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Misstrauen gegen die Medien

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Malone
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Post: #1
Misstrauen gegen die Medien

Nur 40 Prozent der Deutschen halten die Presse für objektiv. Vor allem Gebildete und Gutverdienende glauben, die Berichterstattung sei einseitig und politisch gelenkt, berichtet die Zeit. Ist das Misstrauen gegen die Medien angebracht?

Ich nenne mal nur ein leicht nachvollziehbares Beispiel: Als Schwarz-Rot an die Macht kam, wurde die Arbeitslosenstatistik erheblich geschönt, indem Arbeitssuchende in Fortbildungsmaßnahmen etc. einfach rausgerechnet wurden. Den Medien hätte es ja freigestanden, mit der alten Definition weiter zu rechnen, aber unisono haben sich alle der neuen Statistik bedient. Das ist schlichtweg Hofberichterstattung.


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23.12.2014 15:56
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Malone
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Post: #2
RE: Misstrauen gegen die Medien

Hier schneiden die Medien noch schlechter ab.


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01.02.2015 15:04
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Yrudoc
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Post: #3
RE: Misstrauen gegen die Medien

Malone Wrote:
Ich nenne mal nur ein leicht nachvollziehbares Beispiel: Als Schwarz-Rot an die Macht kam, wurde die Arbeitslosenstatistik erheblich geschönt, indem Arbeitssuchende in Fortbildungsmaßnahmen etc. einfach rausgerechnet wurden. Den Medien hätte es ja freigestanden, mit der alten Definition weiter zu rechnen, aber unisono haben sich alle der neuen Statistik bedient. Das ist schlichtweg Hofberichterstattung.


Das ist schlicht falsch. Ich kann mich da noch recht gut dran erinnern, und weiß nocht recht gut das damals regelmässig darauf hingewiesen wurde wieviele Arbeitslose man auf den neuen Wert schlagen muss um ihn mit dem Alten vergleichen zu können. Auch wurde im Vorfeld lang und breit über die neue Berechnungsmethode ihr Vor und Nachteile, und ihre Herkunft berichtet.

Das hat mit Hofberichterstattung wenig zu tun. Hofberichterstattung würde den Medien, die eh derzeit eine Flaute haben, noch mehr Schaden. Im Gegenteil sind ja selbst Kleinstereignisse für unsere Medien von Wert sofern man sie aufbauschen kann, um eben die nächste Sau durchs Dorf treiben zu können.

Und natürlich sind die Medien nicht objektiv. Auch Medienmacher haben Meinungen. Man darf aber von mündigen Bürgern erwarten die Fakten selber aus den Meinungen zu filtern. Zu welchem Blatt man greift ist dann letzlich egal und nur von den eigenen politischen Präferenzen abhängig.

01.02.2015 16:41
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Jozilla
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Post: #4
RE: Misstrauen gegen die Medien

Yrudoc Wrote:
Das ist schlicht falsch. Ich kann mich da noch recht gut dran erinnern, und weiß nocht recht gut das damals regelmässig darauf hingewiesen wurde wieviele Arbeitslose man auf den neuen Wert schlagen muss um ihn mit dem Alten vergleichen zu können. Auch wurde im Vorfeld lang und breit über die neue Berechnungsmethode ihr Vor und Nachteile, und ihre Herkunft berichtet.

Es kommt darauf an wo man eben das liest, in der Springer-Presse haben die kaum ein wort darüber verloren.
DIe schlechten wirtschaftsnachrichten kamen ansonten immer nur im zusammenhang mit OSZE-berichten, ich habe den eindruck dass ansonten fast niemand darüber berichtet hätte.


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02.02.2015 12:32
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Post: #5
RE: Misstrauen gegen die Medien

Wer auch immer über ein Ereignis berichtet zeigt und interpretiert einen Ausschnitt der Realität. Dieser kann bewusst gewählt sein, muss es aber nicht. Hofberichterstattung hieße nach meinem Verständnis, nur den Herrschenden (Parteien, Unternehmen, Eliten, etc.) genehme Nachrichten zu produzieren, was ich jedoch zumindest für die deutsche Medienlandschaft nicht bestätigt sehe. Natürlich gibt es eine Reihe von 'gemeinsamen Werten', die von den meisten Journalisten geteilt werden. Dazu würde ich zum Beispiel die Unterstützung eines wachstumsbasierten Wirtschaftsmodelles zählen (ohne mich dafür oder dagegen auszusprechen). Aber selbst in diesen wenigen Fällen gibt es Medien, die den allgemeinen Konsens in Frage stellen.
Die These: "die Medien veröffentlichen nur was sie sollen" ist ja in dem Sinne nicht neu, wird aber gerade heute durch das Internet (Blogs, internationale Medien) noch unwahrscheinlicher als sie es zuvor war.
In kurz: Wer sich einseitig informiert kann natürlich den Eindruck gewinnen einseitig informiert zu werden Jaja. Dies ist dann aber keine politische Einflussnahme sondern eigenes Verschulden.


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This post was last modified: 02.02.2015 12:47 by TheIntellectual.

02.02.2015 12:45
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Jozilla
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Post: #6
RE: Misstrauen gegen die Medien

@ TheIntellectual
das eigentliche Problem ist eher dass die "Leitmedien" zu großen Teilen auf einer Linie sind, so dass das vielfältig informieren wesentlich aufwändiger wird.
Ansonten hier der Klassiker http://youtu.be/VvTWo5ZGcNA


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03.02.2015 13:49
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Post: #7
RE: Misstrauen gegen die Medien

Ach Jozilla, du bist doch bestimmt nur Mitglied in irgend so einem Putinversteherclub^^

03.02.2015 15:27
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Jozilla
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Post: #8
RE: Misstrauen gegen die Medien

Lee Lee Wrote:
Ach Jozilla, du bist doch bestimmt nur Mitglied in irgend so einem Putinversteherclub^^

nee das wäre das gleiche extrem nur in einer anderen Farbe...
gebt mir nur ein bisschen pervers viel geld und dann baue ich ein raumschiff...

es ist immer wieder der gleiche mist und jetzt heizen beide noch einen stellverterkrieg an, der doch schon recht lange vorbereitet wurde.

Mir kommt das so vor alsob der älteste jahrgang in einem Kindergarten behaupten würde dass mit sand werfen niemandem wehtut.


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03.02.2015 16:51
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Post: #9
RE: Misstrauen gegen die Medien

Jozilla Wrote:
es ist immer wieder der gleiche mist und jetzt heizen beide noch einen stellverterkrieg an, der doch schon recht lange vorbereitet wurde.


Behauptest du damit, dass der momentane Konflikt in der Ukraine längerfristig und eventuell von beiden Seiten (falls man von nur zwei Parteien sprechen kann) geplant war? Falls ja bin ich wirklich auf die Argumentation gespannt. Jaja


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04.03.2015 23:18
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Nietzsche
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Post: #10
RE: Misstrauen gegen die Medien

Ich glaube so eine ähnliche Diskussion hatten wir schon mal. Ich sprach dann von Scheinkorrelationen, in diesem Falle, nur weil eine nachträgliche Analyse theoretisch möglich ist und zum gegebenen Zeitpunkt Sinn ergibt, bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass ein Plan dahinter steckte, also dass gewisse Individuen oder Parteien vorhersehen konnten, wie die Analyse nach Eintritt der Ereignisse aussehen würde.

Viel wahrscheinlicher ist, dass der "Kalte Krieg" nie ganz beendet war. Frank Schirrmacher ging so weit zu behaupten, der Westen hätte die strategischen Vorgehensweisen des Kalten Krieges gar überall implementiert, sogar in Suchalgorithmen von Internetseiten. Und die Russen sind nach wie vor ein stolzes Volk mit einer großen Vergangenheit - wenn ich daran denke, wie zutiefst geknickt das deutsche Volk nach dem Versailler Vertrag war und dass die Nazis ebendiese Gekränktheit ausnutzen konnten, um Tausende für ihre Sache zu motivieren, dann horche ich schon auf, wenn russische Delegierte, wo und wann auch immer, vermissten Respekt des Westens in ihren Reden anprangern. Wir leben ja in einer individualistischen Welt, aber durch nationale Kränkungen lassen sich die Massen noch bewegen.
Russland wollte als Großmacht behandelt werden. Ob sie es überhaupt noch sind oder nicht, das spielte keine Rolle. Aber der starke Mann (Putin, jeder dürfte seine Macho-Propaganda kennen) weckt da etwas in den Leuten, nämlich den stillen Wunsch, wieder Großmacht zu sein.


Natürlich ist Der Kreml auch nicht blöd und attackiert Europa und die NATO (zumindest aktiv) nicht, während diese noch im Euro-Rausch sind. Der Zerfall der Sowjetunion wurde vornehmlich als Sieg des Kapitalismus (Westen) gegen den Kommunismus (Osten) gefeiert. Das ist eine stark polarisierte Sichtweise, aber genau solche Sichtweisen machen Kasse. Dann kommt zehn Jahre später auch noch der Euro und hebt eigentlich marode Staaten in Höhen, die keiner für möglich gehalten hätte (vgl. Rendite auf Staatsanleihen vor, während, nach dem Euro. Auf mehr Griechenland-Euro-Debatten will ich mich in diesem Thread nicht einlassen.) Sprich: Europa war mächtig, die NATO mit den USA letzte verbliebene Supermacht. Seit der Jahrtausendwende ist die Unverwundbarkeit Amerikas widerlegt. (Anbei für alle Verschwörungstheoretiker, die jetzt den Finger heben: Selbst wenn 9/11 irgendwie fingiert war, die geführten Kriege gingen niemals so schnell vorüber und vor allem so aus, wie es sich die USA gewünscht hätten. Sie haben langfristig keinen Vorteil davon.) Seit 2008/09 die Stabilität des Euroraums. Die Vereinigten Staaten haben sich in diversen asymmetrischen Kriegen verheizt, sogar sie werden kriegsmüde. Die EU ringt noch immer vergebens um eine gemeinsame funktionierende Sicherheits- und Außenpolitik, wird zudem noch wirtschaftlich und politisch durch die Eurokrise gespalten. Europa verliert seine "moralische Überlegenheit" (wenn sie jemals existiert hat) an die Behandlung der Flüchtlinge, die USA verlieren sie an die bestialische Folter. Der NSA-Skandal setzt dem ganzen die Krone auf und spaltet das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA.

Mehr brauchte Putin wohl nicht, um zu entscheiden, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen war, die oben angesprochenen Großmachtbestrebungen wieder voranzutreiben. Denn die Argumente sind auf seiner Seite und man bezieht sich gerne auf die "Verfehlungen" des Westens, um den eigenen Angriff in unbeteiligte Staaten zu rechtfertigen.
Es klappt. Die Krim ist Staatsgebiet der Ukraine. Sie ist von Russland besetzt. Keinen kümmert's. Es war die Essenz der VN nach dem Zweiten Weltkrieg, dass kein Staat mehr sein Territorium militärisch erweitert. Hier liegt ein Dammbruch vor, der aber unter unseren eigenen Problemen untergeht (s.o.) Wenn das so sein muss, dann ist es so - aber es sollte sich mal keiner wundern, wie es dazu kommen konnte. Die Fakten sind ja alle auf dem Tisch.

05.03.2015 01:08
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