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Stagnierende Wirtschaft wieder ankurbeln

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Horst Heesofer
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Post: #1
Stagnierende Wirtschaft wieder ankurbeln

Servus zusammen,

im Hinblick auf die neue Anzeige des "realen BIPs" habe ich ein kleines Projekt gestartet und meinen Staat Troisdorf mit einer in einigen Teilen anderen Wirtschaftspolitik als hier allgemeiner Konsens, aufgezogen:

  • Haushaltskonsolidierung: Gut, das mache ich sonst auch immer so, da gut bewährt. Anstatt Steuererhöhungen zum Ausgleich der Neuverschuldung gab es massive Steuersenkungen und moderate Ausgabenerhöhungen. Das entstehende Wachstum finanziert diese Maßnahmen von selbst.
  • Nominalzinssatz: Hier war mein Ziel nicht die Wirtschaft mit billigem Geld für einen 1% Zinssatz zu überfluten, sondern im Gegenteil mit hohen Zinsen Kapital anzulocken und so die Investitionen zu steigern.
  • Geldmenge: Zur Reduktion der Inflation und um den Währungswert zu steigern (billigere Importe, Auslandsinvestitionen, Kaufkraft) habe ich die in weiten Teilen etwa 10- 15% unterhalb des nominalen BIP gehalten. Zwischenzeitlich hat sie sich aber unerklärlicherweise verselbstständigt (oder druckt meine Zentralbank bei hoher Devisennachfrage automatisch nach?) und wurde jetzt wieder manuell abgesenkt. Sie liegt dennoch 6,5% über dem BIP.
  • Devisenkurs: Entsprechend erklärter Politik erheblich gesteigert, liegt jetzt bei 1,74.
  • Bürokratie: Fast alle Aufgaben habe ich mit dem Ziel gelöst, die anfallende Bürokratie nach Möglichkeit zu verringern und so die Wirtschaft zu flexibilisieren.

Was hat das gebracht? Mein reales BIP liegt nach 55 Quartalen 73% über dem Durchschnitt, die Arbeitslosigkeit ist gering, der GINI ebenso.
Nettoeinkommen / LHK = 3,4 - im Durchschnittsstaat bei 2,53.

Alles in allem geht es meinem Staat hervorragend.
Ein Problem gibt es aber: Zu Beginn (etwa bis Q40?) hat er Wachstumsraten von im Schnitt 5-7% reales(!) Wachstum hingelegt - jetzt dümpelt er bei 1% herum. Klotze ich im Haushalt mal richtig reicht das auch maximal für müde 2%.

Egal was ich tue, ich komme leider nicht zu den paradiesischen Zeiten zurück - oder wenigstens zu moderaten 4%.
Der Kapitalzufluss stagniert und der Aktienindex hat sich festgefressen.
Standardrezepte wie Nominalzinssenkung oder Geldmengenerhöhung führt eher zu Rezession als Wachstum.
Ich komme also leider nicht weiter.

Habt ihr Ideen, was die Stagnation bedingen könnte und wie ich das behebe?

20.01.2015 11:20
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Allirion
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Post: #2
RE: Stagnierende Wirtschaft wieder ankurbeln

meine Grundsätzlichen Ideen wären:

-mehr Bildung, das wirkt gleich 3-fach - mit Bildungsausgaben direkt bringst du schon mal Geld unter die Leute, die Wirtschaft profitiert von höherer Bildung und generiert mehr Umsätze, und das Einkommen, also der Konsum, steigt ebenfalls
-mehr Gesundheit, das wirkt 2-fach - wieder bringt man mit Gesundheitsausgaben direkt Geld ins Volk, und zusätzlich können gesunde Leute mehr und länger arbeiten.

Du hast Staatsguthaben, damit könntest du schon mal was ankurbeln.

This post was last modified: 20.01.2015 18:05 by Allirion.

20.01.2015 18:04
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Bratti
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Post: #3
RE: Stagnierende Wirtschaft wieder ankurbeln

Horst Heesofer Wrote:
Habt ihr Ideen, was die Stagnation bedingen könnte und wie ich das behebe?


Der Motor des BIP ist in der Regel der Privatkonsum. Deine sehr hohe Sparquote zeigt mir, dass es für deine Bevölkerung lukrativ ist, viel Geld zu sparen, anstatt es auszugeben. Und die hohe Sparquote dürfte eine direkte Folge deiner Hochzinspolitik in Verbindung mit deiner Geldmengenverknappung sein.

Du schreibst ja selbst, dass du mit hohen Zinsen Kapital anziehen willst und Investitionen steigern willst... Nur sehe ich bei hohen Zinsen keinen Anreiz zu investieren. Wenn ich z.B. als Multimillionär über 5 Prozent Zinsen bei dir einstreiche und mein Geld nicht mal durch Inflation an Wert verliert, warum sollte ich denn dann das Risiko eingehen, mein Geld anderweitig zu investieren? Und Investitionen müssen sich ja auch lohnen, also das Geld muss wieder reinkommen und zwar im Endeffekt über die Konsumenten. Da sind wir aber wieder bei den hohen Zinsen, die Konsum unattraktiver macht. Um bei dem Bsp. zu bleiben: wenn ich aber nun auf mein Vermögen nur 1 Prozent oder weniger (bei AR handelt es sich ja um ein Mittelding aus Markt- und Leitzins) bekomme und dieser bescheidene Zinssatz auch noch von der Inflation aufgefressen wird, was mache ich dann um mein Vermögen zu sichern? ...Investieren!

Zudem wird ein beträchtlicher Teil von wirtschaftlichen Aktivitäten auf Kredit finanziert, wo wir wieder bei dem Problem der hohen Zinsen wären. Dein hoher Devisenkurs, als Folge der hohen Zinsen, sollte ferner auch deiner Import-Export-Bilanz abträglich sein. Das ist jetzt natürlich nur ein Teil der Wahrheit, aber es sollte das Problem der hohen Zinsen verdeutlichen. Dass deine Steuern generell sehr niedrig sind, ist natürlich sehr wirtschaftsfreundlich, aber für mehr Wachstum, durch Haushaltssteuerungen generiert, müssen die Zinsen deutlich runter, um das "Geldausgeben" zu fördern.

Hab grad einen fast gleich alten Staat zu laufen, bei dem ich größtenteils das Gegenteil von deiner Finanzpolitik umsetze: Brattipower

(Vergleiche hinken natürlich immer, wegen der unterschiedlichen Aufgabenlösungen)

20.01.2015 20:41
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Allirion
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Post: #4
RE: Stagnierende Wirtschaft wieder ankurbeln

Bratti Wrote:
Du schreibst ja selbst, dass du mit hohen Zinsen Kapital anziehen willst und Investitionen steigern willst... Nur sehe ich bei hohen Zinsen keinen Anreiz zu investieren. Wenn ich z.B. als Multimillionär über 5 Prozent Zinsen bei dir einstreiche und mein Geld nicht mal durch Inflation an Wert verliert, warum sollte ich denn dann das Risiko eingehen, mein Geld anderweitig zu investieren? Und Investitionen müssen sich ja auch lohnen, also das Geld muss wieder reinkommen


da muss ich widersprechen.
Während die produzierende Wirtschaft (und der Tourismus) hinterherhinkt sollte der Bankensektor boomen - es ist ziemlich genau das was die Schweiz mit ihrer Entkopplung zum Euro erreicht und vermutlich bezwecken will. Wir haben hier zwar keine sichtbare 5-Konten auflistung, aber ich bin mir ziemlich sicher, im Hintergrund wird das zumindest zum Teil berechnet.
Also auch wenn es wie bei so vielem nicht für die ganze Welt funktionieren kann, so sollte ein einzelner Staat so auch funktionieren.

Als Startstaat bietet sich Großbritannien aber deutlich mehr an. Ich glaube ich werde das als nächstes mal probieren.

20.01.2015 22:40
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Unborn
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Post: #5
RE: Stagnierende Wirtschaft wieder ankurbeln

Ich klaue mir einfach mal das Thema hier . Tongue

Also ich habe jetzt in verschieden Themen gelesen, dass eine negative Sparquote eher schlecht ist. Nur verstehe ich das nicht, stimme da eher mit Bratti überein. (wobei ich überhaubt nicht versehen kann, dass sie in deinem Beispiel negative ist, bei über 25 % Zinsen)

Also was ich mir gedacht hatte zu der Sparquote war:

Negative:
- Haushalte verschulden sich und müssen möglicherweise vom Staat über Sozialhilfe refinanziert werden.
- Es können sich Banken, Immobilien oder was auch immer Blasen bilden, die dann platzen.

Positive:
- Die Bevölkerung investiert (sofern sie das Geld hat), der Konsum wird angekurbelt
- Mehr Konsum normalerweise = Wirtschaftswachstum und Jobs
- Einahmen aus Vermögenssteuer
- Möglw. höhere Chancengleichheit durch geringere Zinsgewinne
- Gut vereinbar mit niedrigen Zinsen, Entlastung für den Staat bei Verschuldung
... und mir fällt sicher noch mehr ein.

Bitte korrigiert mich hier, oder erklärt mir wieso mit diesen Faktoren, eine negative Sparquote noch schlecht seien kann. KopfkratzSuspect

24.02.2015 12:11
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