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Sollte es besser keine Menschen geben?

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Malone
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Post: #1
Sollte es besser keine Menschen geben?

Auf Facebook hat jemand anlässlich von Äußerungen der Gattin eines bekannten Gesellschaftskritikers folgende Diskussion angestoßen:

Quote:
Leben ist Leiden, so sagen Hinduismus und Buddhismus und auch viele moderne Einstellungen sehen das so.

Es gibt auch Anti-Menschen, die der Ansicht sind, der Mensch sollte besser wieder von der Erde verschwinden, weil das besser für die Natur sei.

Ich habe in meinem Leben nicht viele aber doch einige kennengelernt, die allgemeine Todesbefürworter waren.

Dem stehen als Gegenpart Lebensbefürworter gegenüber, für die jedes menschliche Leben erhaltens- und verlängernswert ist, für die Abtreibung Mord ist und Sterbehilfe ebenso.

Wo würdet ihr euch verorten? Wie seht ihr den Wert des Lebens an und für sich und euer eigenes darin? Was ist aus ethischer, philosophischer oder auch meinetwegen spiritueller Sicht für euch das Erstrebenswerte? Habt ihr Angst vor dem Tod? Sollte davor überhaupt irgendjemand Angst haben?


   

Für den Hinduismus kann ich nicht sprechen, aber der erwähnte buddhistische Leidensbegriff ist ein anderer als der landläufige, westliche. Er ist im Kontrast zur Erleuchtung zu sehen, die man durchaus im Diesseits erlangen kann und die eine Loslösung vom emotionalen und gedanklichen Haften an Lust und Schmerz darstellt.

Wer dafür ist, dass Menschen von der Erde verschwinden, ist offensichtlich ein pathologischer Misantroph, der am besten selbst den ersten Schritt macht. Ich denke, es sollte Wesen geben, die die Existenz bewusst erfahren und schätzen können.

Und je mehr, desto besser. Freilich nur so lange, wie sie auch glücklich sein können und sich nicht gegenseitig ihre Lebensgrundlagen zerstören. Aber da sollte man bei noch nicht existentem Leben ansetzen in Form von Geburtenkontrolle, und keinesfalls den Lebendigen Leid und Schaden wünschen. Falls doch, siehe die vorgeschlagene Konsequenz im zweiten Absatz.

Diese Frau scheint dafür zu feige zu sein. Schade. Aber ich hoffe, sie findet irgendwann den Mut, diesen Schritt mit ihrem werten Gatten gemeinsam zu gehen 😊

Des Weiteren sehe ich in neuen Technologien den besten Ansatz, immer mehr Menschen eine gute Existenz zu ermöglichen, und vielleicht auch einmal die ganze Galaxie zu besiedeln und sie in eine asimovsche zu verwandeln.

Abtreibung sehe ich kritisch, ich denke aber, mit der jetzigen, hiesigen Regelung kann man gut leben. Den Ansatz der Jungsozis, dass quasi auch Babys abgetrieben werden könnten, verabscheue ich.

Da ich Freiheit als das höchste Gut schätze, bin ich selbstverständlich auch dafür, dass jemand über sein eigenes Leben und Sterben frei entscheiden und Sterbehilfe in Anspruch nehmen kann. Jede Bevormundung diesbezüglich ist ein grober Verstoß gegen das elementarste Menschenrecht.

Vor dem eigenen Tod fürchte ich mich in der Tat, aber nicht so sehr wie dafür, nicht sterben zu können, wenn ich es will. Ich gehe zwar davon aus, dass, wenn das Gehirn aufhört zu arbeiten, auch kein Ich und kein Erleben mehr erzeugt werden. Aber wer weiß. Im Lamaismus - der für mich über das glaubwürdigste Jenseits verfügt - sieht das anders aus, aber auch nicht unbedingt erfreulich.


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Kein(e) Planet*In ist illegal!

Autor der Blüte des Zweifels

This post was last modified: 11.03.2020 00:09 by Malone.

10.03.2020 23:57
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teffy
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Post: #2
RE: Sollte es besser keine Menschen geben?

Mir hat mal jemand die Frage gestellt, was ich der beste Wunsch wäre, wenn ich einen frei hätte, und darauf selbst geantwortet, dass der beste Wunsch wäre, dass die Menschheit aussterbe.

Mal abgesehen davon, dass ich als entfernter Verwandter des Sams (rötliche Haare) sagen würde "ungenau gewünscht":

Es ist Fatalismus - die Aufgabe der eigenen Möglichkeiten wegen der Ungeheuerlichkeit eines Problems. Kann je eh nichts ändern. Greta Thunberg oder ihr Vorbild "Rosa Parks" als die Frau, die im Bus sitzenblieb, sind zwei Gegenbeispiele.

Ein besserer Wunsch wäre, sich einen besseren Menschen zu wünschen - oder noch besser, sich die Möglichkeiten wünschen, selbst bessere Menschen zu werden.

Dieser Planet ist eigentlich super duper wundervoll - die Menschheit hat es in der Hand:

Massenhaft getötete Tiere, autoritäre Regimes, öde Landschaften, wenig Reiche, viele Arme, schlechte X-Klassenmedizin, Turbokapitalismus, verschmutzte Ozeane, Massenkonsum und Massenarbeitslosigkeit, Verschuldung, fossile Brennstoffe und und und...

oder

Konsequente Umsetzung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, globale Zusammenhalt bei Problemen wie Corona und Klimawandel statt Ringen um den eigenen Vorteil, blühende Landschaften, Leben in Gemeinschaft statt Masseneinsamkeit, Umverteilung von Reich nach Arm, Demokratie, wenig Lobbyismus, wenig Umweltzerstörung, wenig Tierleid, Schonung von Lebensräumen, geballtes gemeinsames "Aufräumen", Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energie.... der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Technologie ist da eher Mittel zum Ziel. Technologische Lösungen werden meiner Meinung nach überschätzt im Vergleich zu sozialen Lösungen.

Mit der Selbstaufgabe würde ich den Status quo hinnehmen, denn die Menschheit insgesamt benimmt sich meiner Meinung nach ziemlich %$%§. Diejenigen, die Besseres wollen, geben auf; diejenigen, die nichts besseres wollen, bleiben.
Dann bliebe alles, wie es ist. Nein.

---
Die Angst vorm Tod verstärkt sich, je älter man wird. Eher habe ich Angst vorm Altsein.
---
Bei dem Denken über Besiedlung von fremden Planeten übersieht man glaub ich wesentlich:
1. Jeder aktuell gefundene Antriebsprinzip (auch z.B. Laufen) beruht auf dem Rückstoßprinzip in starker Unterlichtgeschwindigkeit. Die Entfernungen im All sind gigantisch und deren Überwindung teuer - auch im Sinne von Treibstoff.
2. Um andere Planeten zu besiedeln, muss fast perfekt funktionierende Kreislaufwirtschaft erfunden werden.


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06.08.2020 00:21
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Jozilla
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Post: #3
RE: Sollte es besser keine Menschen geben?

teffy Wrote:
Bei dem Denken über Besiedlung von fremden Planeten übersieht man glaub ich wesentlich:
1. Jeder aktuell gefundene Antriebsprinzip (auch z.B. Laufen) beruht auf dem Rückstoßprinzip in starker Unterlichtgeschwindigkeit. Die Entfernungen im All sind gigantisch und deren Überwindung teuer - auch im Sinne von Treibstoff.

Diese Aussage ist nur korrekt wenn du dich in einer Raumstation durch Fluide Volumenströme aus deinen Körperöffnungen Fortbewegen würdest.
Beim Laufen bewegst du dich Primär durch Reibung fort. Deine Füße haben Haftreibung am Boden und übertragen dadurch die Kraft.
Deswegen ist das Fahrrad eine so geniale erfindung; die kraft, die du zum anheben deiner Füße verwenden Würdest geht zu wesentlich größeren teilen in eine horizontal gerichtete bewegung über.

teffy Wrote:
2. Um andere Planeten zu besiedeln, muss fast perfekt funktionierende Kreislaufwirtschaft erfunden werden.

... ... ...
was predige ich seit jahren?
https://forum.ars-regendi.com/wir-bauen-...#pid406834

Jozilla Wrote:
es ist der indirekte nutzen der daraus hervorgeht.
Es müssen systeme Entwickelt werden mit denen das Raumschiff läuft und das wird es auch den städten zu gute kommen.
Z.b. vollständige Kreislaufsysteme. man stelle sich vor dass wie in der natur alles genutzt wird. kann durch die aufbereitung von verwendetem wasser einiges an umweltbelastung eingespart werden. damit profitieren die Kinder in Südostasien indirekt weil damit wesentlich weniger opfer von umweltzerstörung werden.
Das kann auch z.b. dazu führen dass geld seine bedeutung verliert weil die meisten alltäglichen sachen in massen preisgünstig und umweltneutral hergestellt werden können.
Solche system sind unumgänglich für die raumfahrt!
Durch kommerziellen druck alleine, gäbe es keine andere motivation so etwas zu entwickeln


ich kann nochmal tiefer buddeln


Für den Frieden zu kämpfen ist wie für die Jungfräulichkeit zu ficken.
Was ist der natürliche Weg um wieder echte Jungfrauen zu bekommen?

Kooperation ist besser als Konkurenz, andernfalls wären Kartellämter sinnlos
06.08.2020 01:06
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teffy
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Post: #4
RE: Sollte es besser keine Menschen geben?

Immer wenn eine Masse nach vorne beschleunigt, muss eine andere Masse nach hinten beschleunigt werden -
man muss die Masse zum "zurückwerfen" auf der Erde nicht immer bei der Bewegung mitführen wie in einer Rakete - im Weltall weitgehend schon, da rundherum um die Rakete kaum Materie ist; man verliert durch das Rückstoßprinzip ständig Masse durch Kurskorrekturen.

Das meinte ich mit Rückstoßprinzip (3. Newtonsche Gesetz). Beim Laufen auf Sand fliegt der Sand nach hinten, beim Laufen auf einem Kreisel nach vorne am Spielplatz dreht sich der Kreisel nach hinten. Beim Segeln wird die Luft nach hinten beschleunigt (der Wind kann ja weitgehend nicht durchs Segel) und das Schiff nach vorne beschleunigt. Beim Schwimmen wird Wasser nach hinten gedrückt, der Schwimmer nach vorne. Ein Düsentriebwerk wirft Masse nach hinten, das Flugzeug nach vorne...
Zu jeder Kraft existiert eine Gegenkraft.

Antrieb durch Raumfaltung, Warpantrieb und Wurmlöcher wären Alternativen - wenn denn dazu überhaupt irgendwelche Naturgesetze entdeckt worden wären, die bei der Antriebsentwicklung helfen.


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This post was last modified: 06.08.2020 21:53 by teffy.

06.08.2020 21:51
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Jozilla
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Post: #5
RE: Sollte es besser keine Menschen geben?

teffy Wrote:
Immer wenn eine Masse nach vorne beschleunigt, muss eine andere Masse nach hinten beschleunigt werden -
man muss die Masse zum "zurückwerfen" auf der Erde nicht immer bei der Bewegung mitführen wie in einer Rakete - im Weltall weitgehend schon, da rundherum um die Rakete kaum Materie ist; man verliert durch das Rückstoßprinzip ständig Masse durch Kurskorrekturen.

Nein, es muss schlicht eine gegenkraft geben; gibt es sie icht, resultiert das in einer beschleunigung der masse, deren Gegenkraft durch F=M*a beschrieben wird.

teffy Wrote:
Das meinte ich mit Rückstoßprinzip (3. Newtonsche Gesetz). Beim Laufen auf Sand fliegt der Sand nach hinten, beim Laufen auf einem Kreisel nach vorne am Spielplatz dreht sich der Kreisel nach hinten. Beim Segeln wird die Luft nach hinten beschleunigt (der Wind kann ja weitgehend nicht durchs Segel) und das Schiff nach vorne beschleunigt. Beim Schwimmen wird Wasser nach hinten gedrückt, der Schwimmer nach vorne. Ein Düsentriebwerk wirft Masse nach hinten, das Flugzeug nach vorne...
Zu jeder Kraft existiert eine Gegenkraft.

Antrieb durch Raumfaltung, Warpantrieb und Wurmlöcher wären Alternativen - wenn denn dazu überhaupt irgendwelche Naturgesetze entdeckt worden wären, die bei der Antriebsentwicklung helfen.

Du suchst dir irgendwie die beispiele die nciht so ganz passen. Bei einem Impulsstrom wird eine Masse benötigt oder zumindest ein Impuls.
Mögliche Raummanipulationen sind bisher eher das Reich der Spekulationen, noch gibt es da keine wirklichen Experimente. Bisher waren diese dazu geeignet die Entdeckten Gesetzmäßigkeiten zu bestätigen.
Wenn du an diesem Gebiet interesse hast, solltest du dich vertiefen.
Zb. das beispiel mit dem Sand von den füßen ist ein Trugschluss. Du würdest nur dann beschleuningung erfahren, wenn du diesen sand schneller von dier wegstoßen würdest, als sich dein fuß bewegt. Der sand bleibt nur haften und durch die bewegung geht diese haftung verloren und verlässt deinen fuß bei der entsprechenden tangentialgeschwindigkeit. einen ähnlichen Trugschluss hatte mal ein Assistent, der eine experientalphysik-klausuraufgabe erdacht hat. Es Eisenbahnwaggon wiegt mit Ladung 50t, er verliert pro Sekunde 1kg Sand, die einfach herunterrieseln. die Startgeschwindigkeit des Waggons sei 1m/s; wie schnell beschleunigt er?


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06.08.2020 22:31
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