optimus rex Wrote:
Ich kann nur jedem empfehlen sich nicht nur auf die ARD und das ZDF zu begrenzen, sondern sich auch über die anderen Sender/Programme zu informieren.


Ich kenne die anderen Sender. Arte und 3Sat sind so ziemlich die einzigen, die es schaffen, mal NICHT-ideologisch geprägtes zu senden - und über Arte und Antisemitismus muss ich nichts erzählen, oder?

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phoenix berichtet live über Parteitage, Bundestagsdebatten, lässt auch kritische Stimmen zu Wort kommen in Formaten wie "Der Dialog", "Unter den Linden" und der "phoenix Runde", zudem viele Reportagen über die Regionen der Welt.


Würde Phoenix ausschließlich unkommentierte Berichte liefern, wäre es vielleicht 3 Euro pro Monat Gebüren wert. Aber auch Phoenix macht Politik. Vielleicht erwarte ich ja zu viel von öffentlich-rechtlichen Journalisten, wenn ich erwarte, dass sie sich tatsächlich an die hehresten Grundsätze des Journalismus halten - z.B. "Man macht sich nicht mit einer Sache gemein, schon gar nicht mit einer guten!" - bei Privaten Medien ist das nicht so schlimm, da die nicht als "Neutral" wahrgenommen werden wollen.

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Deutschlandfunk Kultur: Sehr vielfältiges Programm, neben Hörspielen und Musik auch informative Sendungen über Politik und Zeitgeschehen.


Was der DLF und DR-Kultur sendet, in Bezug auf z.B. Pharmaindustrie, Impfungen, Nutzenbewertung von Arzneimitteln, Umweltpolitik... ist alles ideologisch grün gefärbt. Extrem grün. So extrem grün, dass ich mich mittlerweile weigere, diesen Sender zu diskutieren. Aber ich bringe gerne Beispiele, wenn DU willst.

TheLastShah Wrote:
Vor allem haben die öffentlich-rechtlichen immer eine Lanze für Minderheiten gebrochen, auch für Transsexuelle.


Haha... ok, 3Sat und der NDR haben in der Tat sehr positive und wissenschaftlich korrekte Sendungen über Transsexuelle gebracht. Ich finde diese sogar sehr gut. Aber im gleichen Atemzug muss man dann auch die ganze Politikmache beim RBB und WDR nennen, die sogenannte Transgender "Nonbinary", "Fluidgender", "Third Gender" etc. pp. als wissenschaftlich gleichwertig belegbar wie "echte" Transsexuelle bezeichnen, und Geschlechtsidentität zum einen als "frei wählbar" darstellen und zum anderen als Spezialfall von "Homosexualität" erwähnen. Das ist zwar direkt aus dem Handbuch der LGBTIQNP-Ideologie abgeschrieben, nichts desto trotz aber falsch. Trans- und Intersexuelle haben in dem Rest der LGB-Gruppe nur dann was zu suchen, wenn sie lesbisch oder schwul oder bisexuell sind [was zwar mehr Transsexuelle als anteilig die Gesamtbevölkerung sein dürften] und im Bereich "Queer", "Nonbinary", "Pangender" etc. tummeln sich ohnehin nur Dekonstruktivisten.

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Ich bin sicher, dass ohne die unterstützende und vorurteilsfrei Berichterstattung, Deutschland bei diesem Thema nicht annähernd so weit und liberal eingestellt wäre, wie es heute der Fall ist.


Das ist eine Ansage. So: seit wann bringen die ÖRR denn bitte vorurteilsfreie Berichte über "Transen"? Ich schätze mal seit etwa 2000 - ich bin mal großzügig (denn eigentlich halte ich 2010 für realistischer), also in etwa seit die SJWs in den USA das Thema für sich gekapert haben. Und seit wann ist das Thema insgesamt auf der Agenda? Die "Transen" kämpfen seit den 70ern in Deutschland gegen Vorurteile und gesetzliche Diskriminierung. Über diese bringen die ÖRR übrigens nichts. Es wird viel über die gesellschaftlichen Dinge geredet und über Unisextoiletten. Aber über die Idiotie, dass sich GKVen weigern, eine Transsexuelle als "Frau Adderin" anzusprechen statt als "Herr Adder", oder darüber dass ich fast zwei Jahre auf meine "offizielle" Vornamensänderung warten muss, weil das Landgericht in Köln "wichtigeres" zu tun hat, oder darüber, dass der Gesetzgeber es nicht hinbekommt, vom Bundesverfassungsgericht (das ich bei der Kritik bewusst ausnehme - vielen Dank, liebe Verfassungsrichter, für Eure Unterstützung!) als eindeutig verfassungswidrig bezeichnete Elemente des Transsexuellengesetzes zu streichen (statt nur eine "Nichtanwendungsverordnung" rauszuhauen)... darüber berichtet der ÖRR nicht.

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Die Öff-re sind ein Bollwerk gegen alle, die versuchen, mit Propaganda, Lügen und Falschdarstellungen die Meinung der Öffentlichkeit für ihre Zwecke zu manipulieren.


Die ÖRR benutzen selbst Propaganda, Lügen und Falschdarstellungen. En Masse. Die gesamte Berichterstattung über die "Energiewende" oder über "das Atomunglück von Japan mit 16000 Toten" ist ein Musterbeispiel dafür.

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Sie sind heute mehr denn je notwendig, um eine liberale Gesellschaft zu erhalten.


Eine liberale Gesellschaft lebt vom Meinungspluralismus. Dieser kann nicht durch staatsnahe Medien erhalten werden. Es ist unmöglich, dass eine Reihe von Sendern, in deren Gremien Politiker der in den Parlamenten und Regierungen vertretenen Parteien sitzen, neutrale und meinungspluralistische Sendungen bringen. Staatsnähe und Meinungspluralismus schließen sich aus. Dass diese Sender noch zusätzlich so extrem viel Geld verschleudern, ist nur noch ein letzter Punkt.

Benedikt Magnus Wrote:
Und auch arte, wenn auch manchmal mit Vorsicht zu genießen, bringt sehr viel interessantes heraus!


Ich will ja auch gar nicht die Qualität einzelner Sendungen herabwürdigen. Das Problem ist ja ein generelles, kein reines Qualitätsproblem.

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Allgemein wären Wissens- und Kultursendungen mit rein privatem Programm auf Dinge wie "Galileo" und "Frauentausch" beschränkt.


Das ist eine Lüge. Zum einen ist Galileo ein durchaus passables Format - auf einer Ebene mit "Willi wills wissen" oder anderen populärwissenschaftlichen Sendungen im ÖRR, zum anderen gibt es im Privaten Medienbereich eine ganze Reihe von guten Beispielen. National Geographic z.B., oder Geo.
Was Kultur betrifft: Volksmusiksendungen haben auch keinen höheren kulturellen Wert als "Frauentausch" oder das "Dschungelcamp".

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Dinge wie Leschs Kosmos, Terra X(press), die Dokumentarreihe von ZDFinfo und die abertausenden an naturwissenschaftlichen, historischen und gesellschaftlichen Dokus... das alles (komplett werbefrei!) wäre ohne den öffentlichen Rundfunk nicht möglich.


Doch - allerdings nicht werbefrei ODER mit Payperview-Funktion. Netflix, Amazon Video... bringen auch eine ganze Reihe von sehr guten, eingekauften oder selbst produzierten Dokus/Dokudramas. Von den sehr unterhaltsamen, aber auch durchaus selbstkritischen Dokus auf Sendern wie DMAX (die allesamt aus den USA oder Kanada eingekauft wurden) mal ganu ab... Und die beste Sportsendung ist rein privat - und in Deutschland nur über ProSiebenMAxx zu bekommen..., bzw. über USA-Network.

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Löwenzahn, die Sendung mit der Maus, Wissen macht Ah... Meine Kindheit wäre ohne fürchterlich langweilig gewesen und meine Allgemeinbildung bei weitem nicht das, was sie heute ist!


Hast Du mal neue Sendungen aus diesen Reihen gesehen?

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Vielleicht solltest du einmal häufiger, wenn dein Fernseher eh immer läuft, von den Geissens wegschalten und ne Doku des ZDF anmachen.


Beleidigen, Abwiegeln, Unterstellen. Das hat ÖRR-Niveau, BenedictMagnus und ganz ehrlich: das habe ich anders von Dir, Optimus oder sogar TLS erwartet.

TheLastShah Wrote:
Die Privatsender senden wirklich viel Mist.


Die ÖRR auch.

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Das hat nichts mit mangelndem Wettbewerb zu tun, soweit ich das beim letzten mal geprüft habe, schütten die Privatsender ja auch eine ordentliche Dividende (Pro7 - fast 7% - weiß nicht ob das ein Zufall oder Absicht ist) aus und haben kein Kapital- oder Earningsproblem.


Die Privatsender konkurrieren untereinander um die Leute, die nicht von den ÖRR schon per Zwangszahlung betreut werden. Die Leute, die von den ÖRR eingefangen werden, werden von den Privatsendern nicht mehr als Kunden gesehen. Also ein nicht funktionaler Wettbewerb, oder ein Beispiel für ein politikinduziertes "Marktversagen". Wenn man die 7 Mrd. Euro, die die ÖRR Jahr für Jahr kosten, als Markt nehmen würde... meinst Du nicht, dass selbst für lediglich 700 Millionen davon ein paar Private Sender auch Kultur- oder Dokumentarsendungen auf ähnlichem Niveau bringen würden? Ich glaube schon.
Liberalismus und Staatsfernsehen sind Gegensätze, Schah. Freie Marktwirtschaft verlangt, dass keine hochsubventionierten Konkurrenten rumspringen - und sich nicht auch noch in andere Bereiche einmischen [wie der ÖRR, der ja auch Webseiten, Internet, Mobil etc. anbietet...]

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Wenn Medien absolut frei konkurrieren, ohne dass es eine unabhängige Instanz (wie ÖRR) gibt, dann passiert eher genau das Gegenteil: durch eine klassische Kartellsituation fällt die Qualität bei steigenden Kosten.


Kartellsituation? Wo denn in einem freien Markt? Wenn natürlich ein Staatsunternehmen mit einem Etat jenseits von Gut und Böse mitmischt...
Wie sehen denn die Zahlen aus?
Die Privatsender haben Werbeeinnahmen (gesamt) von 4,5 Mrd Euro im Jahr [Quelle: Statista, die ÖRR bekommen 7,5 MRD GEZ-Gebühren plus Werbeeinnahmen in Höhe von Münchener Merku 230 Millionen Euro. Die ARD spricht davon, dass Wegfall von Werbung und Sponsoring den Rundfunkbeitrag um 1,26 Euro, mithin 7,6%, verteuern würde. Das wären meiner Rechnung nach rund 560 Millionen Einnahmen.

Wir haben also Sender, die 64% der Gesamteinnahmen im Rundfunk als Budget haben. Und Du willst mir ernsthaft erklären, dass diese das Programm der anderen Sender nicht verzerren?

Lee Lee Wrote:
Ich stimme dem Shah bei der grundlegendend angedachten Funktion der Öffentlich-Rechltichen zu. Leider ist dieses Instrument ebenso abhängig von Politik und Ideologie und kein Garant für irgendetwas.


Genau das ist ja das Problem. Das Privatfernsehen ist wenigstens nicht als neutral bezeichnet. Staatsnah und dann solch ein Budget? Verzerrung vorprogrammiert.

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Und ich kann nur immer wieder betonen, dass das, was ich in den Öffentlich-Rechtlichen sehe, nicht wirklich intersubjektiv/objektiv ist. Die öffentlich Rechtlichen lehnen, meiner Meinung nach, ziemlich nach links, aber an Stellen, wo das links lehnen nciht gut ist.


Ob links oder rechts... egal. Die Färbung ist nur ein kleines Problem. Der Meinungspluralismus innerhalb der ÖRR ist nämlich nicht vorhanden. Und da auch die Privaten Medien im Politik- und Nachrichtenbereich diese Färbung übernommen haben...
Problematischer wird die generelle Ablehnung des Gedankens der Meinungsfreiheit und des Liberalismus.

Quote:
Dann hab ich die mir angeguggt und gesehen, dass die eigentlichen Neoklassiker (zumindest Friedmann, die anderen kannte ich wenig) falsch dargestellt wurden und im Prinzip Lobbykratie kritisiert wurde, was aber an sich nichts mit den Grundsätzen neoklassischer oder gar österreicherricher Schule zutun hat... Resultat, was ich dann z.B. oft in den ÖR sehe: Kritik an korrupten Elementen in Gesellschaft und Wirtschaft als generelle Kritik am Kapitalismus verpackt (wo wir wieder bei den Labels wären).


Wundert Dich das? Das ist nun einmal der Meinungsmainstream in den Medien. Die ÖRR haben die Begriffsumdeutung "Neoliberalismus" eingeführt und sie sind dabei, klassisch-liberale Positionen oder neoliberale Positionen als "faschistisch" zu geißeln, weil sie nicht neo-sozialistisch sind. Das nennt man Propaganda, nicht Meinungspluralismus.

Gut, genug Lebenszeit verschwendet...