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Losparlament für Nichtwähler

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Jozilla
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Post: #1
Losparlament für Nichtwähler

Ich glaube vorschläge dieser art hatten wir auch schon mal: aber wie wäre es wenn man die abgeordneten im parlament mit gelosten Abgeordneten füllen würde, entsprechend der nichtwähler.
Das würde die Parteien unter druck setzen, dass die wahlbeteiligung auch wirklich höher wird sowie die möglichkeit eine protestwahl durch ungültige stimmen besser quantifizieren könnte oder durch die option auf dem wahlzettel, dass man einen gelosten abgeordneten bevorzugen würde.

Was denkt ihr über diese idee?


Für den Frieden zu kämpfen ist wie für die Jungfräulichkeit zu ficken.
Was ist der natürliche Weg um wieder echte Jungfrauen zu bekommen?

Kooperation ist besser als Konkurenz, andernfalls wären Kartellämter sinnlos
16.10.2018 21:25
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Globaltom
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Suedparadies
Post: #2
RE: Losparlament für Nichtwähler

Nach welchem kriterien wählt man die zu losenden aus ?
Wie verhindert man das es willkürlich ist ?
Wo genau ist die motivation ?


War schon beim Impfen
16.10.2018 23:08
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Jozilla
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Post: #3
RE: Losparlament für Nichtwähler

Globaltom Wrote:
Nach welchem kriterien wählt man die zu losenden aus ?
Wie verhindert man das es willkürlich ist ?
Wo genau ist die motivation ?

Motivation: wenn man also die regierungsgeschäfte irgendwem überlassen will, dann soll sie auch irgendwer Zufällig auch bekommen.
Gelost werden sollten theoretisch alle, die einen angemeldeten wohnsitz haben.
Widersprechen können sie ja immer noch.
Zur verhinderung der willkür kann man nur prüfen dass es wirklich zufällig ist.
So könnte man zuerst eine postleitzahl losen und dann ein geburtstadtum; danach vielleicht auch och einen Buchstaben und schon hat man eine relativ kurze liste, die dann wieder numerisch losbar wäre.


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16.10.2018 23:25
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adder
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Post: #4
RE: Losparlament für Nichtwähler

Auslosung aus was? Den Parteilisten? No go... denn die Nichtwähler haben ja klargemacht, dass diese nicht ihrem Wunsch entsprechen.

Also Auslosung aus allen Wahlberechtigten? Gute Idee, aber dann braucht man auch keine Zuordnung zu den einzelnen Fraktionen, weil die dann ausgelosten schon bestimmt eine politische Meinung haben.
Ich bleibe aber dabei: besser wäre es, die Anzahl der Parlamentssitze an der Wahlbeteiligung zu orientieren. Wenn also bei 100% Wahlbeteilung 500 Parlamentssitze vergeben werden, werden bei 50% Wahlbeteiligung eben nur noch 250 Sitze vergeben. Überhangmandate gibt es nicht, Direktkandidaten aus Wahlkreisen, die eine Wahlbeteiligung von weniger als 50% haben, fliegen raus... oder eben Zuschnitt so, dass in einem Wahlkreis ein Kandidat direkt und bis zu 3 Sitze über die Zweitstimmen vergeben werden können.


Falls bei einem Quote kein Name steht, geht davon aus, dass der letzte Name immer noch gilt und es derselbe Post war!
Ich halte mich an meine Zitatregeln: beim ersten Zitat aus einem Post wird ein [" Quote= ]" gesetzt. Danach bis ein neuer Poster oder ein neuer Post kommt, nur ein "[ Quote "]. Falls ich zwischen Postern hin-und-herspringe, nenne ich den Poster auch häufiger.


Si vis pacem para bellum

"Alles, was der Mensch ist und was ihn über das Tier hinaushebt, dankt er der Vernunft. Warum sollte er gerade in der Politik auf den Gebrauch der Vernunft verzichten und sich dunkeln und unklaren Gefühlen und Impulsen anvertrauen?" (Ludwig von Mises)
17.10.2018 03:46
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Jozilla
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Post: #5
RE: Losparlament für Nichtwähler

@adder

adder Wrote:
Auslosung aus was? Den Parteilisten? No go... denn die Nichtwähler haben ja klargemacht, dass diese nicht ihrem Wunsch entsprechen.

du scheinbar etwas überlesen:

Jozilla Wrote:
Motivation: wenn man also die regierungsgeschäfte irgendwem überlassen will, dann soll sie auch irgendwer Zufällig auch bekommen.
Gelost werden sollten theoretisch alle, die einen angemeldeten wohnsitz haben.

dazu noch die ergänzung Ausschlusskrierium sollter unter anderem auch sein, dass die gelosten nciht parteiangehörige einer Partei sein dürfen, die eine legislaturperiode zuvor im Paralament saß.

adder Wrote:
Ich bleibe aber dabei: besser wäre es, die Anzahl der Parlamentssitze an der Wahlbeteiligung zu orientieren.

Das mit gelosten abgeordneten zu füllen, die nicht einer Partei angehören hätte den vorteil dass Regierungsmehrheiten meistens nur mit den Gelosten machbar sind, die eben erst überzeugt werden müssen.
Das ist besser als ein kleineres Parlament, da es in einem kleineren parlament keine weiteren konsequenzen auf die mehrheiten hätte.


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17.10.2018 10:07
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Globaltom
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Suedparadies
Post: #6
RE: Losparlament für Nichtwähler

Jozilla Wrote:

Globaltom Wrote:
Nach welchem kriterien wählt man die zu losenden aus ?
Wie verhindert man das es willkürlich ist ?
Wo genau ist die motivation ?

Motivation: wenn man also die regierungsgeschäfte irgendwem überlassen will, dann soll sie auch irgendwer Zufällig auch bekommen.
Gelost werden sollten theoretisch alle, die einen angemeldeten wohnsitz haben.
Widersprechen können sie ja immer noch.
Zur verhinderung der willkür kann man nur prüfen dass es wirklich zufällig ist.
So könnte man zuerst eine postleitzahl losen und dann ein geburtstadtum; danach vielleicht auch och einen Buchstaben und schon hat man eine relativ kurze liste, die dann wieder numerisch losbar wäre.


Aber genau in dem zufall ist eben die willkür.
Wenn ein Kandidat zur Wundertüte wird, wo ist der sinn
Hauptsache gegen die Bestehenen ? Kopfkratz


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17.10.2018 11:35
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Jozilla
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Post: #7
RE: Losparlament für Nichtwähler

Globaltom Wrote:
Aber genau in dem zufall ist eben die willkür.
Wenn ein Kandidat zur Wundertüte wird, wo ist der sinn
Hauptsache gegen die Bestehenen ? Kopfkratz

Der Anteil an "Berufspolitikern" ist einfach relativ hoch.
Ebenso hat ein großteil an Juristen unter den Abgeordneten nicht dazu geführt dass weniger gesetze Verabschiedet wurden, die dann das Bundesverfassungsgericht kassiert hat.
Und ja, es ist hauptsächlich gegen die bestehenden.
bisher ist der einzige "realistische" weg Politiker aus dem parlament zu bekommen sonst nur eine revolution.
Das kann man ja in Bayern beobachten:Es werden erst konsequenzen gezogen, wenn populisten dafür sorgen, dass verbleibende koalitionsmöglichkeiten schwierig werden.
Mit einem losparlament wie von mir beschriben müssen sich die parteien schon sehr bemühen ihre wähler an die urne zu bekommen.
ANsonten hätten geloste Abgeordnete eienn weiteren vorteil: die können es sich leisten wirkliche oppositionsarbeit zu machen, weil die eben in keinem anderen Landesparlament sitzen. Abgesehen davon, bricht damit definitiv die isolation vom Volk auf.


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17.10.2018 21:25
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Post: #8
RE: Losparlament für Nichtwähler

Das klingt wie ein Modell semi-repräsentativer Demokratie. Das Losen erinnert mich auch ein wenig an ein anarchistisches, direkt-demokratisches politisches System.

Ein Problem an dieser Idee ist aber hingegen, dass sich die gelosten Parlamentarier organisieren müssten, um effektiv an der politischen Arbeit teilzunehmen bzw. müssten sie nicht nur als parlamentarisches "Stimmvieh" herhalten, sondern ebenfalls in Ausschüssen sitzen, Anfragen erstellen etc.

Sodass sich schon die Frage stellt, wie organisiert das ganze überhaupt ablaufen kann, um effektive Oppositionsarbeit leisten zu können, die wohlgemerkt auch außerhalb des Parlaments stattfindet, was Losparlamentarier ohne die unterstützende Parteienstruktur wohl kaum in der Qualität liefern könnten.

Zudem sehe ich irgendwo die Gefahr, dass es sich verselbstständigen könnte, und bspw. Parteien sich nur noch für die Gegenden interessieren, in denen sie mit einer hohen Wahlbeteiligung rechnen können. Soll heißen, dass "abgehängte" Gebiete weiter marginalisiert werden. Dies würde dann durch die Unorganisiertheit der Vertreter dieser Regionen nur noch weiter verstärkt werden.

Auf der anderen Seite gibt es ja das französische Modell der direkten Repräsentation, also dass das Parlament nach Bevölkerungsschichten mit Politikern aus genau diesen Schichten vertreten werden. So ein Modell könnte auch dafür sorgen, dass mehr Angehörige "abgehängter" Schichten/Regionen im Parlament sitzen würden.
Wobei es sicherlich auch hier negativ ausfallen würde, wären zuvorderst diese Vertreter unorganisiert, im Vergleich zu den etablierten Strukturen.

19.10.2018 03:29
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Post: #9
RE: Losparlament für Nichtwähler

In der Judikative ist direkte Bürgerbeteiligung ja gar nicht so ungewöhnlich (Schöffen bei uns, Geschworene in den USA, etc.) und da klappt es doch auch ganz gut - mit ein bisschen Anleitung durch die Berufsjuristen -, also sehe ich jetzt keinen wirklichen Grund, warum es in der Legislative nicht auch so sein sollte.

Aber gerade in Deutschland fürchtet man ja "Weimarer Verhältnisse" (unklare Mehrheiten) wie der Teufel das Weihwasser, deshalb sind die Chancen, dass sowas tatsächlich mal umgesetzt wird, wohl verschwindend gering. Rolleyes

19.10.2018 08:24
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Post: #10
RE: Losparlament für Nichtwähler

Die stärkste Partei bekommt ja den Regierungsauftrag.
Es kann ja auch eine Minderheitsregierung sein.
Ein weiteres Problem ist auch noch dass die Regierungen mehr gesetze verabschieden als man eigentlich nachvollziehen kann.
Es kam schon häufiger vor dass Gesetzesvorschläge direkt aus Lobbyistenhand kommen.
Mit dem Argument "dann haben wir ja Weimarer verhältnisse" erschlägt man alles an kritik, auch wenn diese mehr als überfälliig ist.
Es kann z.b. nicht sein dass andauernd Gesetze für lobbygruppierungen beschlossen werden. Wir haben eigentlich ein anderes Extrem erreicht, das dafür sorgt dass eben wieder so viele polulisten gewählt werden.

Ganz abgesehen davon habe ich etwas dagegen dass die meisten der Politiker eben erst innerhalb ihrer eigenen partei hinauffallen müssen und in meistens durch die identische Hirnwaschanlagen gehen.

Ansotnen ist das die einzige wirkliche alternative mit denen unabhängige kandidieren können wenn es dann in die zweite runde geht. Oder sich auch dann eben doch noch einer Partei anschließen oder eine gründen könnte.

Ansonten was man aus der Weimarer Zeit nicht vergessen sollte: warum waren die Leute von ihrem Parlament so enntäuscht?
Dieses Problem ist ja behoben weil die vorgängerregierung geschäftsführend im Amt bleibt, bis es eine neue gibt.
Was man jetzt mal nciht vergessen sollte: jetzt gibt es wieder populisten und die etablierten Parteien verlassen sich alleine darauf, dass die gleichen leute die gegen die AfD auf die Straße gehen die auf für sie stimmen.
Das blöde ist nur dass sich jetzt eben schleichend die AfD mit in den Elitenfilz integriert und ich irgendwie den eindruck habe dass da auch nciht wirklich ein wille da ist dagegen etwas zu unternehmen.


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19.10.2018 19:51
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