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Liebesdinge - Malone - 14.07.2020 22:19

Zunächst dachte ich, cool, das like ich. Sich aneinander weiter zu entwickeln ist gut, und jemanden auf seine Fehler hinzuweisen, zumindest solche, mit denen er sich selbst schadet, ist schon Freundschaftspflicht. Aber dann fielen mir der Fußball und der Bierkrug unten links auf 😱

Nein, im Ernst: Zum einen vermittelt das Bild eine grobe Machbarkeitsillusion. Und sei er noch so lernfähig und flexibel, seinen Traumpartner wird man sich nicht meißeln können, auch dann nicht, wenn man selbst Opfer in gleicher Höhe erbringt.

Zum andern fragt sich, ob es überhaupt wünschenswert wäre, den Partner seiner Ecken und Kanten zu berauben, die ihn doch auch liebenswert machen können. Und ob es nicht Teil einer wichtigen Arbeit an sich selbst wäre, tolerieren zu lernen, was einem selbst nicht gefällt.

Das Bild wirkt, als würden sich die Partner einmal in der Woche zusammensetzen, in Ratgebern blättern, sich hinsichtlich dieser oder jener Schwäche gegenseitig auf den Zahn fühlen und Strichlisten führen. Was dann auf Nörgelei auf anspruchsvollerem Niveau hinausliefe. Horror!

Mir schwebt zwar das gleiche, grundsätzliche Ziel vor, nämlich die Weiterentwicklung, aber bei mir zumindest hat sich eine andere Methode als wirksamer erwiesen: Liebe! Das Beste in mir kommt dann zum Vorschein, wenn mir der Glaube daran vermittelt wird, von jemanden, auf dessen Meinung ich besonderen Wert lege.

Entspringen nicht die meisten Schwächen unserer Unsicherheit? Und die ist doch am ehesten dann Geschichte, wenn einem ein positiveres Bild von einem selbst widergespiegelt wird, als man es, zumal als alter Zweifler, pflegt. Und selbst wenn da viele Wunschvorstellungen projiziert werden, ist es doch oft ein faireres Urteil, zumindest, wenn man hart mit sich ins Gericht zu gehen neigt.

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