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1 Votes - 5 Average   Unsterblichkeit

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Luigi Risotto
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Post: #81
RE: Unsterblichkeit

Darauf möchte ich erwidern:

Quote:
Dass ausgerechnet der Tod, der ultimative Schicksalsschlag, als Befreiung ersehnt werden kann, die aus den zahllosen schicksalshaften Zwängen der Existenz erlöst, zeigt an, was an Hoffnungen den Menschen geblieben ist: dass jede Qual wenigstens irgendwann ihr Ende findet. Ginge es nach dem Stoff der Sagen, Mythen und Legenden, fürchteten die Menschen die Unsterblichkeit stets mehr als den Tod. Die Bilder des Paradieses bleiben in jeder Religion hoffnungslos, vage und unbestimmt; die ewige Verdammnis aber lässt sich bis in die kleinsten Details ausmalen. Ob Höllenqualen oder ruhelose Wanderschaft, das Grauen besteht gerade darin, dass es nur mehr vom Immergleichen ist. Weil eine andere Form der Überwindung des Todes nicht denkbar scheint, haben Ideologen daraus immer schon den Schluss gezogen, diese wäre auch gar nicht wünschbar; ohne Leid und Trauer, so der beliebte Allgemeinplatz, auch kein Glück. Unbegrenzt vom Tod würde jeder Genuss auf Dauer schal und jede Handlung bedeutungslos. Nur heißt Unendlichkeit, entgegen Nietzsches Propaganda fürs amor fati, nicht notwendig auch unendliche Wiederholung. Die Mathematik kennt die irrationalen Zahlen, in denen sich die Ziffern nach dem Komma zu immer neuen Gestalten zusammenfügen, ohne je ein wiederkehrendes Muster zu bilden; unerschöpflich sind, heißt das, auch die Möglichkeiten des Neuen. Dass der fliegende Holländer und solche Leute ihr ewiges Leben als ewige Strafe verbüßen, verdankt sich nicht der Natur der Unendlichkeit. Wo die Schwerkraft der Verhältnisse die Phantasie daran hindert, über jene hinaus zu denken, erhebt sie sich erst recht nicht über die Barriere des Todes.


Wer so blöd ist, sich 1000 Jahre lang tagein, tagaus denselben Scheiß gefallen zu lassen, hat wirklich nichts Besseres verdient. edit: Zumal die Möglichkeit des Suizids nach wie vor offen steht. Wirklich, es gibt nicht ein Hindernis, das den Menschen, sollte es Unsterblichkeit einmal geben, es verunmöglicht, 80 Jahre lang wie im Rausch zu verbringen und dann aus freier Entscheidung den Löffel abzugeben, weil man das Gefühl hat, man habe alles schon gesehen. Das habe ich alles schon geschrieben.

15.02.2013 18:56
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Sheep
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Post: #82
RE: Unsterblichkeit

Danke, den Text habe ich schon gelesen. Auch wenn die Formulierungen für meinen Geschmack zu geisteswissenschaftlich (blumig und bildhaft) waren, das hätte er / sie auch kürzer und klarer schreiben können.

Quote:
Wer so blöd ist, sich 1000 Jahre lang tagein, tagaus denselben Scheiß gefallen zu lassen, hat wirklich nichts Besseres verdient.


Vielleicht sind ihm einfach die Alternativen nicht klar? Soviele Menschen da draußen verschenken einen Großteil ihres Potentials, nicht nur aus Bequemlichkeit und Angst, sondern auch deswegen, weil sie davon nichts ahnen. Wie sehr die alltägliche Routine einen Menschen beeinflussen kann, lässt sich doch bei vielen (und bei sich selbst) gut sehen. Routine bietet ja auch Sicherheit, also kein Wunder...


15.02.2013 19:08
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Luigi Risotto
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Post: #83
RE: Unsterblichkeit

Die These ist von großer Klarheit. Ich sehe am Text nichts Ornamentales. Jedes verwendete Bild erhellt den Sachverhalt. Aber sei's drum: Das sind Stilfragen.

Wenn du die These gründlich gelesen und bedacht hättest, so gäbe es meinerseits, meine ich, gar nichts mehr hinzuzufügen: Diese Phantasielosigkeit herrscht jetzt schon und die phantasielosen Unsterblichkeitsgegner verlängern einfach die bestehende Misere, in der ein neues Windows und ein neues Gesicht für die tatsächlich immergleiche Politik schon das Höchste der Gefühle sind – und das bezeichnet man auch noch als Fortschritt –, in die Ewigkeit hinaus. Es herrscht die begründete Angst vor, dass alles noch länger so weiter geht (ist dir nicht aufgefallen, wie die aufgeführten Beispiele samt und sonders mit dem gegenwärtigen Zustand im Grunde identisch sind, gewissermaßen nur seine Degeneration darstellen?), dass man es länger als 80 Jahre ertragen muss. Aber verpackt wird die Angst in einer Argumentation, welche einen Zustand fürchtet, der in Wahrheit und ganz offensichtlich schon seit langer Zeit existiert. Was sich Fortschritt nennt, ist nur die ständige Wandlung der Gestalt des Immergleichen. Die Menschheit war nur in seltenen glücklichen Momenten wirklich Herr ihrer selbst; die meiste Zeit hat sie damit verbracht, unbewusst geschichtlichen Tendenzen hinterherzulaufen anstatt sich selbst zu erheben und ein wirklich neues Leben zu erschaffen, in dem das Neue nicht schicksalhaft wie im Mythos in der Gestalt eines neuen Windows über einen kommt, sondern in dem die Menschheit das Neue bewusst selbst gestaltet. Und es so wirklich radikal neu, jedes Mal anders, besonders gestalten kann. Ein Leben, in dem sich der Begriff des Fortschrittes erübrigt, da das abstrakte Fortschreiten der Zeit von hier nach dort abgeschafft ist, nicht nur durch die Unsterblichkeit, sondern auch durch die bewusste Tat des befreiten Menschen, der seine Zukunft gestaltet anstatt bewusstlos im Strom zu treiben.

Und dieses Scheitern der Menschen kreidet man dann der Idee der Unsterblichkeit an. Sicher: Eine Unsterblichkeit, wie sie hier im Thread stellenweise ausgemalt wurde, ist nicht wünschenswert. Aber wenn sie so aussieht, dann nur, wenn man sie so aussehen lässt. Weder liegt in der Unsterblichkeit ontologisch die Fortführung des Immergleichen noch die reine Glückseligkeit des Menschen. Unsterblichkeit ist nur ein vernünftiges Ziel, wenn man sie mit der Utopie verknüpft, aber wer die Unsterblichkeit ablehnt, der lehnt auch die Utopie ab. Kann man machen. Aber dann kann ich es auch kritisieren. Das meine ich, wenn ich sage, dass die Diskussion der Unsterblichkeit über sich selbst hinausweist.

15.02.2013 19:56
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Prinz-Smile
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Post: #84
RE: Unsterblichkeit

Globaltom Wrote:

BuffaloBill Wrote:
Mein Argument ist das folgende.
Wenn es möglich währe(!) unsterblich zu sein - wie möchtest du all die unsterblichen Menschen ernähren? und wo sollen sie wohnen? Die Welt ist schon heute überbefölkert, wie soll den Unsterblichkeit gehen? Hast du ein Recht, zuküftigen generationen zu verbieten zu "existieren" nur weil du "weiterexistieren" willst? Wer hat DICH den zum Richter gemacht?

Da seh ich auch ein Problem.
Wenn die Menschen sagen wir 1000 Jahre alt werden,
würde die Weltbevölkerung sich etwa verzehnfachen.
Also z.B. Deutschland auf 800 Mio !! Menschen anwachsen
Glotz


Naja, ich eigentlich nicht, wenn sich der Mensch dabei "Evolutionär" an das Lebensvorhandensein anpasst, ist das ja kein Problem, doch die Toleranz der Generationskonflikte wird dann schon eher ein Problem. Wenn eine Schwangerschaft 10 oder 100 Jahre dauert und der Schmerz sich dabei auch maximiert, ist die Frau nach der Geburt tot und der Mann nach der Geburt mit 100 oder 10 Generationskonflikten beschäftigt. Wenn man das dabei auf Europa mal sehen wöllte, wo es ein ähnliches Problem gibt, kann man sich ja ausmalen was das für ein Krieg wird(wenn man die Geschichte Europas betrachtet)...
...aber die Idee gefällt mir, kennt einer einen Film der in dieser Art spielt? Würde mir gern einmal die Fantasien der Filmemacher dazu ansehen Smile^

m_and Wrote:
Da stimme ich dir zu. Man müsste das Leben erst einmal lebenswert machen, bevor man es ins Unendliche verlängert. Die Unsterblichkeit steht nicht auf der Tagesordnung und das ist in Anbetracht der Zustände, wo sie nur eine Verewigung des Grauens bedeuten würde, auch richtig so. Sie aber von vornherein zu verdammen und das mit so fadenscheinigen Argumenten, das scheint mir nicht richtig zu sein. Der Tod ist etwas Grauenvolles, ob nach 90 oder fünf Jahren.


Meinst du nicht, das der Mensch sich wie die Tiere,an das Töten gewöhnen würde? Wie bei Kanibalen oder Menschenfressern?

Globaltom Wrote:

m_and Wrote:
Da stimme ich dir zu. Man müsste das Leben erst einmal lebenswert machen, bevor man es ins Unendliche verlängert. Die Unsterblichkeit steht nicht auf der Tagesordnung und das ist in Anbetracht der Zustände, wo sie nur eine Verewigung des Grauens bedeuten würde, auch richtig so. Sie aber von vornherein zu verdammen und das mit so fadenscheinigen Argumenten, das scheint mir nicht richtig zu sein.

Da stimm ich euch beiden mal zu

Quote:
Der Tod ist etwas Grauenvolles, ob nach 90 oder fünf Jahren.

Weil du Atheist bist.
Wärst du Religiös würdest an ein Leben
nach dem Tod glauben ( das bestimmt paradiesisch ist).


Naja, wenn man einmal den natürlichen Wertegang der Seelen nimmt, ist man im Kreislauf de Natur ja gefangen(wenn man nach dem Hindustischem Glauben geht, welcher mir pesönlich mehr sinn macht, man aber in der "Allwissenheit" gefangen ist, welche man an bestimmte Menschen weitergeben kann oder nicht, oder man an bestimmte Regeln gebunden ist, wie bei "Wächter der Nacht/Tages")

m_and Wrote:
Marxens Werk ist wissenschaftlich begründet und daher für jeden überprüfbar. Anders der Glaube. Mag sein, dass manchen das gute Gefühl, das einem so eine Illusion gibt, reicht, um den Glauben an sie zu rechtfertigen; bei mir ist das halt nicht so. Ist aber auch nicht wichtig für den Thread.


Glaubst du das "Mystiken" auch nur Märchen sind? Hast du dich mal mit der Psychologie auseinander gesetzt? Diese ist ebenso Wissenschaftlich belegt, welche auch auf die Grundlage des Glaubens und der Realität verbindet! Also sehe ich darin schon einen Anteil an diesem Thread! Den wer hat überhaupt erst mit dem Traum oder dem Märchen der Unsterblichkeit angefangen? Die Wissenschaft oder die Theologie?

DerfelCadarn Wrote:
Nochmal: Meine These ist schlicht, dass man mit der Zeit einfach gelangweilt wird von der Welt. Aktuell ist doch der Antrieb, dass man etwas schaffen will in der Zeit, die man lebt - etwas weitergeben will an die folgende Generation.

Was sind denn die Ziele, die man sich setzt, nachdem man 200 Jahre immer wieder was neues ausprobiert hat, immer wieder von vorne irgendwas begonnen hat... Ich denke einfach, dass Motivation, Esprit, Elan... dass all das nachlässt, was einen Menschen antreibt, etwas erreichen zu wollen.

Nur begrenzte Rohstoffe sind wertvoll. Wenn man von etwas unendlich hat, nutzt man es eben nicht effektiv!


Macht man das nicht schon irgendwie, wenn man den Kreislauf der Seele und des Lebens versteht?
Den was geschieht mit der Seele nach dem Tot? Sie geht vom Leben in das Leben(wie z.B. einem Baum oder einem Tier...), was ja wieder den Selben Kreislauf ausmachen würde und es somit niemals langweilig wird, doch man im Sinnbild des Menschen, immer nur den Menschen sieht und die innere Natur bewertet, doch gibt es nicht noch mehr, als nur das menschliche Dasein? Oder die Wirtschaftlichkeit(Fressen und gefressen werden?)?
Ist dir darin schon einmal irgendwie langweilig geworden?

Und wenn dir doch langweilig ist, dann kannst du dir ja per "Quantenmatrix Therapie" das Leben wieder schönschreiben lassen Wink

Sheep Wrote:

DerfelCadarn Wrote:
Ich schätze, so nach 500 Jahren SPÄTESTENS - würde mir ganz furchtbar langweilig werden.


Dann stünde dir ja frei, dein Leben zu beenden. Immerhin hättest du die Wahl, wann du es beendest...

Abgesehen davon ist diese Welt verdammt groß. Wenn man einen Ort wirklich kennenlernen will, muss man Monate oder Jahre dort leben - für das kleine Europa bräuchte man wohl schon Jahrhunderte. Und da sich in dieser Zeit durchaus etwas ändert, kann man danach eigentlich von vorn anfangen. Neben den Orten gibt es auch eine ganze Menge Interessensgebiete, mit denen man sich beschäftigen kann, ob nun Wissenschaften, Handwerkliches, Sport, Spiel oder was auch immer. Jedes gibt Stoff für Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

Selbst wenn man irgendwann alles gesehen hat, hat man das erste vielleicht schon wieder vergessen und kann von vorn anfangen. Pfeif


Doch kann man sich nicht heute schon frei wählen, wann man das Leben beenden will? Also suizid zu begehen kann jeder, wann und wie er auch immer möchte, denn die Möglichkeiten des Suizides sind Grenzenlos, mal ganz abgesehen davon das man sich auch gegenseitig aufessen will, usw.(wo Menschen im Internet danach suchen oder ersuchen, sich gegenseitig aufzuessen)

Sheep Wrote:

DerfelCadarn Wrote:
Nur begrenzte Rohstoffe sind wertvoll. Wenn man von etwas unendlich hat, nutzt man es eben nicht effektiv!


Dann sitze ich eben 20 Jahre entspannt am Strand und zähle Sandkörner, wenn mir danach ist. Heißt ja nicht, dass ich überhaupt keinen Elan habe, zum Zählen reichts ja.

Abgesehen davon sind Ereignisse in der Welt eine knappe Ressource. Ich muss mich schon vom Strand lösen und durch die Welt reisen, um zumindest einige mitzubekommen, bevor sie Vergangenheit werden...


Doch was spricht dabei seine eigene Seele/Gefühl/innere Stimme? Welchen Weg und welche Fortführung von etwas treibt einen persönlich jeden Tag und und wie tut man diese in sich und das Leben integrieren? Oder ist man im Muss gefangen, welches die Arbeiter jeden Tag antreibt, um Miete, Strom, Auto, Essen zu bezahlen und sich seinen Lebensstandart zu halten, anstatt in "Soziale Schichten" abzuwandern(wo man dem Muss vom Arbeitsamt schon hingewiesen wird, wenn man nicht einen "geistigen Schaden" hat und man sich mit dem zufrieden gibt was man hat, wenn man nicht in die Kriminalität rutscht, um sich einen besseren Lebensstandart zu leisten).
Denke da nur an die Lebensart und weisen von "Gangstern und Künstlern".

DerfelCadarn Wrote:
Es mag allerdings sein, dass wir Menschen aktuell so ticken, WEIL wir einen begrenzten Zeithorizont haben. Aber wenn ich allein an Streit mit Nachbarn denke, dann erscheint mir die Theorie, dass ein Wanden in den Generationen eine Veränderung bringt, nicht zu abwegig. Viele Konflikte wurden in der Vergangenheit im Großen, wie im Kleinen dadurch gelöst oder abgemildert, dass eine neue Generation den Streit der alten einfach nicht mehr verstand und daher verhandlungsbereit war. Nein, das funktioniert leider nicht überall, aber der Austausch ist immer ein Impuls!

Während als beim unendlichen Leben der Impuls wirklich aus jedem einzelnen Menschen heraus stattfinden muss, passiert er beim aktuellen Stand automatisch! Ich sage nicht, dass nicht einzelne Personen vielleicht in der Lage sein können, sich über (nehmen wir ruhig mal größere Zahlen - es geht ja um die Unendlichkeit), 2000 Jahre immer wieder neu zu motivieren, neu zu erfinden, neues zu entdecken - die breite Masse wird dazu nicht in der Lage sein, davon bin ich überzeugt. Die Allermeisten Menschen brauchen eine gewisse Sicherheit, einen Halt, eine Hoffnung - Unendlichkeit hat kein Ziel, man muss sich dieses immer wieder selbst stecken, das gelingt den wenigsten schon heute in der überschaubaren Zeit, wie soll es da in der Unendlichkeit werden?

Zudem sollte man die unterschiedlichen Abhängigkeiten nicht außer acht lassen. Was ist denn nötig, um dieses unendliche Leben zu genießen? Wie kann ich die ganzen Reisen, Erkundungen, Neuerfindungen, Relaxzeiten, sprich: wie kann ich mein Leben finanzieren? Aktuell leben 8 Mrd. Menschen auf der Erde. Wenn wir jetzt die Unsterblichkeit ermöglichen würde, würde diese allen zur Verfügung stehen, oder nur ein paar Privilegierten? Wenn wir es allen anbieten würden, wäre es ohnehin undenkbar, dass von heute auf morgen die Fortpflanzung aufhört, es würde also eine noch größere Bevölkerungsschwemme einsetzen und die Ressourcen der Erde würden noch schneller aufgebraucht.


Gibt es diesen Privilegierten nicht schon? Im Sinnbild des "cosmischen Tieres" oder des Kosmos'es? Oder dem Universum(welches "Leonardo da Vinci" mit dem Feuer verglichen hat!)...
...den wie kann die "cosmische/kosmische *Übermacht*" dazu führen, das man den Menschen mit Viren verseucht. Vergleich hierzu ist AIDS, wo der Mensch einen Virus auf sich selbst losgelassen hat, so wie es das "cosmische Tier" ebenso könnte, wenn der Mensch nicht spurt(womit die 1.Welt ihre eigene "Friedensmedizin" abbekommt, wie die "Schweinegrippe", dabei war diese auch nur menschliche Finktion, um die Banken zu retten und den Tourismus ein wenig zurück gehen zu lassen)

Globaltom Wrote:

Helmut_Schmidt Wrote:
also, was zwar sowieso de facto nicht einmal in den industrienationen beachtet wird, aber was dennoch erwähnenswert ist, ist die who-definition von gesundheit. „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen."


Also wenn du Vollkommenheit als Maßstab nimmst dann
sind wir alle für immer Krank , da sie ein Optimum darstellt
das man wohl nie erreicht. Krankheit und Gebrechen sind greifbare
Dinge also als Maßstab wohl einfacher.


Ist Vollkommenheit nicht die Einsicht zum Fehler des Menschen? Oder sich selbst(als Menschen) als Fehler der Welt zu definieren? Welches das "cosmische/kosmische Tier" ausgleicht?
Oder entsteht "MACHT" nur durch Paragraphen? oder auch aus dem "Paranormalem Test" dahinter(wenn man die "Streitkultur Deutschland" einmal mit in betracht legen will)?

Globaltom Wrote:
hatt nur irgendwie nie so recht funktioniert ?
Irgendwie gibts immer noch überschuß an einigen
und Hunger an anderen Orten Suspect


Einmal über "Massenmedien" nachgedacht? Was ist Aufmerksamkeit und wie kann man sie darauf lenken?

Nur zum Verständnis:
"Cosmisches Tier" = "Künstliche Intelligenz der Satelliten/Maschine"
"kosmisches Tier" = "natürliche Intelligenz des Menschen(wie zwischen "Staat und Regierung" ODER "Magier und Hexen")"
quasi: Mensch und die Natur, oder Maschine und das Universum.
Doch was ist das E-Goverment? Wer bestimmt die "Vollüberwachung"? Oder bessergesegt, wer kann die ganzen Daten der Vollüberwachung auswerten=E-Goverment=intelligente Software=Software einer...?

http://www.arte.tv/guide/de/044903-010/philosophie
(Arte: Philosophie - Maschine)

Barbaron Wrote:
Ich meinte es auch eher damit, dass mit immer denselben Personen an gewissen Stellen auch kein Wandel mehr möglich ist. Oftmals steht eine Person für eine gewisse Idee/Strategie/Taktik. Nimm Helmut Kohl: der war 16 Jahre sehr erfolgreich, teilweise deswegen, weil er sämtliche Konkurrenz innerhalb der Partei abgesägt hat. Als die Wähler dann nach all der Zeit endgültig die Nase von ihm voll hatten, tat sich die CDU schwer, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Kohl hat in der Partei zu jener Zeit den Ton angegeben, es ging alles nach ihm, ein Wandel innerhalb der Partei war deshalb auch nicht wirklich möglich.
Das lässt sich für alles mögliche weiter anwenden: nimm Apple: Jobs hat den Ton angegeben, jetzt wo er weg ist, muss man erst mal eine neue Strategie finden.

Wenn sich mal ein bestimmte Person in einer Stelle eingerichtet hat, bestimmt sie den Kurs, solange sie in dieser Stelle ist. Solange keine äußeren Störungen auftreten, kann sie dort bis in alle Ewigkeit bleiben. Und jetzt stelle man sich folgende Situation vor:
Eine gewisse Chlique übernimmt die Führungsebene. Alle kennen sich, jeder richtet sich so ein, dass seine Interessen gewahrt bleiben. Alle sind mit diesem Pakt einverstanden. Jeder macht mit. Ein Wandel ist nicht möglich, äußere Einflüsse sind sehr unwahrscheinlich.
Und jetzt mach diese Personen unsterblich.

Wir hatten in der Uni Clustertheorien, die im Wesentlichen untersucht haben, warum neue Ideen, neue Erfindungen, neue Industrien entstehen und warum. (War hochinteressant.) Der Punkt ist auch, dass es ständig Bewegung geben muss, Kontakte innerhalb eines Wirtschaftskreises müssen Kontakte ausserhalb des Wirtschaftskreises unterhalten, damit Ideen von ausserhalb des Wirtschaftskreises in den Kreis hineinfliessen können. Und nur unter bestimmten Voraussetzungen können diese Ideen dann weiter transportiert werden.

Wenn jetzt diese unsterblichen Personen anfangen, unempfänglich gegen neue Ideen zu werden, oder noch schlimmer, sie wissentlich zu unterdrücken, weil sie die bestehende Ordnung gefährden könnten, DANN hat man eine Welt, die nicht mehr wächst, die sich nicht mehr verändert, die Statisch wird. Sie stirbt.
Die Jugend käme gar nicht mehr an die Gelegenheit, ihre Ideen zu verwirklichen. Neue Ideen würden kaputtgemacht werden, sie könnten der bestehenden Ordnung ja gefährlich werden. Und sollte dann eine Bedrohung von aussen auftreten, dann würde diese Welt aufgrund ihrer Starrheit einfach zerfallen, ihre Fähigkeit, flexibel zu bleiben und auf Veränderungen zu reagieren, wäre schon lange lange vorher kaputtgegangen.

Klar, wenn man den Alten die Fähigkeit zutraut, Weise zu sein und nicht so zu denken, klar, dann müsste das nicht sein, aber aus meiner Lebenserfahrung heraus sind die Menschen nicht so. Je länger man lebt, desto müder wird man. Veränderungen werden als Bedrohung aufgefasst. Ist nicht überall so, aber meistens.
Es gab mal einen Artikel in der Geo, der sich damit befasst hat, warum Jugendliche viel mehr Risiken eingehen, als Alte. Einer der Gründe ist einfach das Belohnungsprinzip: durch das höhere Risiko kann man viel mehr gewinnen. Je älter man wird, desto eher überwiegt das Bewusstsein, dass sich höhere Risiken nicht lohnen. Man hört auf, Risiken einzugehen.

Dieses Denken ist tief in uns drin und würde sich auch mit der Unsterblichkeit nicht verändern.


Doch dieses Denken ist doch auch ein "Fehler", wenn man die Technologisierung der Privathaushalte sieht. Oder gehen wir heutzutage noch an den Fluss um Wäsche zu waschen? Eigentlich nicht.

DerfelCadarn Wrote:
Das Denken könnte sich ja verändern, wenn wir in 1217 Jahren gelernt haben, dass wir ewig Zeit haben, den Erfolg aus dem eingegangenen Risiko zu geniessen, bzw. den Schaden, der entstanden ist, wieder zu reparieren (sofern keine endgültigen Entscheidungen getroffen wurden).

Ich sehe das Problem der festgefahrenen Verhaltensweisen und Meinungen zwar auch, aber gaaanz theoretisch könnten die Menschen hier ja einen Lernprozess durchmachen.

Das Kernproblem ist, dass die Evolution nicht mehr weitergeht. Es gibt keine genetische Veränderung mehr und damit auch keine Anpassung an die Gegebenheiten. In 20.000 Jahren sind wir immer noch die gleichen Menschen, aber die Schimpansen haben und evolutionär überholt und der Film Planet der Affen wahr hellseherisch. Jaja


Doch wie willst du die Visionen und Vorstellungen auf die "Geschichte und ihre Meinungsbildung bzw. Erfahrungsbild" verändern? Quantenmatrix Therapie für die Gesellschaft? Welche so ihr Weltbild und die Erfahrungswerte im Herzen ändern tut? Würde man die Gefühlsänderungen nicht mitbekommen? Wenn der Körper auf einmal ganz anders Reagiert, als er es im normalen Zustand einfach tut? Also bei mir ist das zumindest so(außer wenn ich nen Ordentlichen getrucken habe Smile )

14.03.2013 11:55
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Chrysip
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Post: #85
RE: Unsterblichkeit

Hallo allerseits,

einige Punkte der Diskussion sind hier sehr interessant geworden:

- Verteilungsproblematik: Von Gütern, Lebensraum oder Unsterblichkeit
- Abwertung des natürlichen Zustands
- Stillstand durch Unsterblichkeit/Nicht-Erneuerung

Und siehe da, wir bewegen uns damit schon weit in den Fragen der Medizinethik.
Um das Problem der Unsterblichkeit einigermaßen vernünftig analysieren zu können, sollten wir erst an einem Gedankenmodell fest machen, wie die Welt beschaffen sein muss, damit Unsterblichkeit überhaupt möglich ist.
Gehen wir also mal davon aus, dass die Wissenschaften die Kontrolle über den menschlichen Körper erlangt hat. Das bedeutet ja auch, dass jede gewünschte Modifikation am eigenen Körper möglich ist; einschließlich Steigerung der kognitiven Fähigkeiten, Verbesserung von Gedächtnisleistungen, die Grundstimmung erhellen und in letzter Konsequenz auch - sagen wir mal - das nicht-Altern.

Was nun die Verteilungsgerechtigkeit angeht, könnte die Frage kompliziert werden. Wenn wir die Entwicklung in Zeitraffer betrachten, ist eine mögliche und wahrscheinliche Beobachtung, dass der Fortschritt in Technologie und - dank der Verbesserungen an den Menschen selbst - auch der Fortschritt in humanitären Maßnahmen zu einer vernünftigen und gerechten Verteilung führen werden und eine Verschlechterung des Zustands nur in einer Übergangsphase stattfinden wird.

In einer Diskussion über die vermeintliche Abwertung des "natürlichen" Zustands kommen wir an das-Leben-ist-heilig-Argumente nicht vorbei. Ob diese Einstellung auf Religion, Metaphysik oder einem Schuldgefühl der milliarden Jahre alten Evolution gegenüber gründet... Wir können diese Argumente nicht einfach im Hand-Umdrehen eliminieren. Aber wir können eine Einstellung formulieren, die es erlaubt (und erwünscht), dass der Mensch die Kontrolle über seine biologische Entwicklung selbst übernimmt. Dieser Einstellung nach könnte argumentiert werden, dass der Mensch selbst, nicht nur Produkt der Natur ist, sondern ein gleichwertiger und natürlicher Bestandteil der Natur ist. Als Teil der Natur, verhält sich der Mensch also entsprechend stets natürlich, ganz egal was er tut. Entscheidet sich der Mensch seine Gestalt zu verändern, sich neue Sinne zu verpassen oder sich eben unsterblich zu machen, so geschieht das aus der Natur des Menschen heraus und ist somit selbst natürlich.
Das klingt etwas rekursiv, aber das sind Argumente, die auf ein absolutes Ganzes verweisen immer.

Steht noch das Problem des Stillstandes aus. Ich Empfehle den Dokumentarfilm "Plug & Pray". Da geht es um genau die Frage: Sterben als Dienst an die kulturelle Fortentwicklung vs. Vision der Unsterblichkeit...
Ich selbst kann aber nicht viel dazu beitragen.

Im Übrigen könnte man, wenn es schon um ein Unendlichkeit-Szenario geht argumentieren:
Unser Lebensraum ist astronomisch zeitlich begrenzt. Wenn die Erde nicht von selbst unbewohnbar wird, muss der Mensch spätestens dann "umgezogen" sein, wenn unsere Sonne das Handtuch wirft.
Interessant ist hier, dass die Katastrophe eine perfekte Vorhersage ist. Das-wird-eintreten-ganz-ganz-sicher. Die Lösung für dieses Problem ist aber science fiction Wink
Sollte es in einigen millionen Jahren noch eine Spezies geben, die auf unsere Spezies zurückzuführen ist, wird sie aus unserer Sicht göttlich wirken. Welch eine Vision: sich im Laufe einer unendlichen Lebenszeit vom primitiven Menschen in ein Gott-ähnliches Wesen zu verwandeln.

This post was last modified: 14.03.2013 13:53 by Chrysip.

14.03.2013 13:50
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Nietzsche
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Post: #86
RE: Unsterblichkeit

Ich denke nicht, dass sich groß etwas ändern würde, lebte der Mensch plöptzlich 500, 1000, oder gar unendlich Jahre - äußere Einflüsse ausgeschlossen.

Sicher, da wären einige gewaltige gesellschaftliche Veränderungen.. Der Staat würde vermutlich das Kinderkriegen extrem regulieren und es würde 'Wartelisten' geben. (Was kein Problem wäre, da ja ohnehin alle ewig leben.) Vermutlich würde man teilweise so lange auf einer Liste stehen, dass sich die 'festen' Lebenspartner mehrfach gewechselt hätten.

Wechsel wäre ein Element, das ich in solch einer Gesellschaft erwarten würde. Jobwechsel. Partnerwechsel, alles anerkannter und wichtig, da der Mensch, zumindest wie er jetzt ist, zu neugierig wäre, um 1000+ am selben Schreibtisch zu sitzen... oder nicht? Viele wollen das ja gar nicht, sondern müssen.



Das Leben an sich hätte unter Umständen einen höheren Wert. Wobei ich da mal pessimistisch bin ich behaupte, das wäre eher nicht der Fall. Denn mal ehrlich: Sind wir uns unserer Sterblichkeit denn bewusst? Wer läuft denn den ganzen Tag mit memento mori durch die Welt, wessen erster Gedanke morgens ist, Ich werde sterben, darum stehe ich jetzt auf und mache das meiste aus diesem Tag.
Man denkt nicht ständig an den Tod (das ist vermutlich eine evolutionär sinnvolle Anlage...) und das würde sich nicht damit ändern, dass man erwarten dürfte, 500 Jahre auf dem Buckel zu haben.

20.03.2013 14:39
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SOLINVICTUS
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Post: #87
RE: Unsterblichkeit

Die absolute Unsterblichkeit, ist nicht möglich, ob sie nun erstrebenswert ist oder nicht. Wenn man davon ausginge, wir hätten alle medizinischen Probleme gelöst, die Krankheit Alter wäre heilbar, alle anderen Krankheiten auch. So kann ein Mensch immer noch durch andere Einflüsse sterben.
Bei einem unendlich grossen Zeithorizont, ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem etwas Tödliches widerfährt gleich eins, und selbst für diejenigen die von solch einem Ereignis verschont blieben, wäre das letzte Aufbäumen der Sonne, vor ihrem Tod, Endstation. Die Möglichkeit eines Suizids stünde jedem frei.

Sterben müssten also trotzdem alle, der Tod wäre jedem Menschen genau so gewiss wie heute.
Das heisst der einzige Unterschied zu heute wäre: keine Krankheiten mehr.
Also kann der Sieg über das Alter, und die damit verbundenen Krankheiten, doch nur wünschenswert sein.


"Leute die Geld ausgeben, verstehen nichts von den wahren Freuden eines Kapitalisten."
- Dagobert Duck

This post was last modified: 19.04.2013 15:00 by SOLINVICTUS.

19.04.2013 11:43
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Carbaen
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Post: #88
RE: Unsterblichkeit

Wenn man unsterblich ist würde die Kapazität des Langzeitgedächtnisses irgendwann an ihr Limit stoßen und man würde immer mehr vom Anfang seines Lebens vergessen. Irgendwann (eventuel) könnte es daher sein, dass man nichtmehr weiß was in den (beispielhaften) ersten paar hundert oder tausend Jahren des eigen Lebens passiert ist. Neben Erinnerungen an wichtige Personen der Jugend, dem Geburtsort und so weiter bleibt dann nicht mehr viel übrich. An Aktivitäten wird man sich wohl kaum erinnern.


Wer Diktator bleiben will, muss übermächtigen Rebellen entgegen kommen.
Forderungen nach radikalen "positiven" Veränderungen in einer Demokratie scheitern, weil die Mehrheit zufrieden ist.
Der Staat muss seine Bevölkerung vor Krieg schützen und sie nicht verpflichten.
Wenn "Gott" diese Welt beherscht, ist er ein Despot.
24.06.2019 08:01
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Jozilla
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Post: #89
RE: Unsterblichkeit

6 Jahre tief buddeln ist meines wissens noch kein Rekord


Für den Frieden zu kämpfen ist wie für die Jungfräulichkeit zu ficken.
Was ist der natürliche Weg um wieder echte Jungfrauen zu bekommen?

Kooperation ist besser als Konkurenz, andernfalls wären Kartellämter sinnlos
24.06.2019 21:54
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