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Zinsen-Geldmenge-Relation

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Pethi
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Post: #1
Zinsen-Geldmenge-Relation

Hi,

bezüglich meines gestriegen Beitrages zur Inflation habe ich doch noch einige Fragen zur Modellierung des Spiels hier.

Wie ist es eigentlich bei der Haushaltsaufstellung zu verstehen, dass man die Geldmenge gezielt steuern kann? Denn schließlich steuert man dies ja im "normalen" Leben doch nur über den Leitzins. Dieser ist hier aber ebenfalls variabel. Wie kommt denn also nun der Otto-Normal-Ars-Regendi-Bürger zu dem durch die Geldmengenerhöhung ZUSÄTZLICH ausgeschütteten Geld wenn nicht "klassisch" über die Aufnahme von Verbindlichkeiten bei der Zentralbank? - Druckt die Ars-Regendi Geldmaschine etwa einfach bei der Option 'Geldmengenerhöhung' mehr Geld und bringt dieses "unbemerkt" unters Volk? (z.B. als "Anhang" bei Behördenschreiben bigsmile ) Oder sind die Optionen Zinsverschiebung und Geldmengenverschiebung in direkten Zusammenhang verstehen, so zu sagen korrespondierend? Was sich zum Beispiel darin äußern mag, dass wenn man die Geldmenge erhöht, aber im gegenzug auch die Zinsen erhöht im Endeffekt rein gar nichts passiert, da wegen der Zinserhöhung die Geldmenge sofort kalkulatorisch wieder gesenkt wird bzw. umgekehrt.

Oder bin ich als Demograph letztendlich doch nicht zum höheren Verständnis von Ökonomie befähigt? bigsmile

25.01.2008 14:52
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Post: #2
RE: Zinsen-Geldmenge-Relation

Hi Pethi,
die "formeltechnische" Umsetzung im Spiel kann ich nicht wissen Nono
In der Realwirtschaft kann tatsächlich die Geldmenge, durch Geldschöpfung explizit erhöht werden; unabhängig von Leitzinsen!
Ich stelle mal stichpunktartig paar Instrumente zusammen: (Quelle Wikipedia!)

Refinanzierungspolitik
Bei der Refinanzierungspolitik stellt die Zentralbank den Geschäftsbanken in unterschiedlichem Umfang Bargeld (Zentralbankgeld) für die Kreditvergabe zur Verfügung. Sind die dafür berechneten Zinsen (Diskontsatz bzw. Lombardsatz, wobei der Lombardsatz in der Regel höher als der Diskontsatz ist) niedrig, werden die Banken viele Papiere verpfänden, damit viel Geld erhalten, und sie können so auch mehr Kredite vergeben. Verteuert die Zentralbank diese Beschaffung von Geld, sinkt die Kreditvergabe entsprechend. Dies ist die bedeutendste Form der Kreditgewährung der Zentralbanken an die Geschäftsbanken.
u.a. Diskontpolitik, Lombardpolitik und Spitzenrefinanzierungsfazilitäten.

Offenmarktpolitik
Bei der Offenmarktpolitik bilden Offenmarktgeschäfte heute das Rückgrat der Notenbankpolitik. Sie dienen der Liquiditätsversorgung und der Zinssteuerung. Durch An- und Verkauf von Wertpapieren durch die Zentralbank erhalten die Geschäftsbanken Alternativen zur Kreditvergabe. Sind die Zinskonditionen der Zentralbank gut, werden die Banken Offenmarktpapiere kaufen anstatt Kredite zu vergeben und die Geldschöpfung wird geringer. Die EZB betreibt diese Politik mittels ihres Hauptrefinanzierungsinstruments, welches mit etwa 75 % den größten Anteil an der Liquiditätsversorgung umfasst. Bedarfsweise können auch Feinsteuerungsoperationen (meist als so genannte Schnelltender) oder strukturelle Operationen durchgeführt werden. Dies bildet jedoch die Ausnahme.
u.a. Devisenkurspolitik, Devisenswappolitik und Mindestreservenpolitik

Soviel ich weiss, machen EZB und FED auch regen Gebrauch von diesen Instrumenten, wenn auch meistens in Richtung Geldmengenerhöhung (siehe die inoffiziellen Steigerungsraten zwischen 12-18%)Suspect


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25.01.2008 15:11
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Post: #3
RE: Zinsen-Geldmenge-Relation

Ok, muss ich ja nichts mehr zu sagen Applaus


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Autor der Blüte des Zweifels
28.01.2008 15:55
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Cane
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Post: #4
RE: Zinsen-Geldmenge-Relation

An Bulents Beitrag gibt es nichts zu rütteln, entsprechend müsstest du dir das dann einfach so denken, dass die Kreditinstitute in deinem Land die von dir gewünschte Geldmenge automatisch erwirtschaften.


Machmal muss man von der Couch aufstehen um auf der Couch liegenbleiben zu können.
28.01.2008 21:22
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