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Vermögensverteilung

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Malone
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Post: #1
Vermögensverteilung

Eine Animation zu dem Thema.


Politischer Test Test site from Ars Regendi for the evaluation and comparison of political alignments

Kein(e) Planet*In ist illegal!

Autor der Blüte des Zweifels
24.01.2019 00:44
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TheLastShah
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Post: #2
RE: Vermögensverteilung

Widerlich. umpf

Das ist dein schöner freier Markt, adder. Der kranke Kapitalismus frisst Hirn und Herz der Menschen, und reißt grade den ganzen Planeten in den Abgrund. Aber immerhin, er hat den Sieg über den Kommunismus hinfortgetragen - fragt nicht nur, wohin? Auf einen Profiteur kommen neun die dafür die Zeche zahlen - toll.


...wartet immer noch darauf, dass Nietzsche zurückkehrt. Geniales RP findet man hier.

- | - -

Rise early. Work hard. Strike oil.
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24.01.2019 01:20
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Morven
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Post: #3
RE: Vermögensverteilung

.


Empire of Japan


Emperor Oda Nobumori
Prime Minister Ōtomo Yoshinori
Foreign Minister Sakamoto Ryōma

This post was last modified: 05.10.2020 13:19 by Morven.

24.01.2019 05:16
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adder
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Post: #4
RE: Vermögensverteilung

Zuerst einmal vorab: ich würde dem ZDF nicht soweit trauen, wie ich es werfen könnte. Viel zu viel linkes Gedankengut, viel zu viele Altkommunisten und Neukommunisten dabei.

So, that said, gehen wir doch mal auf den Einwurf eines Moderators ein, der gleich mal persönlich wird...

Erstens: Warum die erste "Vermögensverteilung" ideal sein sollte, wird nicht erklärt. Ich halte diese Art von Vermögensverteilung für ohnehin nicht erreichbar, nicht einmal im Kommunismus. Schauen wir uns einmal an, wie die Vermögensverteilung in der DDR war...:
20% der Bevölkerung verfügten über 80% der Geldmittel. 70% der Menschen besaßen weniger als 5000 DDR-Mark Geldvermögen. Quelle: KAS
Der eher linke Tagesspiegel nennt sogar noch "schlimmere Zahlen": 10% der Bevölkerung besaßen 60% der Vermögen. Das heißt aber auch, dass selbst kommunistische Staaten mit massiver Umverteilung und Hetze gegen Kapitalisten nicht einmal die in der Animation des ZDF sogenannte "vermutete Vermögensverteilung" erreichen konnten. Mal ganz davon abgesehen, dass 5000 DDR-Mark deutlich weniger waren als die 1000 Euro Rücklagen, die gerne hier als Grenze genommen werden...

Zweitens: Dass in unserem Staat die "Armen" kein Vermögen aufbauen können, dass sogar die "Mittelschicht" im Normalfall nicht die 3-Monatsbrutto-Rücklagen aufbaut, die notwendig wären, sondern sich verschulden muss, um mittlere Ausgaben wie eine neue Waschmaschine, einen neuen Fernseher oder gar einen Ersatz für den in die Jahre gekommenen Gebrauchtwagen zu leisten, liegt nicht an den zu niedrigen Gehältern im Vergleich zu "Einkommensreichen" (zu denen heute bereits die Mittelschicht zählt - mit mehr als 30.000 Euro Jahresbrutto bist Du doch schon dabei...), sondern an den ausufernden Steuern und Abgaben und staatlich organisierten Nebenkosten:
Mit 30.000 Euro für einen Arbeitnehmer mit Steuerklasse 4 mit einem Kind werden fällig: 3530 Euro Lohnsteuer plus 137,88 Euro Solidaritätsbeitrag.
Also rund 12,25% effektiver Lohnsteuersatz [quelle: BMF-Steuerrechner 2018].
Dazu kommen Sozialabgaben in Höhe von 6 382,50 Euro, plus Arbeitgeberzusatzbelastung (also Verschleierte Lohnnebenkosten!) von 5 812,50. Lassen wir letztere ruhig weg, da sie keiner sieht... dann haben wir eine Belastung von 33,53% durch direkte Steuern und Lohnabzüge. (bei einem angenommenen Zusatzbeitrag für die GKV von 1,9%, was durchaus bei dieser Einkommensgruppe nicht unrealistisch ist)

So: indirekte Steuern und Abgaben: Deutschland in Zahlen nennt für direkte und indirekte Steuereinnahmen in Deutschland folgende Zahlen 427,2 Mrd. Euro 348,1 Mrd Euro. Soll heißen: rd. 45% der Steuereinnahmen sind indirekte Steuern.
Ein Arbeitnehmer mit 30 T€ Bruttojahreseinkommen zahlt überwiegend Mehrwertsteuern im Bereich von 7%, plus einen Teil 19%. Gehen wir einmal von einer 3:1 Verteilung aus, und davon dass er in der Tat 1000 Euro im Jahr NICHT ausgibt. [alles grob vereinfacht - bitte aber auch bedenken, dass auch auf die MIETE Steuern aufgeschlagen werden!]:
19949,62 € Jahresnetto, 1000 Euro Sparanteil, bleiben €18949,62 Jahresausgaben. 75% davon werden mit 7% besteuert, 25% mit 19%:
14212 Euro Ausgaben mit 7% Mehrwertsteuer: 995 Euro Steuern
4737 Euro Ausgaben mit 19% Mehrwertsteuer: 900 Euro Steuern
Dazu kommen noch Verbrauchssteuern, wie z.B. die Energiesteuer. Nehmen wir einmal an, die Familie fährt einen Benziner mit einem Verbrauch von 7 Liter auf 100km, und fährt im Jahr nur 10.000 km. Sie verbraucht also 700 l Benzin. Bei 65,72 Cent Steuern (außer MwST., die haben wir oben) sind das noch einmal zusätzliche 460 Euro Steuern. In der gleichen Größenordnung dürfte die Energiesteuer auf Strom, auf Heizkosten, auf Warmwasser liegen. Also noch mal 1380 Euro insgesamt. Weitere Kleinsteuern und Kleinabgaben will ich gar nicht einmal einberechnen...
Nur an diesen Steuern und direkten Lohnabgaben zahlt der Arbeitnehmer also 13785,54 Euro pro Jahr von seinen 30.000 Euro Jahresbrutto (oder: 46 Prozent)! Dass er dabei noch 1000 Euro sparen kann, grenzt an ein Wunder, nimmt man noch an, dass er eine ortsübliche Miete (die auch ausschließlich durch staatliches Handeln alleine schon drastisch verteuert wurde) zahlen muss...
Das ganze ist übrigens in anderen Industrieländern nicht wesentlich anders: die fehlende Möglichkeit zur Vermögensbildung liegt meistens an einer zu hohen staatlichen Belastung der Einkommen.

Drittens: das ZDF und auch offenbar TLS stoßen sich ganz deutlich an den sogenannten Superreichen, also dem reichsten 1% der Menschen. Das sind heutzutage Leute wie Jeff Bezos, Warren Buffet, George Soros, aber auch meinetwegen die Aldi-Brüder, Susanne Klatten und der DM-Besitzer, nicht zu vergessen Bea Knecht als Zalando und Zattoo-Gründerin.
Also Leute, deren Vermögen nicht aus Bargeld besteht, sondern aus Aktien oder Unternehmensanteilen. Jeff Bezos ist der reichste Mann der Welt gewesen, weil seine gegründeten Firmen einen hohen Börsenwert hatten/haben. Seine tatsächlich verfügbaren Geldmittel dürften weniger als 1% seines Gesamtvermögens ausgemacht haben. Evtl. sind sie prozentual nach der Scheidung sogar höher als vorher... Bea Knecht hat Unternehmen gegründet, unter extremem persönlichen Risiko mit Eigenkapital. Dass sie Zalando gut verkauft hat, ist ihr anzurechnen und ihrer Fähigkeit, ihre Mitarbeiter zu führen, strategische Entscheidungen zu treffen und den Wert des Unternehmens zu erhöhen. Wären Zalando und Zattoo US-Unternehmen gewesen, wäre Bea bestimmt auch Milliardärin nach Börsenwert. Daher steht sie in der Liste, obwohl ihr tatsächliches Vermögen deutlich geringer ist als das von Klatten oder den Albrechts.

Ich halte diese Leute übrigens nicht für verwerflich reich. Der Großteil dieser Menschen ist reich aufgrund von eigenem unternehmerischem Handeln. Die anderen besitzen meistens Familienunternehmen, die im Normalfall bessere Arbeitsbedingungen haben als börsennotierte Großkonzerne. Wer einmal bei einem großen Pharmaunternehmen wie Pfizer und einem Familienpharmaunternehmen wie Hexal vor dem Verkauf an Novartis, oder Dr. Falk Pharma oder Nordmark gearbeitet hat, kann das bestätigen.

Viertens: Was in der Tat bedenklich ist, ist die relative Vermögenslosigkeit der Mittelschicht und der sogenannten "Reichen" im Vergleich zu den "Superreichen". die 40% und 10% der Menschen, die in diese Kategorien fallen, haben nämlich unter den heutigen Bedingungen des Korporatismus und Staatsinterventionalismus kaum bis keine Chancen ein eigenes Vermögen zu erhalten, geschweige denn neu aufzubauen. Somit können sie auch nicht von den Gründungen der Unternehmen der "Superreichen" profitieren und an den Vermögen partizipieren.

Damit ergibt sich für mich ein deutliches Bild. Wir haben zu viel Staat und zu viel Abgaben und zu wenig Partizipation bei Unternehmensneugründungen zur Vermögensbildung bei Mittelschicht und Oberschicht. Insgesamt fördert also die Um"fair"teilungspolitik die Ungleichheit der Gesellschaft. Besser wäre es also, den Menschen wieder mehr von ihrem erarbeiteten Geld zu lassen, und für Vermögen unter einem bestimmten Wert (sagen wir einmal 50.000 Euro?) auch Kapitalerträge steuerfrei zu stellen, damit diese Vermögen anwachsen können.

Ach ja TLS: eine sehr neutrale und wenig beleidigende Formulierung Deiner Gedanken. Wenn ich allerdings in gleicher Münze antworten würde, wäre ich wahrscheinlich sofort wieder Gegenstand einer Diskussion hier... - so was erwartet man von seinen neutralen Moderatoren... Wink


Falls bei einem Quote kein Name steht, geht davon aus, dass der letzte Name immer noch gilt und es derselbe Post war!
Ich halte mich an meine Zitatregeln: beim ersten Zitat aus einem Post wird ein [" Quote= ]" gesetzt. Danach bis ein neuer Poster oder ein neuer Post kommt, nur ein "[ Quote "]. Falls ich zwischen Postern hin-und-herspringe, nenne ich den Poster auch häufiger.


Si vis pacem para bellum

"Alles, was der Mensch ist und was ihn über das Tier hinaushebt, dankt er der Vernunft. Warum sollte er gerade in der Politik auf den Gebrauch der Vernunft verzichten und sich dunkeln und unklaren Gefühlen und Impulsen anvertrauen?" (Ludwig von Mises)
24.01.2019 05:29
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Globaltom
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Suedparadies
Post: #5
RE: Vermögensverteilung

Jetzt macht mal hier kein Bashingbingo.
Das ihr euch gegenseitig Beliedigen könnt weiß jeder und
braucht keiner F045

Aber BTT natürlich is es ein Problem , Börsenwerte eines
Bezos oder Zuckerberg von Zeitweise 100 mia noch rationell
zu erklären. Auch die Wallstreet neigt zu übertreibungen .
Auch warum etwa ein Mukesh Ambani als Stadtwohnsitz
einen 173 meter Turm braucht ist schlicht surreal.

Auf der anderen Seite. Neidsteuerdebatten von 60 - 90 %
bringen auch nix . Gerade wenn das Vermögen aus Immobilien
und Sachwerten besteht kannst nur schwer die häfte Abknappern,
ohne das Unternehmen zu zerstören.

Der Traum alle möglichst gleich gut Leben zu lassen ist sicher
viel älter als Marx, nur scheint irgendwie bisher unerreicht.

Nehmt als Dogma was ihr wollt, es hat immer realativ arme
und deutlich reiche erzeugt.


Briefwähler

This post was last modified: 24.01.2019 19:11 by Globaltom.

24.01.2019 18:31
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adder
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Post: #6
RE: Vermögensverteilung

Globaltom Wrote:
Aber BTT natürlich is es ein Problem , Börsenwerte eines
Bezos oder Zuckerberg von Zeitweise 100 mia noch rationell
zu erklären. Auch die Wallstreet neigt zu übertreibungen .


Da liegt aber doch genau der Hase im Pfeffer: es sind Börsenwerte. Das ist nicht verfügbares Kapital, sondern in Aktien - meistens der eigenen Unternehmen - gebundenes Kapital.
Das ist auch bei Klatten oder Knecht oder anderen so: ihre börsennotierten AGs oder KGaAs sind relativ viel Wert - aber wenn sie Aktien verkaufen, verlieren sie die Kontrolle über ihr eigenes Unternehmen.

Meiner Meinung nach ist das auch der Kern der linken Forderungen, endlich die Superreichen zu besteuern... [*]: man will die Kontrolle über deren Unternehmen. Vergißt dabei aber, dass der Staat dann die 5% oder so, die er über Vermögenssteuern einnehmen würde, ja quasi zurück in die Unternehmen investieren müsste...

[*]: Neidhöhen bei der Einkommenssteuer sind ein ganz anderes Thema: denn Einkommensgutverdiener haben heute kaum noch Vermögen, Vermögen haben Leute, die eben nicht so viel Einkommen aus unselbstständiger Arbeit haben, sondern sich selbst für ein mittleres Gehalt als Chef ihrer eigenen Unternehmen angestellt haben und diese an die Börse bringen. Denen kommt man mit Einkommenssteuern nicht bei - wenn man denn aus linker Sicht die "Superreichen" also Vermögenden besteuern will. Aber hohe Kapitalertragssteuern bringen auch nicht so viel, da sie ja meistens nicht ihre Aktien verkaufen - und Dividenden sind ja schon besteuert. Ganz davon abgesehen, dass hohe Steuern auf Wertpapiergewinne und Dividenden natürlich auch wieder vor allem die Mittelschicht daran hindern, ihr Vermögen aufzubauen und auszubauen.


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25.01.2019 03:14
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Jozilla
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Post: #7
RE: Vermögensverteilung

Ganz abgesehen von der Neiddebatte sollte man nicht vergessen, dass die Vermögensverteilung ein Machtgefälle erzeugt.

Besondere bedenken habe ich aber wohin sich die USA nach Trump hinreformieren werden.


Für den Frieden zu kämpfen ist wie für die Jungfräulichkeit zu ficken.
Was ist der natürliche Weg um wieder echte Jungfrauen zu bekommen?

Kooperation ist besser als Konkurenz, andernfalls wären Kartellämter sinnlos
25.01.2019 18:39
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