Mit durch und durch guten Menschen gibt es zwei Probleme. Zum einen: Sie sind nicht empathisch genug. Da das Böse in ihnen nicht oder kaum repräsentiert ist, können sie sich schwerlich in die Boshaftigkeit anderer hineinversetzen. Zum andern: Sie wollen nicht durch ein Nein böse sein oder so erscheinen. Verweigerung von Bittgesuchen wäre verwerfliche Härte. Kurzum: Wer zu gut ist, schätzt die Realität falsch ein. Und ergreift ungeeignete Maßnahmen, um der Wirklichkeit angemessen zu begegnen. Ohne ein Gran bewältigten Hasses darf niemand in eine Position gelangen, in der er über das Schicksal anderer zu entscheiden hat.