Lesson of the Evil ist ein japanischer Slasher-Film von Takashi Miike nach einem gleichnamigen Roman. Der Film beginnt beschaulich, der Englischlehrer Hideaki Ito möchte das Schummeln bei Klausuren unterbinden und Lehrer und Schüler pflegen diese und jene Beziehungen untereinander, die auch durchaus anrüchig ausfallen. Aber immer wieder stirbt jemand, mutmaßlich durch Unfall oder Selbstmord. Als er seine minderjährige Schülerin und Geliebte Elina Mizuno töten muss, gibt es kein Zurück mehr und der ominöse Englischlehrer geht bis zum Äußersten. Und das ist am besten mit dem englischen Begriff shooting spree zu beschreiben: Was da in aller Offenheit gezeigt wird, vergisst man gewiss nicht mehr, vor allem, und das stellt einen Tabubruch dar, weil es Jugendliche trifft. Das ist gut inszeniert, keine Frage, und mit modernster Tricktechnik hätte man auch abgerissene Gliedmaßen und platzende Schädel und so weiter darstellen können, was einem zum Glück erspart bleibt. Man hofft so schon, es möge bald ein Ende haben, aber es kommt und kommt nicht. Stattdessen wird man einem in die Länge gezogenen Orgasmus der Kaltblütigkeit und Mordlust ausgesetzt. Man will ausschalten, aber kann irgendwie nicht. Was soll man somit von so einem Film halten? Einerseits besteht aus Kritikersicht die größte Sünde eines Kunstwerks darin, zu langweilen, es sei denn, dass dies kalkuliert ist. Das aber tut dieser Film sicher nicht, er schockiert und bietet damit ein intensives Erlebnis. Aber er begeht, was die Ausnahme von der Regel bestätigt, eine noch größere Sünde: Er verherrlicht Gewalt, Mord und Totschlag. Denn es gibt keinen Punkt, an dem sich der Regisseur vom Täter wirklich distanziert, im Gegenteil, er haftet an ihm, indem er eine Fortsetzung andeutet. Somit ist es nur ein Gewaltporno. Ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich mich aus ethischen Gründen genötigt sehe, einen Film schlecht zu bewerten.

0,5/10