Bitzoseq Wrote:
Selbst das neue Testament ist neuerdings antisemitisch.*
Ehrlichgesagt, wenn man den Islam ablehnt, muss man nicht das Judentum gleich ablehnen?


Es gibt fundamentale Unterschiede zwischen Judentum und Islam. Der wichtigste ist: Juden missionieren nicht und zwangsbekehren auch nicht - und es gibt keine weltliche Strafe für Apostasie (also das Verlassen des Judentums) oder für das Nichtbefolgen der Regeln.
Selbst orthodoxe Juden sind daher für andere (und das ist nun einmal der Maßstab... was für sie selbst ist, ist egal) ungefährlich. Außer natürlich, man identifiziert sich als "Palästinenser" und läuft mit gezogener Waffe in Tötungsabsicht auf Juden zu, versucht diese mit Raketen zu terrorisieren oder macht sonst irgendwas, was die IDF oder die Polizei mit direkter Gewalt beantwortet. Dafür habe ich aber vollstes Verständnis (also für die Handlungen der IDF oder Polizei).

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Im Christentum wurde gezeigt, dass es keinen (direkten) Zusammenhang zwischen dem Besitz der Vorhaut, und dem Einhalten der Gesetze gibt. Dennoch wird jede Kritik an der Beschneidung von Kindern als antisemitisch abgewürgt...oder auch als antiislamisch....


Sehr schwieriges Thema. Solange allerdings medizinische Eingriffe an der Vorhaut erlaubt sind, auch wenn keine eindeutige Indikation dafür besteht (und so ist die Gesetzeslage - theoretisch könnte eine Circumcision auch wegen kosmetischer Gründe bei Kindern durchgeführt werden, solange die Eltern unterschreiben und der Arzt mitmacht...), fehlt die Grundlage, gegen Circumcisionen vorzugehen. Außer bei Mädchen, da ist die Lage etwas besser. Wobei auch schon Klitoris- oder Labienreduktionen bei Minderjährigen durchgeführt wurden...

Letztlich ist das Problem des Judentums hier, dass eine spätere Beschneidung aus religiösen Gründen nicht zum gleichen Ergebnis führt. Anders als beim Islam. In Anbetracht der geringen Zahlen an Juden in diesem Land, würde ich also das Problem rein praktisch in die Zeit nach der Volljährigkeit verlegen und den Beschnittenen die Möglichkeit geben, den Rabbi und ihre Eltern zu verklagen...

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Ich dachte immer, das Antisemitismus der Hass auf Juden sei, nur ist es jetzt schon antisemtisch, die Religion abzulehnen.


Da das Judentum so ziemlich(*) die einzige relevante Religion ist, bei der eine vollständige Vermischung von Volks- und Religionsbegriff stattgefunden hat, ist das schon richt so.

* Die Jesiden sind ein anderes Beispiel.

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Zu der Judaslohn-Sache: Ja aber insgesamt wird so etwas mittlerweile als antisemitisch bezeichnet. Natürlich müsste ein Vertreter anderer Parteien nicht gleich zurücktreten, dennoch gäbe es wahrscheinlich Zeitungsartikel darüber...


Nein. Lauterbach selbst hat den Begriff verwendet... natürlich stand das auch in der Zeitung, aber eben nciht auf diese Art und Weise...