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Hungertote durch Mangelernährte ersetzen oder ergänzen [Neue Statistik]

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TheLastShah
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Post: #1
Hungertote durch Mangelernährte ersetzen oder ergänzen [Neue Statistik]

Die Begriffe Ernährungsarmut, Mangelernährung und Food Insecurity benutze ich im folgenden synonym.

Die Zahl der Hungertoten in ar ist die Schlüsselstatistik dazu, wie schlecht es den Ärmsten einer Gesellschaft geht. Tatsächlich gibt es aber nur 3 Zustände, die ich kenne:

1) keine Hungertoten - die meisten Staaten
2) 3.000-30.000 Hungertote - Schwellenländer, Fundis und Entwicklungsländer ganz am Anfang (und mit Erhöhung von Wohlfahrt kann man das Problem schnell lösen)
3) Millionen Hungertote bei Staaten, deren Matrix crasht

Damit wird für die Staatenlenker diese Zahl nahezu bedeutungslos, und das Schicksal der weniger Privilegierten wird gar nicht thematisiert. Denn das Sozialreformen und Kürzungen der Wohlfahrt & Renten auch zwischen 100-%LHK und 50%-LHK (ungefähr die Grenze des Existenzminimus, bei der Menschen anfangen zu verhungern) zu drastischen Einschnitten und Folgen wie zum Beispiel Mangelernährung führen (aber auch massivem Einbruch in der Chancengleichheit usw.), sind ja nicht von der Hand zu weisen. Ebenfalls ist ein hoher GINI in ars-Regendi vernachlässigbar, während er in der Realität ebenfalls ein guter Indikator für höhere Armut (und damit auch Mangelernährung ist).

—- Details aus der Praxis dazu —-
In Deutschland geht man davon aus, dass knapp 500.000 - 2.500.000 Kinder unter „Food insecurity“ leiden. Weitere 1,5 Millionen Menschen suchen regelmäßig eine der über 900 Suppenküchen in Deutschland auf.

Quote:
Laut der aktuellen Berechnung der Regelsätze stehen einer alleinstehenden Person 4,96 Euro pro Tag für Essen und Trinken zur Verfügung. Damit ist eine auskömmliche und gesunde Ernährung nicht möglich. Hinzu kommt, dass oft zusätzlich am Essen gespart werden muss, um andere dringende Ausgaben zu decken.


Erschreckend ist ebenfalls, dass bis zu 1,6 Millionen der 20 Millionen Rentner und Pensionäre unter Mangelernährung leiden. Eine wichtige Ursache sind auch hier ökonomische Aspekte.

Alles in allem geht man davon aus, dass in Deutschland mindestens 5% der Bevölkerung von Ernährungsarmut betroffen sind, und einiges weist darauf hin, dass dies vor 20 Jahren/vor der H4-Reform weniger schlimm war.

In Amerika sieht das deutlich schlimmer aus. Obwohl das BIP/Kopf nahezu anderthalb mal so groß ist, leiden hier 15% der Bevölkerung an „Food insecurity“. Erschreckend ist die Verteilung: so gehen 35% der Single-Mütter regelmäßig ohne oder nur mit unzureichendem Abendessen ins Bett. Man geht davon aus, dass 5% der amerikanischen Bevölkerung unterernährt sind.

In Indien kann man davon ausgehen, dass knapp 70% der Bevölkerung unter Ernährungsarmut leiden, wobei bis zu 30% der Bevölkerung unter Unterernährung leiden leiden. (In Indien sterben laut SOS Kinderdörfern übrigens 1,4 Millionen Kinder pro Jahr an Unterernährung, und nicht wie bei ars-regendi ~20.000).

——————

Zum Vorschlag:

Ersetzen oder ergänzen wir die Zahl der Hungertoten durch/mit der Zahl der Mangelernährten:

Code:
Demographie

....
Hungertote: 125
Mangelernährte Bevölkerung: 15,2%


Demography
...
...
Starved to death: 125    
Food Insecurity: 15.2%


So erschaffen wir für die Zukunft auch ein neues Dilemma bei Haushaltskürzungen: Natürlich kann man die Wohlfahrt unter LHK kürzen (und damit auch ein paar „Arbeitsunwillige“ aktivieren, aber andererseits „bestraft“ man so auch direkt viele andere "Unschuldige").

Gleiches Dilemma hat man in Zukunft auch bei Rentenkürzungen: Natürlich saniert man schneller den Haushalt, wenn man bei dem großen Posten Rentenzahlungen ein paar mal kräftig kürzt, aber kann man als Regent ruhigen Gewissens damit schlafen, dass jetzt alte Menschen, die ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben, hungrig ins Bett gehen? Und das nur, damit der Haushalt möglichst schnell entschuldet ist, und ein großes Militär finanziert werden kann? Zwinker2


----- ------


Ein paar Gedanken zur Simulation

Ganz sicher hängt die Zahl der Mangelernährten von verschiedenen Parametern ab:

1. Ab wann entsteht ein Risiko der Mangelernährung?
Hier könnte man behelfsmäßig die Armutsgefährdungsquote nehmen (60% des Medianeinkommens) -
oder LHK x 1,4*

*schuldrechtliches Existenzminimum in Deutschland ~1140€ pM; Lebenshaltungskosten ~860€ pM; Hartz4/steuerrechtliches Existenzminimum: 735€ pM; Den 1,4-Faktor nehme ich aus dem Verhältnis des schuldrechtlichen Existenzminimums (Pfändungsgrenze) und dem steuerrechtlichen Existenzminimums (Steuerfreibetrag/ durchschnittliche H4-Leistung: 409€ für die Lebensführung als Geldleistung + Miete & Heizkosten). Die beiden Beträge ins Verhältnis zu setzen ergibt sich aus einer historischen Logik: die Pfändungsgrenze ist als der Betrag zu verstehen, den ein Einzelner aus eigener Arbeit behalten darf, auch wenn er Verbindlichkeiten in größerer Höhe zu begleichen hat; das Existenzminimum aus der Wohlfahrt ist der Grenzbetrag, den "eine Person in Not" als solidarische Übergangsleistung von der Gesellschaft einfordern kann. Übrigens passt auch hier die 43%-Grenze des Medianeinkommens, die ebenfalls als Existenzminimum betrachtet wird, sie läge 2016 mit 762€
ziemlich nah dran.


2. Progressives Ansteigen der Mangelernährten Bevölkerung:

Folgende Sätze als Beispiel (Einkommen: Nettoarbeitseinkommen + Wohlfahrt oder Rente + Grundeinkommen):

Einkommen / Anteil der Mangelernährten in der jeweiligen Gruppe
Einkommen > 200% LHK: 0,10%
Einkommen > 140% LHK: 1,00%
Einkommen > 130% LHK: 5,50%
Einkommen > 120% LHK: 10,50%
Einkommen > 110% LHK: 25,00%
Einkommen > 100% LHK: 35,00%
Einkommen > 80% LHK: 50,00%
Einkommen > 60% LHK: 65,00%
Einkommen = 50% LHK: 75,00%
Einkommen < 40% LHK: 100% (==> vermehrt Hungertote)*

*Das wären in Deutschland ca. 10€ pro Tag (für alle anfallenden Ausgaben)


3. Berechnung des Anteils der mangelernährten Bevölkerung:

a. für die Arbeitende Bevölkerung: Fraglich ist, wie das Nettoeinkommen verteilt ist. Die Nettoeinkommen sind die Durchschnittseinkommen nach der Einkommenssteuer. Die Einkommen sind nach dem GINI zu einem bestimmten Grad ungleich verteilt. Hierzu müsste man sich etwas überlegen, was innerhalb einer Simulation berechenbar ist (ich habe hier viel Text und
Überlegungen gelöscht, weil das zu keinem brauchbaren Resultat geführt hat; ein paar Daten aus Deutschland: 2010 verfügte das untere Einkommensdezil über ~650€ pM (NÄE), und damit ca. 90% der LHK; andererseits muss bedacht werden, dass das unterste Einkommensdezil aus Menschen besteht, die von Sozialleistungen abhängig sind. Das 2. Einkommensdezil verfügte mit über ~980€ pM (NÄE) knapp 110% der LHK;
erst beim 4. Dezil kommen wir über ein Einkommen, dass signifikant über der Pfändungsgrenze und damit dem Betrag, der notwendig ist, um nicht das Risiko einer Mangelernährung zu erleiden, erreicht (mit knapp 1280€ pM)

b. für die Arbeitslose Bevölkerung
Wohlfahrt

c. Für Pensionäre & Rentner:
Rentenniveau (Achtung: Das Rentenniveau ist natürlich nicht gleichmäßig verteilt sofern nicht die Rentenreform I durchgeführt wurde). Ebenfalls haben Rentner i.d.R. einen Kapitalstock, aus dem sie zehren können. Der Einfachheit halber kann man davon ausgehen, dass die Renten & Vermögen ähnlich zum GINI verteilt sind.

Wenn Rentenreform I durchgeführt ist, dann sind alle Renten auf einem Niveau.

Kapitalstock x Anteil der Rentner an Gesamtbevölkerung x 2 (Rentnerfaktor) x Zinssatz = Einkommen der Rentner aus Kapitalanlagen, ebenfalls GINI-verteilt

4. Fixe Faktoren:
- Staatliches Gesundheitssystem: Mangelernährung -30%
- Privates Gesundheitssystem: Mangelernährung +20%
- Bankreform I: Mangelernährung -10% (Banken vergeben Kredite auch an Menschen in sozialen Notlagen)
- Laizismus: Mangelernährung +5% (Kirchen kümmern sich weniger)
- Negative Einkommenssteuer (Verändert Einkommensverteilung, insbesondere Einkommensschwache werden stark entlastet): Mangelernährung -40%


--------------

Berechnungsbeispiel für meinen Staat Quin Na:

LHK: 1.200€
NettoEK: 2.900€
GINI: 0,25
Arbeitslosenquote: 15%
Wohlfahrt: 665€
Renten: 1.170 €
Rentner an Gesamtbevölkerung: 18%

Vorberechnungen

1,4xLHK: 1680€

Fraglich: Welcher Bevölkerungsanteil hat ein Einkommen < 1680€

1. Arbeitslose: 15% der Arbeitsfähigen Bevölkerung erhalten nur 55% der LHK als Wohlfahrt ausgezahlt. Die Arbeitsfähige Bevölkerung (Auszubildende + Erwachsene) macht 60% des Gesamtbevölkerung aus. Folglich erhalten 9% der Bevölkerung nur 55% der LHK.
Bei 55% LHK-Einkommens-Niveau beträgt die Quote der Mangelernährten 70%.
6,3% der Bevölkerung sind Mangelernährt aufgrund von niedriger Wohlfahrt.

2. Rentner (Rentenreform I). 18,5% der Bevölkerung sind Rentner, sie erhalten pro Kopf eine Rente i.H.v. ca. 100% der LHK. Bei 100% LHK beträgt die Quote der Mangelernährten 35%.
Folglich sind 6,4% der Bevölkerung Mangelernährt aufgrund von niedriger Renten.

3. Restliche Bevölkerung: (Näherung durch Nutzung der deutschen Daten zur Einkommensverteilung):
Das 1. Einkommensdezil erhält im Schnitt nur 40% des Nettoeinkommens und damit nur 1160 € pM; bei 100% LHK ca. 35% Mangelernährtenquote;
Das 2. Einkommensdezil erhält im Schnitt nur 55% des Nettoeinkommens und damit 1600€ pM; dies sind 130% der LHK und hier liegt die Mangelernährtenquote bei 5,5%;
....
Die restliche Bevölkerung verfügt über ein EK > 140% der LHK und ist damit nur zu 0,55% mangelernährt.

Zusammenrechnen:
3,5% + 0,55 + 0,4% = 4,4% der Bevölkerung leiden an Mangelernährung aufgrund niedriger Einkommen.



Insgesamt:

4,4% Mangelernährung aus niedrigen Arbeitseinkommen
6,4% Mangelernährung aus niedrigen Renten
6,3% Mangelernährung aus niedriger Wohlfahrt
= 17,2% der Bevölkerung leiden unter Ernährungsarmut / Mangelernährung / Ernährungsunsicherheit.

Prüfung: Ist das realistisch (Quin Na = Russlandtemplate)

Laut Guardian sind knapp 16% der Russischen Bevölkerung von "Food Insecurity" betroffen. In meinem Staat liegt die Zahl der von Ernährungsarmut betroffenen Bevölkerung bei 17,2%.

https://www.theguardian.com/world/2016/m...isis-bites

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4481043/

Würde ich von meinem Überschuss i.H.v. 200 Mrd. € einen Teil in Wohlfahrt und Renten investieren, könnte ich die Armut im Land effektiv reduzieren.



--- Berechnungsbeispiel für Deutschland-Template -----
Q19 Staat: https://de.ars-regendi.com/state/159045-...shalt.html


NettoEK: 1700€
LHK: 700€
LHK x 1,4: 980€
Wohlfahrt: 830€
Renten: 1430€
ALQuote: 10%


Berechnung

1. Arbeitslose: 10% ALQ von 55% der Bevölkerung erhalten mit 830€ pM über 130% der LHK ausgezahlt. Hier beträgt die Mangelernährtenquote 5,5%.
Folglich 0,3% der Bevölkerung Ernährungsarmut aufgrund niedriger Wohlfahrt.

2. Rentner: 22% der Bevölkerung erhalten mit 1430€ ca. 145% der LHK ausgezahlt, damit liegt die Quote der Mangelernährten bei 1%.
Folglich 0,22% der Bevölkerung von Ernährungsarmut betroffen aufgrund niedriger Renten.



3. Gehälter
Unterstes Einkommensdezil: 40% des Nettoeinkommens: 700€ pM
2. Einkommensdezil: 55% des Nettoeinkommens: 950€ pM
...Rest > 140% der LHK

3,5% Ernährungsarmut durch unterstes Dezil + 1% Ernährungsarmut durch 2. Dezil + 0,4% Ernährungsarmut bei den restlichen 80% der Bevölkerung



Gesamt: 0,3% durch niedrige Wohlfahrt + 0,22% durch niedrige Renten+ 5% durch niedrige Einkommen: 5,5% der Bevölkerung betroffen von Ernährungsarmut.


-----
-----

Als Skala für Regenten:

unter 2%: Nahezu keine Ernährungsarmut
2%- 5%: Sehr niedrige Ernährungsarmut
5% - 10%: Niedrige Ernährungsarmut
10% - 15%: Mittlere Ernährungsarmut
15% - 25%: Hohe Ernährungarmut
25% - 50%: Sehr Hohe Ernährungsarmut
über 50%: Gravierende Ernährungsarmut
über 70%: Regelmäßige Hungersnöte


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Wer es geschafft hat, dass alles zu lesen, über dessen Feedback freue ich mich sehr!

27.12.2017 00:06
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Torgai
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Post: #2
RE: Hungertote durch Mangelernährte ersetzen oder ergänzen [Neue Statistik]

Befürworte das absolut!

Ich finde derzeit wird eine Politik, die Leute unterhalb der Lebenshaltungskosten siechen lässt viel zu sehr belohnt, denn sowas führt zu massiver Verschlechterung der Gesundheit grade der Prävention und müsste die Kriminalität viel stärker anwachsen lassen. Zudem werden diese Leute scheinbar auch nicht richtig unzufrieden.

Insofern! Schwer dafür vor Allem wenn es vielleicht auch aufgrund verschlechterter Gesundheit die Produktivität der Bevölkerung bzw. die Menge an Erwerbsunfähigen erhöht aufgrund von Hunger.


Arnheim
Herbert Landers: Vorsitzender der Volkskommission / Generalsekretär des Pakts von Houston
Jefferson Hiden: Außenminister der Volksunion Texas
Cathrine Plinkton: Vorsitzende der Generalversammlung der AVA
Jenn Vortez: Verteidigungsministerin der Volksunion Texas

Prinzipiell gilt: Ich bin sehr offen für alles denkbare im RP. Auch zwischenstaatlich. Sprecht mich ruhig an.
29.12.2017 20:45
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