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Ist Bildung wichtig?

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Bitzoseq
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Post: #41
RE: Ist Bildung wichtig?

Ich verstehe einfach immer noch nicht, warum ein des Lesens Kundiger als Intellektuell, ein fähiger Tischler aber als dummer Praktiker angesehen wird.

Schlimmer noch finde ich dieses Spezialistentum. Zwar scheint das Wohlstand zu bringen, allerdings macht es unglücklich, wodurch ein Bedürfnis nach Wohlstand entsteht. Früher wusste man bescheid um die schönen Proportionen, heute laufen die einen als reine Geister, die anderen als reine Körper durch die Welt, oder als immertätige Hände, oder nimmersatte Geschlechtsteile. Manche sind immer wach, andere schlafen immer.
Man sieht das auch an der Kunst, da werden wegwerffilme gedreht und andererseits Filme die reiner Intellekt sind und immer irgendeinen Beitrag zu irgendeinem Diskurs bringen wollen, aber überhaupt keine Spannung mehr haben.


13.06.2020 08:10
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Jozilla
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Post: #42
RE: Ist Bildung wichtig?

Bitzoseq Wrote:
Ich verstehe einfach immer noch nicht, warum ein des Lesens Kundiger als Intellektuell, ein fähiger Tischler aber als dummer Praktiker angesehen wird.

Weil Lesen ein zugriff auf konserviertes Wissen darstellt. Fertigungstechnik, Materialkunde und Konstruktion gehören für gute Tischler dazu. Die besten Praktiker eigenen sich immer theoretisches wissen an.

Was hier eher eine rolle spielt, wo die jeweiligen tischler "kulturell" stehen, du bis ja selbst über das thema gestolpert. Selbst im akademischen Bereich gibt es da eine starke aufteilung zwischen Pragmatikern und Weltfremden.

Bitzoseq Wrote:
Schlimmer noch finde ich dieses Spezialistentum.

Was ist daran schlimm, dass es Spezialisten gibt, die Klopapier herstellen? hast du dir mal gedanken darum gemacht wie viel inteleektuelle Leistung für die Herstellung von Massenprodukten gefordert ist?

Bitzoseq Wrote:
Zwar scheint das Wohlstand zu bringen, allerdings macht es unglücklich, wodurch ein Bedürfnis nach Wohlstand entsteht.

Man muss gar nciht erst unglücklich sein um ein bedürfnis nach Wohlstand zu haben oder Klopapier.

Bitzoseq Wrote:
Früher wusste man bescheid um die schönen Proportionen, heute laufen die einen als reine Geister, die anderen als reine Körper durch die Welt, oder als immertätige Hände, oder nimmersatte Geschlechtsteile.

welcher Konservativer Geschichtsrevisionist hat dir in Hirn geschissen? Dien Menschen hatten schon immer ihre selbstzweifel, fehler und Probleme. Um mal beim beispiel zu bleiben. Den praktischen tischler, der keinen kontakt mit bildung hat... hat nicht solche schönen dinge produziert wie du sie anpreist. Was heute als Teuere Antiquitäten gilt, war als es neu war auch bereits teures Mobilar und entsprechenden Handwerklichen Aufwand bemerkt man auch. Ohne Fachliche weiterbildung hätte es sowas auch gar nicht erst gegeben, einfach weil der Anspruch bei solchen Luxusobjekten eben hoch ist. Dazu Solltest du nciht vergessen, dass es generell in Geschichtsforschung das problem mit alltagsgegenständen gibt: normales zeugs wird weiterverwertet, verbrannt oder anderweitig entsorgt oder zweckentfremdet. bei metallgegenständen wird es wiederverwertet und bei holz existiert zumindest immer noch ein brennwert. Gefroren und gekocht haben die leute irgendwie oft genug.

Bitzoseq Wrote:
Manche sind immer wach, andere schlafen immer.
Man sieht das auch an der Kunst, da werden wegwerffilme gedreht und andererseits Filme die reiner Intellekt sind und immer irgendeinen Beitrag zu irgendeinem Diskurs bringen wollen, aber überhaupt keine Spannung mehr haben.

...und manche lassen sich dann von einem mist berieseln. Kulturrmedien gab es schon immer in verschiedensten Qualitätsstufen.
Überlege alleine mal wie viel wir mittlerweile als klassiker betrachten und wie wenig das anteilig von dem ist, was geschrieben und gedruckt wurde. Selbst das, was noch erhalten ist, ist schon gewaltig. Und jetzt werden seit jahren auf youtube mehr videos hochgeladen als man schauen kann. Überlege mal bei allen sachen dieser art, ob man durch ein paar getauschte worte die kulturkritik auch 200 jahre in die vergangenheit verlegen könnte.


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13.06.2020 10:23
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Post: #43
RE: Ist Bildung wichtig?

Ja gut aber ein ganz normaler Tischler gilt immernoch als eeniger gebildet als ein Politikwissenschaftler. Selbst Ingenieure werden teils abgewertet von solchen Leuten.


Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Ingenieure sich überhaupt nicht für die Theorie interessieren, sondern immer nur Probleme lösen wollen, und jedes unnötige Integral für ein Komplott der Physiker halten (das ist so eine Art Berufshabitus). Physiker hingegen interessieren sich überhaupt nicht für die Realität, glauben aber überall mitreden zu können (auch das ist irgendwie so eine Art Berufshabitus). Das fällt besonders auf, wenn Leute etwas sagen wie “Ich als Ingenieur sehe das so“ oder “wir Juristen betrachten das auf folgende Weise“ oder “da ist der BWLer an sich“. Dieser Berufshabitus ist irgendwie idiotisch.

Ähnlich wie wenn Leute sagen

“Ich als BVB Fan finde Thomas Müller ist ein sehr guter Spieler“

“Ich als Türke finde Kartoffeln lecker“

Was hat das mit der Gruppenzugehörigkeit zu tun


This post was last modified: 13.06.2020 14:35 by Bitzoseq.

13.06.2020 14:29
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Post: #44
RE: Ist Bildung wichtig?

das hat mit folgender tatsache zu tun: ich selbst bin Ingnieur im Fachbereich Kunststofftechnik. Davor hatte ich drei semester versucht Physik zu studieren. Theoretisch und mathematisch habe ich da eingies mitgenommen.
Wunderbar zusammenfassen kann man so:
den umlenkungsverlust in einem Rohr kann man als dreidimensionalen Fall beschreiben, als 2 diemensionalen fall annähern oder eindiemensional annähern oder aus dem tabellenbuch mit entsprechenden vorfaktoren ausrechen oder ablesen.
Die frage bleibt dann wiederum wie weit man dann seinen Problemfall modellieren will. Wenn man einfach nur annähern will. Ob die Tauchpumpe reicht, um einmal am tag ein paar Liter Regenwasser ein stockwerk hochzupumnpen, reicht meistens locker der wert aus dem tabellenbuch zum abschätzen der größenordnung. Wenn dagegen ein Tubienengang für ein Großes Wasserkraftwerk Ausgelegt wird, Wird das modell wieder komplexer und dann kann man damit eine Physiker eine ganze weile beschäftigen.
Dann gibt es noch was anderes: der Phsiker lernt prinzipiell die dreidimensionalen fälle und kann danach ganz toll mit matritzen umgehen und die Praxisrelevanten fälle wie Druckluftleitungen oder wasserversorgungsleitungen, Da reichen für einen großen Bereich sämtliche empirischen gleichungen aus und mit der Abstrakteren darstellung des Problem ist man nciht schneller und hat nicht zwangsläufig den realitätsnäheren fall.
Rein mathematisch gesehen ist ist ein integral eine fläche unter einem graphen und man kann noch in eine weitere dimension integrieren. letztendlich sind viele dargestellten integrale oft nur multiplikationen mit längen oder der zeit. Was integriert wird ist anwendungsbezogen oft gut zu wissen, aber für eine "Handwerkergleichung" bei der man im (Prüfungs-)Alltag möglichst wenig nachdenken will, ist das eher hinderlich.

Ansonten die betonung "als fachmensch sehe ich das so" heißt dass es sich um eine fachliche meinung handelt, die alle anderen fragen außen vor lässt. Für mich als Ingenieur wäre z.b. eine Nukleare Heimheizung ne super sache;
Bei 160°C betrieben als kälte-Kraft-Wärme-Kopplung.
Das wäre Fachlich interessant, aber Menschlich doch sehr fragwürdig und wenn man dann schaut was man noch an problemen generiert die nciht zum eigenen fachgebiet gehören, dann keine einfache entscheidung mehr.
Ein ähnliches Problem hat auch der Biologe der Versuchstiere tötet; aus Fachlicher sicht notwenidig aber Emotional tun die Tiere einem schon leid.
Es ist immer die Abgreznung für das zuständigkeitsgebiet und damit oft auch das abgeben von verantwortung.


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13.06.2020 17:34
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Post: #45
RE: Ist Bildung wichtig?

Das ist sehr interessant danke für den Beitrag. Aber ganz allgemein, warum interessieren sich manche nur für Physik, Mathe, Technik, Informatik, andere interessieren sich nur für Bücher, Politik, die Gesellschaft? Oder manche interessieren sich nur dafür Probleme lösen zu können, andere interessieren sich überhaupt nicht für die reale Welt? Warum immer so extrem?


This post was last modified: 14.06.2020 15:55 by Bitzoseq.

14.06.2020 15:52
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Post: #46
RE: Ist Bildung wichtig?

Bitzoseq Wrote:
Das ist sehr interessant danke für den Beitrag. Aber ganz allgemein, warum interessieren sich manche nur für Physik, Mathe, Technik, Informatik, andere interessieren sich nur für Bücher, Politik, die Gesellschaft? Oder manche interessieren sich nur dafür Probleme lösen zu können, andere interessieren sich überhaupt nicht für die reale Welt? Warum immer so extrem?

Weil man seine zeit nur einmal verwenden kann und es einfach zu viel Wissen gibt undsich sehr vieles unserer Aufmerksamkeit entzieht.
Selbst unsere Abgeordneten haben nicht mehr die zeit alle gesetzesvorschläge zu kennen über die sie abstimmen...


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14.06.2020 17:05
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Post: #47
RE: Ist Bildung wichtig?

Ja aber das kann ich nicht so mit meiner Beobachtung bestätigen. Zeit und Energie haben Menschen gewöhnlich genug, aber wenn einer schon Ingenieur ist, dann beschäftigt er sich auch Privat mit neuem Technikzeug und Erdähnlichen Planeten in unserer Nähe etc. Während ein Germanist wahrscheinlich auch in seiner Freizeit gerne Bücher liest und Arthousemovies guckt. Ich glaube nicht dass das an begrenzten Ressourcen liegt, es ist mehr so ein autistisches “Alles in einem Speziellen Feld wissen wollen“, alles andere aber keines Blickes zu würdigen.


This post was last modified: 14.06.2020 18:38 by Bitzoseq.

14.06.2020 18:36
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Post: #48
RE: Ist Bildung wichtig?

Bitzoseq Wrote:
Ja aber das kann ich nicht so mit meiner Beobachtung bestätigen. Zeit und Energie haben Menschen gewöhnlich genug, aber wenn einer schon Ingenieur ist, dann beschäftigt er sich auch Privat mit neuem Technikzeug und Erdähnlichen Planeten in unserer Nähe etc. Während ein Germanist wahrscheinlich auch in seiner Freizeit gerne Bücher liest und Arthousemovies guckt. Ich glaube nicht dass das an begrenzten Ressourcen liegt, es ist mehr so ein autistisches “Alles in einem Speziellen Feld wissen wollen“, alles andere aber keines Blickes zu würdigen.

Das ist eher themenresignation.
Z.b. Ist es leider überraschend anerkannt schlecht in Mathe zu sein.
Wenn man sich mit Politik beschäftgit ist man auch relativ schnell resigniert, weil man dann ebenso mit einer gewissen hilflosigkeit konfriontiert wird.
Das kann man aktuell wieder beim Politikbetrieb beobachten; sogar Amthor ist schon in Lobbyistengeschäfte verwickelt und bisher sind die konsequenzen überschaubar.
D.h. den eindruck ernsthaft was ändern zu können ist sehr gering und damit versuchtm an es zu vermeiden. Die bisherige Medienlandschaft ist bisher nur darin bestärkt dass die konsumenten weiter dazu zu bewegen die etablierten parteien zu wählen...


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