Nichts passiert ist ein Psychodrama von Micha Lewinsky. Der brave Familienvater Devid Striesow fährt mit Frau, eigener Tochter und der seines Chefs in die Skiferien. Dass er ein scheinbar überwundenes Problem mit Alkohol und Gewalt hatte, wird gleich zu Anfang klar. Und ob dieses wirklich gelöst ist, erfährt man in dieser intelligent gestrickten Geschichte nach einem schwer beweisbaren Verbrechen. Interessant dabei ist - und das macht wirklich gute Stories aus - dass man stets überlegt, wie man anstelle des Protagonisten selber handeln würde, ohne sich dessen sicher sein zu können. Und es dauert wirklich lange, bis man feststellen kann, dass der Musterdaddy gerade wirklich Mist baut. Wobei das auch teilweise wieder von Wertungsfragen abhängt, die man ebenfalls zu hinterfragen hat. Obwohl ich Striesow in einer anderen, womöglich noch mehr auf den Leib geschriebenen Rolle, schon besser gesehen habe, muss man allen Schauspielern Bestleistungen attestieren. Man ist fast geneigt zu beten, dass Maren Eggert nicht auch im echten Leben derart spröde ist.

7,5/10