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Begriffe - Bitzoseq - 06.08.2019 14:50

Hier mal zwei Begriffe, die ich so verwenden würde, die aber teilweise anders verwendet werden.

Meinungsfreiheit: Das uneingeschränkte Recht eines Jeden, zu sagen was man will. Niemand hat das Recht, dieses Recht einzuschränken.

Anmerkung: Natürlich kann man die Meinungsfreiheit einschränken. Es ist aber falsch, das Einschränken der Meinungsfreiheit, als ein Teil der Meinungsfreiheit zu bezeichnen.

Demokratie: Jedes Mitglied des Staatsvolkes, hat die gleiche Möglichkeit, die Politik zu gestalten.

Anmerkung: Minderheiten- und Eigentumsschutz sind kein Teil der Demokratie. Auch hat der Staat nicht für gleiche Machtverhältnisse zwischen verschiedenen Gruppen zu sorgen.


RE: Begriffe - Jozilla - 06.08.2019 16:33

Bitzoseq Wrote:
Demokratie: Jedes Mitglied des Staatsvolkes, hat die gleiche Möglichkeit, die Politik zu gestalten.

Staatsbürger ist hier das wichtige Wort!


RE: Begriffe - Bitzoseq - 06.08.2019 19:50

Selbst das sehen einige Parzeien anders
https://www.google.com/amp/s/amp.welt.de/politik/deutschland/article162070856/Oezoguz-fordert-Wahlrecht-fuer-Migranten-ohne-deutschen-Pass.html


RE: Begriffe - Jozilla - 06.08.2019 20:12

Bitzoseq Wrote:

Was einige Parteien so sehen ist egal.
Es geht definitiv um staatsbürger; nicht angehörige des Staatsvolkes.
Lies mal Artikel 3 des Grundgesetzes.
Der ist politisch nicht verhandelbar.
Jede Partei die das tut bekomt normalerweise besondere Aufmerksammkkeit vom verfassungsschutz.


RE: Begriffe - Bitzoseq - 06.08.2019 22:08

Mit Mitglied des Staatsvolkes meine ich absolut das Gleiche, das du mit Staatsbürger meinst.

Du meinst wegen dem Artikel: darin word aber gefordert, Menschen das Wahlrecht zuzusprechen, die langjährige Ausländer sind. Ich weiß nicht warum Menschen mehrere Jahre in Deutschland sind, ohne die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen, es scheint mir aber dann auch nicht sinnvoll, dass die dann wählen können sollen...
Zudem finde ich doppelte Staatsbürgerschaften unsinnig, entweder man lebt in Deutschland, oder man lebt in der Türkei.


RE: Begriffe - Globaltom - 06.08.2019 22:11

Bitzoseq Wrote:
Meinungsfreiheit: Das uneingeschränkte Recht eines Jeden, zu sagen was man will. Niemand hat das Recht, dieses Recht einzuschränken.
[[b]Demokratie: Jedes Mitglied des Staatsvolkes, hat die gleiche Möglichkeit, die Politik zu gestalten.

Anmerkung: Minderheiten- und Eigentumsschutz sind kein Teil der Demokratie. Auch hat der Staat nicht für gleiche Machtverhältnisse zwischen verschiedenen Gruppen zu sorgen.



das könnte man auch so auslegen , das es darum geht einem
Teil ( gruppe)unbegrenzte Rechte über andere Gruppen
zu geben .
Die wo genau nicht Recht und Meinungsunfrei sind ?


RE: Begriffe - adder - 07.08.2019 02:12

Bitzoseq Wrote:
Anmerkung: Minderheiten- und Eigentumsschutz sind kein Teil der Demokratie.


Falsch. Beides sind Grundvorraussetzungen für eine funktionierende Demokratie. Eine Demokratie ohne Minderheitenschutzrechte und ohne die Garantie von Eigentum ist keine Demokratie mehr, sondern schon per Definition eine Ochlokratie, die Herrschaft des Mobs.


RE: Begriffe - Jozilla - 07.08.2019 09:03

@Bljtzoseq
Wo zur Hölle hast du das her?
Das kommt mir ein bisschen vor als ob das aus sowas wie "Rechtsextreme Einparteiendiktatur für Dummies" hast.

Die Zustimmung für adders Argumente in diesem Thema sind doch etwas häufig, also solltest du da Mal überlegen wie weit das eigentlich von jeglicher Art freier Gesellschaft ist, Wenn ich adder zustimme.


RE: Begriffe - Bitzoseq - 07.08.2019 14:50

Wer so Demokratie so definiert, der muss dann auch wissen, dass die Mehrheitsmeinung nur noch zählt, wenn sie passt, und wenn nicht, zählt sie nicht. Man sagt dann, es ginge in der Demokratie nicht um Mehrheiten, sondern um Minderheitenschutz und Eigentumsschutz (leider finde ich diese Aussagen nicht mehr, ich weiß auch nicht wer das sagte), aber folgendes habe ich noch gefunden:

https://youtu.be/GHwOy-_17jM -- so interpretiert eine bekannte Medienschaffende, die Demokratie.


RE: Begriffe - adder - 07.08.2019 15:50

Bitzoseq Wrote:
Wer so Demokratie so definiert, der muss dann auch wissen, dass die Mehrheitsmeinung nur noch zählt, wenn sie passt, und wenn nicht, zählt sie nicht. Man sagt dann, es ginge in der Demokratie nicht um Mehrheiten, sondern um Minderheitenschutz und Eigentumsschutz (leider finde ich diese Aussagen nicht mehr, ich weiß auch nicht wer das sagte), aber folgendes habe ich noch gefunden:


Es geht darum, dass nicht zwei Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, wer zum Mittag gefressen wird. DAS ist Ochlokratie (also Demokratie ohne Minderheitenschutz und Eigentumsschutz).
Eigentum ist ein Menschenrecht und Bedingung für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft. Auch unveräußerliche Rechte sind das. Und diese Rechte gelten eben auch für die Minderheit, selbst wenn die Mehrheit das anders wollen würde. Daran erkennt man eine Demokratie.
Es geht nicht darum, dass eine kleine Gruppe von Idioten bestimmen soll, was passiert, sondern dass man ihnen eben nicht die ureigensten Rechte einfach so per Mehrheitsbeschluss entziehen kann und sie nicht an der Mitbestimmung hindern kann.


RE: Begriffe - Bitzoseq - 07.08.2019 18:35

Das sind Menschenrechte und müssen in jedem System, das funktioniert, gelten. Ich will ja nicht sagen, dass die Mehrheitsentscheidung alles rechtfertigt, was moralisch falsch ist. Also muss es diesen Schutz geben, aber zusätzlich zur Demokratie, und nicht als Teil dieser.
Aber an der Demokratie oder eben an der Ochlokratie ist nun mal die Mehrheit und die gleiche Macht jedes Einzelnen, entscheidend.

Man kann natürlich schon in Zweifel ziehen, ob bspw. die Energieversorgung, besser von Energieexperten oder von der Mehrheit beschlossen wird. Wenn ich das auf andere Gebiete übertrage: Wo ist die Mehrheitsmeinung überhaupt sinnvoll? Sie ist wahrscheinlich sinnvoller, als wenn eine kleine Gruppe an Bürokraten bestimmt. Am besten wäre, wenn jeder im eigenen Lebensbereich bestimmt.

Jedenfalls, viel Gerede kurzer Sinn: Wenn man die Bürokratenherrschaft will, soll man das nicht Demokratie nennen.


RE: Begriffe - adder - 08.08.2019 02:39

Bitzoseq Wrote:
Das sind Menschenrechte und müssen in jedem System, das funktioniert, gelten. Ich will ja nicht sagen, dass die Mehrheitsentscheidung alles rechtfertigt, was moralisch falsch ist. Also muss es diesen Schutz geben, aber zusätzlich zur Demokratie, und nicht als Teil dieser.
Aber an der Demokratie oder eben an der Ochlokratie ist nun mal die Mehrheit und die gleiche Macht jedes Einzelnen, entscheidend.


One man, one vote, klar.
Aber eben nicht über Dinge, die nicht zur Abstimmung stehen dürften. Der Minderheitenschutz funktioniert eben nur so, dass es Dinge gibt, die nicht zur demokratischen Verfügung stehen, weil sie verfassungsmäßige Rechte mit Ewigkeitscharakter sind. Wäre dieser Schutz erst nachgelagert, wäre er nicht vollständig.
Das muss man sich so vorstellen, als ob in - sagen wir einmal als provokantes Beispiel - der Schweiz in einer Volksabstimmung beschlossen würde, dass Deutsche in der Schweiz keine Rechte mehr haben, und sich jeder von ihnen nehmen kann, was immer er möchte. Dann aber die Polizei eine Ansage macht, dass dieses Gesetz nicht durchgesetzt werden darf und sie die Deutschen gegen solche Übergriffe schützt. Das ist nicht nur ineffizient, es ist auch eine dramatische Rechtseinschränkung, denn nur dann, wenn die Polizei auch tatsächlich handelt, hätte der Deutsche in der Schweiz seine Rechte, ansonsten eben nicht.

Quote:
Man kann natürlich schon in Zweifel ziehen, ob bspw. die Energieversorgung, besser von Energieexperten oder von der Mehrheit beschlossen wird.


Das ist ein Bereich, der überhaupt nicht zum Standardbereich des politischen gehört. Wie ein unabhängiger Energieversorger seine Energie produziert, regelt der Markt, nicht die Politik.

Quote:
Am besten wäre, wenn jeder im eigenen Lebensbereich bestimmt.


Amen, Bruder. Du nimmst gerade eine Minarchistische Position ein. Sehr gut!

Quote:
Jedenfalls, viel Gerede kurzer Sinn: Wenn man die Bürokratenherrschaft will, soll man das nicht Demokratie nennen.


Dem stimme ich vollkommen zu. Nur betrifft das weder das Recht auf Eigentum noch den Minderheitenschutz.

Ich könnte auch provokant anders formulieren:
wer die absolute Herrschaft der Masse über die Minderheit will, sollte es Diktatur des Proletariats nennen, und nicht Demokratie.


RE: Begriffe - Bitzoseq - 09.08.2021 02:17

Man sagt "Er hat das Ergebnis egalisiert" Das könnte von egal oder von Egalite kommen. Ich tippe mal dass das Wort egal aus dem Französischen entlehnt ist, in älteren Texten findet man auch häufiger die Formulierung "Ist mir gleich", wo man heute egal sagen würde.