Ontologie ist keine Ausrichtung, sondern eine Disziplin (so wie Ethik z.B.). Phänomenologie kann beides meinen, aber wird in den meisten Kontexten im Sinne einer Ausrichtung bzw. Strömung der Philosophie verwendet. Phänomenologen haben die Überzeugung, dass die richtige Art zu Philosophieren ausschließlich (und das kann man betonen) darin besteht, tatsächliche Wahrnehmung in Alltagssituationen ("Lebenswelt") zu analysieren. Abgelehnt werden bestimmte philosophische Methoden, wie etwa Gedankenexperimente (begründet ist das nicht). Die phänomenologische Strömung ist zudem wissenschaftsfeindlich. Es gilt das Primat der Wahrnehmung. Insgesamt ist sie keine durchdachte, kohärente Philosophie, sondern ein Sammelsurium verschiedener Überzeugungen und Vorurteile. Gleiches kann man über die Analytische Philosophie sagen, die das Feindbild der Phänomenologen ist. Die Analytische Philosophie ist das Gegenteil von dem, was du beschreibst. Sie ist begrifflich hochpräzise und in ihrer Sprache simplistisch. Das macht sie nicht weniger ideologisch. Auch die Analytische Philosophie hat bestimmte anerkannte Muster der Argumentation, die eigentlich nicht begründet sind. Gebräuchlich ist z.B. der Verweis auf die "Intuition" um Lücken in Argumenten zu füllen (man macht sich hier nicht einmal die Mühe, eine Lösung zu finden).

70 - 80% der Philosophen in Deutschland sind analytische Philosophen. Der Rest fasst sich unter dem Begriff "kontinentale Philosophie", von der die Phänomenolgen wiederum nur eine kleine Minderheit darstellen.

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Daher ist meine Sprache die der Wissenschaften wie Biologie und insbesondere experimentelle Psychologie und Soziologie

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eher simple Themen wie Ethik drehen

Eins von beiden kann nur richtig sein: Entweder verwendest du biologische Konzepte; dann ist Ethik ein schwieriges Thema. Oder du fängst mit intuitiv plausiblen Prämissen an; dann kann ich nachvollziehen, dass es "einfach" ist, weil ja alles bloßes Anwenden des Angenommenen ist.