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Hausbesetzungen gut/schlecht?

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Hertilau
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Post: #1
Hausbesetzungen gut/schlecht?

Sind Hausbesetzungen positiv oder negativ zu sehen?

dafür spricht meiner Meinung nach, dass besetzte Häuser wie z.B. das Thomas-Weisbecker Haus in Berlin-Kreuzberg ca. 30 Jahre nach der besetzung sich zu einem kulturellem Treffpunkt des Bezirks mit Konzerten oder Ausstellungen ist. ausserdem hat dieses Zentrum in 30 jahren viele obdachlose Kinder aufgenommen und ihnen ein Zuhause gegeben.

dagegen spricht allerdings, dass diese grundsätzlich "Diebstahl" ist da der rechtmässigen Besitzer das Haus zu eigenen Zwecken gekauft hat und ihm dieses jetzt Weggenommen wurde.

10.03.2010 18:14
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osabedor
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Post: #2
RE: Hausbesetzungen gut/schlecht?

bis vor kurzem galt in den niederlanden die regelung, dass wenn ein gebäude mehr als ein jahr leerstand, derjenige der sich dort mit sack und pack niederließ ("kraaken" hieß das) wohnrecht genoß. wie die eigentumsregelung bezüglich miete, rausschmiß usw. gesetzlich gehandhabt wurde weiß ich allerdings nicht.
ich finde, ebenso wie du eine solche besetzung als diebstahl bezeichnest, ist es mit diebstahl gleichzusetzen wenn jemand der nicht auf die mieteinnahmen aus solch einem objekt angewiesen ist, dies spekulativ, also vorsätzlich leerstehen läßt um damit die preise für andere mietobjekte hoch zu halten. dies muß selbstverständlich im kontext von vielen gesehen werden die dies gleichzeitig tun.
dadurch wird eine künstliche knappheit erzeugt und erhalten, die alle diejenigen die auf zu mietende objekte angewiesen sind, dazu zwingt preise zu bezahlen die eigentlich nicht denen eines echten marktes entsprechen.
von daher gesehen würde ich die regelung die erst vor kurzem in den niederlanden, nach jahrzehnten des bestandes, durch die bürgerliche mehrheit abgeschafft wurde, allgemeingültig einzuführen!


"Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zurzeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht." (Kurt Tucholsky)
11.03.2010 09:47
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Prinz-Smile
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Post: #3
RE: Hausbesetzungen gut/schlecht?

genau so, den warum soll der besitzer erst warten bis manche denkmalgeschützten häuser eingefallen sind, oder soweit entkernt werden, bis man garnichts mehr davon sieht. wie bei uns in der "alten mühle" die den namen nur noch tragen darf, weil die eine grundmauer stehen lassen haben, aber eigentlich enorm viel entkern haben lassen, da sie es jahre stehen lassen haben. das hat ja nix mit denkmalschutz zutun.

dann kann auch ein besetzer kommen und das haus wieder so machen wie es die vorschrift, sagt.

11.03.2010 12:06
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Globaltom
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Suedparadies
Post: #4
RE: Hausbesetzungen gut/schlecht?

Siche is klar ein leeres Haus keiner brauchts und man
muß nur reingehn und für Mau drinn wohnen, is ein schöner Traum.
Nur is das so einfach .
Es gibt nach wie vor Leute die Ersparrtes in so ein Haus stecken.
Sollen die etwa ihr Haus an eine Horde Anarchos verlieren
weil sich ne Zeit lang kein Mieter findet.

@ P S Denkmalschutz is siche was schönes,
aber was wenn eben die Substanz marode ist?
Dann hilft kein Jammern oder Schimpfen ( auf wen auch immer)
dan muß eben manchmal bis auf die Front alles umgekrempelt
werden ( am besten noch umweltschonender) .
Und ob irgendeine Hausbesetzer Kommune das besser macht
( oder schlechter) als irgendein "Bürgerlicher" is wohl mehr
ansichtssache als Allgemeingültigkeit.


Briefwähler

This post was last modified: 22.04.2015 22:12 by Globaltom.

11.03.2010 12:36
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Kamikazefreak
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Post: #5
RE: Hausbesetzungen gut/schlecht?

Globaltom Wrote:
Siche is klar ein leeres Haus keiner brauchts und man
muß nur reingehn und für Mau drinn wohnen, is ein schöner traum.
Nur is das so einfach .
Es gibt nachwievor Leute die Ersparrtes in so ein Haus stecken,
sollen die etwa ihr Haus an eine Horde Anarchos verlieren
weil sich ne Zeit lang kein Mieter findet.

@ P S ´Denkmalschutz is siche was schönes,
aber was wenn eben die Substanz marode ist?

Dann hilft kein Jammern oder Schimpfen ( auf wen auch immer)
dan muß eben manchmal bis auf die Front alles umgekrempelt
werden ( am besten noch umweltschonender) .
Und ob iregndeine Hausbesetzer Kommune das besser macht
( oder schlechter) als irgendeein "Bürgerlicher" is wohl mehr
ansichtssache als Allgemeingültigkeit.


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Für Frieden - gegen Titian
11.03.2010 14:10
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Horst Heesofer
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Post: #6
RE: Hausbesetzungen gut/schlecht?

Äh - mal doof gefragt - welches Recht hat irgendein dahergelaufener Penner einfach mal irgendein Haus - das im Normalfall mehrere hunderttausend Euro wert ist - eines anderen Menschen zu besetzen? Egal wie lange es leersteht.

Derjenige kann sich genauso gut beim Hauseigentümer melden und mit dem anständige Mietkonditionen ausmachen, sofern dieser einverstanden ist natürlich.

Quote:
ich finde, ebenso wie du eine solche besetzung als diebstahl bezeichnest, ist es mit diebstahl gleichzusetzen wenn jemand der nicht auf die mieteinnahmen aus solch einem objekt angewiesen ist, dies spekulativ, also vorsätzlich leerstehen läßt um damit die preise für andere mietobjekte hoch zu halten.


Was hat das bitte mit Diebstahl zu tun? Das ist ein absolut legitimes Mittel der Marktwirtschaft. Genauso hälts der Staat mit seiner Milchquote oder Arbeitnehmer mit Streiks, die eben für eine Knappheit der Ware Arbeit sorgen.

Grundsätzlich muss der Hauseigentümer eine 100%ige Verfügungsgewalt über sein Eigentum haben und darf nicht von irgendwelchem Anarchopack darum gebracht werden. Glücklicherweise garantiert das GG ja auch das Recht auf Eigentum Wink

11.03.2010 17:28
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Sheep
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Post: #7
RE: Hausbesetzungen gut/schlecht?

Horst Heesofer Wrote:
Glücklicherweise garantiert das GG ja auch das Recht auf Eigentum Wink


Es sagt aber auch, dass Eigentum verpflichtet, gleich im nächsten Absatz:

http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_14.html

Vermietung geht irgendwo als gemeinnützig durch, bewusste Nichtvermietung nicht...


11.03.2010 18:05
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P_v_S
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Post: #8
RE: Hausbesetzungen gut/schlecht?

Horst Heesofer Wrote:
Äh - mal doof gefragt - welches Recht hat irgendein dahergelaufener Penner einfach mal irgendein Haus - das im Normalfall mehrere hunderttausend Euro wert ist - eines anderen Menschen zu besetzen? Egal wie lange es leersteht.

Derjenige kann sich genauso gut beim Hauseigentümer melden und mit dem anständige Mietkonditionen ausmachen, sofern dieser einverstanden ist natürlich.

Quote:
ich finde, ebenso wie du eine solche besetzung als diebstahl bezeichnest, ist es mit diebstahl gleichzusetzen wenn jemand der nicht auf die mieteinnahmen aus solch einem objekt angewiesen ist, dies spekulativ, also vorsätzlich leerstehen läßt um damit die preise für andere mietobjekte hoch zu halten.


Was hat das bitte mit Diebstahl zu tun? Das ist ein absolut legitimes Mittel der Marktwirtschaft. Genauso hälts der Staat mit seiner Milchquote oder Arbeitnehmer mit Streiks, die eben für eine Knappheit der Ware Arbeit sorgen.

Grundsätzlich muss der Hauseigentümer eine 100%ige Verfügungsgewalt über sein Eigentum haben und darf nicht von irgendwelchem Anarchopack darum gebracht werden. Glücklicherweise garantiert das GG ja auch das Recht auf Eigentum Wink



Ich war auch mal Hausbesetzter, und das kam so:

Kurz vor der Wiedervereinigung hatte es mich nach Berlin verschlagen, nachdem ich eine vorübergehende bleibe gefunden hatte, hab ich mir gleich mal einen Job gesucht.

Als nächstes kam die Wohnungssuche:

Ein Wohnklo im 3. Hinterhof 30-40 qm, Toilette im Treppenhaus, wurde angeboten zu einer Miete von 550 DM. Zuzüglich einer Sicherheitsleistung von 3000 DM, und einem Bestechungsgeld an den Makler von vermutlich der gleichen Summe mindestens.

Trotzdem hatten sich vor Beginn der Besichtigung etwa 200 Interessenten vor dem Haus versammelt.

Bei meinem Einkommen war mir gleich klar, das ich auf dem Wohnungsmarkt keine CHance hatte.

Gleichzeitig standen in Berlin ganze Wohnblocks leer.

Als sich die Chance bot, zog ich also in eines dieser leerstehenden Häuser ein.

Es wurde eine angemessene Miete auf ein Sperrkonto eingezahlt, auf die der Hausbesitzer jederzeit zugreifen hätte können.

Ich kann da somit keinen Diebstahl sehen.

Allerdings gab es ein breites Streugut an Bewohnenern, und einige würde ich nicht gerade als tragende Säule des Staates beschreiben. Will meinen in dieser recht freien Wohngemeinschaft gab es Elemente, die über keinerlei Politischen Bewusstseins verfügten, sondern denen es nur um einen möglichst bequemen Schlafplatz ging.

Fazit:

Wenn die Wirtschaft und der Staat seinen Aufgaben zur Wohnraumbeschaffung nicht nachkommt, und gleichzeitig bewohnbarer Wohnraum leersteht, kann ich keinen Moralischen Hinderungsgrund erkennen, ein Haus zu besetzen.

11.03.2010 18:36
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xaoc
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Post: #9
RE: Hausbesetzungen gut/schlecht?

keinen moralischen. aber juristischen. wenn ich ein auto brauch, mir aber keins leisten kann, und du im urlaub bist und dein auto solange nicht brauchst, dann wird es dir denk ich dennoch nicht gefallen wenn ich, jemand mit dem du nichts zu tun hast, mir dein auto für die zeit ausleihe.


den klugen kann man überzeugen, den dummen muß man überreden

"Schau du lieber das dich nicht verschreibst " - ein forum-user

This post was last modified: 11.03.2010 18:55 by xaoc.

11.03.2010 18:54
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yeahyeah96
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Post: #10
RE: Hausbesetzungen gut/schlecht?

Dazu fällt mir ein Spruch ein, die die Grüne Jugend mal auf einem Banner hatte:

"Besser die Jugend besetzt leere Häuser, als fremde Länder."


Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
(Friedrich Hebbel)
11.03.2010 19:27
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