teffy Wrote:
Danke für ein Paradebeispiel zum Thema: "Wie lüge ich mit Statistik" im passenden Thema "Pinocchio-Medien". Ich nehme mal an, du hast folgendes selbst nicht bemerkt:

Ich habe eine alternative Erklärung für große Teile des Anstiegs in der letzten Grafik: eine zunehmende Verbreitung des Satellitenfernsehens in Deutschland. Denn so bekommt man schlagartig viele neue Kanäle - die einem dann nichts nutzen, wenn man die Sprache nicht versteht.

Die Größenordnung von 82 Sendern entspricht der Anzahl aller deutschsprachigen Sender, welche ich über Satellit empfangen kann.

Hier sind 123 aufgelistet:
Liste deutschsprachiger Fernsehsender

Wovon ich nicht allerdings nicht alle kenne. Mein TV zeigt mehr als 1000 Kanäle an, wie viele davon frei empfangbar und auf deutscher Sprache senden, weiß ich nicht.

Rechnet man noch Sender von der Liste aus dem Ausland, welche ebenfalls in deutscher Sprache senden, wie Arte, Eurosport oder Euronews heraus, so bleiben immer noch 82 Sender übrig. Ich weise also deine alternative Erklärung zurück.


Bitzoseq Wrote:

GeoW Wrote:
Die Diversifizierung findet auch ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk statt. Wieso soll auch die Allgemeinheit für die Unterhaltung für Randgruppen gezwungen werden?

Investigativer Journalismus (iJ) ist Randgruppenunterhaltung.


https://de.wikipedia.org/wiki/Investigat...urnalismus

Quote:
Investigativer Journalismus (von lateinisch investigare ‚aufspüren‘, ‚genauestens untersuchen‘) setzt eine langwierige, genaue und umfassende Recherche vor Veröffentlichung voraus. Themenschwerpunkte sind in der Öffentlichkeit als skandalträchtig angesehene Vorgänge aus Politik oder Wirtschaft.

Viele dieser Reporter erfüllen als sogenannte Vierte Gewalt im Staat eine wichtige Funktion bei der Kontrolle der Staatsorgane und Wirtschaftskonzerne in Demokratien (siehe auch Checks and Balances). Eine Spielart des investigativen Journalismus wird im Deutschen als Enthüllungsjournalismus bezeichnet. Darunter versteht man das Aufdecken von Skandalgeschichten aus Prominenz, Wirtschaft und Politik. Diese Form wird eher dem Bereich des Boulevardjournalismus als dem klassischen investigativen Journalismus zugeordnet. Der Begriff wird als abwertend betrachtet.

Als Quellen verwenden investigative Journalisten häufig sogenannte Whistleblower. Dies sind Personen, die etwa in den untersuchten Institutionen beschäftigt sind und geschützte oder geheime Informationen an die Presse geben, oft unter Inkaufnahme persönlicher Risiken. Im Internet helfen sogenannte Enthüllungsplattformen wie etwa WikiLeaks, die Anonymität der Whistleblower zu wahren. Zahlreiche von investigativen Journalisten aufgedeckte Skandale konnten nur durch derart gewonnene Informationen aufgedeckt werden, etwa die Watergate-Affäre oder der Datenschutzskandal um die Spionageprogramme PRISM und Tempora.

Ich bin mir nicht sicher, ob investigativer Journalismus als "Unterhaltung" bezeichnet werden kann.

Bitzoseq Wrote:
Weil sich, wie erwähnt, iJ nicht durchsetzten wird, und Medien die marktwirtschaftlich Arbeiten, nie iJ fördern werden.
iJ kostet viel Geld, das was unsere Medien tun ist kein iJ, nichts über den Jemen, und über Syrien nur: Die Russen sind schuld. Hie und Da ein bisschen was Interessantes in Frontal21 und ähnlich.
Wenn das Geld was in Propagandafilme und Championsleague gesteckt wird, in iJ investiert würde, liefe eine echte Vorrotberichterstattung und Wahlkampf für mündige Bürger!

Damit will ich sagen: Wenn man das alles in Pay Tv umsetzen würde, wie viele Leute würden einen iJ Kanal dann abonnieren, sicher nicht genug für echten iJ, außer der Kanal würde sehr Teuer, und dann, insbesondere arme Menschen (und in diesem Fall auch die gesamte Mittelschicht) hätten keine Möglichkeit sich zu Infomieren*, mein Gott, willst du mit Vollgas ins 19. Jahrhundert zurück.

Aber ich gebe dir insofern recht, so wie es jetzt ist, kann ich Persönlich auf öRR politisch verzichten, darin läuft praktisch nur Unterhaltung und Propaganda.

*auch Dokus, die Oper, jeder Form von gehobener Unterhaltung bliebe einer kleinen Gruppe von Reichen vorbehalten.

Die Leute können sich immer noch über Zeitungen und vor allem über das Internet informieren. Nebenbei habe ich nicht für die Abschaffung des ÖRR plädiert.

Irgendwie finde ich es auch merkwürdig, dass Du einerseits schreibst, dass im ÖRR nur "Unterhaltung und Propaganda" laufen würde und mir gleichzeitig vorwirfst ins 19. Jahrhundert zurückzuwollen. Deine Logik ist kaputt.