Ich bin ja kein besonders leidenschaftlicher Leser, es passiert selten, dass mich ein Buch so in einen Sog reißt, dass ich es kaum noch aus der Hand legen kann. Lesen strengt mich eigentlich immer an und zur Entspannung schaue in dann lieber Filme oder Serien, die mich in andere Welten entführen. Also Leseratte oder Bücherwurm trifft auch mich gewiss nicht zu.

Andererseits bin ich ungeheuer wissenshungrig, wie ein Sextaner, im Idealfall. Und dann muss man eben viel lesen, und zwar nicht bloß ausschnittsweise, wie in Onlineartikeln oder der Wikipedia, sondern in zusammenhängenden, didaktisch klug aufgebauten, eingängigen und wenn möglich auch spannenden Texten, die eben nur in guten Sachbüchern zu finden sind.

Also, worauf ich hinaus will, sind die Kriterien, nach denen ihr Bücher auswählt. Bei mir ist ein wichtiges, dass es nicht zu lang ausfällt. Denn in der Zeit, die man für ein dickes Buch braucht, kann man mehrere kürzere nicht lesen. Zu manchen Themen ist ein fetter Wälzer allerdings unerlässlich.

Ich achte auch immer darauf, dass jedes große Thema wie Naturwissenschaft, Geschichte, Kultur, Unterhaltung stets abgedeckt ist, damit ich nie den Anschluss verliere, was ganz besonders für Fremdsprachen gilt, bei denen Stillstand sehr schädlich ist.

Sehr begehrenswert für mich sind dann insbesondere Bücher, die mehrere Themen miteinander verknüpfen. Wie beispielsweise Werke über Filmmusik, die Geschichte der Physik oder Historienromane und Biographien wichtiger Persönlichkeiten.

Ein weiteres wichtiges Kriterium sind die Rezensionen auf Amazon, wobei ich da weniger auf die nackten Zahlen achte, sondern auf die Qualität der Begründungen für Lob oder Kritik, auf die oft schon der Schreibstil des Rezensenten hinweist.

Und dann schneit immer mal wieder ein Buch dazwischen, das mir entweder von geschätzten Bekannten und Freunden wärmstens ans Herz gelegt wurde, oder das sie gar selbst geschrieben haben.

Ein weiteres Zünglein an der Waage zwischen dem einen oder anderen Buch ist die Zahl der Abbildungen. Je anschaulicher, desto besser. Obendrein können gute Fotos oder Zeichnungen ja auch genussvoll zu betrachten sein.

Ja, das waren so weit meine Kriterien für die Buchauswahl, neben dem Preis, wie mir gerade noch auffällt. Wenn ein Werk gute fünfzig Euro kostet, dann schiebe ich dessen Erwerb in schlechteren Monaten schon mal auf die längere Bank.

Und da fällt mir gerade auf, dass ich meinen kurzen, knackigen Text nicht gegendert habe. Und wie beschissen er schriftbildtechnisch aussähe, wenn ich das getan hätte. Ich schätze, ein Buch, in dem konsequent gegendert wird, würde ich auch nicht kaufen. Glücklicherweise weisen andere Rezensenten oft warnend darauf hin.