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Freiland / Free Land

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Usu
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Post: #11
RE: Freiland / Free Land

Sicher könnte es eine Begrenzung der Akkumulation geben. Es müssen nur alle Kapitalvermögen bekannt sein und dann eine Schranke (z.B. etwa bei 50.000.000 €) festgelegt werden, die eine Person halten darf. Wird diese überschritten muss Alles oberhalb der Schwelle verkauft werden.
Dadurch verteilt sich das Kapitalvermögen besser auf die gesamte Gesellschaft.
Schön erklärt auf der Website zum Meudalismus von Dr. Wozniewski: http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/meu...us.htm#4.7

BTW: Es wäre auch eine interessante Reform für Ars Regendi.


"Man sollte einen Menschen nicht nach seinen Tugenden beurteilen, sondern nach seinen Lastern. Tugenden können vorgetäuscht sein, Laster sind echt." (K.Kinski)

"Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein." (J.W. von Goethe)

This post was last modified: 17.07.2010 13:26 by Usu.

17.07.2010 13:24
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Titian
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Post: #12
RE: Freiland / Free Land

Kann mir irgendjemand Auskunft über die zu erwartenden Auswirkungen geben? Allem Anschein nach steigt ja die Korruption enorm an, wobei das bei älteren Staaten sehr häufig der Fall ist.


"If you grab them by their balls, their hearts and minds will follow." (Yes, Minister)

31.08.2013 04:16
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Alo
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Post: #13
RE: Freiland / Free Land

Also an dieser Stelle muss wohl jemand auch einmal für das Freiland eintreten, damit die Argumentation etwas ausgewogener ist. Wobei ich sagen muss, dass ich hier mehr in der "realen Welt" argumentiere und die Auswirkungen in ArsRegendi nicht kenne.

Generell bedeutet das Ganze natürlich Enteignung, ABER in den meisten realen Staaten (wie Deutschland) gibt es ohnehin schon die Grundsteuer (und die Grunderwerbssteuer, die dann wegfallen würde).
Das Freiland ist also eher ein Eingriff in das Erbrecht, denn das Land darf man behalten, muss aber wie bisher eine Abgabe zahlen. Grundsätzlich ändert sich also erst einmal nichts (es sei denn die Pacht wäre um ein Vielfaches höher als die Grundsteuer, aber auch hier sind die Auswirkungen nicht anders als bei einer Erhöhung der Grundsteuer). Außerdem heißt Freiland nicht umsonst Freiland, denn in der urspürnglichen Idee hat jeder das Recht auf einen bestimmten Teil Land zum Leben und zwar kostenfrei, erst wenn man mehr Land nutzen möchte als zum Leben nötig (Land für beispielsweise Äcker oder Fabriken, also Land für Profit) muss Pacht gezahlt werden.
Grundsätzlich geht die urpsrüngliche Idee des Freilandes mit zwei weiteren Reformen Hand in Hand, dem Freigeld und dem Grundeinkommen. Denn die Idee ist folgende: Das Land gehört allen, daher wird aus dem Freiland heraus das Grundeinkommen finanziert, damit dieses wiederum nicht gehortet wird, sondern die Wirtschaft ankurbelt gibt es das Freigeld. Das Freiland ist in Prinzip also nur eine Einfall Sylvio Gesells um das Grundeinkommen für alle langfristig finanzierbar zu machen.

Die eigentliche Veränderungen durch Freiland sind also vordergründig zweierlei Natur:
- Im Todesfall des Pächters geht der Besitz zurück an den Staat
- Mit Grund und Boden können keine Spekulationsgeschäfte mehr geführt werden
- Der Staat (bzw. laut Gesell eigentlich die Kommunalregierung) kann jederzeit unbeliebte Pächter (die wie hier befürchtet wurde den Boden zerstören z.B.) kündigen

So viel zu den Auswirkungen in der Realität. Wie sich das Ganze in ArsRegendi auswirkt kann ich nicht sagen. Denn in ArsRegendi gibt es weder eine Grundsteuer, noch eine Grunderwerbssteuer. Aber vllt. möchte sich ja noch wer dazu äußern? Würde mich auf jeden Fall brennend interessieren Smile

This post was last modified: 22.12.2014 15:15 by Alo.

22.12.2014 15:02
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hamma13
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Post: #14
RE: Freiland / Free Land

Zumindest einen großen Implementierungsfehler sehe ich bei der Reform:
Das (andere) Staatseinkommen bleibt unverändert, müsste aber massiv steigen (Reformbeschreibung: "Boden ... ist nicht mehr als Eigentum von Irgendjemandem anzusehen. Wer ihn nutzen möchte, muss an eine Verwaltungsbehörde eine Nutzungsabgabe zahlen, deren Höhe sich nach marktwirtschaftlichen Prinzipien bemisst.") Müsste man sich mal belesen, welchen Anteil der Produktionsfaktor Boden an der Bruttowertschöpfung einer Volkswirtschaft hat, es dürfte sich aber um einen (deutlich) zweistelligen, mit zunehmender Entwicklung der Volkswirtschaft abnehmenden Prozentsatz des BIP handeln.

Noch was Beschreibendes zu den Auswirkungen: Am auffälligsten dürfte der Einfluss der Reform auf die Einkommens- und Vermögensverteilung sein. In Dt Dem Rep (Link s. oben) liegt der GINI-Koeffizient, trotz niedriger Staatsquote (13,5%) und Liberalismus-Reform, konstant bei 0,12, dh wir haben eine sehr gleiche Verteilung, die es so nicht mal annähernd in einem realen Staat gibt (zum Vergleich: Deutschlands Nettoeinkommens-GINI, dh der Einkommen nach Umverteilung via Steuern/Transferzahlungen, liegt bei 0,29 ("Spitzenreiter" wie Norwegen haben um die 0,25), Primäreinkommens-GINI sowie Vermögens-GINI liegen deutlich höher).

07.11.2019 13:18
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optimus rex
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Post: #15
RE: Freiland / Free Land

Hallo hamma13!

Vielen Dank für deine Eingabe. Ich verlinke Malone deinen Beitrag.

Viele Grüße!

or

08.11.2019 09:49
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Malone
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Post: #16
RE: Freiland / Free Land

Hi Hamma, also dein anderes Staatseinkommen ist um mehr als 10% gestiegen. Dass ich den Effekt nicht stärker gemacht habe, liegt daran, dass ich vom Standardmodell BRD ausgegangen bin, wo wir ja schon eine Grundsteuer haben.

Zum Gini kann ich nicht wirklich viel sagen, die Bodenreform hat keinen so starken Einfluss darauf. Letztlich würde ich es an den nicht vorhandenen Einkommenssteuern festmachen.


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08.11.2019 19:30
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hamma13
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Post: #17
RE: Freiland / Free Land

Malone Wrote:
... dein anderes Staatseinkommen ist um mehr als 10% gestiegen.

Das mag sein, da mein anderes Staatseinkommen aber nur 2% des BIP ausmacht, liegt der Anstieg bei mickrigen 0,2% des BIP. Ich weiß nicht, wie es implementiert ist, halte eine prozentuale Erhöhung des Anderen Staatseinkommens aber für falsch, da das durch die Abschöpfung der Bodenrente erzielte Mehreinkommen unabhängig von der Höhe des bisherigen Anderen Staatseinkommens sein dürfte. Was hälst du von einer Erhöhung relativ zum BIP, zB 10% des BIP?

Apropos "Anderes Staatseinkommen": Wollt ihr das vllt in die Graphik "Haushalt III" mit aufnehmen, damit man die Entwicklung über die Zeit, wie bei den anderen Einkommensarten auch, verfolgen kann?

Malone Wrote:
Dass ich den Effekt nicht stärker gemacht habe, liegt daran, dass ich vom Standardmodell BRD ausgegangen bin, wo wir ja schon eine Grundsteuer haben.

Eine Grundsteuer, die 2018 ein Rekordaufkommen von 14,2 Mrd und damit 0,42 des BIP aufwies. Ich glaube nicht, dass irgendjemand behaupten würde, das die Grundsteuer intendiert oder geeignet ist, auch nur annähernd die Bodenrente abzuschöpfen, oder dies tatsächlich tun würde.

Malone Wrote:
[1.] Zum Gini kann ich nicht wirklich viel sagen, die Bodenreform hat keinen so starken Einfluss darauf. [2.] Letztlich würde ich es an den nicht vorhandenen Einkommenssteuern festmachen.

zu 1.: Das überrascht mich. Würde intuitiv erstmal behaupten wollen, dass die Vergemeinschaftung des Bodens zu einer erheblich gleicheren Einkommens- und vor allem Vermögensverteilung führt.

zu 2.: Das überrascht mich noch mehr. Niedrige/Keine Steuern auf das Einkommen sollen zu einer Gleicherverteilung führen? Und im Umkehrschluss führt dann eine Einkommensteuer von 100% zu maximaler Ungleichverteilung?

09.11.2019 10:30
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Malone
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Post: #18
RE: Freiland / Free Land

Quote:
Das mag sein, da mein anderes Staatseinkommen aber nur 2% des BIP ausmacht, liegt der Anstieg bei mickrigen 0,2% des BIP. Ich weiß nicht, wie es implementiert ist, halte eine prozentuale Erhöhung des Anderen Staatseinkommens aber für falsch, da das durch die Abschöpfung der Bodenrente erzielte Mehreinkommen unabhängig von der Höhe des bisherigen Anderen Staatseinkommens sein dürfte. Was hälst du von einer Erhöhung relativ zum BIP, zB 10% des BIP?


Der Anstieg ist absolut verankert, ich hatte das nur schon umgerechnet.


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09.11.2019 11:12
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Mammamianien
Post: #19
RE: Freiland / Free Land

hamma13 Wrote:
zu 2.: Das überrascht mich noch mehr. Niedrige/Keine Steuern auf das Einkommen sollen zu einer Gleicherverteilung führen? Und im Umkehrschluss führt dann eine Einkommensteuer von 100% zu maximaler Ungleichverteilung?


Ohne das aus der Ars-Matrix belegen zu können: Ja. Beides ist logisch.

Einkommenssteuer besteuert nur Einkommen jeglicher Art, also überproportional schwächere Bürger, die nicht, oder nicht in ausreichendem Maße Besitz/Eigentum erwerben konnten.
Eine Einkommenssteuer von 100% (egal ob nur als Steuer, oder zusammen mit Sozialabgaben) würde heißen, dass keiner mehr etwas von seinem Einkommen hätte, aber jeder von seinem Eigentum.
Natürlich wäre das maximale Ungleichheit (zwischen Eigentümern und Nichteigentümern). Das gilt übrigens schon ab deutlich weniger als 100%.

Der Eigentümer hätte weniger Kosten, weil er z.B. keine Miete zahlen müsste, keine Lebensmittel kaufen (weil er sie selbst produziert z.B.), oder auch nur kein Auto leasen, keine Möbel kaufen, keinen Fernseher, kein Nichts, weil er diese Dinge schon vorher hatte.
Es gab dazu einmal einen tollen Gedanken in einem der Pratchett-Romane über die Stadtwache, den ich hier unvollständig aus dem Gedächtnis wiedergebe: "Die Reichen waren so reich, weil sie viel weniger Geld ausgeben mussten. Während er dreimal im Jahr neue Stiefel kaufen musste, weil das Geld für die guten Stiefel nie reichte, kauften sie sich einmal gute Stiefel. Außerdem brauchten sie nie neue Möbel kaufen, weil Generationen vorher genug Möbel für die ganze Stadt angehäuft hatten."


Falls bei einem Quote kein Name steht, geht davon aus, dass der letzte Name immer noch gilt und es derselbe Post war!
Ich halte mich an meine Zitatregeln: beim ersten Zitat aus einem Post wird ein [" Quote= ]" gesetzt. Danach bis ein neuer Poster oder ein neuer Post kommt, nur ein "[ Quote "]. Falls ich zwischen Postern hin-und-herspringe, nenne ich den Poster auch häufiger.


Si vis pacem para bellum

"Alles, was der Mensch ist und was ihn über das Tier hinaushebt, dankt er der Vernunft. Warum sollte er gerade in der Politik auf den Gebrauch der Vernunft verzichten und sich dunkeln und unklaren Gefühlen und Impulsen anvertrauen?" (Ludwig von Mises)
10.11.2019 02:27
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