dieses Seelenbundes allzeit ablegen sollen. Ihr sollt den Bund zwischen Oana und Kaspian in die Welt hinaustragen, ihr sollt ihn besingen in guten und bestärken in schlechten Zeiten. Ihr sollt ihn verteidigen gegen jedwede Neider. So frage ich euch, Trauzeuginnen: Wollt ihr diese ehrenvolle Bürde auf euch nehmen?‘‘ Auch die vier Damen antworteten wie mit einer einzigen Stimme: ,,Ja, das wollen wir tun!‘‘ ,,So erhebt euch und tragt dem Brautpaar eure Wünsche für diesen heiligen Seelenbund vor‘‘.

Zuerst erhob sich die blonde Geigenspielerin in ihrem lindgrünen Kleid. Sie trat an Kaspian heran und küsste dessen Wangen, während er gar etwas schüchtern wirkte. Anschließend hielt sie die Hände der Oana, die sie warm und kindlich angrinste. Auch jede Wange der Regentin von Paradise erhielt je einen Kuss. ,,Ich wünsche euch, dass ihr nie die Musik aus dem Leben verliert. Die Musik soll euch beiden in Harmonie und Einklang bringen. Und möget ihr noch so weit voneinander getrennt sein, eure Melodie wird immer in eurem Ohr spielen und ihr denkt an den Anderen, denn ihr seit Eins!‘‘ Die Lippen Oanas formten ein tonloses Danke und scheu lächelnd zog sich die erste Trauzeugin auf ihren Platz zurück.

Es folgte die persanische Zwillingsschwester in ihrem himmelsblauen Kleid. Auch sie war blond und strich sich eine goldene Strähne aus dem Gesicht als sie lächelnd auf ihren Prinzen und dessen sehr baldige Gemahlin hinzuging. Ihr Körper spiegelte ihre Herkunft aus Persani eindeutig wieder. Sie war, wie ihre Schwestern, kleiner und gedrungener vom Körperbau als die elfengleichen zarten Damen aus Paradise, doch waren sie nicht minder ansehnlich. Auch sie kam zuerst zu Kaspian, küsste links, küsste rechts, drehte sich zu Oana und kicherte verspielt als auch hier links und rechts geküsst wurde. Man sah ihr die Aufregung förmlich an. ,,Ich wünsche euch, dass eure Liebe genau so frei sein wird wie ein majestätischer Adler. Auf mächtigen Schwingen möge sie euch in neue Welten geleiten und mit den kräftigen Klauen eure Liebe vor jeder Gefahr beschützen. Seit frei und fliegt mit einander ohne euch einzuengen.‘‘ Sie drückte ihre Freundin Oana noch einmal bevor sie sich in die Reihe zurückbegab und ihrer Schwester den Platz überlies.

Das braune Haar war ein Spiegelbild der Wildheit und des Temperaments einer jeden persanischen Frau. Ebenso wie ihre Schwester war sie kleiner und weiblicher geformt. Auch sie küsste Beide bevor sie ihren Wunsch aussprach. ,,Ich wünsche euch, dass eure Liebe wie ein Kind für euch sein wird. Ihr habt die Verantwortung dafür und müsst auf sie aufpassen und sie pflegen. Liebe braucht was zu trinken, sonst verdorrt sie. Liebe benötigt Aufmerksamkeit, sonst geht sie ein. Liebe benötigt jeden Tag aufs neue Zuspruch und gute Worte. Wie ein Kind sollt ihr es hegen und pflegen, und dann wird auch im nächsten Leben eure Seelen einander wiederfinden.‘‘

Als letztes war es die schwarzhaarige Engelsgestalt, die beste Freundin seit Kindertagen Oanas, die sich zu den noch Verlobten gesellte. Auch sie küsste die Wangen, schloss aber Kaspian noch in ihre Arme und drückte diesen fest und innig. Bei ihrer besten Freundin war dies ein wenig anders. Zuerst wurde sie gedrückt und geknuddelt. Ein leises ,,Ich freu mich so für euch‘‘ gefolgt von einem ,,Danke‘‘ waren zu vernehmen. Die beste Freundin küsste ihre Staatschefin auf die Stirn und ihr standen die Tränen im dunklen Gesicht. ,,Oana, Kaspian, ich wünsche euch von ganzen Herzen die Liebe die ihr verdient zu haben. Ihr habt es wahrlich nicht einfach, jeder ein Regent eines Landes, dabei auch noch so weit auseinander. Ich wünsche euch ein klein wenig Normalität in euren aufregenden Leben in dieser turbulenten Welt. Ich wünsche euch so viel Zeit miteinander wie nur möglich. Ich wünsche euch das alles und noch viel mehr.‘‘ Sie strahlte vor Freude und ihr liefen die Freudentränen die Wange herunter.

,,Und so möge es die Göttin in Erfüllung gehen lassen‘‘ sprach wieder die Priesterin und lächelte selbst breit und freudig. ,,Es ist etwas Besonderes wenn wir einen Seelenbund eingehen. In dieser Ehe binden wir zwei Seelen aneinander, welche die Göttin bei ihrer Erschaffung schon füreinander vorgesehen hat, oder durch ein Ereignis aus einem früheren Leben aneinander gebunden wurden. Und so wünsche ich diesen beiden bezaubernden Liebenden, dass sich ihre Seelen in jedem Leben wieder und wieder finden werden.‘‘ Sie hielt ein rotes Band in die Lüfte.


,,Dieses Band ist Symbol für das Band welches ich euch um eure Seelen weben darf, welches schon die Göttin bei Erschaffung der Welt für euch bereit stellte.‘‘ Sie gebot Kaspian seine Hand auszustrecken und legte locker das schmale Tuch um dessen braungebranntes Handgelenk. Dann gebot sie auch Oana ihre Hand herzustrecken. Die Priesterin legte die Hand der Frau in die schützenden Hände des Mannes und band anschließend das Band auch um das zarte Handgelenk Oanas. ,,So bitte euch, sprecht selbst die Worte die das zauberhafte Band um die Seelen binden soll, als wären sie eines…‘‘ Und es war Oana, die glücklich und zufrieden lächelnd ihre wunderschöne Stimme erhob, die überall Gehör fand.

,, Mein liebster Kaspian, ich werde von nun an treu an deiner Seite stehen, egal was kommt. Wie auch immer es mit dieser Welt weitergehen wird, ich halte zu dir, so wie ich es bisher auch getan habe.
Wenn du glücklich bist, werde ich mit dir lachen und mich freuen - wenn dich der Kummer quält, werde ich dir zuhören und dich wieder aufbauen. Und ich werde mir alle Mühe geben, dass Ersteres deutlich häufiger der Fall sein wird!
Wenn du dies auch wünschst, dann werde ich mit dir eine Familie gründen. Und ich werde für unsere Kinder eine fürsorgliche und liebende Mutter sein. Ich werde immer für sie da sein und sie so gut wie möglich auf die Zukunft vorbereiten, auf dass sie selbst eine Hoffnung für die Zukunft werden sollen. Gaia wird mir dafür die nötige Kraft und Weisheit geben.
Mir ist bewusst, dass wir getrennte Staaten regieren, die vielleicht außenpolitisch nicht immer den gleichen Weg gehen werden - allerdings werde ich mögliche politische Differenzen aus unserer Beziehung heraushalten, denn sie haben dort nichts verloren. Vielmehr soll uns eine glückliche Beziehung die Kraft geben, um mögliche politische Schwierigkeiten zu meistern.
Vor allem aber verspreche ich dir hiermit, dass ich immer offen und ehrlich dir gegenüber sein werde. Auf mein Wort kannst du dich verlassen, denn ich werde dich nie belügen oder hintergehen.
Ich empfinde so viel Liebe für dich, und das werde ich dich auch auf jegliche erdenkliche Weise spüren lassen, darauf kannst du dich verlassen!‘‘

,,Meine geliebte Oana, mein hellster Stern am dunklen Nachthimmel, du führst mich durch dunkle Zeiten und strahlst heller als jedes andere Wesen in dieser Welt! Deswegen habe ich etwas vorbereitet‘‘ Kaspian blickt in die Zuschauerrunde und gibt ein kaum merkbares Zeichen.


Amar erhob sich von seinem Platz, unter seiner Bank zog er eine Gitarre hervor, die mit seinem Jackett bedeckt war. Der Prinz grinste seinen besten Freund an und blickte ebenso grinsend in das fragende und erwartungsvolle Gesicht seiner noch Verlobten. Der Scheich ist auf dem Weg zu dem Brautpaar und hängt sich im Gehen seine Gitarre um. Kaspian fokussiert die wunderschönen Augen seiner Geliebten Oana, dann beginnt Scheich Amar mit dem Gitarrenspiel. Nach einer kurzen Unendlichkeit erhebt dann der Bräutigam seine warme, volle Stimme.



Weil Du stolz bist, wenn Du weinst,
und Dich trotzdem zu mir lehnst, will ich Dich
Weil mir warm wird, wenn Du lachst,
und ein’ Herbst zum Sommer machst, will ich Dich.
Weil ein bisschen Glück für Dich noch lang nicht reicht,
weil du bei mir bleibst, wenn der beste Freund sich schleicht.


Weil du ‘n Herz hast wie ein Bergwerk,
weil du ‘n Wahnsinn bist für mich, steh' ich auf Dich.
Weil ich mit Dir alt werd'n kann,
weil wir ewig Kinder sind, brauch ich Dich.
Weil du das Brennen in mir fühlst,
und mich nie besitzen willst, brauch ich Dich.

Weil du den Grund, warum du bei mir bist, genau noch weißt,
weil du einfach ‘n Narren an mir gefressen hast,
weil ich nur bei Dir daheim bin,
weil du ‘n Wahnsinn bist für mich, steh' ich auf Dich.

Weil ein bisschen Glück für Dich noch lang nicht reicht,
weil du bei mir bleibst, wenn der beste Freund sich schleicht.
Weil du ‘n Herz hast wie ein Bergwerk,
weil du ‘n Wahnsinn bist für mich, steh' ich auf Dich.
Weil du ‘n Herz hast wie ein Bergwerk,
weil du ‘n Wahnsinn bist für mich, steh' ich auf Dich.


Während des letzten Refrains hatte sich Kaspian auf die Knie begeben und er schaute von unten in das wunderschöne, von der Göttin selbst gemalte Gesicht. War das eine Träne in den Augen Oanas? Es war auf jeden Fall eine Träne auf der Wange des Prinzen. Ebenso auf dem Gesicht des sonst so harten Gitarrenspielers. Kaspian erhob sich um seinen besten Freund in die Arme zu schließen. Ein wortloses, anerkennendes Danke, dass jeder der Beiden verstand. So drehte sich der Prinz zu seiner Geliebten wieder zu und begann mit belegter Stimme zu sprechen, was sich aber nach einem kurzen räuspern wieder legte

,,Ich hoffe es hat dir gefallen, mein Schatz. Ich liebe dich über alles! Ich hoffe das konnte ich dir und allen hier rüberbringen! Aus all diesen Gründen, möchte ich dir ewige treue schwören. Eine Treue, die meine Seele auch noch nach dem Tode an dich bindet und mich immer ein Teil von dir sein lässt. Ich werde immer zwischen dir und jeder Gefahr stehen, die dich und dein gesamtes wundervolles Land bedrohen. Immer werde ich da sein, wenn du mich brauchst. Nichts kann wichtiger sein als wenn du mich brauchst. Ich möchte mit dir zusammen alt werden, unsere Kinder und Enkel spielen sehen, während wir irgendwann ein normales Leben führen dürfen, zusammen. Oana, du bist die Liebe meines Lebens!‘‘


Er zog an der zusammengebundenen Hand seine Oana zu sich her und küsste sie liebevoll. Die Priesterin räusperte sich und Kaspian grinste diese an wie ein kleines Kind, das gerade Bonbons klaute. ,,Der Punkt kommt erst noch‘‘ sprach die Priesterin ebenfalls grinsend und das Publikum lachte. ,,So habt ihr euch euer Band selbst um eure Seelen gelegt. Dort liegt es nun für die Ewigkeit.‘‘ die Vertreterin der Gaia legte ihre Hände auf die beiden verbundenen Hände des Brautpaares und sprach, ,,Gaia, unser aller liebevolle Mutter. Es wurden Wünsche geäußert, es wurden Versprechen gemacht. Diese Versprechen sollen für die Ewigkeit gelten. Mit jedem Tod führst du uns in deinen Schoß zurück um uns wieder in ein neues Leben zu geben. Binde das noch lockere Band eng um die Seelen dieser beiden Liebenden. Auf das sie sich in jedem Leben wiederfinden, solange es in deinem Sinne ist! Liebevolle Mutter, halte deine schützende Hand über deine Priesterin und ihren Prinzen, auf dass sie Trauer, Leid und Kummer nicht erfahren. Schenk ihnen deine Weisheit in ihrer Liebe um sich gegenseitig zu verstehen und ein langes Leben lang miteinander auskommen zu können!‘‘ Fast schien es so als würde das rote Band weiß leuchten, doch in diesem Augenblick wo man es dachte war es auch schon wieder vorbei… ,,Kaspian?‘‘ die Priesterin grinste breit und schelmisch. Der Angesprochene legte seinen Kopf schief und sagte nichts. ,,JETZT Darfst du deine Frau küssen!‘‘ Das Lachen der Gäste ging nahtlos über zu tosendem Beifall als sich Oana und Kaspian leidenschaftlich in die Arme fielen und sich ungestört der Zuschauer küssten. Irgendwann war es Oana die im Kuss anfing zu lachen und damit den Kuss beendete. ,,Und nun, ihr wunderschönes Paar!‘‘ erhob die Priesterin ihre Stimme erneut ,,seit ihr Mann und Frau unter Gaias Segen. Meinen herzlichsten Glückwunsch dazu‘‘.
Die frisch Vermählten standen noch immer vor der Priesterin, vor der großen Eiche. Die Lippen versiegelten einander, beide Augenpaare fest geschlossen, um den tiefen Zauber des Augenblickes nicht zu zerstören. Langsam, ganz langsam lösten sich die Verliebten voneinander und grinsten sich stumm und zufrieden an. Noch immer waren ihre Hände mit dem symbolischen Band der Liebe verbunden, so wie ihr Leben und ihre Schicksale miteinander verbunden sind. Sie drehten sich zur applaudierenden Gesellschaft um und waren überwältigt von dem Beifall, der ihnen Beiden zuteilwurde. Kaspian konnte sich noch haargenau an die ersten Begegnungen mit ihrer Familie erinnern. Liebevoll und warm wurde er empfangen und aufgenommen. Niemand störte sich daran, dass er von einem anderen Kontinent stammt. Er war Teil der Familie, seit anfang an. Und nun wird er es sein ganzes Leben lang sein. Teil der Familie, Teil dieser wunderbaren Frau.
Der Prinz wurde aus seinen Gedanken gerissen, als drei Männer und drei Frauen in langen schwarzen Roben am Rande der Zeremonie auftauchen und anfangen zu singen.


Er schaute verwundert von den Sängern zu seiner Oana, welche kindlich grinste und wirklich gerührt schein. Wer mochte es ihr verdenken?! Es ist ihr absolutes Lieblingslied. Und so war es nur standesgemäß ihre beiden Hände fest zu umschließen. ,,Darf ich um diesen Tanz bitten, meine wunderschöne Braut?‘‘ waren seine Worte an sie. ,,Nun, ich schätze irgendwann muss es wohl so sein, den Tanz zu eröffnen?‘‘ spielte sie schelmisch grinsend auf seine ungehobelten Tanzkünste an. Wenn sie gewusst hätte…

Die Musik drang einem tief in die Seele ein, erfüllte den kompletten Körper damit, mit dem Rhythmus. Als sich das Brautpaar etwas mehr zur Tanzfläche, die freie Wiese zur rechten des Trauungsbaumes, begaben schien es so als würde die Welt um sie herum etwas verblassen und nur sie alleine würden strahlend wie tausend Sonnen. Die Magie, die die beiden umgab war zu sehen, zu hören und zu greifen. Und so tanzten sie los.

Dori me
Interimo adapare
Dori me
Ameno Ameno
Latire
Latiremo
Dori me


Der Prinz ergriff seine Priesterin bestimmt und sanft, richtete sich kerzengerade hin und drohte schon wieder in der unendlichen Schönheit ihrer Augen zu versinken. Doch er sammelte seine Konzentration und mit den ersten Tönen führte er sie. Ein leichter Grundschritt, seine freie Hand an ihrer Hüfte, die verbundenen Hände eng umschlungen. So tanzten sie einmal einen Kreis aus leicht federnden Schritten. Zwischendurch erhob er einmal seine Hand in die Luft, ihre festhaltend, und drehte sie einmal um die eigene Achse. Es entlockte Oana einen erschrockenen, freudigen Schrei.

Ameno
Omenare imperavi ameno
Dimere Dimere
Matiro
Matiremo
Ameno


Kaspian zog sich seine Oana fest an sich heran. Sie spürten gegenseitig den warmen Atem des Anderen auf ihren Wangen. Er hielt sie fest in den Händen, als sie ihren Oberkörper von ihm wegbog und sich im Rhythmus des Gesanges lasziv drehte. Der Oberkörper samt Kopf bildeten einen perfekten Kreis. Sekunden verharrte sie aufrecht als der Kreis gezogen war. Blickte in seine Augen, die genau so stark schienen wie die Arme, die sie hielten. Und den selben perfekt runden Kreis zog sie erneut, diesmal in die entgegen gesetzte Richtung, bis sie wieder aufrecht bei ihrem Liebsten stand.

Omenare imperavi emulari
Ameno
Omenare imperavi emulari
Ameno


Sie schauten sich tief und spielerisch in die Augen. Kaspian bewegte seine rechte Schulter nach vorne und beugte sich vor, so dass seine Oana weit nach hinten beugen musste, so weit bis Oana die Führung übernahm und sich wieder hochdrückte. ,,Ameno‘‘ Im gleichen Rhythmus drückte nun sie ihn nach hinten, dass er fast umfiel. Sie küsste ihn kurz vorher und sie kamen wieder nach oben. ,,Ameno‘‘ Ruckartig riss er die Hände hoch, hob sie vor seine Brust und sie legte ihre Hände in die seinen.

Ameno
Ameno dore
Ameno dori me
Ameno dori me
Ameno dom
Dori me reo
Ameno dori me
Ameno dori me
Dori me am


In dieser aufrechten, geraden Grundstellung, die Hände auf Brusthöhe ineinander verworren, immer noch das rote Band herumgewickelt, wurde es schneller im Takt und Tanz. Im schnellen Rhythmus und genau so schneller Schrittfolge ging es zuerst für den Prinzen einen Schritt vor, gekontert vom gleichzeitigen Schritt zurück von Oana. Dann zwei Schritte für Oana vor und Kaspian wich gleich zurück. Anschließend drei für den Prinzen vor. Danach vier für die Priesterin. Als der Beat richtig einsetzte, nahm der Prinz seine Oana und wirbelte sie in einer Pirouette an seine Seite, dass beide in die selbe Richtung schauten.

Ameno
Ameno
Ameno
Omenare imperavi ameno
Dimere dimere matiro
Matiremo
Ameno


Der Prinz wirbelte seine Frau um die eigene Achse. Der umwickelte Arm in die Höhe gehoben. Das Kleid hob sich leicht und bildete einen tanzenden Kreis. Lachend drehte sie sich bis ihr schwindelig wurde. Das rote Band löste sich und flog gen Himmel, wo es dann wie eine Feder zu Boden tanzte. Gerade in dem Moment als Oana drohte aus dem Takt zu geraten, hielt Kaspian das Drehen an. Sie taumelte leicht, doch ihr Mann fing sie mit starken Armen auf und hob sie in die Luft. Instinktiv bewahrte die zierliche Frau Körperspannung und lies sich wunderbar in der Schwebefigur halten. Sie breitete die Arme aus als würde sie fliegen und grinste und lachte ausgelassen dabei. Wilder Beifall brach unter der feierlichen Gesellschaft aus.

Omenare imperavi emulari
Ameno
Omenare imperavi emulari


Kerzengerade stellte er seine wortwörtlich unter Spannung stehende Liebste wieder auf die Beine, nur um sie im nächsten Moment wieder nach hinten zu knicken. Doch nicht wie zuvor. Kaspian blieb genau so im festen Stand stehen. Oana hingegen knickte schon in den Knien nach hinten ab, bildete über die Hüfte, den Rücken und den Kopf eine perfekte Brücke, bis sie schließlich mit dem ausgestreckten Arm den Boden unter oder je nach perspektive über ihrem Kopf berühren konnte. Dabei wurde sie die ganze Zeit von Kaspians starken Händen am freien Arm gehalten, welche er nun dazu nutzte sie langsam und kontrolliert wieder nach oben zu ziehen.

Ameno
Ameno dore
Ameno dori me
Ameno dori me
Ameno dom
Dori me reo
Ameno dori me
Ameno dori me
Dori me am
Ameno
Ameno
Ameno…


Den Rest des wunderbaren Liedes tanzten sie eng aneinander in schwungvollen Schrittfolgen. Aus dem Lauf heraus hob er sie kurz in die Lüfte, so dass die etwas kleinere Oana mit ihm auf Augenhöhe war. Immer wieder flogen die Füße und die Priesterin abwechselnd über den Rasen, sie drehten sich und genossen den schnellen, intensiven Tanz. Als die Musik verklang lagen sie sich in den Armen und küssten sich leidenschaftlich. Unter dem tosenden Jubel der Gäste verstanden sie kurzzeitig ihr eigenes Wort nicht mehr, doch Kaspian konnte das ,,Ich liebe dich‘‘ von ihren Lippen ablesen. Er hoffte sie konnte sein ,,Ich liebe dich auch‘‘ ebenfalls lesen. Hören konnte man es definitiv nicht
Noch immer überwältigt von diesem Tanz, von diesem grandiosen Tag und dieser unvergesslichen Hochzeit waren beide zudem auch noch total außer Puste. Doch zumindest für die Braut gab es in diesem Moment kein Pardon! Höfflich aber bestimmt wurde dem Prinzen auf die Schulter getippt. Als sich der Bräutigam umdrehte, war es der Brautvater, der seinen Tanz einforderte. ,,Einen letzten Tanz für den Vater, bevor er seine Prinzessin ziehen lassen muss!‘‘ Während Kaspian nickte und selbstverständlich zur Seite trat, lief Oana eine rote Farbe über Wangen und Ohren. ,,Papa!‘‘ protestierte sie, ,,Ich bin keine vier mehr! Ich bin schon lange aus dem Prinzessinnenalter raus und regiere nun schon seit Jahren selbstständig dieses Land!‘‘ ,,Das weiß ich doch, und ich bin deswegen auch unglaublich stolz auf dich! Du hast in deinem Leben schon so viele Dinge, darunter auch sehr schwierige, gemeistert, dass ich keinesfalls an deiner Reife zweifle. Und trotzdem, oder vielleicht gerade auch deshalb, wirst du auf Ewig meine Prinzessin sein!‘‘ kam die sture, lächelnde Antwort. Zu den Sängern von eben gesellten sich noch einige Musikinstrumente und die Band legte mit den ersten Tönen los.


,,Oana, darf ich um diesen Tanz bitten?‘‘ verbeugte sich der Herr Papa vor seiner Tochter, nahm sie bei der Hand, zog sie her zu sich, streckte ein Armpaar aus, das andere hielt jeweils den Partner. In federnden Sprüngen wird die komplette Tanzfläche ausgenutzt, beim wiederholen der Melodie wechselt die Richtung und es wurde in die andere Richtung der Tanzfläche gesprungen. Dies wiederholte sich unter dem taktvollen Klatschen der sehr amüsierten Gesellschaft ein paar Mal, bis beim wiederholten Neuanfang der recht einfach gestrickten, aber mitreißenden fröhlichen Melodie, angehalten wurde und der Vater seine Tochter im Kreise drehte, so dass gleich ihr Kleid hochwirbelt. Lachend wird sie von ihm wieder aufgefangen. Während Oana noch ihren Drehwurm auskuriert, grinsend und lachend in den Armen ihres Vaters, wechselt das Lied.


In einem schönen, langsamen, klassischen Tanz führte der Vater seine Prinzessin zu der ruhigen Melodie und genoss es sichtlich. Dieser Moment, dieser Tanz gehörte nur ihnen Beiden. Die Regentin legte ihren Kopf auf die Schulter ihres Vaters und fühlte sich so geborgen wie als kleines Kind. Oana dachte an die Zeit, in der sie noch so weit weg waren von Staatsgeschäften und Regierungsangelegenheiten. Wo sie ihr Papa immer zum Lachen brachte, sie mitnahm zum Camping und Wandern in der wunderschönen Natur ihres Landes, sie tröstete wenn sie sich verletzte und wie er immer eine Tube Zaubercreme dabei hatte, die die Schmerzen sofort verschwinden ließ. Als sie heranwuchs und sich mehr und mehr dem Erwachsenenalter näherte, wurden diese Momente immer seltener - erst recht, als sie dann erwachsen war und die Regierungsverantwortung in ihrem Land übernahm - aber es waren so wertvolle Zeiten zusammen. Die Füße bewegten sich von ganz alleine zu der Musik. Irgendwann endet ein jeder schöne Moment, so endete auch dieser auf dem Höhepunkt der Verbundenheit. Der ältere Herr strich seiner Tochter über das Gesicht, wischte die Haare aus dem Sichtfeld der Augen raus und küsste die Wange seiner Tochter. ,,Ich wünsche euch Beiden alles Glück dieser Welt. Und du weißt, auf uns als deine Eltern wirst du immer zählen können, und sollte es nur für ein Ohr zum Zuhören oder eine Schulter zum Anlehnen sein.‘‘

Nun war es an Kaspian seiner frisch angetrauten Frau eine Ruhepause zu gönnen. Während sich Oana noch immer in Papas Armen befand, so war er es der mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht von der Band kam, mit der er etwas beredete und nun Kurs auf die Brautmutter nahm. Diese stand in der Hochzeitsgesellschaft und war ganz überrascht, als der Schwiegersohn vor ihr stand und einen Handkuss auf den andrücken der Schwiegermama hauchte. ,,Werte Frau Mama. Nachdem ich erfolgreich um die Hand Ihrer Tochter anhielt und diese nun an meine Seite nahm um zusammen eine Familie zu sein, so möchte ich Euch nun um diesen Tanz bitten!‘‘ All dies sprach er in einer Verbeugung und richtete sich erst zum Ende auf, als die Mutter seiner Liebsten lachend zustimmte. Auf sein Zeichen hin begann die Band ein neues Lied.


Um dem Vater und der Braut in nix nachzustehen, so hatte Kaspian dafür gesorgt das es nun auch etwas schwungvoller zugeht. Mit einem lauten

Yabadabaduh


Hob er seine Schwiegermutter in die Lüfte, aus der Menge heraus und zu sich auf die Tanzfläche. Das kleine zierliche Wesen musste Oana eindeutig von ihrem Vater geerbt haben, ihre Mutter hatte es auf jeden Fall noch! Locker und behutsam setzte er sie vor sich ab, griff ihre Hände um ihr einen festen Stand zu bieten, während mit den Füßen ausgiebig getanzt wurde. Während des beginnenden Viertakters hüpfte das Tanzpaar mit einem ausgestreckten Bein auf die gegenüberliegende freie Seite des anderen, wieder zurück in Grundposition, das ausgestreckte Bein zur anderen Seite und im letzten Takt wieder zurück in Ausgangsstellung. Der schnelle Achter-Takt wurde dazu genutzt um ausgelassen auf der Stelle zu hüpfen, mit dem Oberkörper mit zu wackeln und abwechselnd von einem auf das andere Bein zu springen. Als die Melodie sich wiederholte, taten sie genau das selbe und grinsten dabei fröhlich bis über beide Ohren. Dies war ein Tag zum Feiern, und genau dies machten sie auch. Als sich dann die Melodie zum dritten Mal wiederholte, war beim Vierertakt noch genau das gleiche. Doch als dann die Melodie endlich wechselte legten sie sich die Hände um die Schultern und hüpften zu einer geraden Linie, so dass Schwiegersohn und Mutter zur Hochzeitsgesellschaft schauten. Ein, zwei Hüpfer zurück, so dass beim nächsten Tanzmuster niemand einen Tritt in das Gesicht bekam. Als die Musik dann in den Cancan wechselte, legten sie einen ganz klassischen Tanz dazu hin. Im Gleichtakt zueinander und perfekter Harmonie zur Musik wurde abwechselnd das eine Bein mit dem Knie zur Brust gezogen, abgestellt und dann das ausgesteckte Bein nach oben geworfen. Man mochte es kaum glauben, bei der Mutter der Priesterin sah es aus als würde sie nie etwas anderes machen und sogar bei Kaspian sah es einigermaßen elegant aus. Selbst wenn beiden die Schweißperlen auf der Stirn standen, so hatten sie doch sehr viel Spaß, was man von ihren Gesichtern ablesen konnte. Die ganze Gesellschaft, inklusive Braut und Brautvater klatschten mit und feuerten sie an. Nach einer gefühlten Unendlichkeit hörte der Cancan dann schlussendlich auf und eine etwas außer Puste geratene Schwiegermutter nahm den Bräutigam in die Arme, um ihn zu drücken.


Die Band beginnt erneut zu spielen, diesmal eine langsamere Melodie. Ein Walzer Rhythmus. Der Prinz blickte der Mutter seiner Geliebten in die Augen, diese nickte zustimmend. Den Tanz begannen die Beiden mit einer Drehung der Dame um die eigene Achse. Gemütlich und sanft glitten die Zwei über die Wiese. Hin und da wurde abrupt gestoppt, der Herr lehnt die Dame ins Hohlkreuz, hielt sie feste, so dass sie eine schöne Figur machen konnte. Einmal streckte sie sich gerade in die waagrechte, einen Arm mit ausgestreckt und schaute anmutig dabei. Ein anderes Mal hob sie dabei ihr Bein angewinkelt in die Luft. Und immer wieder holte sich Kaspian seine Tanzpartnerin mit einer Drehung zu ihm zurück, bevor es dann im Walzerschritt weiter über die Wiese ging. Das Lied endete und doch vergönnte es beiden keine Verschnaufpause


Das Brautpaar, beide bei dem andersgeschlechtlichen Gegenpart der Brauteltern, nickte sich gegenseitig zu und passend zu den neuen Klängen der Band begann die Gesellschaft, welche noch immer staunend im Halbkreis stand, im Takt zu schnipsen. Mit dem einsetzen des Saxophones liefen sich Oana und Kaspian entgegen. Aber nicht irgendwie. Im Rhythmus der Musik und des Schnipsens bewegten sie sehr übertrieben die Arme in einer diagonalen Bewegung um ihren hüftschwingenden Körper herum. Als sich die frisch Vermählten in der Mitte trafen, legten sie die erhobenen Hände aufeinander, drehten sich um sich selbst um 180° um dann rückwärts voneinander sich weg zu bewegen. Als Oana dann bei ihrer Mutter ankam fiel sie dieser lachend und freudig um den Hals. Der Brautvater hingegen stoppte Kaspian mit einer übertriebenen Stop-Geste. Und als der Prinz wie vom Blitz getroffen in seiner Bewegung innehielt, legte der Herr Schwiegerpapa einen Moonwalk zu seinen beiden Damen hin, der an Perfektion nicht zu überbieten war. Dann ergriff die Braut die Aktive und schwang ein unsichtbares Lasso nach Kaspian, welches ihn seiner Körpersprache nach zu urteilen auf anhieb traf und fesselte. Die Melodie wiederholte sich, der Part vom Anfang kam wieder und sofort begangen alle Anwesenden, bis auf Oana und Kaspian, zu schnipsen. Oana war damit beschäftigt sich ihren Kaspian herzuziehen, der hilflos mitzulaufen schien. Bei Braut und Brauteltern angekommen verneigte sich der Prinz höflich und die Musik endete.

,,Kaspian…‘‘ begann der Vater der Braut und legte seine Hand auf die Schulter des neuen Schwiegersohnes ,,…meine Frau und ich, wir könnten uns niemand besseres vorstellen für unsere Prinzessin‘‘ Oana räusperte sich ,,Oh… pardon… Für unsere Oana, wie dich! So möchten wir sie dir anvertrauen und dir in deine Obhut geben. Passe allzeit gut auf sie auf. Du erhältst unser teuerstes Juwel. Mein kleines Mädchen ist zwar schon lange erwachsen und selbstständig, doch ich freue mich so sehr, dass sie nun jemanden hat, der stark an ihrer Seite steht, wie wir es als ihre Eltern immer getan haben. Ich freue mich über den Sohn, der mir somit gegeben wird!‘‘ Kaspians Augen sind nass und eigentlich wollte er jetzt was sagen. Doch er konnte nicht. Als Sohn aufgenommen zu werden, an der Seite seiner Geliebten, in einer harmonischen warmherzigen Familie… Das Glück schien ihm ganz und gar hold. In aller Freundschaft umarmten sich die beiden Männer, klopften einander auf die Schultern unter dem wilden, frenetischen Applaus der Gesellschaft.
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