A Prayer before Dawn ist ein biografischer Knast- und Actionfilm. Aufgrund seiner Drogensucht landet der Thaiboxer Billy Moore in einem thailändischen Gefängnis, in dem er sich wortwörtlich durchboxen muss, um halbwegs human zu überleben. Man erfährt nichts über seine Vorgeschichte, er ist halt da in dem fremden Land, und er beherrscht, was alles erschwert, auch die Sprache nicht; und der Zuschauer kommt auch nicht in den Genuss einer Synchronisation, was dessen Einfühlung in die gnadenlose Verlorenheit des Protagonisten verstärkt. Anfänglich wirkt das alles furchtbar brutal und unfair, als eine schwüle Hölle auf Erden, aber peu a peu schält sich eine gewisse Solidarität und Ethik unter den Verbrechern heraus. Die Botschaft ist ein Funken der Hoffnung. Der Film wirkt höchst realistisch und nimmt einen immer mit. Und er wirft auch immer wieder die zentrale Frage auf, die ich mittlerweile zum Kernpunkt meiner Kritiken erkoren habe: Wie würde ich mich in dieser Situation verhalten? Und wenn die Antwort darauf glaubhaft wirkt, dann ist es tendenziell ein guter Film!

7,5/10