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Ausbeutung der Entwicklungsländer

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Malone
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Post: #1
Ausbeutung der Entwicklungsländer

Wenn ein handelsüblicher Linker gewohnheitsmäßig behauptet, dass der Westen die Entwicklungsländer nur ausbeute, dann frage man ihn, wie es denn dann dazu kommen könne, dass dort Automobile, Smartphones und Antibiotika zu einer erheblichen Verbesserung des Lebensstandards führen. Obwohl da niemand auch nur das Geringste zu der Entwicklung dieser Errungenschaften beigetragen hat. Nun, was wird dieser Linke wohl antworten?


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Laschet: "Das Land ist in einem schlechten Zustand!" Lanz: "Wer war denn sechzehn Jahre lang an der Macht?" Laschet: "Das hat doch damit nichts zu tun."

Autor der Blüte des Zweifels
24.09.2021 21:36
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Abnoba
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Post: #2
RE: Ausbeutung der Entwicklungsländer

Malone Wrote:
Wenn ein handelsüblicher Linker gewohnheitsmäßig behauptet, dass der Westen die Entwicklungsländer nur ausbeute, dann frage man ihn, wie es denn dann dazu kommen könne, dass dort Automobile, Smartphones und Antibiotika zu einer erheblichen Verbesserung des Lebensstandards führen. Obwohl da niemand auch nur das Geringste zu der Entwicklung dieser Errungenschaften beigetragen hat. Nun, was wird dieser Linke wohl antworten?


Ich verstehe was Du sagst, aber je länger ich darüber nachdenke, möchte ich dahingehend auch mal loswerden:

Die Frage die sich stellt, was ist ein Entwicklungsland? Und wenn ein Enticklungsland Innovation und Technologie hervor bringt, kann es ja schon kein Entwicklungsland mehr sein. Als Beispiel führe einfach mal China an. China galt noch bis in die 90er als Entwicklungsland. Damals als Entwicklungsländer noch als "Dritte Welt" bezeichnet wurden.
Heute würde niemand mehr auf den Gedanken kommen, China auf eine Ebene eines Entwicklungslandes zu stellen.
Smartphones, Automobile, Forschung und Innovation kommen mittlerweile auch aus China. Und offensichtlich trägt China was dazu bei.

Auch damals wurden westlichen Nationen - zumindest von links Intellektuelen - vorgeworfen die Menschen in China ausbeuten zu wollen. Offensichtlich führte diese "Ausbeutung" zu einem anderen Ergebnis.

Die Schuldfrage kann man sich eigentlich auch nicht mehr stellen. Ja es ist richtig, dass in den letzten 70 Jahren die Entwicklungshilfe aus den Westen nicht die gewünschte Entwicklung hatte die man sich erhofft hatte. Vermutlich spielten einzelne Interessen auch eine Übergeordnete Rolle. Aber dazu gehören nun mal auch mehr Faktoren. Es ist ein halt wirklich Vielschichtig. Da hast Du insofern Recht. Das eine pauschale Aussage einfach unzutreffend ist. Die Welt lässt sich leider nicht in kurzen Sätzen erklären. Es hilft auch nicht über die Vergangenheit lamentieren. Es ist vergangen. Wenn wir eins gelernt haben sollten, ist es das sinnlos Geld zu überweisen ebenso wenig bringt, wie einen langjährigen Militäreinsatz.


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Erich Kästner
25.09.2021 21:15
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Post: #3
RE: Ausbeutung der Entwicklungsländer

Ich habe auch nicht so viele Automobile in meinem Leben entwickelt... Also ich habe 0 dazu beigetragen.

Das mag eine Ausbeutung besser machen, aber denke, dass du an der Definition vorbei gehst. Wenn jemand für einen Hungerlohn Kakaobohnen farmt, wird diese Person kaum Autos kaufen können.
Und selbst wenn diese Person nun einen deutschen Mindestlohn bekommen würde, würden wir immer noch von unserer Forschung und Entwicklung profitieren, da wir etwas viel Höherwertiges tauschen könnten.

Und sicher spielt in der Argumentation auch eine Rolle, wie Entwicklungsländer keine eigenen Industrien aufbauen können wegen der Importe.

25.09.2021 21:57
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Globaltom
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Suedparadies
Post: #4
RE: Ausbeutung der Entwicklungsländer

Man muß ja auch zu sagen , das
1. für einen Linksaußen erstmal alles was nicht vergesellschaftet wird
Ausbeutung. Wenn es einen weißen Chef gibt der viel mehr verdient
als die kleinen Arbeiter wird das nie passen
2. Es gab immer extreme .
Etwa wennn in den Gold und Diamantminen in Afrika
die Arbeiter nur einen Bruchteil dessen bekamen und bekommen
was sie schürfen und nur träumen können ihr Produkt zu kaufen
während die Eigentümer Meega reich sind .
Fragwürdig.

Auch Gerüchte das etwa in Südafrika es zwar Impfstoff hergestellt
aber zum Großteil exportiert wird . Tagen sicher zu bei.


Briefwähler
26.09.2021 15:10
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REDSTERN
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Post: #5
RE: Ausbeutung der Entwicklungsländer

Quote:
dass der Westen die Entwicklungsländer nur ausbeute, dann frage man ihn, wie es denn dann dazu kommen könne, dass dort Automobile, Smartphones und Antibiotika zu einer erheblichen Verbesserung des Lebensstandards führen


Die eine Aussage hat mit der anderen doch gar nichts zu tun.

Stelle dir vor, Außerirdische kommen auf unseren Planeten und kaufen unsere Lebensmittel (vielleicht dient es als eine Spezialität auf einem galaktischen Bordell-Planeten) im Austausch gegen eine Technologie, die den Klimawandel umkehrt. Unter dem Strich mag es ja so sein, dass wir "eine erhebliche Verbesserung" erreichen, aber dennoch wird unsere Notsituation ausgenutzt, für einen Deal, den wir nie abschließen würden, wenn wir eine andere Wahl hätten. Ergo sind die Außerirdischen komplett für die Hungertoten verantwortlich (sie sind diejenigen, die es herbeiführen - nicht etwa wir, die genötigt sind zuzustimmen).

27.09.2021 13:44
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Malone
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Post: #6
RE: Ausbeutung der Entwicklungsländer

Ich habe dazu noch andernorts das Folgende geschrieben:

Die Rohstoffe tragen zur Produktion, aber kaum zur Entwicklung bei. Und zumindest einige Staaten wurden mehr als fürstlich entlohnt für ihre Rohstoffe - welche Rolle würden Kuwait oder Saudi-Arabien heute ohne ihr Öl spielen? Und wie gesagt, auch sonst läuft es sicher nicht auf völlige Ausbeutung hinaus, sonst wären ja die vom Westen entwickelten Produkte nicht auch reichlich in diesen Staaten vertreten.

Ich bestreite auch nicht, dass es Missstände gibt, die in erster Linie darauf beruhen, dass negative Seiteneffekte unzureichend internalisiert werden. Diese negative Rückkopplung durch eine höhere Instanz ist für das Funktionieren des Kapitalismus wesentlich, wie aber auch für jede andere Wirtschaftsform.

Was ich als sehr störend empfinde und bestenfalls als kurzsichtig anzusehen ist, ist die Verteufelung des Kapitalismus als Verursacher des Elends in der Welt bei völliger Ausblendung seiner Errungenschaften, die der gesamten Menschheit zugute kamen. Das beruht offenbar auf dem Unverständnis dafür, was den Kapitalismus ausmacht: die Akkumulation und Fortentwicklung des Kapitals zur Steigerung der Produktivität, die Voraussetzung von Wohlstand ist. Was durch freies Unternehmertum und Wettbewerb erheblich beschleunigt wird. Und Staaten, die sich dem Markt öffnen, können heute rasch aufschließen, was sich mit der Ausbeutungs- oder gar Unterdrückungsthese schlecht verträgt.

Ich habe durchaus Verständnis für die Entwicklung von Sozialismus und Kommunismus, denn gerade in der Anfangszeit schienen die Missstände des Kapitalismus die Vorzüge zu überwiegen. Nun aber hat die Installation des Sündenbocks Kapitalismus eher psychologische und soziologische Gründe: Man will sich moralisch erheben. Und ich finde es ziemlich mies, sich deswegen sämtlichen Argumenten und Fakten, die für den Kapitalismus sprechen, bewusst zu verschließen. Zumindest wenn man intellektuell über die grundsätzliche Fähigkeit verfügt, sie zu erkennen und anzuerkennen.

Im Anhang ein Beispiel für eine Entwicklung, die gerade im Zusammenspiel mit der Bevölkerungsexplosion ohne den Kapitalismus sicher nicht denkbar wäre.

   


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Autor der Blüte des Zweifels
27.09.2021 18:53
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REDSTERN
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Post: #7
RE: Ausbeutung der Entwicklungsländer

Quote:
Was ich als sehr störend empfinde und bestenfalls als kurzsichtig anzusehen ist, ist die Verteufelung des Kapitalismus als Verursacher des Elends in der Welt bei völliger Ausblendung seiner Errungenschaften, die der gesamten Menschheit zugute kamen. Das beruht offenbar auf dem Unverständnis dafür, was den Kapitalismus ausmacht: die Akkumulation und Fortentwicklung des Kapitals zur Steigerung der Produktivität, die Voraussetzung von Wohlstand ist. Was durch freies Unternehmertum und Wettbewerb erheblich beschleunigt wird.

Das könnte von Marx stammen.

Quote:
Und Staaten, die sich dem Markt öffnen, können heute rasch aufschließen, was sich mit der Ausbeutungs- oder gar Unterdrückungsthese schlecht verträgt.

Auch das sind wieder zwei völlig verschiedene Fragen. Selbst wenn die Aussage richtig wäre (was sie nicht ist), dann wäre so eine Art von erpresstem Aufstieg ja immer noch Ausbeutung. Du kannst von mir aus jetzt argumentieren, dass Ausbeutung ja nicht so schlecht sei und es vielleicht wichtigeres gäbe als Gerechtigkeit und Fairness, aber das ist halt eine völlig andere Frage.

Quote:
Ich habe durchaus Verständnis für die Entwicklung von Sozialismus und Kommunismus, denn gerade in der Anfangszeit schienen die Missstände des Kapitalismus die Vorzüge zu überwiegen. Nun aber hat die Installation des Sündenbocks Kapitalismus eher psychologische und soziologische Gründe: Man will sich moralisch erheben. Und ich finde es ziemlich mies, sich deswegen sämtlichen Argumenten und Fakten, die für den Kapitalismus sprechen, bewusst zu verschließen. Zumindest wenn man intellektuell über die grundsätzliche Fähigkeit verfügt, sie zu erkennen und anzuerkennen.

Wir sollten immer richtig handeln, ergo sollten wir auch nur an einem Wirtschaftssystem teilnehmen, in dem wir immer richtig handeln können. Was hat das mit Psychologie zu tun? (Siehe auch der andere Thread.)

27.09.2021 23:39
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Globaltom
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Suedparadies
Post: #8
RE: Ausbeutung der Entwicklungsländer

Malone Wrote:
Ich habe dazu noch andernorts das Folgende geschrieben:

Die Rohstoffe tragen zur Produktion, aber kaum zur Entwicklung bei. Und zumindest einige Staaten wurden mehr als fürstlich entlohnt für ihre Rohstoffe - welche Rolle würden Kuwait oder Saudi-Arabien heute ohne ihr Öl spielen? Und wie gesagt, auch sonst läuft es sicher nicht auf völlige Ausbeutung hinaus, sonst wären ja die vom Westen entwickelten Produkte nicht auch reichlich in diesen Staaten vertreten.

Länder wie Kuwait oder Brunai sind da schwierig , da hier der Ertrag pro
Einwohner überdurchschnittlich ist. . Andererseits haben auch viele
Ölländer wie Iran , Libyen oder Venezuela Staatliche Ölkonzerne
geschaffen um mehr Einnahmen im Land zu halten und nicht
an Konzerne in Dallas oder London zu verlieren .
länder wie Nigeria gelten da durchaus als ausgebeutet.

Quote:
Was ich als sehr störend empfinde und bestenfalls als kurzsichtig anzusehen ist, ist die Verteufelung des Kapitalismus als Verursacher des Elends in der Welt bei völliger Ausblendung seiner Errungenschaften, die der gesamten Menschheit zugute kamen. Das beruht offenbar auf dem Unverständnis dafür, was den Kapitalismus ausmacht: die Akkumulation und Fortentwicklung des Kapitals zur Steigerung der Produktivität, die Voraussetzung von Wohlstand ist. Was durch freies Unternehmertum und Wettbewerb erheblich beschleunigt wird. Und Staaten, die sich dem Markt öffnen, können heute rasch aufschließen, was sich mit der Ausbeutungs- oder gar Unterdrückungsthese schlecht verträgt.

Sicher ein problem . So wie viele rechte die Schuld dem Kommunismus
zuschieben , obwohl er so nie existiert hatte,
verurteilen Linke alles als Kapitalistisch .
Selbst wenn in wirklichkeit Cleptokratie , Oligarchie oder
Nepotismus herrschen.
Wenn Naturkatastrophen , Kriege oder schlicht schlechte
Voraussetzungen vorliegen ( etwa Wüste) .
dann soll immer entweder kapitalismus oder Kommunismus Schuld sein bored


Briefwähler

This post was last modified: 28.09.2021 15:44 by Globaltom.

28.09.2021 15:44
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