A Rainy Day in New York ist eine Liebeskomödie von Woody Allen. Es kostet immer Überwindung, einen Allen-Film zu beginnen, alleine schon, weil sie alle von diesem muffigen Jazz-Swing untermalt werden. Aber unterm Strich muss man immer wieder einräumen, dass die Musik zum Geschehen passt. In diesem Fall verschlägt es den jungen Intellektuellen Timothée Chalamet mit Neigungen zur Halbwelt in die besagte Metropole. Seine naive Freundin Elle Fanning nutzt die Gelegenheit, sich als Reporterin einen Namen zu machen, und landet gleich bei den größten der Filmbranche, die grandios durch Liev Schreiber, Diego Luna und Jude Law verkörpert werden. Und das führt zu immer wieder platzenden Verabredungen mit ihrem eigentlichen Freund. Der jedoch begegnet zu fällig der Schwester einer Ex-Freundin, die von Selena Gomez dargestellt wird und in dieser Rolle wohl Allens steifsten Träumen entsprang. Wofür man ihn schlecht schelten kann. Und so nehmen die Dinge im Hagel intelligenter oder vielsagender Dialoge ihren Lauf. Es entwickelt sich - hicks - eine prächtige Komödie, die das menschliche Wesen scharf analysiert und aufs Korn nimmt. Aber zahlreiche Beteiligte wie Amazon Prime zogen ihr Engagement zurück, nachdem fast dreißig Jahre alte und unbestätigte Me-Too-Vorwürfe gegen Allen laut wurden. Entgegen jeder gebotenen Unschuldsvermutung beugt man sich vorauseilend dem Gesinnungsterror. Aber Allen hat mit diesem Werk gezeigt, dass die Kunst stärker ist!

7,5/10