Post Reply  Post Thread 

Der Untergang Persani (Oder: Amar's letzter Aufgabe)

Author Message
Aslan1990
Auferstanden aus Ruinen
**


Posts: 1,129
Words count: 236,532
Group: Premium
Joined: Apr2018
Status: Offline
Reputation: 55
Experience: 99886393
Glory Points: 685
Medals: 33

Post: #1
Der Untergang Persani (Oder: Amar's letzter Aufgabe)

Der Untergang Persani
Oder: Amar's letzte Aufgabe



Kurze Erklärung:

Texte die so geschrieben sind, beschreiben die Vorgänge der Welt der Lebenden. Diese Welt die alle unsere lebenden Staatschefs angehören. Dem unsere Völker angehören.

Texte die so geschrieben sind, beschreiben die Vorgänge der Astralwelt. Einer Welt zwischen dem Leben und dem Tot. Die Welt in der Scheich Amar festhängt und von den Lebenden nicht gesehen werden kann.





Prolog





Amar erhob sich, nur um sich sofort wieder zu setzen. Es drehte ihn so, dass er drohte das Gleichgewicht zu verlieren. Außerdem fühlte er sich so… abgehoben. Selbst im sitzen drehte es ihn noch. Er hielt sich den Kopf und rieb sich die geschlossenen Augen, in der Hoffnung wieder klar zu werden. Was war passiert? Er hatte nur verschwommene Bilder chaotisch im Kopf verteilt. Kaspian… Eine Bar… Und ein Kaffee! … Nein es war nicht EINE Bar, es war DIE Bar. Diese hinterhältige Ratte der alten Ordnung hatte sie angegriffen. Ja genau. Er hatte sich noch auf ihn gestürzt und ihn windelweich geprügelt. Doch dieser räudige Hund wollte einfach nicht K.O. gehen. Er sah die blutige Fratze noch genau vor sich. Doch weiter… Was war danach? Egal wie er sich anstrengte, er weiß es nicht mehr. Denk nach, Amar, schallte er sich selber. Doch er kam wirklich nicht drauf. Wie kommt er überhaupt hier her? Und WO ist er hier? Aufmerksam blickte er sich um und musste sich gestehen, dass er erstaunlich weit und sehr scharf sehen konnte. Er musste noch im Umfeld des Flughafens sein. Dort vorne kamen Soldaten auf ihn zu. Eine ganze Gruppe war es gleich. Der eine war eindeutig ein Löwengardist, zu erkennen an der raffinierten Uniform, die er als General vor wenigen Jahren selbst eingeführt hatte. Doch die anderen Fünf? Eindeutig Soldaten, aber welcher Nation? Wie konnte denn das sein?! Dass fremde Soldaten bewaffnet durch Baschdar ziehen, ohne dass ER, General Scheich Amar, davon wusste oder es gar erlaubt hätte. Immer noch wackelig auf den Beinen erhob sich der Minister Persani und ging auf diese Patrouille doppelter Stärke drauf zu. Klein vom Körper, doch groß von der Stämmigkeit, so baute er sich vor den Soldaten auf, ungefähr nur 15 Schritt vor ihnen. ,,Soldaten, was marschiert ihr hier bewaffnet durch Persani? Wie lautet euer Befehl und wer ist euer Offizier?!‘‘ sprach Amar mit fester Stimme, laut genug, dass das halbe Dutzend Soldaten ihn hätten hören müssen. Doch sie liefen einfach weiter und unterhielten sich miteinander. Ungeheuerlich! Dachte Amar. Noch immer kämpfte er mit seinem Schwindel und dem Gefühl abgehoben zu sein. Allerdings lies er sich davon nicht beirren. Nur noch 5 Schritt trennten die Soldaten und den obersten General des Landes. ,,Soldaten! HAAALT!‘‘ Rief er ihnen energisch entgegen und streckte den linken Arm aus, mit einer Geste des Stoppens. Jetzt wurde Amar aber wirklich sauer. Die liefen noch immer weiter. ,,SOLDAT! HALTE GEFÄLLIGST EIN! ICH BIN GENERAL SCHEICH…‘‘ und da lief der Soldat der Löwengarde, der in der Mitte der Gruppe lief einfach durch den General hindurch. Mit schreckgeweiteten Augen sah Amar wie sein ausgestreckter Arm sich in Rauch und Nebelschwaden verwandelte und ein merkwürdiges Kribbeln durchlief seinen ganzen Körper. Sein ganzer Körper verging in Rauchwolken und ein Gefühl des Zerreisens erfüllte den stämmigen Körper. Als er sich wieder sammelte und wieder alles beisammen war, meinte er er müsse sich jeden Augenblick übergeben. Bei den Höllen des Namenlosen… Was war das?! Er betrachtete sich seinen Arm der immer noch, oder schon wieder, ausgestreckt nach vorne zeigte. Wo ist die alte Narbe, die seinen Unterarm zierte? Die er sich in dem Aufstand gegen die russischen Truppen, damals bei Kaspians Rebellion, zugezogen hatte. Sie war weg. Benommen taumelte er die Straße entlang, genau auf die Hauptstraße, die zum Flughafen hinführte. Er musste gar nicht soweit weg sein vom Flughafen. Da vorne war die Tankstelle, von hier aus waren es keine zehn Minuten zu Fuß zum Airport, der früher der Militärflughafen und Stützpunkt Pannistans war. Noch völlig verwirrt und seine Aufmerksamkeit, sowie seine Gedanken total vernebelt, so übersah er total den LKW der mit Vollgas auf ihn drauf zu hielt. Schockstarre trat ein und er blieb wie angewurzelt stehen. Ausweichen würde nichts mehr bringen. ,,Ach du Sch….‘‘ zu mehr kam Amar nicht mehr zu sagen, da rauschte der Vierzigtonner frontal durch ihn durch. Wieder zerfaserte der stämmige General in kleine Rauchschwaden und fügte sich am Ende des Lasters wieder zusammen. Augenblicklich übermannte es ihn und noch an Ort und Stelle beugte er sich nach vorne um sich zu erleichtern. Egal was es war, was da passierte. Dieses Gefühl des zerreisens, dieses zerrissen sein, noch nie im Leben hatte er so etwas Ekliges gespürt. Links und rechts sausten die Autos an ihm vorbei, doch niemand schien sich für den Scheich zu interessieren. Benommen wankte er auf den Gehweg und versuchte die Passanten anzusprechen, die dort zahlreich und geschäftig an ihm vorbeigingen, doch niemand schien ihn überhaupt zu beachten. Seine Reise auf der Suche nach Aufmerksamkeit endete in einem kleinen Park direkt neben der Tankstelle, der extra von Kaspian damals angelegt wurde um das Stadtbild zu verschönern. Schwindelerfüllt setzte er sich auf die Parkbank und war der Verzweiflung nahe. Was für eine verdammte gequirlte Sch… ging hier bloß vor? Er konnte sich an nichts erinnern und niemand scheint ihn wahrzunehmen und das Schlimmste ist, dass er ständig seine Konsistenz verlor… Wie ein Häufchen Elend saß er so auf der Bank. Da kam eine Frau auf seine Bank zugelaufen, die er irgendwo her kannte. Sie kam ihm so vertraut vor, doch seine Gedanken können keinerlei klaren Geistesblitz fassen. Es ist eher wie ein Gewitter das wild umeinander zuckt und ihm so viele Eindrücke und Erinnerungen auf einmal präsentiert. Sogar welche die er so noch gar nicht kannte… Er war total überfordert. Doch diese Frau jetzt anzusprechen hätte eh keinen Zweck, so dachte er bei sich. Sie würde ihn ja sowieso nicht wahrnehmen. Dann setzte sie sich auch noch neben ihn hin. Er betrachtete sie ganz genau. Woher kannte er sie? Dieses Gesicht. Dieser Schmuck um den Hals. Als würde sie ein Geweih um den Hals tragen. Bilder von Kaspian und Oana schossen ihn in den Kopf. Nicht ablenken lassen. Oder war es doch der richtige Gedankengang? Er war so verwirrt. ,,Also für jemand mit so vielen Fragen, bist du sehr still, Amar‘‘ sprach die Frau milde lächelnd. Sein Herz machte einen unkontrollierten Hüpfer. ,,Ihr… Ihr… Ihr könnt mich sehen? Aber… Wieso? Warum? Weshalb?... Also ich meine… Was? … ‚‘‘ die Frau mit den zwei Geweihstücken um den Hals lachte liebevoll und mitfühlend ,,Wer seid Ihr?‘‘ war nun endlich die erste klare Frage. ,,Amar, erkennst du mich nicht? Ich helfe dir, Moment…‘‘ Vor seinen Augen passierte etwas seltsames. Die Dame Veränderte ihr Aussehen und trug auf einmal auf ein Geweih auf dem Kopf.


,,Die Priesterin von Kaspians Hochzeit!‘‘ Fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. ,,Wieso könnt Ihr mich sehen und sonst keiner? Und was ist das mit diesem Rauch?!‘‘ Wieder war es an der Priesterin zu lachen und mit ihren zarten Fingerspitzen strich sie ihm durch seine Schulter hindurch, so dass er mit zusehen konnte wie sie sich in Rauch auflöste und wieder zusammenfügte. Amar drehte sich der Magen um. ,,Lasst das! Ich verpack das überhaupt nicht!‘‘ protestierte der General augenblicklich. ,,Mein lieber Amar, daran wirst du dich schon noch gewöhnen. Aber um deine Fragen zu beantworten: Ich sehe alles was ist, das Lebende, das Bestehende und das Tote!‘‘ ,,Bin ich tot?!‘‘ ,,So lass mich ausreden, Amar! Aber nein, du bist nicht tot. Aber auch nicht mehr am Leben‘‘ Diese Informationen überfordern ihn und bringen seinen Kopf zum drehen. Tot, Lebendig? ,,Aber…?‘‘ die Verzweiflung eines Kindes stand ihm in die Augen geschrieben. ,,Du kannst dich an nichts erinnern? Was ist das letzte an das du dich erinnern kannst?‘‘ ,,Ich habe diese Ratte der alten Ordnung verprügelt‘‘ ,,Jimmy…‘‘ ,,Jimmy?‘‘ ,,Sein Name war Jimmy. Eine arme verirrte Seele, die das Licht verloren hat in den Wirren des Bürgerkrieges. Er entschied sich für die alte Ordnung weil er dort das zu hören bekam was er hören wollte. Er war zeit seines Lebens ein Außenseiter und ich hatte eine andere Bestimmung für ihn. Aber er ist mir entglitten…. Und so kam es, dass er sich und gleichzeitig dich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft sprengte. Kaspian wurde schwer verletzt doch er überlebte und ist nach mehreren Wochen des Komas bei Oana. Du hast ihm das Leben gerettet, mein lieber Amar!‘‘ Diese letzten Worte erfüllten ihn mit Stolz und liesen ihn kurzzeitig seine aktuelle Lage vergessen. Doch dann dämmerte ihm eine Frage ,,Aber wieso?‘‘ ,,Bist du noch nicht tot?‘‘ unterbrach die Dame mit den zwei Hörnern auf dem Kopf ihn und grinste breit. Sie legte ihm die Hand auf die Schultern und diesmal war es eine wirkliche Berührung ,,Das ist etwas für das ich mich entschuldigen muss. Du bist zwar gestorben, doch ich habe dich noch nicht zu mir gerufen. Deine Aufgabe hier in dieser Welt ist noch nicht zu Ende! Ich brauche dich hier noch dringend um die Geschicke der Welt zu lenken.‘‘ Sein Blick in diesem Moment war der eines Kindes, das gerade das Lesen erlernen sollte ,,Welche Aufgabe denn bitte? Und was bin ich dann, wenn nicht tot und nicht Lebendig?!‘‘ ,,Was bist du? Das ist nicht so leicht zu sagen, mein Lieber. Frage einen Magier und er sagt du bist ein Astralwesen. Frage eine Hexe und sie sagt du bist ein Dämon. Frag einen Geistlichen und er sagt du bist ein Engel. Frage das abergläubische Volk und sie werden sagen du bist ein Schutzengel.‘‘ die junge Frau zuckte mit den Schultern ,,Du bist eine Seele, wie alle anderen auch. Auf deinem Weg zwischen Leben, Tot und Wiedergeburt. Ich habe keinen Namen dafür, da dies alles zum Kreislauf dazugehört. Der Tot ist kein Ende. Für deinen aktuellen Körper ist dein Ableben das Ende, er zerfällt zu dem Staub, aus dem du gekommen bist. Du kommst zu schließlich zu mir zurück, wenn ich dich rufe. Oder sollte ich dich nicht rufen musst du noch hier verweilen.‘‘ So langsam keimte ein Gedanke in ihm auf ,,Ihr seit Gaia?! Die Mutter des Lebens?!‘‘ ,,So überrascht nach allem was du bis jetzt erlebt hast?‘‘ Er lachte freudig und freute sich wieder wie ein kleines Kind über einen Lollie ,,Dann habe ich an die richtige Religion geglaubt?! Die alte Ordnung ist nur eine Lüge! ICH WUSSTE ES! Solche lügnerischen Ratten! Hunde! Kojoten!‘‘ ,,Amar, Amar… So einfach ist dies nicht. Ich habe diese Welt erschaffen, so wie ich schon viele Welten zuvor erschaffen habe. Du bist eine MEINER Seelen, eine meiner ältesten sogar. Du hast schon so viel für mich getan und ich habe dich schon immer für viele schwere Aufgaben eingesetzt, weil ich mich immer auf dich verlassen konnte. Du bist stark und findest immer deinen Weg zu mir. Sage jetzt nichts, ich höre deine Gedanken und ich verspreche dir, nach deiner letzten Fahrt zu mir wirst du dich wieder an alles erinnern können. Die Götter der alten Ordnung existieren leider auch. Ebenso wie die anderen Götter, zum Beispiel monotheistischer Religionen. Wenn genug Menschen an etwas glauben und eine Person vergöttern, so wird er sogar den Tod selbst überwinden und sich als Gott erheben. Im Umkehrschluss fallen diese auch wieder ins Grab sollte auch der Letzte aufhören an sie zu glauben. Sie nehmen mir die Seelen weg und können sie in einem Paradies, wie sie es oft gerne selbst nennen, lagern. Wenn sie von der Hölle predigen, das ist nur Panikmache, eine jede Seele die nicht in den als Paradies getarnten Käfigen eingesperrt werden und somit dem Kreislauf der Wiedergeburt gestohlen wird, kommt direkt zu mir. Amar, mein Lieber, ich werde anderswo gebraucht. Lass mich dir noch deine Aufgabe erklären. Du bist wahrlich der Schutzengel Kaspians. Du musst ihm in diesem Leben drei Mal sein eigenes Leben retten. So hast du es zum ersten Mal getan bei dem Giftgasangriff auf ihn. Das zweite mal brachte dich in diese, nennen wir es missliche Lage. Doch du musst ihm noch ein letztes Mal das Leben retten.‘‘ ,,Wieso tut Ihr dies nicht selbst?‘‘ fragte er mit dröhnenden Kopf ,,Auch für mich gibt es Spielregeln. Ich kann nur äußerst selten direkt in diese Welt eingreifen. Doch soll diese Welt den Ausgang nehmen wie ich es mir erdacht habe, wie es mein großer Plan ist, so brauche ich die Hilfe meiner Ritter. Einer davon bist du. Kaspian ist eine Schlüsselfigur. Ebenso alt wie du. Ich setze euch gerne zusammen ein, weil ihr beide so toll miteinander harmoniert. Ihr ergänzt euch und seid in jedem Leben ein tolles Team! Ich darf dir auch nicht sagen wann genau dies passieren wird. Die Spielregeln verbieten es.‘‘ ,,Aber Ihr habt doch dies alles erschaffen? Was kann da höher sein als Ihr?‘‘ Ein wehmütiges Lächeln umspielt ihre Lippen ,,Seit Anbeginn aller Zeiten gibt es einen tiefen Zauber. Eine Macht höher als alles andere. Höher als ich. Ich sagte doch ich bin nicht die Einzige. Aber von uns alten Göttern die Letzte. Wer die Regeln bricht, bricht den tiefen Zauber und verwirkt sich sein Dasein. Amar, ein paar Tipps bevor ich gehen muss: Als Schutzengel unterliegst du nicht den Regeln der Zeit. Eine Minute kann eine Ewigkeit dauern und eine Ewigkeit nur eine Minute. Doch gerade mit Letzterem sei sehr vorsichtig, die schnelllebige Zeit der Lebenden lässt es nicht zu das wir alles vorspulen. Du willst doch nicht auf Ewig in dieser Zwischenphase gefangen sein? Dies passiert, wenn du deine Aufgabe nicht erfüllst, so leid es mir tut. Du unterliegst auch nicht den Regeln der Gebundenheit. Wie du selbst gemerkt hast kannst du nicht aktiv mit den Lebenden agieren. Sie gehen durch dich hindurch wie durch Luft.‘‘ Allein bei diesem Gedanken wurde es Amar schon wieder schlecht ,,Du kannst nur passiv mit der Welt der Lebenden interagieren. Du kannst nichts Lebendes berühren, aber totes, wie einen Stein oder einen abgebrochenen Ast kannst du bewegen und dies werden die Lebenden wahrnehmen. Alles was von Menschenhand geschaffen wurde, eine Pistole oder ein Schwert kannst du nicht bedienen. Aber pass auf: Du darfst nur ein einziges Mal dich nur einer einzigen Person offenbaren. Für diesen Augenblick wird sie dich sehen und hören können. Dieser Augenblick wird kurz sein. Wähle den Zeitpunkt gut und verschwende ihn nicht. Du bist auch nicht an einen Ort gebunden. Denke an die Person oder den Ort, an den du willst, erkenne das Licht und greife nach ihm, dann wirst du dort sein.‘‘ Sie erhob sich und automatisch erhob sich auch Amar ,,Ich muss dich nun leider alleine lassen, mein Lieber! Es wird nicht einfach und ich habe mich schon dafür entschuldigt. Aber es ist ungemein wichtig. Ich freue mich darauf, wenn ich dich rufen werde und wir uns wiedersehen, denn du und Kaspian, ihr seid mir auch Freunde und Gefährten geworden.‘‘ Sie umarmte den General Persani und gab ihm ein Kuss auf die Wange ,,Danke, liebevolle Mutter!‘‘ brach es unüberlegt aus ihm heraus und sie lächelte ihn mild an. Ohne weitere Worte zu verlieren verlor sie dafür die Farbe am gesamten Körper. Wurde durchsichtig und schemenhaft. Sie war schon komplett transparent da erklang noch ihre klare warme Stimme ,,Bevor ich es vergesse: Der König muss fallen um Leben zu können!‘‘ dann war sie komplett verschwunden. Verwirrt wiederholte er ihre Worte und schüttelte den Kopf. ,,Gibt es noch andere wie mich?‘‘ Rief er ihr hinterher. Der Wind trug ein Lachen durch das rascheln der Blätter an den Bäumen. Er meinte ein ,,Finde es heraus‘‘ gehört zu haben, doch war sich da nicht ganz sicher. Das Dröhnen in seinem Kopf wurde weder besser noch leichter. Das musste er jetzt erstmal verarbeiten. Und so setzte er sich nachdenklich wieder auf die Parkbank.


...Ich hab Flausen im Kopf und Hummeln im Arsch
Ich hab immer was vor, bin immer verplant
Doch wird's mal still um mich dann komm'n die Geister hoch
Und ich hinterfrag mich jedesmal....

This post was last modified: 28.06.2018 18:05 by Aslan1990.

28.06.2018 17:53
Find all posts by this user Quote this message in a reply
Aslan1990
Auferstanden aus Ruinen
**


Posts: 1,129
Words count: 236,532
Group: Premium
Joined: Apr2018
Status: Offline
Reputation: 55
Experience: 99886393
Glory Points: 685
Medals: 33

Post: #2
RE: Der Untergang Persani (Oder: Amar's letzter Aufgabe)

Kapitel 1 - Der Alte


,,Das muss doch irgendwie funktionieren!‘‘ schimpfte Amar böse. ,,Greife nach dem Licht und du wirst dort sein…‘‘ äfft er Gaia nach, mit der er vor wenigen Tagen ein ausführliches Gespräch hatte. Der General trat gerade durch die geschlossene Türe in seine alte Stammkneipe ,,Zum wirren Feldwebel‘‘, hinter dessen Bar ein großes schwarz-weißes Trauerbild hing. So ging Scheich Amar an die Bar und setzte sich auf einen Hocker. ,,Henry, ein Bier bitte! Aber schön kalt, war ein verdammter Drecks Tag heute!‘‘ bestellte er lautstark. Doch niemand schien sich daran zu stören, jeder redete weiter, aber keiner mit ihm. Das Bier wurde zwar gezapft, aber einem anderen Gast vor die Nase gestellt. So wie immer setzte sich Amar gemütlich auf seinen Stammbarhocker und erzählte Henry, dem Kneipenbesitzer und Barkeeper von seinen misslungenen Versuchen mit dem Licht zu reisen.

,,Henry, ein Bier bitte!‘‘ der blonde hagere Mann stürmte die Türe zur Bar hinein und steuerte zielorientiert genau auf den Barhocker in der Mitte der Bar zu. An der Bar vor dem Hocker steht auf einer goldenen Tafel eingraviert General Scheich Amar. Er setzte sich und bekam von Henry, dem Besitzer der kleinen Eck-Kneipe, umgehend einen Anschiss ,,Das ist SEIN Platz! Du bekommst alles, solange du Geld hast und nicht auf SEINEM Platz sitzt!‘‘ ,,Er wird sich gewiss nicht mehr hier drauf setzen!‘‘ ,,Das weißt du nicht, und jetzt runter mit dir! Sonst werfe ich dich raus!‘‘ Mit einer beschwichtigenden Geste stand der junge blonde Mann vom reservierten Hocker auf und setzte sich auf den neben an und bekam augenblicklich ein Glas Bier hingestellt.

Amar fing sich nach kurzer Zeit wieder. Aber hätte er einen Mageninhalt gehabt, er würde jetzt den Fußboden zieren. Und vielleicht auch so zu Rauch zerfleddern, wenn jemand Lebendes durchgeht, genau so wie er gerade, als dieser Kerl sich auf seinen Platz gesetzt hatte. Dadurch, dass er einen Augenblick saß, konnte Amar sich mehrere quälend lange Sekunden nicht mehr zurückverwandeln. Solch einen heftigen Würgereiz hatte er in diesem Zustand noch nie gehabt. Langsam wurde es besser, da schallte es von einer Eckbank her: ,,Also, dafür dass du nicht mehr lebst, bist du noch sehr mit dem Leben verbunden. Lass doch endlich das Leben los und ziehen, dann hört das kotzen von alleine auf!‘‘ Amars Augen weiteten sich ,,Ihr könnt mich sehen?! Redet Ihr mit mir?!‘‘ fragte er fassungslos. ,,Ja. Ich kann so vieles sehen… Unter anderem auch dich! Jetzt komm her und setz dich‘‘ Amar setzte sich auf die Bank, dem komischen, alten Mann gegenüber. ,,Seit ihr auch tot?‘‘ ,,Nicht lebendig! So wie du. Du musst Amar sein?‘‘ erklärte der Alte, während er an seinem Bart streicht. ,,Woher wisst ihr das? Seid Ihr ein Gott?!‘‘ Der Alte fing herzhaft an zu lachen, Tränen kullerten ihm die Wange runter vor Lachen. ,,Du bist der zweite Mann dieses Landes, du bist der große Amar, der mit seinen 10.000 Löwen eine halbe Millionen Bären aus dem Land vertrieben hat. Außerdem hängt da vorne dein Bild und dein Name steht dabei. Ich bin kein Gott, ich bin wie du!‘‘ erklärt der Alte. ,,Wer seit ihr dann?‘‘ war die verwunderte Frage Amars. ,,Ich bin Georg! Georg Cohan.‘‘ ,,Sagt mir nichts, aber ich kann ja auch nicht jeder von den Milliarden Menschen auf dieser Welt kennen.‘‘ wiegelte der General schulterzuckend ab. ,,Dann hast wohl nicht viel mit der Mathematik am Hut! Macht nichts ...‘‘ ,,Ich bin General, meine Mathematik reicht zum ausrechnen von Mehrheiten. Wenn Ihr nicht lebt aber auch nicht tot seid… Was habt Ihr noch für eine Aufgabe von der großen Mutter erhalten?‘‘ rissen die neugierigen Fragen nicht ab. ,,Ich habe wohl die undankbarste Aufgabe. Ich darf solchen Neulingen wie dir helfen.‘‘ als Cohan den Blick des Scheichs sah lachte er leise auf ,,Lass es mich leichter erklären: Wenn du ein Schutzengel bist, dann bin ich der Oberste aller Schutzengel!‘‘ ,,Wie viele gibt es noch von euch?!‘‘ ,,Millionen, und jeden 3. Donnerstag im Monat haben wir eine Betriebsversammlung mit Team Lunch‘‘ witzelte der Alte während Amar die Augen verdrehte ,,Nein Amar, es gibt wirklich mehr von uns als du vielleicht denkst. Ich kann mir vorstellen, dass du dich alleine fühlst. So geht es den meisten von uns am Anfang. Aber du hast noch ein ganz anderes Problem, ein wesentlich größeres als diese Einsamkeit‘‘ ,,Und die da wäre?!‘‘ ,,Wie ich es schon sagte: Du hängst noch zu sehr an deinem vorherigen Leben. Trenne dich davon und werde eins mit der Unendlichkeit. Dann wirst du es schaffen zu reisen wie es Gaia dir ermöglicht hat. Mit den Lichtern zu hüpfen und die Zeit relativieren. Du musst nur eins werden mit der Unendlichkeit, mit dem tiefen Zauber der Grundlage von ALLEM ist. Grundlage des Universums. Grundlage der Unendlichkeit…‘‘ Cohan konnte mindetens unendlich viele Fragen in Amars gesicht gesehen. ,,Bevor du was sagst Amar, komm...'' er streckte ihm die Hand entgegen ,,Lass uns ein wenig spazieren und ich erkläre es dir. Ich zeige es dir. Das ist besser als diese trockenen Fragen. Nimm meine Hand... Na los, jetzt tu es schon.'' Als Amar etwas widerwillig dies tat löste er sich zusammen mit Cohan sofort in Rauch auf.


...Ich hab Flausen im Kopf und Hummeln im Arsch
Ich hab immer was vor, bin immer verplant
Doch wird's mal still um mich dann komm'n die Geister hoch
Und ich hinterfrag mich jedesmal....

This post was last modified: 09.07.2018 22:13 by Aslan1990.

05.07.2018 20:58
Find all posts by this user Quote this message in a reply
Aslan1990
Auferstanden aus Ruinen
**


Posts: 1,129
Words count: 236,532
Group: Premium
Joined: Apr2018
Status: Offline
Reputation: 55
Experience: 99886393
Glory Points: 685
Medals: 33

Post: #3
RE: Der Untergang Persani (Oder: Amar's letzter Aufgabe)

Kapitel 2 – Das Ding mit der Unendlichkeit


Vor dem Auge der vierten Wand war ein wunderbares, traumhaftes Szenario geboten. Eine Klippe, mit einer Weitsicht in einen dichten grünen Dschungel hinein die einfach nur atemberaubend ist. Auf dieser Klippe stand ein einsamer, alter Baum umzingelt von mehreren großen Findlingen. Dazwischen noch ein Busch. Es scheint als wäre die Luft nirgends klarer, der Himmel nirgends blauer. Leise raschelt der Wind in den Blättern des Baumes und des Busches.

Amar entledigte sich noch den letzten Resten seines geisterhaften Mageninhaltes, bevor er wieder aus dem Busch herauskommt und das rascheln der Blätter endlich ein Ende fand. ,,Macht so etwas NIE wieder mit mir! Das Gefühl bringt mich noch um!‘‘ motzte der General seinen Reiseführer durch die Unendlichkeit an. Georg Cohan klopfte dem stämmigen Geist auf die Schulter ,,Sie es positiv, sterben kannst du definitiv nicht mehr!‘‘ und lachte dabei herzhaft, was ihm einen bösen Blick Amars einhandelte. Mit einem seufzen blickte sich der Scheich um ,,Wo sind wir hier? Ich kenne diesen Ort nicht‘‘ ,,Paradise, nirgends ist die Schöpfung und der alte Zauber reiner um es dir so einfach wie möglich zu zeigen!‘‘ ,,Was denn jetzt endlich?! Ich habe keine Zeit, ich muss auf meinen Schützling aufpassen!‘‘ ,,Amar, merkst du es nicht? Die Zeit läuft viel langsamer. Deinem Kaspian passiert nichts, wir haben alle Zeit des Universums!‘‘ Amar blickte sich um. Er dachte, dass der Typ spinne, er sah Vögel fliegen. Und entweder war dies eine super Zeitlupe und eigentlich waren diese Vögel so schnell wie eine Rakete. Oder Cohan hatte recht. ,,Aber der Vogel dort…‘‘ Cohan setzte sich auf einen der Findlinge und schaute in die Weite des Paradises ,,Wir sind in einer anderen Dimension, Amar. Wir sind in der Dimension sechs.‘‘ Er sah den fragenden Blick und die hochgezogene Augenbraue seines Gesprächspartners. ,,Ok, du hast wirklich nichts mit Mathe am Hut!‘‘ ,,Ja wieso denn auch?! Mathe ist dazu da um Menschen das Leben schwer zu machen! Und jetzt muss ich selbst noch im Tot mich damit rumärgern!‘‘ schimpfte der General. ,,Im Nicht-Leben. Nicht im Tot!‘‘ ,,Papperlapapp! Mathe ist halt nichts für mich‘‘ ,,Amar, ich erzähle dir jetzt etwas und versuche es so einfach wie möglich zu halten. Du musst einfach nur die Klappe halten, mir zuhören und es verstehen. In Ordnung?‘‘ Amar nickte widerwillig und spitze die Ohren. Vorsorglich setzte er sich auch, falls es mal wieder etwas länger dauert. ,,Es gibt verschiedene Dimensionen. Die Welt in der du gelebt hast ist die 4. Dimension. 3D kennst du wohl, und dann kommt noch die Zeit dazu. Das ist die 4. Dimension. Dort hat jeder von uns gelebt und wir werden von Gaia wieder hinein geboren. Da wo du nach deinem Ableben aufgewacht bist ist die 5. Dimension. Hier kommt zu der Welt der Lebenden noch die Feinstöfflichkeit, oder auch Energie oder Seele genannt, hinzu. Die Lebenden sind zu sehr in ihrer Dimension gefangen, nur die aller wenigsten können uns Nicht-Lebenden sehen. Jetzt in diesem Moment hast du mit mir die 6. Dimension betreten. Die Letzte in der sich Wesen wie wir bewegen können. Die Sechste ist eine sehr sehr leichte Dimension. Hier herrscht nichts außer Gefühl, Energie und wird auch gerne die Seelenautobahn genannt. Wir Schutzengel nutzen diese Dimension um weite Strecken zurück zu legen und in der Welt der Lebenden vergeht gerade einmal ein paar wenige Sekunden. Und das tollste ist: Wir selbst entscheiden wie schnell dies geht! Dann gibt es noch die Dimension Alpha und Pi. In Alpha haben die Götter ihr Zuhause. Sie können von dort aus zu anderen Welten reißen, die Zeit komplett stillstehen lassen und neue Schöpfungen austesten. Dort liegt das Paradies, dort ist der Schoß Gaias. Dort wirst du hinkommen und all deine vorherigen Leben werden dich komplettieren und du hast die komplette Erleuchtung, bis du wieder in der vierten Dimension starten darfst. Und schlussendlich gibt es die Pi’te Dimension. Dimension Pi. Hier hat der tiefe Zauber seinen Angang. Hier liegt das komplette Universum. Der tiefe Zauber ist Mathematik pur. Das ganze Universum besteht aus der Unendlichkeit des tiefen Zaubers, basierend auf mathematischen Theorien. Du schaffst es von hier aus, aus der Dimension Pi, sogar unendlich Leben zu erschaffen!‘‘ ,,Jetzt ist aber genug‘‘ protestierte ein sichtlich verwirrter Amar ,,Unendlich Leben erschaffen geht nicht! In Physik war ich nämlich gut. Es gibt den Energieerhaltungssatz, der Besagt dass Energie nicht vernichtet werden kann. Und im Umkehrschluss heißt das, dass man auch aus dem Nichts nichts erschaffen kann.‘‘ Cohan lachte auf ,,Ja. Die Physik. Der Versuch die vierte Dimension in Worte zu fassen. Doch die Regeln der Vierten gelten nicht in Pi! Pi ist in seiner Unendlichkeit SO VIEL mächtiger als die Vierte!‘‘ ,,Unendlich ist Unendlich.‘‘ beharrte der General auf seinen Protest ,,Aber eines ist mächtiger als das andere. Nimm zum Beispiel die ganzen Zahlen. 1, 2, 3, 4, 5… Und dann nimmt alle reellen Zahlen, also ALLE die irgendwie bestehen. 0,1, 1/3, 0,5…. Alles was dir einfällt. Während du schon bei 999 Phantastiliarden bist wenn du in ganzen Zahlen zählst, habe ich noch lange nicht 1 erreicht, weil es ein noch immer kleineres gibt als 0,0000001. Die Nullen kann ich unendlich setzen. Eine Unendlichkeit in der Unendlichkeit. Dies macht den tiefen Zauber unendlich mächtiger als alles andere! Der tiefe Zauber kann sich selbst teilen ohne an Energie zu verlieren. Es entstehen zwei identisch große Teile die ebenfalls identisch sind mit dem Ausgangszustand. Der tiefe Zauber erschafft durch die Mathematik, wie wir es nennen, Welten. Einige wenige von uns Seelen können sogar ab und zu in diesen tiefen Zauber sehen und sogar VERSTEHEN was dort gerade passiert.‘‘ ,,Dieses Zeug habe ich noch nie verstanden. Und damit ist jetzt gerade auch nicht Schluss. Ich sehe hier keine Mathe, ich sehe weder Zahlen noch sonst was. Ich sehe meine Welt!‘‘ ,,Genau das ist das Problem! Du musst loslassen von allem Lebenden, du musst den tiefen Zauber verstehen. Und ich verspreche dir du wirst aufhören dir wahrlich die Seele aus dem Leib zu kotzen!‘‘ Wütend sprang Amar auf und gestikulierte wild ,,Was soll ich da verstehen?! Ja, Unendlich ist toll. Ich lebe wieder irgendwann und kann mich an nichts erinnern! Ich kann meinen Freund beschützen und weiß nichts mehr. Ich sehe Lichter überall…. Aber ich kann da nicht hinreisen! MENSCH!‘‘ ,,Ok. Vielleicht hilft es dir praktischer. Wenn du schon mal stehst… Werde dir klar was du willst…. Hast du es?‘‘ Amar nickte und schnaufte schwer durch die Nase. ,,Amar, du bist unendlich. Deine Seele ist unendlich. Du BIST eine Seele. Du bist deine Seele. Du bist unendlich und ein teil des tiefen Zaubers. Du bist so verwurzelt in der vierten Dimension, dass du den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst! Das Licht strahlt zu dir. Das Licht zeigt dir den Weg. Du musst es greifen um die Richtung zu wahren, aber du musst auch loslaufen! Wenn du dir vorstellst es dauert nur eine Sekunde, dann ist es so. Stellst du dir vor es dauerst 3, dann dauert der Weg 3 Sekunden. Für dich gelten die Regeln der Lebenden nicht mehr, du bist so viel mehr, du…‘‘ Amar war auf einmal verschwunden und Georg verdrehte die Augen ‚‘‘…hast losgelassen! Na das wird ein Spaß den Kerl wieder zu finden…‘‘ Und schon war auch Cohan verschwunden.


...Ich hab Flausen im Kopf und Hummeln im Arsch
Ich hab immer was vor, bin immer verplant
Doch wird's mal still um mich dann komm'n die Geister hoch
Und ich hinterfrag mich jedesmal....

This post was last modified: 10.07.2018 21:17 by Aslan1990.

09.07.2018 22:12
Find all posts by this user Quote this message in a reply
Aslan1990
Auferstanden aus Ruinen
**


Posts: 1,129
Words count: 236,532
Group: Premium
Joined: Apr2018
Status: Offline
Reputation: 55
Experience: 99886393
Glory Points: 685
Medals: 33

Post: #4
RE: Der Untergang Persani (Oder: Amar's letzter Aufgabe)

Kapitel 3 Amars Erleuchtung


Amar sah das Licht, er griff es. Ja, er wollte es verstehen! Er hielt es in den Händen und der Geist seines Lehrers verblasste langsam. Amar blinzelte ihn an. Zeit ist egal. Zeit ist was ich will. Also kann ich sofort von ihm weg sein. Er dachte gerade daran wie er von Cohan flüchten kann, hielt weiter das Licht fest und schon war er verschwunden. Er hing über dem Urwald, der am Fuße der Klippe lag. In der Luft. Im Freien. Der General erschrak sich dermaßen, dass er das Licht los lies und versuchte irgendwie wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Da vorne war ein See. Er versuchte in diesen zu erreiche und dort hinein zu fallen. Doch er erreichte ihn nicht. Schon vorher fiel er im freien Fall dem Waldboden entgegen. Der General streifte Äste und Bäume, der Boden kam immer näher. Amar bereitete sich schon auf den Aufprall vor. Mit einem lautstarken ,,AAAAAAHHHHHHHH‘‘ sah er den Boden auf sich zu rasen. Ungebremst traf er auf den Boden, doch anstatt einem Aufschlag raste er weiter runter. Er sah Gesteinsschichten und Erdmassen, bis er zu guter Letzt in einer Art Suppe landete und dort stecken blieb. Er blickte sich um, verängstigt und verstört. Hier schwirrten Zahlen umeinander. Da flog ein Schmetterling, gemacht aus Achtern. Dieser Schmetterling flog auf einen Baum zu, der aus einer Berechnung seiner Oberfläche und seines Volumens bestand. Dort hing diese fliegende Acht an einem Ast und verpuppte sich in einen Cocon. Dieser bestand aus der Zahlenreihe Pi. Und als ewig dauernde Sekunden später eine Raupe schlüpfte, die aus einem ewig langen Integral bestand, entfuhr Amar ein Fluch, der einen Marinesoldaten sogar hätte rot werden lassen. Plötzlich wurde Scheich Amar mit dieser mathematischen Suppe wie in einem Strudel herausgespült. Mitsamt der Suppe. Brüche, Primzahlen, Wurzeln… All dies drehte sich um seinen Kopf und drohten diesen zum platzen zu bringen. Er schloss die Augen um dem Druck im Kopf Einhalt zu gebieten. Doch selbst der Gegendruck, den er mit den Händen von außen auf seinem Kopf brachte, half nicht. Bis schließlich eine schrille Stimme seinen kompletten Kopf ausfüllte.


,,Wer ist er?! Was will er in meinem Schlafzimmer?!‘‘ dröhnte es laut in seinem Kopf. Amar öffnete seine Augen wieder und lies langsam die Hände sinken. Vor ihm stand, im Schlafgewand, ein wütender alter Mann. Dieser tobte weiter ,,Möge er nun endlich sprechen!‘‘ Der Mann stützte sich auf einen Stock, den er geschickt dem General auf den Kopf haute. ,,Na wird’s bald!‘‘ war sein Kommentar dazu. ,,AU!‘‘ Entfloh es Amar, der den geschlagenen Kopf rieb ,,Wie könnt Ihr mich schlagen? Seht ihr mich?‘‘ ,,Natürlich seh ich ihn! Ich bin ja nicht blind, so wie er es ist und einfach in mein Schlafzimmer poltert!‘‘ ,,Entschuldigt bitte‘‘ beeilte sich Amar zu sagen und hob abwehrend die Hände als der Alte den Stock erneut anhob. ,,Mein Name ist Amar! Ich bin ein Nicht lebender, ein Schutzengel sozusagen‘‘ ,,Jetzt hält er mich auch noch für dumm! MICH! Carl Friedrich Gauß! Der Größte unsereiner!‘‘ Amar traute sich kaum zu fragen, so wie der kleine alte Mann tobte, aber wenn er es wirklich nicht wusste so musste er fragen ,,Muss man Euch kennen, Herr Strauß?‘‘ Der Alte wurde zum rasenden Stier. Er schmiss mit herumstehenden Gegenständen nach dem unwissenden Amar ,,GAUß!! Carl! Friedrich! GAUß!!!!!‘‘ Amar ging in Deckung. Noch rechtzeitig bevor der Wüterich seinen Stock nach ihm warf. Da erhob sich eine Amar sehr bekannte Stimme ,,Carl! Carl! Alles gut! Carl! Hör auf! CARL!!‘‘ Es war Georg Cohan. Er war plötzlich erschienen und stellte sich vor Georg. Ihm machten die Wurfgeschosse nichts aus, sie flogen einfach nur durch ihn durch. Endlich hörte der übellaunige Gauß auf. ,,Kann er mir erklären was er in meinem Schlafzimmer will, warum er über mein Bett rollt und wieso er mich aus dem schlaf weckt?!‘‘ ,,Entschuldige Carl‘‘ beschwichtigte Georg, der oberste aller Nicht-Lebenden ,,Er ist neu. Er lies beim reisen das Ziel los und verirrte sich. Wir üben noch!‘‘ ,,Ja, Entschuldigung!‘‘ fügte der Scheich ungewohnt kleinlaut hinzu. So langsam beruhigte sich Gauß ,,Ach. Und da dachten die Beiden, er solle mal bei mir, dem Superstar der Mathematik, vorbeischauen. Ich könne ihm etwas erklären… Aber eines sag ich ihm: Mir ist meine Zeit zu schade um dummen jungen Geistern die Grundlagen des Geistsein zu erklären! Guten Abend!‘‘ Amar kam nun gänzlich aus seiner Deckung hervor ,,Dies war nie meine Absicht. Ich wollte doch nur…‘‘ ,,GUTEN ABEND!‘‘ War die schroffe Antwort aus den nicht vollendeten Satz und der alte Wüterich. Cohan streckte Amar die Hand aus ,,Komm, Amar, wir gehen!‘‘ Doch Amar schüttelte nur den Kopf ,,Ich schaffe das alleine! Ich weiß jetzt wie das geht.‘‘ Georg schien erstaunt ,,In Ordnung. Dann…. Dann treffen wir uns in Persani. In Feeneden am Königspalast. Findest du ihn?‘‘ Amar nickte nur und direkt nach der Bestätigung war Cohan auch schon weg. Amar schnaufte durch. Er suchte das Licht. Der Königspalast, besser gesagt dessen Ruinen! Mit ihm verband er so viel. Und dieses Licht war dementsprechend sehr hell und groß. Er griff nach ihm. Und ging los….

…Oder auch nicht. Er wollte los gehen. Doch er konnte nicht. Er hat es doch schon einmal gemacht, kurz bevor er hier gelandet war. Er hatte sich vorgestellt zu fliehen… Vor dem Alten kann man nur fliehen. Wie er da stand und ihn missmutig beobachte. Noch bevor Gauß etwas sagen konnte brach es aus Amar heraus ,,JA! Er kann es nicht! Er hat da so seine Probleme! Diese Unendlichkeit und Unendlicher als Unendlich. Und alles…. Das kann ER halt nicht. Er ist kein Mathematiker. Er ist ein einfacher Kerl, der einfach hätte tot sein sollen! Aber nein da kam die Frau Göttin und hat noch einen Auftrag für mich!‘‘ Amar holte Luft und schnaufte angestrengt. Gauß blieb ungerührt in Mimik und Gestik. Einzig und allein das Wort ,,Zahlenstrahl‘‘ brachte er über die Lippen. ,,Zahlenstrahl?!‘‘ Der Scheich konnte damit nichts anfangen. ,,Er stelle sich einen Zahlenstrahl vor. Eine Linie mit gleichweiten Abständen. Dort stellt er sich einfach vor wie groß die Zahlen jeweils sind. Eins, zwei, drei. 100, 200, 300. ¼, 1/3, ½…. Was immer er möchte. Je kleiner die Zahl desto kürzer die Reise. Sein eigenes Tempo muss er selbst heraus finden.‘‘ Amar schaute Gauß noch immer fragend an, und fast fürchtete er schon dass er wieder Schläge von dem alten Mathematiker einstecken müsse, doch dieser blieb dieses mal ruhig und forderte ihn auf es zu probieren. Er atmete tief durch, schloss die Augen und griff nach dem Licht. Er stellte sich eine schwarze Linie vor. Setzte 5 Markierungen im gleichen Abstand. Dann dachte er nicht lange nach, sondern machte einfach. Im Kopf sagte er die Zahlenreihe auf: Eins, zwei, drei, vier, fünf. Und schwupp war er im Licht, dass er durch die geschlossenen Augen sah. Langsam öffnete er die Augen und war froh als er die Ruinen von Feeneden vor sich sah.


...Ich hab Flausen im Kopf und Hummeln im Arsch
Ich hab immer was vor, bin immer verplant
Doch wird's mal still um mich dann komm'n die Geister hoch
Und ich hinterfrag mich jedesmal....

This post was last modified: 10.07.2018 21:17 by Aslan1990.

10.07.2018 21:16
Find all posts by this user Quote this message in a reply
Post Reply  Post Thread 

View a Printable Version
Send this Thread to a Friend
Subscribe to this Thread | Add Thread to Favorites
Rate This Thread:

Forum Jump: