Da ich mich zurzeit wieder etwas mit Epistemologie befasse, gärt gerade etwas in mir, das ich erstmal in der Peergruppe diskutieren will. Es geht um - so habe ich das vorerst getauft - "Wahrheitlichkeit" oder "Truthness" von Aussagen, Theorien etc. Dabei denke ich an die Kombination der auf Aussagen anwendbaren Kategorien [Klarheit] und [Überprüfbarkeit].

[Klarheit] umfasst sprachliche Aspekte wie Syntax, Semantik und Aussagenlogik - [Überprüfbarkeit] solche wie intersubjektiv durch Wahrnehmung verifizierbar oder falsifizierbar, Operationalisierbarkeit, prinzipielle Wahrnehmbarkeit, Berechenbarkeit etc. Ziel ist es, diese Dimensionen in einem kartesischen Koordinatensystem zu illustrieren, sagen wir [Klarheit] auf der Abzisse, [Überprüfbarkeit] auf der Ordinate.

Eine Aussage wie "Auf meinem Wohnzimmertisch steht ein Computer" hätte dann auf beiden Skalen einen sehr hohen [Wahrheitlichkeitswert]. Eine Aussage (von Lacan) wie "das männliche Genital ist die Wurzel aus minus eins" einen entsprechend geringen.

Ok, wo ist der Sinn dieser Überlegungen? Bislang haben wir nur Bewertungen für Aussagen wie unklar, unlogisch, unwahrscheinlich, mutmaßend, spekulativ etc. Wenn wir die Dimensionen kombinieren, können wir Aussagen sowohl bequemer als auch präziser im Hinblick auf ihre Wissenschaftlichkeit zuordnen, unsere Einstufung leichter kommunizieren und unser Denken wie auch das anderer Schulen, indem wir versuchen, Aussagen in diesem System einzuordnen.

Na ja, vorerst meine dringlichste Frage: Gibt es sowas schon? Die zweitdringlichste Hehe: Was haltet ihr davon?