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Filmkritik: Stromberg

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REDSTERN
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Post: #1
Filmkritik: Stromberg

Der lang ersehnte Stromberg-Streifen ist da! Die Serie besticht durch ihre subtile Tragikomik und die Entwicklung der Charaktere. Dies im Kinoformat einzufangen ist eine Herausforderung. Und nach dem ich den Film gesehen habe, muss ich sagen, dass es nur in Ansätzen gelungen ist.

Stromberg erlebt zwar eine Entwicklung, aber eine so radikale, dass es unglaubwürdig ist. Positiv finde ich jedoch, dass die Beziehungssache mit seinem Schirmchen in der Schwebe bleibt. Es ist zwar eines der großen Themen des Films, aber hier ist es mal gelungen tragikomisch zu enden - und damit eigentlich eine Fortsetzung notwendig zu machen.

Stromberg ist Aporie und sisyphosartiges Streben nach sinnbefreiter Karriere. Kino ist Happy End, Action und Glamour.

Dies passt natürlich nicht zusammen.

Am Ende setzen sich leider meist die Erfordernisse des Kinos durch. Es bleibt über weite Strecken nur noch der Wortwitz und das schauspielerische Können der Darsteller. Wer die Serie mag, wird den Film vergleichsweise fad finden.

Fazit: Eine unterdurchschnittliche, teilweise unglaubwürdige, dafür aber ordentlich lange Stromberg-Folge. Trotz allen Mankos sehenswert für Stromberg-Fans.

6,5/10


10.03.2014 21:52
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Malone
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Post: #2
RE: Filmkritik: Stromberg

Trotzdem ärgere ich mich ein bisschen, dass ich meine 250 Euro Überschuss nicht in den Film investiert habe, als Gelegenheit dazu war Motz


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09.05.2014 19:51
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Bratti
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Post: #3
RE: Filmkritik: Stromberg

Hab den Film jetzt gesehen und kann ihn aus meiner Sicht allen Stromberg-Fans nur wärmstens ans Herz legen. Am Anfang dachte ich zwar, die Handlung plätschert so vor sich hin, die finale Phase des Films finde ich jedoch sehr gelungen, spannend und eines Kinofilms würdig.

REDSTERN Wrote:
Stromberg erlebt zwar eine Entwicklung, aber eine so radikale, dass es unglaubwürdig ist. Positiv finde ich jedoch, dass die Beziehungssache mit seinem Schirmchen in der Schwebe bleibt. Es ist zwar eines der großen Themen des Films, aber hier ist es mal gelungen tragikomisch zu enden - und damit eigentlich eine Fortsetzung notwendig zu machen.

Stromberg ist Aporie und sisyphosartiges Streben nach sinnbefreiter Karriere. Kino ist Happy End, Action und Glamour.

Dies passt natürlich nicht zusammen.


Das mit der Entwicklung sehe ich etwas anders als du. Für mich zeichnet sich die Figur Stromberg im Kern ja gerade dadurch aus, dass er ein satirisch überzeichneter Opportunist ist, welcher immer nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, ohne dabei auch nur den Hauch von moralischen oder idealistischen Tendenzen erkennen zu lassen und sich dieser Eigenschaft dabei konsequent treu bleibt, sowohl in der Serie als auch im Film. Dass er sich in seiner Persönlichkeit entwickelt, kann ich deshalb für mich auch im Film nicht erkennen.

Für mich ist daher die in meinen Augen sehr gelungene Pointe des Films gerade die, dass es ein "Opportunist vor dem Herr'n" schafft, zum idealistischen Helden hochstilisiert zu werden und sich letztendlich sogar die Chance auf eine Politikerkarriere auftut. Herrlich! Hehe

P.S.: Gut, wenn man so will, war er in der Szene, als er den Autoschlüssel weggeworfen hat, schon irgentwie rebellisch und ausnahmsweise mal nicht opportun. ...Nur war er da bekifft Wink

This post was last modified: 02.01.2015 03:27 by Bratti.

02.01.2015 02:17
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REDSTERN
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Post: #4
RE: Filmkritik: Stromberg

Ich finde deine Interpretation interessant, aber ich glaube nicht, dass man das so sehen kann, wenn man berücksichtigt, dass der vermeindliche Opportunismus Strombergs im Kinofilm nicht als solcher deutlich durch Musik, Kamerführung, etc. pp gekennzeichet ist.

Nein, im Kinofilm ist Stromberg tatsächlich ein Idealist (und auch kein "Rebell"). Nicht ohne Grund wird ja der Wandel von Stromberg im Film von den Darstellern betont. Stromberg wurde bekehrt. Die SPD steht hier weniger für Opportunismus, sondern vielmehr für Gerechtigkeit.

Mittlerweile würde ich den Wandel allerdings ein wenig plausibler finden, als zu dem Zeitpunkt als ich die Kritik schrieb. Stromberg ist im Grunde am Ziel angelangt, wenn er die Aussicht auf den lukrativen Posten hat. Zugleich ist ihm Jennifer noch ein Stückchen näher als in den meisten Folgen der Serie. Beides führt dazu, dass er dem Reichtum weniger abgewinnen kann. Prinzipiell ist die Wandlung also schon motiviert; bloß ist sie viel zu rasant - und DADURCH unglaubwürdig.


This post was last modified: 02.01.2015 15:57 by REDSTERN.

02.01.2015 15:50
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