Der Goldene Handschuh ist ein Drama von Fatih Akin über den Frauenmörder Fritz Honka, der in den Siebzigern in Hamburg sein Unwesen trieb. Und diese Rezension ist eine Premiere: Ich habe höchstens fünfzehn Minuten von dem Film gesehen und gebe trotzdem eine Bewertung ab, die ich vor meinem Gewissen verantworten kann. Ich habe das nicht weiter angeschaut, weil alles widerlich und abstoßend war: Selbst die mutmaßlich positiven Figuren waren in ihren Outfits und in ihrer Steifheit unerträglich. Aber dazu kamen noch die völlig Kaputten, die sich wohl seit Jahrzehnten zu Schlagerschnulzen in der namensgebenden Kneipe besaufen und anbaggern. Und als Crouton natürlich der durch die Maske realitätsgemäß verunstaltete Jonas Dassler als Protagonist. Es ist wirklich alles ekelhaft, von den Einrichtungen über die Dialoge über die Kleidung bis zu den Gesichtern, und daher habe ich die Bluray baldmöglichst zurückgeschickt, um rasch einen weniger unerbaulichen Film zu erhalten. Ich meine, mein flüchtiger Eindruck reicht: Es geht in erster Linie um eine Milieudarstellung, und die ist denkbar ein- und aufdringlich. Somit gilt der Film für mich als gelungen, denn die Story ist zu vernachlässigen, da das meiste bekannt oder absehbar ist. Den hochgelobten, zugrundeliegenden Roman von Heinz Strunk werde ich mir wahrscheinlich auch sparen. Wobei mich anderseits aber auch wieder reizt zu erfahren, wie er die ganze Widerlichkeit sprachlich darstellt.

7,5/10