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Bilderberger Bar

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Post: #61
RE: Bilderberger Bar

Datum: 03. Juni 2035
Ort: Irgendwo in Fernost


Mann im Anzug: "在最后的日子里,中国和西藏的所有市长城市都发生了大规 的抗议活动。部分当地警察和驻军叛逃到抗议者。我们也失 了对首都的控制权。似乎军队的几个单位不再回应我们的指 示。

Zài zuìhòu de rìzi lǐ, zhōngguó hé xīzàng de suǒyǒu shì cháng chéngshì dōu fāshēngle dà guīmó de kàngyì huódòng. Bùfèn dāngdì jǐngchá hé zhùjūn pàntáo dào kàngyì zhě. Wǒmen yě shīqùle duì shǒudū de kòngzhì quán. Sìhū jūnduì de jǐ gè dānwèi bù zài huíyīng wǒmen de zhǐshì."

"In the last days, massive protests have risen up all mayor cities in Shenzhou and Tibit. Parts of the local police and garrison defected to the protesters. We are loosing control of the capital too. It also seems that several units of the military do not Respond to our instructions any more."


President Xu: "所有部队都必须立即从波兰撤退。我们现在必须捍卫共产党 我们的家园。与此同时,我们应该撤退到CPIM避难所并会见金 正荣总统。

Suǒyǒu bùduì dōu bìxū lìjí cóng bōlán chètuì. Wǒmen xiànzài bìxū hànwèi gòngchǎndǎng hé wǒmen de jiāyuán. Yǔ cǐ tóngshí, wǒmen yīnggāi chètuì dào CPIM bìnàn suǒ bìng huìjiàn jīnzhèng róng zǒngtǒng."

"All forces have to retreat from Polandia right away. We have to defend the communist party and our homeland now. Meanwhile, we should retreat to the CPIM shelter and meet President Kim Jong Boom."


冥王星違法です

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06.06.2019 11:29
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Post: #62
RE: Bilderberger Bar




Stalker





Datum: Unbekannt
Ort: Die Zone


Professor: Ihr Rohr ist schuld! Sie hätten vorgehen sollen! Er ist vor Angst falsch gelaufen.


Der Stalker kriecht vorsichtig zu dem Schriftsteller hin und der Professor folgt ihm mit etwa zwei Metern Abstand. Doch noch bevor sie ankommen, stöhnt der totgeglaubte Schriftsteller laut auf. Langsam erhebt er sich wieder, dann läuft er ein paar Schritte umher und lässt sich wieder in den Sand fallen.


Schriftsteller: Noch ein Experiment. Experimente, Fakten, Wahrheit in der letzten Instanz. Fakten gibt es nicht, hier schon recht nicht. Das ist nur eine blöde Erfindung. Fühlen Sie das nicht? Und Sie wollen nun um jeden Preis wissen, wessen Erfindung. Und warum. Wem nützt Ihr Wissen überhaupt? Wer kriegt Gewissensbissen? Ich? Ich habe kein Gewissen, bloß Nerven. Ein Bastard beschimpft mich - es tut weh. Ein anderer Bastard lobt mich - das tut auch weh. Lege ich mein Herz, meine Seele in meine Werke, sie fressen sowohl mein Herz als auch die Seele. Wringe ich den Dreck aus meiner Seele, fressen sie den Dreck auf. Alle sind so gebildet. Sie alle haben die Leidenschaft verloren. Und alle drängen sich ringsum - Journalisten, Redakteure, Kritiker, unzählige Weiber. Und alle verlangen: Mehr! Mehr! Was bin ich für ein Schriftsteller, wenn ich das Schreiben hasse? Wenn ich mich dadurch quäle, wenn ich mich schäme und leide, als hätte ich Hämorrhoiden. Ich dachte, meine Bücher könnten jemanden besser machen. Aber niemand braucht mich! Sterbe ich, in zwei Tagen haben sie mich vergessen und beginnen jemanden anderen zu fressen. Ich wollte sie umformen und wurde selbst umgeformt! Nach ihrem Vor- und Ebenbild. Früher war die Zukunft nur eine Fortsetzung der Gegenwart. Alle Veränderungen schimmerten hinter dem Horizont. Nun sind Zukunft und Gegenwart verschmolzen. Sind sie etwa dafür bereit? Sie wollen ja von nichts wissen! Sie fressen nur!

Stalker: Sie sind ein Glückspilz! Mein Gott, jetzt... Jetzt werden Sie 100 Jahre leben!

Schriftsteller: Wieso nicht ewig? Wie der ewige Jude Cartaphilus.


Die drei Wiedervereinten verlassen die große Halle durch einen Gang auf einer Seite und betreten einen kleinen Raum, welcher durch eben diesen Gang mit vielen ähnlichen kleinen Räumen verbunden ist. Es handelt sich um einen ehemaligen Aufenthaltsraum für die ehemaligen Arbeiter dieser ehemaligen Anlage. Der Raum hat ein zerbrochenes Fenster, durch welches sich von draußen irgendein Gebüsch ins Zimmer rankt. Jedoch ist die Pflanze schon vor langer Zeit vertrocknet und besteht jetzt nur noch aus dornigen Ästen. Am Fenster steht ein Hocker, auf welchen sich der Stalker setzt, an der Decke ist eine Lampe angebracht und in der Ecke steht ein altes Telefon mit Wählscheibe.


Stalker: Sie sind vermutlich ein sehr guter Mensch! Da war ich fast sicher. Sie haben solche Qual ertragen! Das Rohr ist ein böser Ort! Der Furchtbarste in der ZONE! Wir nennen ihn auch "den Fleischwolf", aber er ist schlimmer als ein Fleischwolf es jemals sein könnte. So viele Leute sind hier schon gestorben. Auch Stachelschweins Bruder hat er erwischt. Er war so fein, so talentiert. Hier, hören Sie.



„Der Sommer ist vorbei,
als wäre er nie gewesen.
In der Sonne ist es noch warm,
aber das ist zu wenig.

Alles, was sein könnte,
wie ein Herbstblatt
glitt es mir in die Hände,
aber das war zu wenig.

Das Böse und das Gute
gingen nicht verloren.
Das Licht brannte hell,
aber das war zu wenig.

Das Leben schonte
und beschützte mich.
Ich hatte wirklich Glück,
aber das war zu wenig.

Alles ist heil geblieben,
nichts gebrochen.
Der Tag ist hell und sonnig,
aber das ist zu wenig...“
-
«Вот и лето прошло,
Словно и не бывало.
На пригреве тепло.
Только этого мало.

Все, что сбыться могло,
Мне, как лист пятипалый,
Прямо в руки легло,
Только этого мало.

Понапрасну ни зло,
Ни добро не пропало,
Все горело светло,
Только этого мало.

Жизнь брала под крыло,
Берегла и спасала,
Мне и вправду везло.
Только этого мало.

Листьев не обожгло,
Веток не обломало...
День промыт, как стекло,
Только этого мало.»




Stalker: Ist das nicht schön? Das sind seine Verse. Ich bin so froh! Es ist selten, dass alle heil ankommen. Ihr habt euch richtig benommen! Ihr seid gute, ehrliche Leute. Ich habe mich in Euch nicht geirrt.


Schriftsteller: Was faselst du da? Nur um zu quasseln? Du kotzt mich an! Er ist nun angeblich froh, dass alles gut gelaufen ist! Schicksal! ZONE! Ich sei ein guter Mensch! Glaubst du wirklich, ich habe nicht bemerkt, dass du mir zwei lange Streichhölzer angeboten hast? Entschuldigen Sie, Professor, aber dieser Scheißkerl mag Sie mehr als mich. Und mich hat er, als Mensch niederer Art, in dieses Rohr gesteckt. Fleischwolf! Was für ein Wort! Welches Recht hast du zu entscheiden, wer leben darf und wer in den Fleischwolf muss?

Stalker: Um Gottes Willen! Nein, Sie verstehen nicht... Ich habe nichts entschieden, Sie haben Ihr Los selbst gewählt!

Schriftsteller: Was habe ich selber gewählt? Ein langes Streichholz bei zwei langen?

Stalker: Nein, die Streichhölzer sind Unsinn. Die ZONE hat Sie schon voher durchgelassen. Da wusste ich gleich, dass wenn jemand den Fleichwolf überleben kann, dann nur Sie. (Das Telefon fängt an zu klingeln.) Und wir nach Ihnen! Ich wähle das niemals selber aus. Ich habe immer Angst davor. Sie haben gar keine Vorstellung wie schrecklich es ist einen Fehler zu begehen. Aber jemand muss ja der Erste sein!

Schriftsteller: (Hebt von dem Klingeln genervt den Telefonhörer ab.) Hallo? Nein, das ist nicht die Klinik! (Legt den Hörer wieder auf die Gabel.) Sehen Sie? Jemand muss ja der Erste sein!


Da verstehen endlich alle drei, was gerade geschehen ist und starren verdutzt auf das Telefon, welches schon lange keine Geräusche mehr von sich geben dürfte, nicht zuletzt, da seine Kabel alle schon vor langer Zeit herausgerissen wurden. ..... Der Professor beugt sich vor um eine Nummer zu wählen.


Stalker: Nicht anfassen!


Der Professor missachtet die Anweisung des Stalkers, wählt die Nummer und führt den Hörer zu seinem Ohr.


Professor: Neuntes Labor, bitte! .... Ich hoffe, ich störe nicht? Nur ein paar Worte. Sie haben es versteckt und ich hab's gefunden. Das alte Gebäude, Bunker 4. Hörst du mich?

Kollege: Ich melde das sofort dem Sicherheitsdienst.

Professor: Bitte sehr, melde mich, zeigen mich an, hetze das ganze Institut gegen mich auf, aber das ist zu spät! Ich bin schon fast am Ziel.

Kollege: Ist dir klar, dass dies das Ende deiner Karriere als Wissenschaftler wäre? Weißt du, was passiert, wenn du es wagst?

Professor: Willst du mich einschüchtern? Dann freue dich doch! Mein ganzes Leben hatte ich Angst. Sogar vor dir. Nun fürchte ich nichts mehr, glaub mir.

Kollege: Mein Gott, du bist kein Herostrat. Du wolltest mir immer bloß in die Suppe spucken, weil ich vor 20 Jahren deine Frau verführt habe. Nun bist du froh, dass du mit mir abrechnen kannst. Na gut, geh doch, tu deine... Gemeinheit. Wage es ja nicht, mich aufzulegen! Knast ist nicht das Schlimmste, was auf dich wartet. Wichtig ist, dass du's dir selber nie verzeihen würdest. Ich sehe, wie du in der Zelle an deinen Hosenträgern baumelst.


Der Professor legt den Hörer auf.



Schriftsteller: Was haben Sie vor, Professor?

Professor: Was wäre, wenn alle an diesen Raum glauben würden? Wenn alle sich hierher stürzen? Das ist nur eine Frage der Zeit. Wenn nicht heute, dann morgen! Nicht Dutzende, sondern Tausende! Unerfüllte Eroberer, Große Inquisitoren, Führer, all diese selbsternannten Wohltäter der Menschheit! Und sie kommen nicht für Geld, nicht für Inspiration, sie wollen nichts als die Weltherrschaft!

Stalker: Die bringe ich nicht hierher! Ich weiß doch...

Professor: Was wissen Sie schon, Sie Einfaltspinsel! Dazu sind Sie nicht der einzige Stalker. Keiner der Stalker weiß, was die, die sie hierher führen, mitbringen und womit sie von hier zurückkehren. Und die Zahl der unmotivierten Verbrechen wächst! Ist das nicht Ihre Schuld? Staatsstreiche, Mafia, Korruption - sind das nicht Ihre Kunden? Laser, Superbakterien, all dieser Dreck, der noch in irgendwelchen Tresoren aufbewahrt wird?

Schriftsteller: Lassen Sie diesen soziologischen Durchfall! Sie glauben doch nicht ernsthaft an diese Märchen?

Professor: An die Guten nicht. Aber an all die Bösen sehr wohl.


Während des Gesprächs reißt der Schriftsteller einige Zweige des vertrockneten Busches gedankenverloren ab und beginnt damit einen Kranz zu flechten.


Schriftsteller: Ach, lassen Sie das doch! Es gibt keinen Menschen, der so einen Hass oder so eine Liebe haben kann, welche die ganze Menschheit umfasst! Na gut, Geld, Frauen, Rache, der Wunsch, dass der Chef vom Auto überfahren wird... Das verstehe ich alles. Aber die Weltherrschaft?! Eine gerechte Gesellschaft?! Gottes Reich auf Erden?! Das sind keine Wünsche, sondern Ideologie, Maßnahmen, Konzepte. Unbewusstes Mitleid ist noch nicht in der Lage sich zu verwirklichen. Wie etwa ein einfacher, instinktiver Wunsch.

Stalker: Nein, es kann doch kein Glück geben, dass auf dem Unglück anderer basiert.

Schriftsteller: Ihnen, Professor, sehe ich doch ganz klar an, dass Sie planen die Menschheit mit einer unvorstellbaren Wohltat zu erschüttern. Aber ich mache mir keine Sorgen, weder um Sie, noch um mich und schon recht nicht um die Menschheit. Es wird Ihnen nicht gelingen. Bestenfalls bekommen Sie Ihren Nobelpreis. Aber eher kriegen Sie etwas absolut Unsinniges, etwas woran Sie nicht einmal denken. Etwas wie dieses Telefonat. Man erträumt sich das Eine und bekommt etwas völlig anderes.


Der Schriftsteller legt, in seine Rede vertieft, den Lichtschalter für den Raum um. Die Deckenlampe leuchtet auf, wird immer hell und brennt schlussendlich durch.


Stalker: Warum haben Sie das gemacht?

Schriftsteller: Telefon... Elektrizität... Schauen Sie, ein schönes Schlafmittel. Das wird schon lange nicht mehr hergestellt. Woher kommen diese Vorräte?


Der Schriftsteller realisiert plötzlich etwas und lässt die Tabletten auf den Boden fallen.


Stalker: Wir sollten vielleicht gehen? Bald wird es dunkel, wir schaffen es sonst nicht.

Schriftsteller: Eigentlich sehe ich ein, dass dieses Rezitieren von Gedichten, dieses Herumkreisen eine Art Entschuldigung ist. Ich kann Sie verstehen. Schwere Kindheit, schlechtes Milieu... (Er setzt sich seine Dornenkrone auf.) Aber täuschen Sie sich nicht. Ich verzeihe Ihnen nicht.

Stalker: Lassen Sie das, ich bitte Sie!

This post was last modified: 16.06.2019 02:52 by Esser14.

10.06.2019 00:55
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Post: #63
Game of Thrones Season 1

Das Spiel um den Thron!
#1



Bud Hill liegt gedankenschwer auf seinem Bett. Der Tag war gelaufen, vorrüber. Und wieder einmal liegt er hier allein in seinem Zimmer. Aus irgendwelchen Gründen war Yamamoto schon seit Ewigkeiten nicht mehr an Hof gesichtet worden. Auch bekam er keine Berichte mehr über dessen Aufenthalt. So blieb dem Hüter des Kodex nur sein Rum. Er schmeckte etwas komisch... So fischig. Aber das muss die Charge gewesen sein, die letzten 6 Flaschen in den letzten 3 Tagen waren alle so vom Geschmack her. Man gewöhnt sich dran. Und mit der Zeit hat es etwas von der Weite des Meeres.

Und so liegt er da noch immer, allein, den Oberkörper am Kopfende angelehnt um aufrecht trinken zu können. Er verzichtet gleich ganz auf den Becher, der bereitgestellt steht. Er vertreibt seine Sehnsüchte gleich mit der Flasche. Nur er, seine Gedanken, sein Rum und seine Beule in der Hose. Auf seine alten Tage scheint wohl wieder die Glut in seine Glieder zurück zu kehren. Hach... Waren das Zeiten, wo er noch auf Deck diente. Als Martrose, erster Maat, Kapitän! Käpt'n Bud Hill, das war ein Klang voll Respekt und Ehrfurcht, wenn sein Name über Deck hallte. Nur die Männer und die See... Und Rum natürlich! VIEL RUM! Was für heiße Nächte man über und unter Deck verbrachte... So mancher Martrose durfte da schon mal zum Schrubben antreten. Und wie galt es seit jeher unter den Piraten? Wie hielt es schon Störtebecker? ,,Nur wer sich bückt ist schwul!'' - Ja, so mancher Hintern war ihm da schon deutlich lieber als ein Frauenschoß... Bei den Frauen mochte er dann auch nur die jungen, bubenhaften. Am liebsten die mit ganz wenig Dekolté. Obwohl sich dieser Fakt mit den langen Jahren schon ein wenig geändert hat... Es klopft an seiner Türe, es reißt ihn aus seinen Gedanken.


Bud Hill, mit belegter Stimme: ,,Wer ist da? Ich habe gerade keine Zeit!''

Weibliche Stimme, vor der Türe: ,,Bud, wir haben dich vermisst bei der Vorstandssitzung. Jackie Lee hatte da noch ein paar wichtige Änderungen an der neuen Wett- und Gewinnspielkasse durchzusetzen. Wir wären zwar soweit durch, aber ich mache mir Sorgen um dich.... Bud?''

Hachja, die Arielle... Sie war so fürsorglich um ihn. Sie hat ihm die letzten Tage immer diesen besonderen, etwas fischigen Rum vorbei gebracht. Das ist auch ein Prachtmädchen! Nicht nur was in der Birne, nein, auch ein Bild von einer Frau! Wie seine Emerelle damals... Ach, wäre sie doch nur hier!

Arielle Swann, ganz sanft und ruhig: ,,Bud? Ist alles in Ordnung mit dir?!''

Bud, räuspert sich: ,,Ja.. Ja! Alles in Ordnung. Ich bin nur gerade etwas unpasslich!''

Arielle, mit besorgter und lieblicher Stimme: ,,Egal was es ist, ich bin für dich da! ... Ich lass dir den Rum vor der Türe stehen. Ich wollte ihn zwar mit dir trinken. Aber dann werde ich zu Madame Tolouse gehen, zum Bauchtanzkurs. Vielleicht ja morgen!''

Zuerst tat sich nichts vor der Türe, doch dann hörte man Schritte die sich weg bewegten. Hatte sie noch auf eine Antwort gewartet? Diese Arielle... Die macht ihn noch ganz verrückt. Ist sie der Grund für die aufkeimende Glut in ihm? Seit dem sie vor vier Tagen mit ihm zusammen diese Spezial Charge vom Rum trank, der der so fischig schmeckt, ist er wie ausgewechselt. Er sieht sie mit ganz anderen Augen... Und jetzt ist sie beim tanzen.. Bauchtanz. Er hat die Damen schon einmal dort beobachtet, ungewollt natürlich, in ihren knappen Outfits, wie sie sinnlich die Hüften kreisen lassen und damit Bauch und auch Busen betonen. Wenn er sich Arielle so da vor stellt... Seine Hand legt sich instinktiv auf die Hose, dort wo sich die Beule abzeichnet. Aber zu mehr kommt er nicht, da er hörbar ins Land der Träume abdriftet.

Was ihm dort Morpheus zu zeigen vermag, gleicht einem Potpourri jugendlichem Hormonüberschuss



Der Hüter erwacht in völliger Hitze, gepackt vom Stangenfieber und gesteuert von zu viel Testosteron erhebt er sich aus dem Bett, begiebt sich zur großen Türe die sein Zimmer vom Flur trennt und öffnet diese. Mit einem gezielten Handgriff ergreift er die Flasche Rum, köpft sie gekonnt und nimmt einen kräftigen Schluck bevor er ruft: TIMON!! TIII-MOOOON!!!

Ein junger Mann in Uniform kommt den Korridort entlang gehetzt, legt eine Vollbremsung vor der geöffneten Türe des Hüters ein und salutiert: ,,Aye Sir! Ihr wünscht?''

Bud Hill nimmt noch einen kräftigen Schluck aus der Flasche: ,,Geh rüber zu Madame Tolouse und bring mir Arielle hier her''

Timon schaut verwirrt: ,,Miss Swann, Sir? Aber...''

Bud Hill schüttelt ungläubig den Kopf: ,,ABER?! Seit wann gibt es hier Widerworte?! Timon, du solltest mal wieder Strafdienst in der Kombüse abhalten, dass du weißt wo dein Platz ist!''

Der junge Page seufzt resignierend: ,,Aye SIr! Entschuldigen Sie, aber Miss Swann ist immer sehr ungehalten, wenn man sie stört''

Der alte Pirat haut dem jungen Anwärter kräftig auf die Schulter, dass dieser fast das Gleichgewicht verliert und hält ihm die Flasche Rum hin: ,,Nimm einen kräftigen Schluck, mein Freund und scheis dich nicht ein. Ich brauche Miss Swann. Sag ihr es ist dringend! Wer weiß wie lange es hält...''

Timon setzt die Flasche zögerlich an und der erste Schluck wird sofort mit einem Hustenanfall quittiert: ,,Boah... Fischig... Wie lange hält was an, Sir?!''

Bud Hill stammelt ein wenig vor sich hin, reißt Timon die Buddel Rum aus der Hand und schnauzt diesen an: ,,Sei nicht so neugierig! Du darfst von mir aus alles trinken, aber nicht alles wissen! Und jetzt Zet-Zet! Ziemlich zügig!

Eiligst salutiert Timon vor dem Hüter und rennt mit durchdrehenden Füßen davon. Bud Hill schaut ihm hinterher, schaut nach unten auf seinen seit ewigen Zeiten wieder mal ausgebeulten Schritt und lacht fröhlich bevor er die halbe Flasche Rum ext.

Kurze Zeit später befindet sich Arielle mit zwei weiteren Flaschen Rum in den Privatgemächern des Hüters...




Der Hüter war verzaubert,
ihr Blick hatte ihn gebannt!
Die schönste Frau der Meere
ward Arielle genannt!

Ein Kleid zu seinen Ehren,
verhüllt reizvoll ihren Glanz!
Als Krönung dieses Abends,
wünscht er sich ihren Tanz!

Im Geiste harrt Begierde,
die sie ihm immer verwehrt!
Er träumt von ihrem Körper,
den er so sehr begehrt!

,,Nur einen Kuss, mein Mädchen!
Es ist noch nicht zu spät!
Es winkt dir eine Mitgift,
wenn du mich nicht verschmähst!''

Tanz wie der Wind,
wie die Gicht der See!
Ooooooh-ooh-oh Tanz für mich,
Arielle!

Tanz mit sieben Schleiern,
dein Feuer leuchtet grell,
Sieben Sünden und ein Tanz für mich,
Arielle!

Mit Feuer in den Augen,
Ein Lächeln im Gesicht,
enthüllt er ihren Körper.
Sie nun zum Hüter spricht:
,,Hüter des Kodex,
bevor du mich entschnürst,
als Lohn so mache mich,
zum Piratenfürst!''

Tanz wie der Wind,
wie die Gicht der See!
Ooooooh-ooh-oh Tanz für mich,
Arielle!

Tanz mit sieben Schleiern,
dein Feuer leuchtet grell,
Sieben Sünden und ein Tanz für mich,
Arielle!

!!! Arielle !!!

Mit lüsterhaften Lächeln,
flüstert er kokett:
,,Du sollst es noch heute werden,
liegst du nur in meinem Bett!''

Und sie tanzt...


to be continued...


...Ich hab Flausen im Kopf und Hummeln im Arsch
Ich hab immer was vor, bin immer verplant
Doch wird's mal still um mich dann komm'n die Geister hoch
Und ich hinterfrag mich jedesmal....
12.06.2019 18:16
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Post: #64
RE: Bilderberger Bar




Stalker






Datum: Unbekannt
Ort: Die Zone


Auf dem letzten Stück ihres Weges zu dem Raum der Wünsche durch einen langen Gang werden Stalker, Schriftsteller und Professor von dem schwarzen Hund begleitet, welcher sich langsam an die Drei gewöhnt hat und sich nun sehr viel näher traut. Doch in die kleinen Halle, welche das letzte Hindernis auf ihrer Reise darstellt, möchte der Hund ihnen aus unbekanntem Grund doch lieber nicht folgen. Der Stalker läuft durch die teilweise von Wasser überflutete Halle und bleibt einen Schritt vor dem Eingang zu dem Raum stehen.


Stalker: Professor, kommen Sie hierher! Moment, bitte. Keine Eile.

Professor: Ich habe es gar nicht eilig.

Stalker: Ich weiß, Sie werden sich darüber ärgern. Aber ich muss Ihnen trotzdem sagen... da sind wir mit Ihnen... wir sind an der Schwelle zu dem Raum der Wünsche... Das ist der wichtigste Moment in Ihrem Leben. Sie müssen wissen... Hier geht Ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung. Der heimlichste Wunsch! Der Leidenschaftlichste! Man braucht nichts zu sagen. Man muss sich bloß konzentrieren und an sein ganzes Leben denken. Wenn der Mensch sich erinnert, wird er barmherziger. Und das Wichtigste... Das Wichtigste ist... Glauben! ... Und jetzt: Gehen Sie! Wer möchte der Erste sein? Vielleicht Sie, Schriftsteller?

Schriftsteller: Ich? Nein, ich will nicht.

Stalker: Ich verstehe, es ist nicht so einfach, aber keine Sorge, es ist gleich vorbei.

Schriftsteller: Da bin ich... nicht so sicher. Meine Erinnerungen an mein bisheriges Leben würden mich wohl kaum barmherziger machen. Außerdem findest du es nicht schamlos? Sich zu erniedrigen, zu heulen, zu beten?

Stalker: Wieso ist es schlimm zu beten? Sie sagen das aus Stolz. Keine Sorge, Sie sind einfach noch nicht bereit. Das kommt oft vor. Dann vielleicht Sie, Professor?

Professor: Ich.


Der Professor nimmt seinen Rucksack ab, wühlt darin und zieht dann ein schweres metallisches Gerät heraus.


Schriftsteller: Voilà! Meine Damen und Herren, Sie sehen die neuste Erfindung des Herrn Professor Professor! Ein Gerät für die Untersuchung der menschlichen Seelen! Der Seelenmesserinator!

Professor: Das ist nur eine Bombe.

Schriftsteller: Wie bitte? Was? Achso, ein Scherz.

Professor: Nein, eine echte Bombe. Zwanzig Kilotonnen.

Schriftsteller: Wozu?

Professor: (Er geht in die Hocke und beginnt die Bombe scharf zu machen.) Ich habe sie einst gebaut mit meinen Freunden. Mit meinen ehemaligen Kollegen. Dieser Ort kann niemanden glücklich machen. Und bei den bösen Absichten... Aber ich weiß schon selber nicht mehr. Damals haben wir beschlossen, dass man die ZONE nicht zerstören darf. Auch wenn sie ein Wunder ist, ist sie ein Teil der Natur, und das bedeutet sie ist auch auf eine gewisse Weise Hoffnung. Sie haben die Bombe versteckt, und ich habe sie gefunden. Das alte Gebäude, Bunker 4. Es muss wohl ein Prinzip geben... niemals unumkehrbare Handlungen zu unternehmen. Ich verstehe. Ich bin kein Wahnsinniger. Aber solange dieses Geschwür für jeden Schurken offen steht, finde ich weder Schlaf, noch Frieden. Oder wird es mein inneres Ich nicht zulassen?

Schriftsteller: Er hat sich zur Aufgabe gemacht die ZONE zu vernichten, der Arme.


Der Professor stellt die Bombe auf die Türschwelle. Urplötzlich springt ihn der Stalker an und versucht ihm die Bombe aus den Händen zu reißen. Der Professor klammert sich an die Bombe fest, beide fallen zu Boden und beginnen um das Instrument zur Vernichtung der ganzen ZONE zu ringen.


Stalker: Geben Sie her! Geben Sie her!


Der Schriftsteller kommt dazu und reißt den Stalker von dem Professor ab. Das bringt den Stalker jedoch nicht ab und er springt den Professor sofort erneut an. Der Schriftsteller greift den Stalker an der Schulter, reißt ihn erneut vom Professor ab und schlägt ihm ins Gesicht. Der Stalker fällt rückwärts in das Wasser.


Professor: Schriftsteller! Sie sind doch ein intelligenter Mensch!

Stalker: Geben Sie die Bombe!


Der Stalker versucht aufzustehen um den Professor ein weiteres Mal anzugreifen, aber der Schriftsteller ist schneller und tritt ihn zurück ins Wasser.


Professor: Wozu denn? Was tun Sie?

Schriftsteller: Armseliger Heuchler!

Stalker: (Richtet sich völlig verstört auf, dabei hinkt er deutlich von dem Tritt, und beginnt zu jammern.) Warum? Was habe ich Ihnen getan? Er möchte alles vernichten. Er möchte die Hoffnung zerstören! Geben Sie her!


Mit seiner gesamten letzten Kraft stürzt sich der Stalker auf den Professor um ihm das Werkzeug zur Vernichtung aller Hoffnung zu entreißen, doch der Schriftsteller ist wieder schneller und kann den Stalker mit dem Einsatz seines ganzen Körpergewichtes in die Ecke der Halle schleudern. Dann ist der Kampf endlich vorbei und alle drei atmen schwer von dem Handgemenge. Der Stalker zieht sich langsam, von Schmerzen gequält, am Türrahmen hoch, stöhnt auf und wischt sich mit dem Ärmel das Blut aus dem Gesicht.


Stalker: Es ist nichts mehr auf der Welt geblieben! Das ist der einzige Ort, wo Menschen hingehen können, wenn sie keine Hoffnung mehr haben! Auch Sie sind gekommen! Warum zerstören Sie diese Hoffnung?


Der Stalker hinkt auf den Professor zu, doch der Schriftsteller greift ihn am Kragen seiner Jacke und stößt in zurück in die Ecke.


Schriftsteller: Halt die Klappe! Ich hab' dich durchschaut! Die Menschen sind dir doch egal! Du schlägst Geld aus unserem Kummer heraus! Es geht dir nicht einmal ums Geld. Du genießt es hier, du bist hier Gott. Du, du letzter Dreck, entscheidest über Leben und Tod. Du wagst es! Ich weiß, warum kein Stalker den Raum der Wünsche betritt. Ihr ergötzt euch hier an Macht und Ansehen! Was kann man sich mehr wünschen?

Stalker: (Er fängt an zu weinen.) Das stimmt nicht! Sie... Sie irren sich. Ein Stalker darf den Raum nicht betreten. Ein Stalker darf nicht einmal mit eigennützigen Zielen in die ZONE. Er darf es nicht! Denkt doch an Stachelschwein! Ja, Sie haben recht, ich bin der letzte Dreck! Ich habe nichts in dieser Welt erreicht und kann auch nichts. Nicht einmal für meine Frau war ich da. Ich habe auch keine Freunde und werde nie welche haben. Aber nehmt mir das hier nicht weg! Man hat mir schon alles da drüben weggenommen. Alles, was ich habe, ist hier. Versteht Ihr? Hier! In der ZONE! Mein Glück, meine Freiheit, meine Ehre - alles! Ich bringe hierher solche Leute wie mich, armselige, lebensmüde Menschen. Sie haben keine Hoffnung mehr. Aber ich kann, versteht Ihr? Ich kann ihnen helfen! Niemand sonst kann, nur ich, der letzte Dreck! Ich, Dreck, kann helfen! Ich möchte vor Glück weinen, dass ich es kann. Das ist es! Ich will nichts anderes.


Der Professor hört auf an der Bombe zu arbeiten und beginnt nachdenklich durch die Halle zu laufen und der Schriftsteller balanciert auf der Schwelle zu dem Raum der Wünsche hin und her, während er sich die Wort des Stalkers durch den Kopf gehen lässt.


Schriftsteller: Na ja, mag sein. Entschuldigung, aber trotzdem... Du bist ein Narr! Du hast keine Ahnung, was hier vorgeht. Okay. Aber warum hat sich dann deiner Meinung nach Stachelschwein erhängt?

Stalker: Er kam in die ZONE mit einem eigennützigen Ziel und er hat seinen Bruder wegen Geldes im "Fleischwolf" verloren.

Schriftsteller: Das ist klar. Aber warum hat er sich dann erhängt? Wieso hat er es nicht noch einmal versucht mit dem Raum, dieses Mal nicht für Geld, sondern um seinen Bruder wieder lebendig zu machen? Was hat er bereut?

Stalker: Er wollte... ich weiß nicht. Nach einer Woche war er tot.

Schriftsteller: Er hat verstanden, dass hier nicht einfach nur Wünsche, sondern die innigsten Wünsche in Erfüllung gehen! Nicht, was du aus vollem Halse schreist... Hier wird das wahr, was unserer Natur entspricht, unserem innersten Wesen, das wir gar nicht kennen. Es ist in uns und lenkt uns unser ganzes Leben lang! Du hast gar nichts verstanden. Stachelschwein starb nicht an seiner Geldgier. Er kroch hier im Dreck herum und flehte um den Bruder. Aber er bekam nur Geld und konnte nichts anderes bekommen. Denn jedem das Seine! Und Gewissen, Seele, das hat man nur erfunden. Das hat er verstanden und deswegen hat er sich aufgehängt. Ich will nicht in deinen Raum. Ich will niemanden meine Scheiße auslöffeln lassen. Sogar dich nicht. Um mich dann wie Stachelschwein zu erhängen?! Lieber saufe ich mich still und friedlich in meinem Künstleratelier zu Tode. Nein, du kennst Menschen gar nicht, Winnetou, wenn du solche wie mich in die ZONE bringst. ... Außerdem... Woher wisst ihr, dass dieses Wunder tatsächlich existiert? Wer hat gesagt, dass hier die Wünsche erfüllt werden? Ist hier jemand wirklich glücklich geworden? Vielleicht Stachelschwein? Und wer hat euch überhaupt über die ZONE erzählt? Über Stachelschwein und den Raum?

Professor: (Zeigt mit dem Finger auf den Stalker.) Er.


Der Schriftsteller beugt sich in Gedanken verloren vor um in den Raum zu schauen, verliert das Gleichgewicht und fällt in den Raum, doch der Stalker kann ihn im letzten Moment greifen und zurück in die Halle ziehen. Alle Drei sitzen auf dem Boden vor dem Raum und der Bombe und schweigen. Im Nachbarraum beginnt das Telefon wieder zu klingeln, doch das scheint keiner wahrzunehmen. Der Professor nimmt die Bombe, schraubt sie langsam auseinander und wirft ein Teil nach dem anderen in das Wasser hinter ihnen.


Professor: Dann verstehe ich gar nichts. Was hat man hier zu suchen?


Stalker, Schriftsteller und Professor sitzen Rücken an Rücken in einem Dreieck in der Mitte der kleinen Halle vor dem Eingang zum Raum der Wünsche, der anscheinend keine Wünsche erfüllt, sondern nur die innigsten Verlangen. Keiner von ihnen redet, keiner denkt und in der Stille genießen sie zum ersten Mal das wahre Wunder der Zone.


Stalker: Wie still... Können Sie es spüren? Ich sollte alles hinschmeißen und mit Frau und Kind hierher übersiedeln. Für immer. Hier gibt's niemanden. Niemand wird ihnen etwas tun.


Es beginnt zu regnen. Durch die Decke tropft es in die Halle, doch keinen der Drei scheint es zu stören.

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Stalker




Datum: Unbekannt
Ort: Irgendwo am Rand der Zone


Drei Männer sitzen erneut in einer dunklen, schmutzigen, verrauchten Kneipe nachdem sie von ihrer gefährlichen Expedition zurückgekehrt sind.


Ehefrau des Stalker: Du bist zurück. (Sie zeigt auf den schwarzen Hund.) Woher hast du den?

Stalker: Von drüben. Er ist uns nachgelaufen. Ich konnte ihn nicht da lassen.

Ehefrau des Stalker: Nagut, gehen wir? Martha wartet schon. Kommst du? Braucht jemand einen Hund?

Schriftsteller: Ich habe schon fünf zuhause.

Ehefrau des Stalker: Sie mögen Hunde? Das ist gut.

Stalker: Na gut, gehen wir.


Der Stalker steht auf ohne ein Wort zum Abschied zu sagen, folgt seiner Frau aus der Kneipe heraus, hebt seine Tochter, welche draußen auf ihn gewartet hat, auf seine Schultern und geht endlich mit seiner Familie nach Hause. Der Hund folgt ihnen treu. Während die Stalker-Familie aus der Sicht der beiden ausgedienten Abenteurer verschwindet, zieht der Schriftsteller an seiner Zigarette und der Professor schüttet sich ein weiteres Gläschen Wodka herunter.


Stalker: Wenn Ihr bloß wüßtet, wie müde ich bin! Nur Gott allein weiß das! Und die nennen sich Intelligenz, diese Schriftsteller, Wissenschaftler!

Ehefrau des Stalker: Beruhige dich!

Stalker: Sie glauben doch an gar nichts! Das Organ, womit man glaubt, ist bei Ihnen verkümmert! O Gott, was sind das für Menschen?

Ehefrau des Stalker: Das ist doch nicht ihre Schuld. Man muss sie bemitleiden, aber du ärgerst dich.


Kaum zu Hause angekommen fällt der Stalker müde ins Bett. Seine Frau deckt ihn zu, doch der Stalker beginnt vor Strapaze, Verzweiflung und Müdigkeit zu zittern. Ihm fließen einzelne Tränen aus den Augen.


Stalker: Du hast sie doch gesehen. Ihre Augen sind leer. Sie träumen nur davon, sich möglichst teuer zu verkaufen! Man muss ihnen jeden Seufzer bezahlen! Sie wissen, dass sie "nicht umsonst geboren" wurden, dass sie "berufen" sind! Sie leben ja "nur einmal"! Können denn solche Typen an irgendwas glauben?

Ehefrau des Stalker: Beruhige dich, das bringt nichts. Versuche einzuschlafen. Schlaf ein.

Stalker: Und niemand glaubt. Nicht nur die zwei. Niemand! Wen soll ich denn dorthin führen? O Gott! Und am schrecklichsten ist, dass es niemand braucht. Niemand braucht das Zimmer. Ich bemühe mich umsonst!

Ehefrau des Stalker: Was redest du da? Lass das.

Stalker: Ich gehe mit niemandem mehr hin.

Ehefrau des Stalker: Willst du, dass ich mit dir dorthin gehe?

Stalker: Wohin?

Ehefrau des Stalker: Meinst Du, es gäbe nichts, worum ich bitten könnte?

Stalker: Nein. Das geht nicht.

Ehefrau des Stalker: Warum?

Stalker: Nein, nein. Was ist wenn es dir auch nichts bringt?

Ehefrau des Stalker: Meine Mutter war strikt dagegen. Sie haben es wohl gemerkt. Er ist ja besessen. Alle machten sich über ihn lustig. Und er war so bemitleidenswert. Meine Mutter sagte: "Er ist doch ein Stalker. Er ist verflucht, ein ewiger Knasti! Und die Kinder! Denk nur daran, welche Kinder die Stalker kriegen.". Und ich... ich widersprach nicht einmal. Ich wußte das alles selber - ein Selbstmörder, ein ewiger Gefangener und über die Kinder. Aber was konnte ich tun? Ich war sicher, dass ich mich mit ihm wohl fühlen würde. Ich wußte, wir würden auch viel leiden müssen. Aber ein bitteres Glück ist besser, als ein graues, fades Leben. Vielleicht erfand ich das alles erst später. Damals sagte er einfach zu mir: "Komm mit". Und ich ging mit ihm und ich habe es nie bereut. Niemals. Es gab viel Leid. Es war schrecklich und peinlich. Aber ich habe es nie bereut und niemanden beneidet. Das ist unser Schicksal, unser Leben. So sind wir. Ohne Leid und Not wäre unser Leben auch nicht besser. Es wäre schlimmer. Denn es gäbe dann kein Glück. Es gäbe dann keine Hoffnung.




„Mein Freund, ich liebe deine Augen.
Sie funkeln wunderbar.
Wenn du mich ansiehst,
bin ich wie vom Blitz getroffen.
Und es wird ringsum hell.

Aber deine niedergeschlagenen Augen
sind noch reizender.
Und im Feuer der Liebe
brennt hinter den Wimpern
der Ruf der Begierde.“
-
«Люблю глаза твои, мой друг,
С игрой иx пламенно-чудесной,
Когда иx приподымешь вдруг
И, словно молнией небесной,
Окинешь бегло целый круг...

Но есть сильней очарованья:
Глаза, потупленные ниц
В минуты страстного лобзанья,
И сквозь опущенныx ресниц
Угрюмый, тусклый огнь желанья.»





Martha schließt das Gedichtsbuch und legt es vorsichtig auf den Tisch neben ihr. Dann legt sie langsam ihren Kopf darauf, dabei konzentriert sie sich auf ein leeres Glas, welches noch auf dem Tisch steht. Das Glas fängt leicht an zu zittern und hebt sich dann ein kleines wenig in die Luft, schwebt für einen Moment, nur um dann wieder herab zufallen.




Das Ende.

04.08.2019 01:36
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