Gibt es hier Fans von Poststrukturalisten? Und kann mir jemand sagen, was die eigentlich konkret geleistet haben? Ich finde, es gibt durchaus wichtige Denkanstöße von ihnen, wie die Relativierung metaphysisch angehauchter Absolutismen. Was im Zuge ihrer Schriften allerdings zu einer ebenso absoluten Negation von essentiellen Begriffen wie Subjekt und Bedeutung führte und andere Termini wie Macht ebenso absolut auf alles Erdenkliche ausdehnte. Was, auch wenn es zunächst paradox klingt, der Beliebigkeit Tür und Tor weit öffnete: Denn es gab nur noch ein Floating ohne Fixwolke - ich verwende den Begriff bewusst in Anlehnung an die Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines Elektrons, das es ja gibt, obwohl man es nicht genau ausmachen kann. Und Macht ist natürlich immer die verwerfliche des Kapitalisten und des Patriarchen. Aber wenn die sich in der Kommunikation durchgesetzt hätte, wie könnten dann so viele Menschen groben linken Irrtümern verfallen? Was jedenfalls bei allen Poststrukturalisten auffällt, ist deren vollkommene Ignoranz wissenschaftlicher Methodik. Zum großen Teil fußen ihre geradezu wahnwitzig anmutenden Theoriegebilde auf statistisch haltlosen Annahmen, wie der von Derrida gemutmaßten Bevorzugung der gesprochenen Sprache in der Linguistik. Und was passiert eigentlich, wenn man einen dekonstruierenden Text dekonstruiert? Kann man damit mit einer unendlichen Berechnungsschleife den Poststrukturalismus und seine unseligen Kinder wie Gender- und postkoloniale Theorie lahmlegen? Noplan