I’m Thinking of Ending Things von Charlie Kaufman. Der Oscar-Gewinner für das Drehbuch von Eternal Sunshine of the Spotless Mind hat hier einen der schrägsten Filme gedreht, die ich je gesehen habe. Schon der Autor der gleichnamigen Romanvorlage, Iain Reid, räumt ein offenes Ende ein, das der Interpretation des Lesers überlassen ist. Als Zuschauer rätselt man aber lange, ob sich das Sammelsurium an Skurrilitäten auflösen lässt. Ja, vielleicht, aber im Prinzip ist das auch egal. Es handelt sich um eine Collage aus höchst tiefsinnigen Bruchstücken, die einen in ihrer Intensität teilweise schmerzhaft berühren. Schon der angestrengte anfängliche Dialog des Liebespaares Jesse Plemons und Jessie Buckley, mit Einblick in die Gedankenwelt der Protagonistin, stellt eine filigrane Tortur dar. Das Spiel mit der Zeit und den Perspektiven fasziniert. Mit brillanter Kamera und eindringlicher Musik wird diese Elegie über Identität, Beziehung und Vergänglichkeit derart intensiviert, dass ein stringenter Sinn kaum noch vermisst wird. Aber es mag schlauere Interpreten als mich geben.

8,5/10